Montag, 19. Februar 2018

Rezension: Petra Hartlieb * Wenn es Frühling wird in Wien


Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Dumont  
ISBN-13:
978-3832198480
Preis: 18,00 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 2. Teil
Erscheinungsdatum: Februar 2018 



Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Maries größter Traum ist in Erfüllung gegangen, sie sitzt im Theater und schaut sich ein Stück ihres Arbeitgebers, den großen Dichter Arthur Schnitzler an. Außerdem sitzt Oskar neben ihr und sie kann ihr Glück immer noch nicht fassen, das die Liebe in ihrem Leben einzieht. Aber nicht alles läuft Rund in Maries Umgebung. Das Dienstmädchen Sophie leidet an Übelkeit, die Eheleute Schnitzler streiten und so hört Marie, dass Arthur Schnitzler ihren Oskar mit einer anderen Frau im Sacher gesehen hat. Spielt er nur mit ihr? Aber hätte überhaupt eine Beziehung mit ihm eine Zukunft? Und was ist mit Sophie los? Und wann kommt endlich der Frühling?

Meinung:
Während im ersten Band, das winterliche Wien seinen Zauber ausgestrahlt hat und uns wie in einer Schneekugel mit weihnachtlicher Vorfreude bestäubte, warten wir nun auf den Frühling. Und ich muss gestehen, ich war total entzückt, dass es mit dieser Geschichte und seinem Zeitbild des Wiens um 1900 weitergeht. Ob mich die Sorgen und Nöte wieder an die Geschichte fesseln konnten, berichte ich euch jetzt.

So klappen wir das Puppenhaus auf und schauen uns doch den Querschnitt genauer an. Marie ist immer noch bei Arthur Schnitzler beschäftigt, liebt die Kinder und lässt die zarten Banden um ihren Oskar stärker werden. Dabei ist es, um diese historische Zeit gar nicht so einfach, sich zu treffen und eine Beziehung auf zu bauen. Da sind nur Verabredungen an freien Tagen übrig, um sich näher kennenzulernen. Aber ist er wirklich der Richtige? Was für eine Zukunft soll diese Liebe haben? Tja, und dann gibt es auch noch diese Gerüchte und eigene Lebenseinschnitte, die einen das Herz schwer und einen bange machen. Wie ihr seht, gibt es wieder ganz viele Gemütsschwankungen, Unsicherheiten und Ungewissheit. Da waren Probleme noch ganz anderer Natur und wirklich schwer im Alltag eines Zimmermädchens aufzulösen.

Petra Hartlieb lässt uns auch im zweiten Band eine Zeitreise in die Vergangenheit bestreiten. Sie zeigt die gesellschaftlichen Unterschiede auf, lässt einen Blick in die schimmernde Welt, der gut Betuchten werfen, aber wir begleiten unser Kindermädchen weiter. Hier herrscht große Sorge um Zimmermädchen Sophie, die sich mit dem falschen Mann eingelassen hat und in großen Nöten geraten ist, was wiederum Marie und ihre Beziehung zu Oskar beeinflusst. Aber auch bei Oskar herrscht Umbruchstimmung, sein Arbeitgeber will in Verkuppeln und so muss sich auch der liebe Buchhändler mit seinen Gefühlen und Zukunftssorgen auseinandersetzten.

Wie schon im ersten Band ist die nette Liebesgeschichte nur ein toller abgesteckter Rahmen um die Zeit, das Leben und die Stadt erstrahlen zu lassen und uns diese Epoche zu versetzen. Tja, und ich finde, Frau Hartlieb macht das ziemlich geschickt und es ist ihr auch diesmal gelungen, mich an die Seiten zu fesseln und alles andere auszublenden. Man hat das Gefühl man trifft auf Freunde und hält einen schönen Kaffeeklatsch mit Erzählungen aus dem Nähkästchen. Allerdings ist Wien in der Zwischenphase zwischen Winter und Frühling, grau, nass und gar nicht zauberhaft, das zarte Grün schimmert erst am Ende durch und hat so leider gar nicht die erhoffte Wirkung wie im ersten Buch. Aber egal, vielleicht ist der Sommer ja wieder um einiges besser, naja, unter uns, ich hätte schon gern einen weiteren Folgeband. Ob der wohl kommt? Immerhin fehlen noch zwei Jahreszeiten und so eine Epoche will doch erzählt werden.

Wenn es Frühling wird in Wien, ist wieder ganz toll beschrieben und man fühlt sich wie das Mäuschen unter den Dielen, überall darf man seine Nase hinein stecken und beobachten. Es spiegelt wieder ganz facettenreich die alte Zeit wieder und macht einfach unheimlich Spaß zu entdecken und mitzufiebern. Aber Vorsicht, hier ist alles harmonisch im Einklang abgestimmt und nicht die dramatische Liebesgeschichte, der Leser, der das erwartet, sollte lieber die Finger davon lassen, alle anderen werden einen tollen Spaziergang durch Wien haben. 


