Donnerstag, 14. Juli 2016

Rezension: Marie-Sabine Roger * Die Küche ist zum Tanzen da


Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Atlantik
ISBN-13:
978-3455600285  
Preis: 18,00 EUR
E-Book: 13,99 EUR
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: April 2016
Übersetzer: Claudia Kalscheuer 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Ist man zu alt für das Glück? Kann man sich das Leben nicht schön machen, egal, in welchen Lebensabschnitt man sich befindet? Hier gibt es eine ganze Fülle an Kurzgeschichten, von einer älteren Dame mit ihrem Leonard, von einem Kätzchen, was ein Leben umkrempelt, oder einer Frau, die durch eine Gartentür ganz andere Perspektiven bekommt. Hier gibt es viele kleine Alltagsgeschichten, viele verschiedene Persönlichkeiten und jeder mit seinem Päckchen am Leben und doch, scheint auch die Sonne durch ihr Leben und erzählen uns was über Glück, Freundschaft, den besonderen Augenblick und natürlich, auch über die Liebe.

Meinung:
Das ist nicht mein erstes Buch von Marie-Sabine Roger und wird mit Sicherheit, auch nicht mein Letztes sein, aber so ein Kurzgeschichtenbuch ist ja immer noch was anderes, als ein Roman. Dieses kleine, aber feine Büchlein überrascht mit abwechslungsreichen und vielschichtigen Erzählungen und lässt den Leser oft überrascht, gerührt und nachdenklich zurück.

So erzählt die Autorin von unterschiedlichen Figuren, unterschiedlichen Lebensrichtungen und überrascht uns doch oft am Ende. Frau Roger hat nämlich ein Talent, ihre Leser ein bisschen an der Nase herumzuführen und so ist nicht immer alles so, wie es auf denn ersten Blick erscheint. Dabei hat sie viel Fingerspitzengefühl und eine gute Beobachtungsgabe was uns Menschen und unseren Alltag anbelangt. Deshalb erkennt man sich oft in irgendwelchen Begebenheiten wieder und fühlt sich entweder ertappt, oder man hofft, dass es einen so nicht trifft. So nimmt sie unterschiedliche Schicksale auf, aber meistens geht es um Einsamkeit, der Suche nach dem richtigen Platz im Leben und den perfekten Moment fürs Glück. Dass dies nicht immer einfach ist und uns oft das Leben einen Streich spielt, spiegelt jede Erzählung wieder.

Dabei erzählt sie locker, meinst fröhlich, humorvoll, sogar ein bisschen frech und überspielt so oft, den eigentlich dramatischen Inhalt. Das lässt sich natürlich so leichter lesen, hat aber am Ende doch auch einen etwas anderen Beigeschmack und lässt einen später gern nochmals darüber grübeln oder einfach beseelt lächeln. Ich fand jeden Einblick absolut gelungen beschrieben und ihre Wahl mehr als interessant. Jede Geschichte widmet sich einen ganz anderen Lebensabschnitt. Dabei zeigt uns die Autorin, dass sie mit einer so kurzen Geschichte viel bewirken kann, sie nimmt uns mit, lässt uns die beherrschenden Emotionen mitfühlen und die Pointe mit erstaunen entgegen fiebern.

Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen, vielleicht immer nur eine Geschichte pro Tag, denn sie haben Nachklang und berühren auf so unterschiedliche Weise. Marie-Sabine Roger zeigt uns, dass das Leben kein leichter Tanz ist, aber dass es auch an uns liegt, welchen Tanz und welche Musik wir selber auflegen, denn wenn das Leben schon schwer ist, müssen wir das ja nicht unbedingt so hinnehmen. Wir können bestimmen, ob wir beschwingt bleiben wollen und das Beste daraus machen, denn Hoffnung, Glück und Liebe findet man tanzend doch leichter.
 
