Freitag, 15. Februar 2019

Rezension: Antti Tuomainen * Palm Beach, Finland

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Rowohlt  
ISBN-13:
978-3498065560
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 16,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Januar 2019
Übersetzer: Niina Katariina Wagner und Jan Costin Wagner




Inhalt:
Olivia Kosk erbt das Haus ihres verstorbenen Vaters und möchte hier ein neues Leben beginnen. Nur dumm, dass das Haus vom neuen Investor der Ferienanlage ins Auge genommen wird und er große Pläne mit dem Grundstück hat. Irgendwie muss Frau Kosk verkaufen wollen und da ist es doch perfekt, wenn sie in ihrer Küche einen Toten findet. Aber so nicht, Olivia will nicht weg und die Polizei tappt bei den Tätern weiter im Dunklen. So im Dunklen, das man sogar einen verdecken Ermittler einschleust, der sich das ganze ansehen soll. Doch nicht nur der Polizist Jan Nyman bucht sich in Palm Beach ein, sondern auch der Bruder des Verstorbenen. Der möchte Rache für seinen Bruder, und da jeder bestechlich in der Ferienanlage zu sein scheint, legt er eine Belohnung aus und wirbelt, so einige Personen auf. Wird man den Fall noch aufklären können? Kann Olivia ihr Haus noch behalten? Und wie viele Tote wird es noch geben?

Meinung:
Ich habe letztes Jahr „Die letzten Meter bis zum Friedhof“ vom Autor mit großer Begeisterung gelesen. Ich hatte schon lange nicht mehr solch schwarzen Humor und eine Situationskomik vom Feinsten gelesen. Herrlich, skurril und mit jeder Menge einzigartiger Figuren. Natürlich habe ich mir das auch bei Palm Beach gewünscht, und ob sich mein Kurzurlaub dahin gelohnt hat, erzähle ich euch nun.

Allein die einleitenden Worte sind böser schwarzer und zynischer Humor und gleich vorab, man muss das unbedingt mögen, sonst funktioniert die Geschichte nicht. So lernen wir im ersten Kapitel zwei Jugendfreunde kennen, Chico und Robin und der Traum von schnellem Geld. Diese beiden sollen nämlich Olivia mit Streichen aus ihrem Haus vertreiben nur dumm, das diese beiden, nicht die hellsten Lichter auf der Torte sind, denn sie begegnen bei ihrem ersten Versuch nämlich einen Fremden, der sie attackiert und aus Versehen, hat der am Ende einen Genickbruch. Ups. So war das nicht geplant gewesen, aber die Polizei denkt nun, sie haben es mit absoluten Profis zu tun und schicken einen verdeckten Ermittler, um der Sache auf dem Grund zu gehen und so nimmt die Geschichte ihren Lauf. Der Polizist Jan Nyman kommt an und als Erstes verliebt er sich in Olivia. Sie will aber von Männern nix mehr wissen, da sie schon zwei Ehemänner durchgefüttert hat. Nun ist sie pleite und hat ein Haus, was sanierungsbedürftig ist. Aber nicht nur das, nun explodiert auch noch ihr Gartenhaus mit Sauna, wer steckt da bloß dahinter. Tja und dann mietet sich auch noch ein neuer Gast in Palm Beach ein, der genauso neugierige Fragen stellt wie Jan, aber hier mit Belohnungsgeld lockt. Da dieses Feriendorf chronisch pleite ist, wird nun wild ermittelt, um das Geld zu bekommen.

Diese ganze Geschichte ist wieder total verrückt und skurril und Herr Tuomainen ist wohl ein Meister der Situationskomik und des Slapsticks. Man kommt gar nicht zum Glätten der Lachfalten, da kommt auch schon die nächste Aktion. Ganz klar die Geschichte lebt von ihren Figuren und deren Handlungen. Allein unsere beiden Ganoven, die eigentlich die Loser ihres eigenen Lebens sind, sind schon eine ganz eigene Nummer. Sie stiefeln durch das Geschehen, versuchen ihr bestes und handeln sich doch nur mehr Ärger ein und das auch noch Selbst verschuldet. Dazu der echte Bösewicht, der es vormacht und uns schaudern lässt. Dieser Mix aus vermasseln und geplantem, ermittelnden und falsch interpretiertem, ist verdammt unterhaltend und macht wirklich riesigen Spaß zu lesen. Dabei driftet der Autor aber nicht ins Lächerliche oder Kindische ab, sondern hält seinen trockenen Humor gradlinig bei, ohne ins Absurdes abzustürzen.