Henry und ich lieben dieses nostalgische Flair und so vergeben wir die vollen Bücherpunkte:

__________________________________________________________________________
  
Über die Autorin:


PETRA HARTLIEB wurde 1967 in München geboren und ist in Oberösterreich aufgewachsen. Sie studierte Psychologie und Geschichte und arbeitete danach als Pressereferentin und Literaturkritikerin in Wien und Hamburg. 2004 übernahm sie eine Wiener Traditionsbuch- handlung, vormals »Buchhandlung Friedrich Stock« im Stadtteil Währing. Sie heißt heute »Hartliebs Bücher«. Davon erzählt ihr 2014 bei DuMont erschienener Bestseller ›Meine wundervolle Buchhandlung‹. In ›Wenn es Frühling wird in Wien‹ spielt diese Buchhandlung erneut eine zentrale Rolle.

Quelle: Dumont Verlag


Wien-Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Petra-Hartlieb/Ein-Winter-in-Wien_lid_29483538.html?storeID=barbers

1. Teil I Rezension


Vielen lieben Dank an den Dumont Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Freitag, 16. Februar 2018

Lesung mit Melanie Raabe

Hallo meine Lieben,

wenn man die Gelegenheit bekommt, in der Nähe eine Lesung mit tollem Autor zu sehen, dann sollte man diese Chance ergreifen. So erging es uns, durch die liebe Anja (Der Bücherblog) haben wir erfahren, dass die wunderbare Melanie Raabe in der Viersener Stadtbibliothek lesen wird und sofort Karten geordert. Wir hatten zwar schon zu diesem Thriller die Wohnzimmerlesung (diesmal ohne Bericht) mitgemacht, aber diese Frau kann man auch ein zweites oder sogar drittes Mal hören. So stieg langsam die Vorfreude und dann war der 10. November 2017 da und wir fuhren zum Stadtbummel mit anschließenden Essen und Lesung nach Viersen. Perfekter Wochenendstart, jawohl.

Ich hatte den Wein!

Wir hatten direkt Plätze in der ersten Reihe und es war wieder eine richtig schöne Runde und ich muss sagen, die Bibliothek gibt sich immer richtig Mühe. Nachdem alle einen Stuhl gefunden hatten, kam auch die Autorin und nicht nur wir hatten uns über das Wiedersehen total gefreut, nein, auch Melanie hatte uns erkannt und übers ganze Gesicht gestrahlt, ach, wie toll. Total süß fand ich auch die Begrüßung der Mitarbeiterin, die ganz schüchtern meinte: Wir waren ja so erfreut, dass sie, Frau Raabe überhaupt zugesagt haben. Und da kommt dieser Charme und die Sympathie von Melanie total durch, sie sagte, nein, danke das sie mich eingeladen haben, Lesungen sind für mich das absolut Beste überhaupt. Schreiben ist nämlich ein einsamer Beruf und außerdem musste ich ganz viele Bücher schreiben, um mit einem Erfolg zu haben. Und das überraschte unglaublich viele, der Werdegang eines Schriftstellers. Melanie erzählte, dass sie ein Buch geschrieben hatte und dieses leider abgelehnt wurde. Etwas ernüchtert, aber trotzdem noch voller Tatendrang schrieb sie das Zweite, aber auch hier sollte es einfach nicht klappen. Das Dritte führte in einer Schöpfungskrise, aber an Aufgeben war nicht zu denken und so wurde das Vierte geschrieben. Allerdings blieb hier auch der Erfolg aus und so überlegte Melanie was wird eigentlich gern gelesen und kam so auf Thriller, aber keine blutigen, sondern eher das Spiel mit der Psyche und so nahm sie an einem Kurzgeschichten Wettbewerb teil und diesen gewann sie und der Weg für "Die Falle" war geebnet. Aber wir waren ja nicht für ihren veröffentlichten Erstling da, sondern schon für ihren Zweiten, nämlich diesen:


https://www.genialokal.de/Produkt/Melanie-Raabe/DIE-WAHRHEIT_lid_29702068.html?storeID=barbers

Autorin: Melanie Raabe I Verlag: btb I Inhalt I Broschiert: 16,00 € I Rezension


Melanie und die Bühne

Nach der zauberhaften Einleitung und der Erkenntnis, dass man für Träume hart kämpfen muss, ging es dann zum Buch. Ich hatte es ja direkt gelesen und mochte es genauso gern, wie ihr Debüt. Aber wer es noch nicht kennt, kann sich dann den Sog und der Gänsehaut, wenn Melanie liest, nicht entziehen. Sie kann perfekt vorlesen, die Pausen genau auf den Punkt bringen und einen einfach herrlich in die Geschichte einweben und dann muss man das Buch einfach lesen. Einfach STARK! Über die Passagen mag ich gar nichts groß verraten, dafür müsst ihr das Buch einfach lesen. Aber interessant ist es, wenn sie aus dem Nähkästchen erzählt, wie sie mit Kollegen zusammenliest und welche Stellen diese vorlesen würden und genau solch eine Stelle, hat sie sich diesmal für uns ausgesucht. Wie immer verrauscht die Zeit wie im Fluge und schon war der Leseteil vorbei und die Fragen standen an.