Henry und ich fanden die Geschichten, wie sie das Leben schreibt und vergeben dafür die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin: 

Marie-Sabine Roger wurde 1957 in Bordeaux geboren und lebt heute im Département Charente. Ihre Romane Das Labyrinth der Wörter (2010) und Das Leben ist ein listiger Kater (2014) waren in Frankreich und Deutschland Bestseller. Zuletzt erschien von ihr Heute beginnt der Rest des Lebens (2015).



Vielen lieben Dank an den Atlantik Verlag für dieses Rezensionsexemplar. 


Mittwoch, 13. Juli 2016

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Seitenduftliebhaber,

momentan scheine ich ein Faible für die Wüste zu haben und bei starken weiblichen Hauptfiguren, kann ich sowieso nicht widerstehen und so ist ein Buch auf meiner Wunschliste gelandet. Diesmal ist es auch Mal kein Remake von Tausend und einer Nacht und das verspricht doch schon mal einiges. Aber lest doch mal selbst:
 

Amani - Rebellin des Sandes
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 22.08.2016

Die 16-jährige Scharfschützin Amani will nichts mehr, als Dustwalk, einem Kaff mitten in der Wüste, den Rücken zu kehren. Bei einem Schießwettbewerb, der Amani die Freiheit bringen soll, kreuzt Jin ihren Weg: ein faszinierender Fremder, der von den Schergen des Sultans verfolgt wird. Jin soll zu den Rebellen gehören, die den abtrünnigen Prinzen Ahmed unterstützen. Amani und Jin werden Reisegefährten wider Willen und kämpfen bald ums Überleben – gegen magische Djinn, gegen die Soldaten des Sultans und eine mysteriöse, tödliche Waffe. Unversehens steckt Amani mitten in einer Rebellion, die das Schicksal ihres Landes entscheiden könnte und ihre Gefühle für Jin offenbart …


Momentan boomt ja der Buchmarkt mit orientalisch angehauchten Geschichten, aber Amani hebt sich erstaunlich gut davon ab. Hier herrscht nämlich kein Märchen vor, sondern ein Überlebenskampf der anderen Art. Ich bin auf jeden Fall gespannt und neugierig auf die Umsetzung. Ihr auch? Steht es auf eurer Wunschliste? Wem ist es auch schon ins Auge gesprungen?

Ganz liebe Grüße
Eure, die Sonnencreme einpacken gehende, Sharon

Montag, 11. Juli 2016

Rezension: Bernhard Aichner * Für immer tot


Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: btb 
ISBN-13: 
978-3442713677
Preis: 9,99 EUR
E-Book: 8,99 EUR
Reihe: 2. Teil
 
Erscheinungsdatum: Neuauflage Mai 2016 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
In Max Leben ist Ruhe eingekehrt und er fühlt sich wie angekommen. Er ist fest mit seiner Hanni glücklich und genießt seinen Männerabend mit seinem besten Freund Baroni. Beide trinken Wein und amüsieren sich über den Horrorfilm, der über die Leinwand flimmert. Beim herumalbern und gegenseitig aufziehen bemerken sie ein unbekanntes Handy, und weil der Abend spaßig ist, probieren sie die eingespeicherten Nummern aus und plötzlich steht die Welt Kopf. Bei der letzten Wahl erreicht er Tilda, seine Stiefmutter und diese, sitzt in einer Kiste vergraben irgendwo fest und hat nur dieses Handy als Kontakt zu der Außenwelt. Max will helfen, aber wie? Die Zeit rennt und das Unausweichliche kommt immer mehr auf ihn zu, aber aufgeben gibt es nicht. Soll er es selbst in die Hand nehmen? Wird er sie finden können? Und wird er es in der Zeit schaffen?

Meinung:
Max Broll die Zweite und was für ein zweiter Teil, ich fand diesen sogar noch besser als den Ersten und habe es an einem Stück verschlungen. Absolut spannend, rasant und lässt einen nicht los. Ein typischer Bernhard Aichner und ich liebe einfach diese Art von Geschichten.

