Mittwoch, 8. November 2017

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherabenteuerer,

ich mag ja Bücher mit guten Figuren und das hier, scheint so eins zu sein. Ein Typ, der allen etwas vormacht, der es meisterhaft beherrscht zu lügen und sich durchs Leben zu mogeln. Das allein finde ich schon spannend, aber anscheinend steckt noch mehr in dieser Geschichte. Aber schaut doch mal hier:

 
Die Hochstapler
Verlag: Penguin
Erscheinungsdatum: 11.12.2017

Seit Paul Morris einen großen Bestseller landete, sind viele Jahre vergangen. Mittlerweile ist das Geld aufgebraucht, und er leidet unter einer Schreibblockade. Doch auf Kosten anderer kommt er ganz angenehm durchs Leben, denn mit einem hatte Paul noch nie Probleme: lügen. Als er seinen alten Schulfreund Andrew Hopkins in dessen Villa besucht, lernt er dort Alice Mackenzie kennen. Die junge Mutter ist verwitwet – und sehr wohlhabend. Alice lädt Paul ein, sie und Andrews Familie in den alljährlichen Urlaub nach Griechenland zu begleiten. Dort, auf Pyros, verschwand vor zehn Jahren ein Mädchen spurlos, und Alice hat nie aufgehört, nach ihr zu suchen. Doch auch Paul war damals auf der Insel …


Na, was meint ihr, klingt es nicht toll? Außerdem finde ich es mutig solch eine Urlaubskulisse im Dezember raus zu bringen? Habt ihr das Buch auch schon entdeckt und steht es auf eurer Wunschliste? Ich mag die Verpackung und den Inhalt und denke es könnte genau mein Buch werden. Hoffentlich ist der Bestseller aus England nicht nur hochgelobt, sondern es auch wirklich wert.

Ganz liebe Grüße
Eure, wieder mal lust auf griechisches Essen habende, Sharon

Montag, 6. November 2017

Rezension: Lian Hearn * Die Legende von Shikanoko: Herrscher der acht Inseln


Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: Sauerländer
ISBN-13:
978-3737354660
Preis: 19,99 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: August 2017
Übersetzer: Sibylle Schmidt




Inhalt:
Kazumaru ist der Sohn eines Fürsten von Kumayama. Als dieser stirbt, übernimmt sein Onkel Sademasa so lange die Regierung, bis Kazu alt genug ist, selbst das Land zu übernehmen. Aber Macht und Neid trachten den jungen Kazumaru nach dem Leben, bei einer Jagd, fällt er von einem Felsen und wird für tot erklärt. Aber er überlebt, und trifft im Schwarzem Wald auf einem Hexer, der im durch Zauberei eine Maske anfertigt, die sein ganzes Leben verändern wird. So wird aus dem einstigen Kazumaru, Shikanoko geboren. Nicht nur Krieger, sondern auch die Magie wird seinen Weg begleiten und dieser wird steinig sein, denn die Zeiten im Reich sind im Umbruch. Der alte Kaiser ist krank und die Machtverhältnisse beginnen sich zu verschieben, Intrigen treten an den Tag und neue Feinde erscheinen im Tageslicht. Die größte böse Macht strahlt der Fürstabt aus und er trachtet nach dem Leben des rechtmäßigen Kaisers. Über Umwege wird auch Shikanoko in dieses Szenario gezogen, aber welche Rolle wird er dabei spielen? Welche Kräfte wird er durch die Maske besitzen? Und kann er den Weg des rechtmässigen Kaisers beeinflussen?

Meinung:
Endlich halte ich ein neues Buch von der Autorin Lian Hearn in den Händen und meine Freude darüber könnte nicht größer sein. Was habe ich damals ihre Otori Sage verschlungen und geliebt. Allerdings war mir da schon unklar, warum dieses Reihe als Jugendbuch erschienen ist, denn diese Autorin hält sich bei Brutalität und Körperlichen nicht zurück, hat aber auch einen poetischen Einfluss. Aber egal, ich bin groß genug und ich war gespannt, wie sie die Geschichte diesmal ansiedeln wird. Ob mich Lian Hearn wieder verzaubern konnte, erzähle ich euch nun.

Ich muss gestehen, der Einstieg ist nicht leicht und man sollte die Geschichte mit einem aufgeräumten Kopf angehen, denn zwischendurch mal kurz in die eigene Gedankenwelt abbiegen, geht hier nicht. Man muss konzentriert bleiben, denn jeder Satz könnte wichtig sein. Aber durch die Karte und das Namensverzeichnis findet man sich recht schnell zurecht und steigt gut ein.