Toller Abend!

Bei den Fragen ist mir noch hängen geblieben, warum sie ihre Bücher vor der Falle nicht aufarbeitet und auf den Markt bringt. Das machte sie ein bisschen grüblerisch, aber sie möchte lieber statt Altes zu veröffentlichen, Neues schreiben, entdecken, in die Welt hinaus lassen und so eine Schreibtischschublade sei doch recht geduldig. Auch die Frage, warum sie ihre Bücher nicht selber einliest war gefallen. Dazu meinte Melanie, dass sie das doch ganz gern den Profis überlässt, aber fasst hätte es bei der Wahrheit mit einem Kurzauftritt geklappt, allerdings wirft die Autorin doch ganz gerne am Ende einer Geschichte nochmals alles um und so hatte sie ihren Part gestrichen. Tja, diese Schreiberlinge. Natürlich wurde auch die Frage nach den Ideen gestellt, während es bei der Falle ein konkretes Gespräch gab, war es bei der Wahrheit ein schleichender Prozess, der wohl mit ihren Reisen zusammenhängt und sie auf dem Bahnhof Menschen beobachtet hat und sich dachte, welche Geschichten könnten da passieren. Und noch einige Fragen mehr .... Aber das wollt ihr doch gar nicht alles lesen, ihr wollt zu einer Lesung, oder nicht?

Für uns war es ein absolut gelungener Abend und ich freu mich schon aufs nächste Buch und auf die nächste Lesung. Denn Lesungen sind die Rockpartys der Buchbranche! Man lernt ja nie aus, aber auf diese Highlights freue ich mich immer. Vielen lieben Dank an die Mitarbeiter von der Stadtbibliothek Viersen für den Einsatz und den netten Empfang. Und natürlich ein dickes Dankeschön an Melanie, du rockst einfach die Bühne und es ist einfach so eine Freude, dich dort live erleben zu dürfen. Bis zum nächsten Mal!

Das war es schon wieder von uns. Ich hoffe, der kleine Einblick hat euch gefallen und macht euch Lust auf eine Lesung vielleicht? Mich würde es freuen. Habt ihr Melanie Raabe schon live erlebt? Kennt ihr ihre Bücher? Und seit ihr auch schon so gespannt auf ihr neustes Werk? UNGEDULD!!!

Ganz liebe Grüße
Eure, sich auf den nächsten Schauplatz von Melanies Thriller freuende, Sharon

Mittwoch, 14. Februar 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherhochstapler,

dieses Buch ist mir schon auf der Frankfurter Buchmesse, in Form eines Plakates aufgefallen, aber über das Buch an sich konnte ich zuerst nix finden. Nun hatte ich es wieder entdeckt und bin immer noch ziemlich angetan. Das Cover ist wunderschön und die Zahlen sprechen auch für sich, das muss man sich mal vorstellen 900.000 Stück an nur sechs Tagen verkauft, eine unglaubliche Vorstellung. Außerdem hat der Autor 10 Jahre daran geschrieben und fast sein Leben dafür geopfert, wenn das kein Grund ist, sich dieses Buch genauer anzuschauen, dann weiß ich auch nicht. Also hier ist es:


64
Verlag: Atrium
Erscheinungsdatum: 09.03.2018

Im Januar 1989 wird in Tokio ein siebenjähriges Mädchen entführt. Fünf lange Tage versuchen die verzweifelten Eltern alles, um die Forderungen des Entführers zu erfüllen. Doch alle Bemühungen sind vergebens. Der Entführer entkommt unerkannt mit dem Lösegeld, kurz darauf wird die Leiche des Mädchens gefunden. Die Ermittlungen der Polizei laufen ins Leere. Der Fall geht unter dem Aktenzeichen 64 als ungelöstes Drama in die Kriminalgeschichte Japans ein. Vierzehn Jahre später verschwindet die Tochter von Yoshinobu Mikami, dem Pressesprecher eines kleinen Polizeireviers. Mikami, selbst Gefangener eines übermächtigen Verwaltungsapparats, stößt kurz darauf auf ein geheimes Memo zu Fall 64. Getrieben von einer dunklen Ahnung beginnt er, auf eigene Faust zu ermitteln – und öffnet eine Tür, die besser für immer verschlossen geblieben wäre.


Ich habe ja eine Schwäche für dieses Land und finde die Mischung aus Tradition und Moderne äußerst faszinierend. Irgendwann möchte ich dorthin reisen und mir die Kultur und die Fremde ganz von nahen ansehen. Träume muss man sich ja bewahren, oder? Aber dafür hat man ja Bücher, man kann gemütlich von zu Hause dahin reisen und diese Reise klingt doch nach spannender Herkunft. Was hat dieser Fall mit der Nr. 64 nur zu verbergen? Wieso ist dieser Thriller so gehypt? Und hoffentlich ist das Buch seinen hohen Preis wert? Aber ich denke schon und muss es einfach haben.