Des Weiteren kommt jede Figur auch zu Wort, ihre Sicht wird erzählt und gibt uns bestimmte Einblicke für unsere Interpretation. So baut sich die Geschichte Stück für Stück auf und wird immer runder und nachvollziehbarer. Aber ich warne vor und das hat mich beim Lesen ein bisschen behindert, es ist nämlich kein Buch, was man nebenbei lesen sollte. Die Geschichte ist recht komplex und durch seine Figuren und allein die Namen, nicht immer leicht einprägsam, dadurch musste ich mich schon sehr konzentrieren und habe die Lektüre, dann auf ein Wochenende verschoben, wo ich mehr Zeit und freie Gedanken hatte. Das ging vielleicht nur mir so und ist vielleicht meinen stressigen Job zu verschulden, aber ich wollte es erwähnen, das es nicht mal so eben zu lesen ist.

Palm Beach Finland ist definitiv eine Reise wert, aber bitte packt den dicken Pullover ein, denn es könnte stürmisch werden. Extrem Humorvoll, brutal und absolut skurril, manchmal hatte man die Bilder richtig vor Augen mitlaufend und seine Pointen waren auf den Punkt. Böser Finne.
 
Henry und ich finden, das Geschichten von diesen Finnen genauso viel Spaß machen, wie ein Die Hard Film und vergeben die vollen Bücherpunkte:
 

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Über den Autor:


Antti Tuomainen, Jahrgang 1971, ist einer der angesehensten und erfolgreichsten finnischen Schriftsteller. Er wurde u.a. mit dem Clue Award, dem Finnischen Krimipreis ausgezeichnet, seine Romane erscheinen in über 25 Ländern. Antti Tuomainen lebt mit seiner Frau in Helsinki.

Quelle: Rowohlt Verlag


Weitere Werke bei Rowohlt:

https://www.genialokal.de/Produkt/Antti-Tuomainen/Die-letzten-Meter-bis-zum-Friedhof_lid_32842857.html?storeID=barbers


Vielen lieben Dank an den Rowohlt Verlag für das  Rezensionsexemplar.  

Mittwoch, 13. Februar 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherabenteuerer,

momentan hat mich die Begeisterung für die Spannungsliteratur fest in der Hand, aber natürlich lasse ich auch den Blick in andere Genres schweifen und da hat mich ein Buch gepackt. Es ist ganz in Blau gehalten und hat mich ein bisschen an eine andere Fantasysaga erinnert, aber psst, ich verrate nicht welche. Na klar musste ich auch den Klappentext lesen und schwups, war ich schon verzaubert und wollte es am liebsten sofort lesen. Dieser Auftakt kommt übrigens aus Frankreich und hat dort jede Menge junger Leser begeistert, die Presse feiert es und es soll sogar Vergleiche mit Harry Potter gezogen werden. Originell, zauberhaft und bestechend. Ja, wie soll man dann um dieses Buch drum herum kommen, oder? Schaut es euch mal an:

 
Die Verlobten des Winters
1. Band
Verlag: Insel
Erscheinungsdatum: 11.03.2019

Am liebsten versteckt sie sich hinter ihrer dicken Brille und einem Schal, der ihr bis zu den Füßen reicht. Dabei ist Ophelia eine ganz besondere junge Frau: Sie kann Gegenstände lesen und durch Spiegel reisen. Auf der Arche Anima lebt sie inmitten ihrer riesigen Familie und kümmert sich hingebungsvoll um das Erbe der Ahnen. Bis ihr eines Tages Unheilvolles verkündet wird: Ophelia soll auf die eisige Arche des Pols ziehen und einen Adligen namens Thorn heiraten. Was hat es mit der Verlobung auf sich? Wer ist der Mann, dem sie von nun an folgen soll? Und warum wurde ausgerechnet sie, das zurückhaltende Mädchen mit der leisen Stimme, auserkoren? Ophelia ahnt nicht, welche tödlichen Intrigen sie auf ihrer Reise erwarten, und macht sich auf den Weg in ihr neues, blitzgefährliches Zuhause.


Überrascht hat mich, dass sich dieser Schatz nicht die üblichen Jugendbuch Verlage geschnappt hat, sondern es aus ganz anderer Richtung kommt, vielleicht ist es deshalb mir besonders ins Auge gesprungen. Außerdem klingt es nach einer tollen Heldin, sympathisches schüchternes Mädchen, was der Welt zeigt, wo der Hammer hängt. Das klingt nach Abenteuer, neuen Welten und unglaublichem Lesespaß, hach, ich bin jetzt schon in Aufbruchsstimmung um Ophelia kennenzulernen. Wie gefällt euch die Geschichte? Ist sie euch auch schon aufgefallen? Und wartet sie auch schon auf der Wunschliste auf euch?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich sofort ins Abenteuer werfen gehende, Sharon
 