Die Legende von Shikanoko ist in der Welt vom alten Japan angesiedelt und das Schöne ist, es geht magisch, mystisch und fantastisch zu. Denn diesmal ist es nicht nur ein Krieger-Epos, sondern die Magie steht im Vordergrund. Ist das nicht ganz wunderbar, gerade in der Kaiserzeit wurde doch viel mit Magie und Aberglaube gearbeitet, mit Ehrgefühl und Treue, aber auch Intrigen und Macht strecken ihre Arme aus. Und mittendrin ein junger Fürst, dessen vorbestimmen Platz man weggenommen hat, der zum Weg der Magie genötigt wurde und dessen Schicksal vieles beeinflussen und verändern wird.

Shikanoko ist gerade an der Schwelle zum Mann, als ihn die Ereignisse überrollen und so sind seine Charakterzüge noch lange nicht gefestigt. Er neigt zum Übermut und handelt überstürzt, lässt sich zu Dummheiten hinreißen und überfordert ganz gern sein Glück. So ist er noch nicht der Mann, der er mal sein wird, und stolpert am Anfang zuerst über die eigenen Füße. Aber er wächst an seinen Aufgaben und seine Entwicklung ist faszinierend mitzuverfolgen. Aber wie immer bei Lian Hearn, ist nicht nur Shikanoko eine Figur, dessen Lebensverlauf wir verfolgen, nein, es sind viele Begleiter und Schicksale, die wir kennenlernen und dessen Funktion sich erst im Laufe der Geschichte erklären. Dabei werden viele Fäden gesponnen, verwoben und die Komplexität nimmt ihren Lauf.

Diese Autorin schafft es allein mit ihrem Setting zu begeistern und einem in eine andere Welt zu versetzten, dazu trägt mit Sicherheit ihre Art zu erzählen bei. Sehr erwachsen, brutal, düster und absolut atmosphärisch ist ihre Wortwahl und bannt einen förmlich in die Geschichte. Dazu kommt, dass sie viele facettenreiche Figuren schafft und ihre Schicksalswege gut miteinander verstrickt. Dabei hält Lian Hearn das Gleichgewicht extrem gerecht, zwischen Gut und Böse und überfordert ganz gern mal die Nerven ihrer Leser, denn wir sind mit einigen Entwicklungen bestimmt nicht einverstanden, zumindest ich nicht, aber ich kenne das ja schon aus der Otori Reihe und da mussten lieb gewonnene Charaktere auch den Buchseitentod sterben. Aber ich werde hier nichts weiter verraten, dafür ist die Geschichte viel zu komplex und einfach viel mehr wert, wenn man diese selbst entdecken.

Die Legende von Shikanoko hat mir richtig gut gefallen, ein Fantasy Epos von Feinsten, mit dieser wunderbaren asiatischen Welt, wo Farben miteinander spielen und Magie förmlich in der Luft schwebt. Unglaublich toll und atmosphärisch geschrieben und man möchte nach dem Ende unbedingt Teil zwei lesen. Shikanoko ist noch lange nicht aus erzählt.


Henry und ich lieben diese fernöstlichen Abenteuer und vergeben die vollen Bücherpunkte:
 
__________________________________________________________________________
  
Über die Autorin:
 


Lian Hearn wurde 1942 geboren und wuchs in Nigeria und Großbritannien auf. Sie studierte moderne Sprachen und arbeitete anschließend als Filmkritikerin und Redakteurin. Sie ist die Autorin zahlreicher Kinder- und Jugendbücher, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Ein lebenslanges Interesse an Japan und seiner Kultur führte dazu, dass sie Japanisch lernte und das Land unzählige Male bereiste. Lian Hearn lebt heute in Goolwa, Australien.



Die Legende von Shikanoko - Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Lian-Hearn/Die-Legende-von-Shikanoko-02-Fuerst-des-schwarzen-Waldes_lid_33896735.html?storeID=barbers
  
2. Teil I Erscheinungsdatum: 22.02.2018


Vielen lieben Dank an den Sauerländer Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Samstag, 4. November 2017

Lesung mit Daniel Speck

Hallo meine Lieben,

um dieses Buch bin ich schon letztes Jahr herumgeschlichen, dazu kommt noch, dass es meinem Buchhändler gut gefallen hat. Aber irgendwie hat es immer nicht in meinem Einkaufskorb gepasst. Als ich dann jedoch erfahren habe, dass dieser Autor beim Lesefestival "Horizonte" auftritt, haben wir uns sofort Karten geordert. Ganz vorbehaltlos wollten wir uns berauschen und begeistern lassen.

Der Tag war grau und vom Regen bestimmt, man kam kaum aus dem Bett und vor die Tür wollte man auch nicht so gern. Aber wir hatten Karten und so machten wir uns an einem Samstag, den 07.10.2017 um 15:30 Uhr nach Korschenbroich auf.

Dr. Rita Mielke kündigte Daniel Speck an.

Wie immer wurden wir herzlich begrüßt und der Autor meinte auch sofort, dass wir bei dem Wetter genau das richtige machen, nämlich hier vor Ort zu sein. Und damit wir das schmuddel Wetter vergessen, würde er besonders sonnige Stellen aussuchen. 