Ganz liebe Grüße
Eure, ein Meer aus Kirschblüten sehen wollende, Sharon

Montag, 12. Februar 2018

BÜCHERPOST im Januar ...

Hallo meine Bücherhasen,

und schwuppdiwupp ist auch schon der Januar rum, man geht das immer schnell. Leute, in 11 Monaten ist schon wieder Weihnachten ...lach... aber bis dahin, kommen ja noch viele schöne Bücher. Natürlich sind im Januar viele tolle Bücher eingezogen. Nun gut, ich muss sagen, für dieses Jahr habe ich mir ein monatliches Limit gesetzt und ich habe es gesprengt, das ärgert mich ein bisschen, aber dann wird es im Februar eben wieder in Angriff genommen. Aber kommen wir nun zu meinen Bücherschätzen, die wollen wir doch bestaunen, also los:

Da hat der Kater Platz und will trotzdem so posen! tztzzz

 
Was für ein toller Stapel, mein Herz hüpft und ist er farblich nicht toll abgestimmt. "Totenweg" endlich ein neues Buch von Romy Fölck, was habe ich lange gewartet und jetzt freu ich mich wie verrückt, das wird sofort angefangen. "Die erstaunliche Familie Telemachus" kam überraschend und unerwartet hier an, aber man die Familie klingt besonders und ich habe wirklich richtig Lust darauf. "Fräulein Hedy träumt vom Fliegen" ist meine Lesungsausbeute vom wunderbaren Andreas Izquierdo. Ich habe schon ganz viel begeisterte Stimmen gehört und freu mich schon sehr auf die Lektüre. "Wenn es Frühling wird in Wien" geht es weiter mit Marie, Oskar und denn zauberhaftem Wien. Ich habe es auch schon verschlungen und es wieder richtig lieb gewonnen. (Rezension folgt)


 
Und noch ein schöner farblicher Stapel, momentan ist gelb wohl voll in. "Die letzten Meter bis zum Friedhof" ist ein ziemlich gelungener Roman, der mir genießerische Lesestunden bereitet hat, das war genau mein Humor. (Rezension) "Die Lichter unter uns" war auch ganz überraschend in meinem Briefkasten und es geht im April nach Sizilien. Oh, ich mag Sonne, Italien und Urlaub, jetzt muss nur noch der Rest überzeugen. "Rattatatam, mein Herz" war auch eine Empfehlung vom Verlag und es ist wirklich ein tolles Buch, scharfsinnig und zynisch geschrieben, mit einem Thema unserer Zeit. (Rezension)

 
Natürlich gibt es auch einen Buchhändlerstapel und der kommt jetzt. "Die Ermordung des Commendatore 01" ist der Neue Murakami und ihr werdet Lachen, aber der Mann wollte dieses Buch unbedingt haben. Übrigens hat er auch schon den zweiten Band vorbestellt. Unglaublich! "Woman in Cabin 10" verfolgt mich überallhin und dann kommt auch noch Julia aus der Buchhandlung, und wenn sie sagt, es ist gut, ist es gut und ich musste es haben. Immer tödlich, wenn sie da ist, aber auch ein wunderbarer Austausch. "Tipps für die Wildnis" ist der klassen Ehefrau vom Buchhändler zu verdanken. Sie hat so begeistert von diesen Kurzgeschichten erzählt, dass ich auch so neugierig wurde. Schlimm und so schön, dieser Buchladen! "Angelfall" hatte ich vorbestellt, denn ich muss wissen, wie die Trilogie endet.

 
"Mischling" ist mein Gewinn aus Petzis Instagram Adventskalender und ich bin total herumgehüpft, als ich davon gehört habe. Freude pur! Ein ziemlich schlimmes Thema, aber ich habe schon einiges gutes vom Buch gehört. "Der vorletzte Samurai" ist die Entdeckungsreise vom Dennis Gastmann in Japan und auf seine Erlebnisse freu ich mich auch schon sehr. Es klingt so vielversprechend. "Nikotin" ist ein humoristischer Blick auf die amerikanische Gesellschaft und ja, das mag ich lesen. Ehrlich gesagt bin ich ein Fan von Büchern mit bösen Seitenhieben. Ihr auch?
 
 
Und noch ein schöner abgestimmter Stapel. "Die Mitte der Welt" hat ja ein unglaublich schönes Cover und ist eine Jubiläumsausgabe. Die Geschichte ist schon 20 Jahre alt und war sogar 2016 im Kino, das Thema scheint also an Aktualität nicht verloren zu haben. Kennt es einer von euch? Ich bin gespannt. "Jenseits des Meeres" ist wieder ein Königskind mehr in meinem Regal und somit fehlen mir nur noch zwei. YES! "Zeitreise mit Hamster" hat so viele begeisterte Stimmen bekommen, dass sogar ich jetzt diesen Hamster kennenlernen möchte. "Was du niemals tun solltest, wenn du unsichtbar bist" ist dieses Jahr vom Autor erschienen und ich lobe mir diese hübsche Buchgestaltung, der Buchschnitt ist ein Traum. Nun ist die Frage, mit welchem fange ich an?