Max Broll hat also zu sich selbst gefunden, seine Jugendliebe und sein Leben in Wien für immer begraben und fühlt sich im Jetzt und Hier gefestigt und angekommen. Er hat alles, was er sich wünscht, eine Familie mit Tilda, seiner Stiefmutter, eine wunderbare Beziehung mit seiner Hanni und die beste Männerfreundschaft mit Baroni, den Ex-Profifußballer. Er macht seinen Job als Totengräber gern, liebt die Ruhe und genießt gern ein Bad in der Sauna zum Leidwesen des ansässigen Geistlichen. Sprich es geht ihn gut, nach der dramatischen Zeit aus dem ersten Band und jetzt nimmt ihn jemand Tilda weg. Max bricht förmlich zusammen, diese Frau hat ihn sein ganzes Leben lang beschützt, ihn gehalten und war immer für ihn da. Die beiden haben schwere Zeiten hinter sich und das hat sie umso mehr zusammengeschweißt. Tilda ist mehr für Max, als nur die Frau seines Vaters, sie hat die Rolle der Mutter und guten Freundin eingenommen. Wenn man sie Max wegnimmt, hat er keine Familie mehr. Also dreht unser Held durch und nimmt es wieder Mal selbst in die Hand.

Bernhard Aichner hat es wieder geschafft und mich an die Seiten gefesselt, man kann diese Geschichte einfach nicht loslassen und muss weiterlesen. Diesmal hat er sich Tilda als Opfer vorgeknöpft, sie ist Kommissarin und hat schon viele Fälle ermittelt und gelöst, aber jetzt holt sie die Vergangenheit ein. Aus den ersten Teil erfahren wir noch nicht so viel über Tilda, außer das sie Max gern mal rückt und doch mit einem Augenzwinkern dabei anlächelt. Sie ist eine starke Persönlichkeit und weiß, wie sie mit ihrer Umwelt umgehen muss und auch für sie, ist Max die einzige Familie, die sie hat. So schreibt Bernhard Aichner die Verzweiflung von den beiden nieder, lässt uns beim Lesen selbst in rasender Unruhe die Seiten umschlagen und den Puls schneller beschleunigen, man verspürt regelrecht den Drang mit zu suchen und zu finden und genau das, macht die Bücher so einzigartig. Man ist einfach in dem Buch mittendrin, leidet, lacht, verzweifelt und ermittelt mit.

Außerdem liebe ich ja seine Dialoge, bissig, spritzig und extrem ausdrucksstark. Er spielt hier wieder ganz klasse mit unseren Gefühlen und vermischt das Zusammenspiel von ausgelassener Heiterkeit, mit dramatischen Wendungen perfekt miteinander. Wir lachen über die zwei Männer, die es nicht lassen können, sich gegenseitig aufs Korn zunehmen und erschauern im nächsten Moment, über die Bösartigkeit der Menschen. Denn nicht nur Tilda kämpft um ihr Überleben, nein, Max muss auch lernen, wie weit er für seine Lieben gehen würde und ob er danach damit leben kann. So locker Bernhard Aichners Bücher auch immer anfangen, so brenzlig an Menschlichkeit enden sie. Großartige Unterhaltung, und ich lese dann Mal weiter mit dem dritten Band.

Henry und ich konnten diese Spannung kaum aushalten und so haben wir die Seiten förmlich inhaliert, dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:

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Über den Autor:   

Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Für seinen Thriller Totenfrau erntete er begeisterte Kritiken, er stand damit sowohl in Österreich als auch in Deutschland auf der Bestsellerliste, der Roman wurde in zwölf Länder verkauft, eine Fernsehserie ist in Vorbereitung.
  
Quelle: btb Verlag

 
Max Broll Reihe:

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  1. Teil: Rezension I 3. Teil I 4. Teil Erscheinungsdatum: 20.07.2016