Aber noch schnell ein bisschen vorgespult, Daniel Speck ist Drehbuchautor und das ziemlich erfolgreich. Er ist ein viel beschäftigter Mann, aber momentan auf Lesereise, am Tag davor, war er in Moers um seinen Roman vorzustellen.

Bella Germania ist sein erster Roman und sollte eigentlich zuerst ein Drehbuch werden, aber der Produzent meinte, ob er nicht mal über ein Buch nach gedacht hätte, da die Geschichte ziemlich komplex ist und filmtechnisch eher ein Mehrteiler werden würde. Tja, der Roman ist geschrieben, mehrere Verlage wollten es haben und nun wird es nächstes Jahr auch den Mehrteiler bei einem öffentlich- rechtlichen Sender geben. Aber schauen wir uns doch das Buch zuerst an:



Autor: Daniel Speck I Verlag: S. Fischer I Inhalt I Taschenbuch: 9,99

Daniel Speck im Element.

Der Autor fing mit der ersten Seite an, wo ein Großvater aus dem Nichts auftaucht und seine Enkelin darum bittet, seine Geschichte erzählen zu dürfen. Und da haben wir es, eine Familiengeschichte, die über mehrere Generationen verläuft und eine Spannbreite deutscher Geschichte aufarbeitet. Ein Land nach dem Krieg, es blüht auf, aber die männlichen Arbeitskräfte fehlen und so kommt es zum Gastarbeiterabkommen. Wir erleben so oft Romane, die uns mit in die Ferne nehmen und uns in die Fremde entführen, aber diesmal ist es unser eigenes Land und wie es auf andere wirkt. 

Die nächste Szene, die uns Herr Speck vorliest, ist die Speisekarte einer sizilianischen Hochzeit, und zwar auf italienisch, au Mann, war das großartig, der Mann spricht fließend Italienisch und allein davon bekam ich Hunger. Zu meiner Schande hat mein Magen auch noch laut geknurrt, wie peinlich. Gott sei Dank las der Autor schnell weiter und ließ die Hochzeit lebendig werden. Natürlich endet sie nicht so harmonisch, wie man es sich für eine Hochzeit wünscht. Denn die Liebe spielt ja öfters, dem Leben einen Streich und so brechen verlorene Träume und Sehnsüchte an den ungünstigen Zeitpunkten auf und wirbelt Gefühle mächtig durcheinander. Und so spielt die dritte Szene in München.

Eine Liebe, die in Italien anfing, unglücklich abbrach und in Deutschland kein Happy End zu haben scheint. Ich bin neugierig geworden und möchte diese Zeit durch den Roman miterleben. Ein Mord soll nämlich auch noch passieren und ich mag wissen, was die Enkelin mit dem Familiengeheimnis macht und was sie aufbröseln muss. Interessant erzählt und wunderbar vorgetragen.


Nach der Lesung ist vor den Fragen.

Daniel Speck lies uns noch ein bisschen in seiner Recherchearbeit hineinblicken und es war wirklich spannend. Mit der BMW Geschichte fing es an, denn wusstet ihr, das die Isetta, die Firma gerettet hat, obwohl diese in Italien ein Flop war. Die Speisekarte der Hochzeit hat er von einem Restaurantbesitzer in Sizilien bekommen und das nur, weil man sich darüber unterhalten hat und er meinte, lass mich mal machen. Dann hat er sich mit vielen Gastarbeitern unterhalten, um seine Geschichte noch realer zu zeichnen. 

Natürlich kamen danach noch einige Fragen und es brannte eine kleine Ausländerdebatte auf. Da ja Italiener sich eingegliedert haben und die Vorurteile nicht so bestehen. Aber da gab es damals doch auch ganz andere Stimmen und man merkt, wir müssen noch viel an unserer Gesellschaft arbeiten, offener und toleranter werden. Immerhin profitieren wir auch von anderen Einflüssen, wer hätte sonst die Pizza, das Eis und die Straßencafés nach Deutschland gebracht und können wir uns, diese Kultur jetzt wegdenken? Daniel Speck hat das Ganze wunderbar in Worte gefasst und ich denke, dass sein Buch somit ein ganz wichtiges ist. Eine Hommage an Deutschland und schön, das auch die Italiener nächstes Jahr in diesen Genuss kommen. Übrigens schreibt er auch schon an einem neuen Roman, der nächstes Jahr kommen soll.

Gern habe ich mir das Buch sofort mitgenommen und signieren lassen und so wurde aus dem grauen Tag doch noch ein sonniger. Noch ein bisschen mit dem Autor geplaudert und dann glücklich nach Hause gefahren. Es war wieder ganz toll und ich danke Daniel Speck und auch Rita Mielke, dass sie dieses Erlebnis möglich gemacht hat. Wart ihr vor kurzen auch auf einer Lesung? Kennt ihr Bella Germania schon? Und mögt ihr auch mal andere Geschichte, als nur immer Kriegsromane?

Ganz liebe Grüße
Eure, schon wieder Hunger habende, Sharon