Nun habt ihr meine Januar Ausbeute gesehen und sind das nicht tolle Bücherschätze. Dieser wilde und bunte Mix wollte hier unbedingt einziehen und ist herzlich willkommen. Mich freut ganz besonders, dass ich schon drei Bücher davon gelesen habe und so kann es bitte weitergehen. Der Februar soll bitte noch übersichtlicher werden, denn dann wäre ich noch glücklicher ...hihi... obwohl ich mag viele Bücher. Wie sah denn euer Januar aus? Ist eins meiner Bücher vielleicht auch bei euch eingezogen? Und welches möchtet ihr am liebsten sofort lesen? Ach, ich liebe Bücher.

Ganz liebe Grüße
Eure, sich nun einen Tee machen gehende, Sharon

Freitag, 9. Februar 2018

Rezension: Leigh Bardugo * Wonder Woman: Kriegerin der Amazonen


Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: dtv
ISBN-13: 
978-3423761970
Preis: 18,95 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: Februar 2018

Übersetzer: Anja Galič 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Diana ist die Tochter der Amazonenkönigin und möchte eigentlich nur eins, sich beweisen, dazugehören und endlich ihren Platz unter ihren Schwestern einnehmen. Somit nimmt sie am Rennen teil, um als schnellste Läuferin zu gewinnen. Allerdings lässt sie sich ablenken und sieht, wie ein Schiff untergeht. Es ist verboten die Insel zu verlassen, oder jemanden zu retten, aber Diana kann es nicht über sich bringen, Menschen ertrinken zu sehen. Was sie nicht ahnt, sie bringt das Unglück ans Land. Die Amazonen werden krank, Erdbeben erschüttern die Insel und das Orakel eröffnet Diana, was sie getan hat und was sie tun soll. Diana ist aber eine Kämpferin und will die Insel retten und Alia, das Mädchen was sie gerettet hat von ihrem Fluch befreien. So machen sich die beiden auf dem Weg in die Welt der Sterblichen. Kann Diana den anbahnenden Krieg aufhalten? Wird sie die Insel retten? Und kann sie sich ihren Wunsch auch erfühlen?

Meinung:
Momentan erleben ja alle Comichelden ein Wiederaufleben, und zwar nicht nur in der Filmbranche, nein, auch die Buchbranche zieht nach. Das heißt, dass namenhafte Autoren sich einer Figur annehmen und ein neu interpretiertes Abenteuer erzählen, bevor sie dann richtig in Erscheinung treten. Den Auftakt dazu macht keine andere, als Wonder Woman und hier hat sich Leight Bardugo der Figur angenommen und gezaubert. Ob sie mich damit überzeugen konnte, erzähle ich euch jetzt.

Vorab vielleicht noch ein kleiner Einschwenker, ich liebe viele Comichelden, aber Wonder Woman war mir bis jetzt immer verborgen geblieben. Also bin ich ahnungslos an die Sache ran. Dass sich die Amazonenkönigin ein Kind gewünscht hat, verständlich, aber das sie aus Lehm ein Baby formt und die Götter dieses dann zum Leben erwecken, war mir nicht klar, aber das erklärte Dianas Wille sich zu beweisen, denn sonst kommen nur auserwählte heldenhafte Kriegerinnen auf diese besondere Insel. Und so steigen wir ein, Diana will sich einfach beweisen, ihren Platz finden.

So erzählen die ersten Kapitel von Dianas Welt und ihren Wünschen, den Stand, den sie unter den Frauen hat und wie gern sie doch nach größeren greifen möchte. Aber auch das sie ihren eigenen Kopf hat und sich nicht immer an die Regeln hält, aber mal ehrlich wer lernt schon vom Leben, wenn er immer brav ist. Dianas Chance kommt, dann auch schon direkt in Form von Alia angerauscht und ab da wurde es für mich nicht richtig rund. Alia ist eine Kriegsbringerin und dafür auserkoren, Zwietracht zu säen und die Menschen in ihrer Umgebung Unglück zu bringen, wenn sie dann ein bestimmtes Alter erreicht hat, ist der nächste große Krieg nicht mehr aufzuhalten. Und natürlich steigt hier unsere Heldin ein, da sie alle retten will, denn das ist doch mehr als ehrenvoll und heldenhaft.

Buh, ich weiß gar nicht so recht, wie ich in Worte fassen soll, was mir nicht so zugesagt hat. Irgendwie bin ich dem Irrglaube aufgesessen, dass es sich um ein all age Buch handeln würde, aber die Angabe vom Verlag ist ab 13 Jahre (bei Onlineshops sogar ab 10 Jahre), das erklärt, warum mir einige Figuren zu kindisch daher kommen, allerdings finde ich es für das Alter auch bei einigen Szenen extrem brutal. Im Großen und Ganzen wirkte die Mischung einfach nicht stimmig auf mich und so zog sich das leider durchs ganze Buch. Dann fand ich die ganze Kriegsbringerin Thematik ein bisschen unwirklich, gab es wirklich nichts anderes in der Mythologie, was besser gepasst hätte. Ich weiß ja, dass sich Autoren unglaublich viel Mühe geben, aber mir sind schon bessere Geschichten über Helden und die Neuzeit begegnet und das von dieser tollen Autorin. Auch das Ende war mir einfach zu unglaubwürdig, überschlagen, es fühlte sich einfach nicht richtig an. Ich glaube, meine Erwartungen waren einfach zu übergroß, um erfühlt zu werden.

Allerdings haben mir unglaublich gut, Diana und New York gefallen, diese Amazone in einer Großstadt, dann ihre höfliche Art und ihre gewählte Ausdrucksweise, gegenüber den modernen Kids. Da gab es schon die eine oder andere erfrischende Szene. Ansonsten ließ Wonder Woman gut die Muskeln spielen und sah umwerfend aus. Auch die Nebenfiguren hatten ihren großen Auftritt, obwohl ich hier auch sagen muss, einige Sprüche weniger, wären wohltuend gewesen und manche Entwicklung weniger dick aufgetragen, hätte das Ganze vielleicht besser gemacht.

Das war also Wonder Womans Auftritt, leider nicht ganz so erstrahlend wie gewünscht, aber auch sie muss ja erst noch in ihre Rolle, einer Superheldin wachsen. Ein guter Auftakt, der aber nicht ganz meine Erwartung erfüllen konnte und eine Leigh Bardugo, die ihren Potenzial nicht ganz ausgeschöpft hat. Aber als Nächstes kommt Batman und den Kerl mochte ich immer schon, mein Heldenkostüm wird also nicht weggepackt.
 
Henry und ich fanden die Geschichte nicht ganz überzeugend und so gibt es drei Bücherpunkte:

__________________________________________________________________________
  
Über die Autorin:


Leigh Bardugo ist in Jerusalem geboren, wuchs in Los Angeles auf, studierte in Yale und lebt in Hollywood. Ihre „Grisha“-Trilogie war ein weltweiter Bestseller und wird derzeit verfilmt.

Quelle: dtv Verlag


Vielen lieben Dank an den dtv Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Mittwoch, 7. Februar 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherentdecker,

es gibt ja so Bücher, die Wecken Erinnerungen und man denkt, hey, das kenne ich doch von da und da her und dann überraschen sie einen mittendrin. So erging es mir beim Lesen des nachfolgenden Klappentextes. Erst hat es mich total an den Breakfast Club erinnert, einen superklasse Film, der immer noch total aktuell ist und einfach herrlich umgesetzt, absolut Kult. Tja und da dachte ich, da will jemand auf diesen Zug springen und dann kam die überraschende Wende und ich bin mehr als nur neugierig geworden. Also schaut doch mal hier:


One of us is lying
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 26.02.2018

An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv...


Wer von euch kennt den Breakfast Club? Wem hat es auch sofort daran erinnert? Und wer hat das Buch auch auf dem Bildschirm? Also ich bin ja gespannt auf das Superhirn, die Homecoming-Queen, den Drogendealer, den Sportler und auf Simon. Welche dunklen Geheimnisse sie wohl alle verbergen, ist das nicht spannend! Allerdings ist es auch ein gehyptes Buch, da es schon ein New York Times Besteller ist, aber man muss sich ja immer selber überzeugen. 

Ganz liebe Grüße
Eure, don't you forget about me trällernde, Sharon

Montag, 5. Februar 2018

Rezension: Antti Tuomainen * Die letzten Meter bis zum Friedhof

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Rowohlt  
ISBN-13:
978-3498065522
Preis: 19,95 EUR
E-Book: 16,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Januar 2018

Übersetzer: Niina Katariina Wagner und Jan Costin Wagner




Inhalt:
Jaako sitzt beim Arzt und hofft nun endlich Klarheit zu erlangen, warum es ihn in letzter Zeit so schlecht geht. In der Hoffnung, dass es sich nur um einen kleinen Infekt handelt, wird er eines besseren belehrt. Er wurde über längere Zeit hinweg vergiftet und es gibt keine Heilung mehr, Jaako wird bald sterben. So hatte sich der Patient das nicht vorgestellt, völlig überrumpelt möchte er, bevor er sich für weitere gesundheitliche Maßnahmen entscheidet, mit seiner Frau sprechen und da wartet die nächste böse Überraschung des Tages auf hin. Er wird Zeuge, wie seine Gattin mit den jungen, knackigen Angestellten ihrer gemeinsamen Firma, Ehebruch begeht. Und da ja alle guten Dinge drei sind, wird an diesem Tag auch noch die Konkurrenzfirma mehr in Erscheinung treten, als Jaako lieb ist. Nun muss er überdenken, wie er die letzte Zeit, seines Lebens verbringen möchte und da gibt es folgende Punkte: Wer will ihn umbringen? Wie kann er die Konkurrenz unschädlich machen? Und was macht er mit seiner untreuen Frau?

Meinung:
Ich bin kein großer Freund von skandinavischen Autoren, die haben immer so was tief Bedrückendes und alle Romanhelden müssen sich mit irgendwelchen großen Problemen herumschlagen. Da überraschte mich diese Konstellation schon sehr und meine Neugier war entflammt. Wie würde der Finne die Geschichte angehen und hält der Titel, was er verspricht? Ach, ich verrate es sofort, ich bin sehr angetan und wieso, erzähle ich jetzt.

Jaako ist ein absoluter Durchschnittstyp und hat es sich in seinem Leben richtig bequem gemacht. Er liebt gutes Essen, was man ihm auch ansieht, lässt seine Firma laufen und arbeitet sich nicht tot. Mit seiner Ehefrau hat er eine Firma gegründet, die mit Matsutake-Pilzen handelt und die in Japan heiß begehrt sind. Und dann kommt der große Knall, alles an einem Tag, Tod, Ehebruch und die Firma steht auf der Kippe. So muss sich Jaako aus seiner Komfortzone hinaus begeben und das sorgt für einigen Wirbel in seiner Umgebung. Aus einem bequemen Menschen wird jemand der seine Mitmenschen überrascht und das nicht immer zum Besten.

Erstaunlich, wie diese doch recht schwere Kost erzählt wird. Jaako lässt sich durch dieses vernichtende Urteil nicht unterkriegen, sein Letzter Wille ist es, den Schuldigen zu finden, seine Firma zu retten und seine Ehefrau, naja, das wird sich ergeben. So sieht er seine Umgebung mit ganz anderen Augen, nimmt Dinge anders war und hat ein neues Ziel. Und der Leser ist bei ihm hautnah dabei, wir hören die Diagnose, wir erleben die Gartenaktivität mit und wir durchsuchen die Büroräume der Konkurrenz. Dass diese, sich das nicht gefallen lässt, kommt post wendend und mit was für einer Ansage, da spürt man sofort, da stimmt was nicht. Aber mehr müsst ihr selber lesen.

Antti Tuomainen kann hervorragend erzählen, er lässt uns diesen mittelmäßigen Typen direkt ans Herz wachsen, denn sind wir nicht alle irgendwie er. Wir trudeln im ersten Moment durch sein Leben und dabei verwendet der Autor einen Humor, der einfach genial ist und diese Geschichte zum größten Vergnügen macht. Tja, Jakkos Geschichte fängt nämlich erst richtig an, sie läuft sich warm und nimmt an Verwicklungen Fahrt auf und bekommt auch eine bizarre und skurrile Note. Mit jedem weiteren Schritt tappt er in Situationen, die unerwartet und manchmal richtig böse sind. Ich muss gestehen, ich fand diese realistische Sicht und doch diese vielen kleinem Augenzwinkern unglaublich gelungen, man klebt förmlich an den Seiten und möchte wissen, wie trickst er den Tod aus, oder wie bekommt seine Frau ihr Fett weg und was ist mit der Konkurrenz, die sich immer mehr selber außer Gefecht setzt. Unglaubliche Entwicklungen tun sich auf und das Lesevergnügen bricht nicht ab. Neben dem unglaublichen Spaß hatte ich gleichzeitig spannende Lesestunden, aber auch den einen oder anderen nachdenklichen Moment, eine ziemlich gute Mischung.

Die letzten Meter bis zum Friedhof ist großartig erzählt, zwischen Krimi und Drama hin und herschwankend und keinen einzigen Moment aus den Händen zu legen. Antti Tuomainen ist ein starker Erzähler und ein Finne mit genialem Humor, den man im Auge behalten sollte. Ich muss sagen, ihr müsst es lesen.
 
Henry und ich hatten ein Buch genau nach unseren Geschmack in den Händen und vergeben die vollen Bücherpunkte:
 
__________________________________________________________________________
  
Über den Autor:


Antti Tuomainen, Jahrgang 1971, ist einer der angesehensten und erfolgreichsten finnischen Schriftsteller. Er wurde u.a. mit dem Clue Award, dem Finnischen Krimipreis ausgezeichnet, seine Romane erscheinen in über 25 Ländern. Antti Tuomainen lebt mit seiner Frau in Helsinki.

Quelle: Rowohlt Verlag

Vielen lieben Dank an den Rowohlt Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Freitag, 2. Februar 2018

Rezension: Andreas Pflüger * Endgültig


Gebundene Ausgabe: 459 Seiten
Verlag: Suhrkamp
ISBN-13:
978-3518425213
Preis: 19,95 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 1. Teil 
Erscheinungsdatum: März 2016




Inhalt:
Jenny Aaron war die erste Frau in einer international operierenden Eliteeinheit der Polizei, hochgeschätzt und absolut erfolgreich. Aber ein Einsatz ging schief, und zwar der in Barcelona. Seit diesem Tag ist Aaron nicht mehr dieselbe, von Selbstzweifel geplagt und ihres Augenlichts beraubt. Nach fünf Jahren soll sie nach Berlin zurückkehren, um bei einem Mordfall mitzuhelfen. Der Gefangene hat seine Psychologin getötet, und da Aaron ihn damals hinter Gitter gebracht hat, will er auch nur mit ihr sprechen. Da sie nun als Verhörspezialistin bei der Polizei tätig ist, übernimmt sie den Fall und kehrt in ihre Vergangenheit zurück. Um dort festzustellen, dass sie nur auf die Spitze des Eisberges trifft und noch etwas viel Schlimmeres auf sie lauert. Ist Jenny Aaron bereit für ihr Leben zu kämpfen? Welche Gefahr lauert ihr auf? Und welche Geister der Vergangenheit werden sie einholen?

Meinung:
Diese Geschichte hat mir der Zufall gebracht, und zwar ein Besuch in der Lieblingsbuchhandlung. Der Mann hat sich für Operation Rubikon interessiert und mir viel der gelbe Buchschnitt ins Auge und so nahm ich das Buch in die Hand und der Inhalt klang extrem vielversprechend. Eine blinde Polizistin und dann noch mitten in den Ermittlungen und voll im Einsatz. Wie soll das gehen? War direkt meine umherkreisende Frage im Kopf, und so musste ich es einfach haben. Ob „Endgültig“ meine Erwartungen erfüllt hat, erzähle ich euch nun.

Wir steigen direkt in den Barcelona Auftrag ein und erleben Aaron und das Team im Einsatz und wie alles in einer Katastrophe endete und ihr Leben nicht mehr so ist, wie es mal war. Danach sitzen wir im Flieger, mit einer blinden Frau, die sich Sorgen macht, was auf sie zukommen wird. Schnell steigen wir direkt ins Geschehen ein, rasant geht es direkt zum Täter und erstaunt ist man über deren Fähigkeiten, die Aaron sich als Blinde angeeignet hat. Hilflos ist definitiv hier nicht der Fall. So mischt sich unter die Geschichte nicht nur das Verhör eines Tatverdächtigen, sondern auch diese Polizistin. Man hängt förmlich an den Seiten, weil man wissen möchte, wie kann sie das, warum zerfleischt sie sich innerlich, was ist damals passiert. Und nur Stück für Stück mit kleinen Rückblenden bekommen wir das große Ganze zu erkennen und zu spüren.

Ich war von der ersten Seite an so gebannt, gefesselt und über die Erzählweise total erfreut. Allerdings fürchte ich, dass ich meine Begeisterung nicht ansatzweise so in Worte fassen kann, wie ich gerne möchte. Jenny Aaron, die immer nur mit ihren Nachnamen angesprochen wird, ist absolut faszinierend. Eine junge Frau, die schon als kleines Mädchen ihren Vater nacheifern wollte, eine Legende seines Faches und riesige Fußstapfen für die Tochter. Aber sie ist ein absolutes Naturtalent in ihrem Beruf und dabei extrem ehrgeizig, willensstark, unerbittlich und hat den siebten Sinn in sich. Natürlich macht sie das auch zur Einzelgängerin, mit Fremden kann sie über ihren Beruf nicht reden und mit ihren Eltern ist es auch nicht leicht. Selbst ihre Beziehung zu einem Kollegen ist alles andere als unkompliziert. So muss sie immer ihren eigenen Mann stehen und stark sein. Ihr Ehrgeiz sorgt dafür, dass sie alles unternimmt, um nicht als Blinde durchzugehen und ob das alles so möglich ist, setzt einen wahrlich in Erstaunen. Ich fand es super, das der Autor in seiner Danksagung darauf nämlich eingeht und ich bin wirklich überrascht, was alles so machbar ist. Mehr mag ich eigentlich gar nicht verraten, denn ihr müsst es einfach selber lesen.

Andreas Pflüger hat einen unglaublich starken Thriller geschrieben, der perfekt harmoniert und verdammt gut unterhält. Dabei hält er die Spannungskurve ziemlich hoch und entwickelt geschickt seine Geschichte. Durch die Wahl seiner einzigartigen Ermittlerin und den gut konstruierten Fall ist dieser Auftakt ein wahrer Pageturner. Packend, überraschend und bildgewaltig, ein Buch wie ein Blockbuster.

Endgültig ist ein hervorragender Thriller, stark in der Erzählweise, spannende Charaktere und eine schlüssige Handlung, die einen einfach temporeich durch die Seiten führt und in diese bannt, bis zum Schluss. Teil zwei ich bin unterwegs zu dir.
 
Henry und ich fanden diesen Thriller hervorragend, extra klasse und deshalb gibt es die vollen Bücherpunkte:

___________________________________________________________________________
  
Über den Autor:


Andreas Pflüger wurde 1957 in Thüringen geboren. Er wuchs im Saarland auf und lebt seit vielen Jahren in Berlin. Zu seinen Werken gehören Theaterstücke, Drehbücher für Kino- und Fernsehfilme, Hörspiele und Romane. Niemals ist der zweite Band seiner Trilogie um die blinde Polizistin Jenny Aaron. 

Quelle: Suhrkamp Verlag 

Jenny Aaron Trilogie:

https://www.genialokal.de/Produkt/Andreas-Pflueger/Niemals_lid_32767235.html?storeID=barbers

 2. Teil