Montag, 11. Februar 2019

Rezension: Ellen Dunne * Schwarze Seele: Ein Fall für Patsy Logan

Taschenbuch: 379 Seiten
Verlag: Insel
ISBN-13: 
978-3458363835
Preis: 10,95 EUR
E-Book: 10,99 EUR
Reihe: 2. Teil
Erscheinungsdatum: Januar 2019 



Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Patsy hat gerade so einen richtigen Lauf im Leben, nämlich abwärts. Privat kämpft sie mit ihrem unerfüllten Kinderwunsch, den körperlichen Nebenwirkungen und das immer weiter auseinanderdriften als Ehepaar. Beruflich bekommt sie einen betrunkenen Iren auf den Tisch, und da sie nun mal irische Wurzeln und der Sprache mehr als mächtig ist, ist sie auch die beste Ermittlerin dafür. Nur will sie den Fall nicht gleich als Unfall abtun, da es keine Spuren gibt. Die Kollegen sind genervt, der Chef nicht auf ihrer Seite, aber ihr Gefühl, das hier etwas nicht stimmt, ist übergroß. Nur kann sie sich selbst und den Verdächtigen nicht trauen. Jeder hat ein Motiv, jeder gerät ins Fadenkreuz der Ermittlung und Patsy läuft ihren Instinkt hinterher. Wird sie sich schlussendlich wiederfinden? Kann sie den Fall noch lösen? Und bekommt sie ihr Privatleben wieder ins reine?

Meinung:
Ellen Dunne hat eine unglaublich tolle Art zu erzählen und einem mit ihrem Humor um den kleinen Finger zu wickeln. So habe ich Patsy Logans ersten Teil förmlich verschlungen und fand den Auftakt perfekt gelungen. Ein großer Fall und eine ziemlich taffe Figur, davon möchte man mehr aus der Krimiwelt haben und so habe ich den zweiten Band förmlich herbeigesehnt. Nun ist er da, nun ist er gelesen und nun bekommt ihr meine Meinung zu lesen. Also los Patsy.

Patsy Logan ist an einem Punkt angelangt, der ihr Leben entweder neu sortiert, oder in den Abgrund treibt. Ihr Mann und sie wollen ein Kind bekommen, aber der ganze Kampf zwischen Hoffen und Bangen setzt beiden immer mehr zu. Die Hormonbehandlung ist kaum noch zu ertragen und die immer wieder aufkommende Enttäuschung eine zunehmende Belastung. Das Paar schwankt zwischen Vorwürfen, Gefühlen und Worten, die keiner sagen möchte, hin und her. Es ist also eine Frage der Zeit, bis die emotionale Bombe zwischen den beiden hochgeht und zeigt, was dann noch übrig ist. Dazu kommt auch noch, dass Patsys kleiner Bruder zu Besuch kommt und die Situation noch beschleunigt, da er eine speziale Beziehung zu seiner Schwester hat. Sie reibt sich nämlich für ihn immer auf, was in den Augen ihres Mannes nicht gut ist und es allein dadurch zu Streit und Unmut kommt. So gibt es gerade keinen Ort für Patsy, der sie auffängt und ihre Gedanken zur Ruhe kommen lässt, bis auf den Fall, der sie ablenkt. Aber Patsy ist nicht hundertprozentig bei der Sache und das wird zum Problem.

Ich sage es gleich vorab, der Fall ist hier gar nicht so der Renner, obwohl er in meinen Augen recht gut eingebunden ist und die Zerrissenheit unserer Kommissarin widerspiegelt. Hier steht eher Patsy im Vordergrund, die zu einer Entscheidung in ihrem Leben kommen muss und so ist der zweite Band mehr eine Überleitung, ein Tor in eine neue Welt, zu ein neues Danach vielleicht. Aber kommen wir zurück zu den Toten, wenn also Patsy nicht nach Irland fährt, kommt halt Irland zu ihr. Der Tote ist also Ire und ertrinkt im Schwabinger Bach im englischen Garten, zumindest hat das doch schon mal Stil. Dabei schleppt er im Hintergrund eine ganze Horde Menschen mit Motiv mit, die ihn das Ableben durchaus gönnen. Eine Schwester, die ihr Erbe bedroht sieht, eine Ehefrau, die zu ihrer Jugendliebe nach München geflohen ist, natürlich die Jugendliebe Steve und noch einige andere. So wird jeder befragt, aber des Rätsels Lösung soll sich nicht offenbaren. Jeder von den Verdächtigen sagt nicht die Wahrheit und jedes Puzzlestück passt nicht zum anderen, es ist eine Suche im Dunklen und wird von den Kollegen still belächelt, die den Betrunkenen gerne als Unfallopfer abstempeln möchten, Akte zu und gut ist.

So treibt die Autorin nicht nur uns Leser voran, wild zu spekulieren, sondern auch Patsy in die Verzweiflung. Dabei spielt ihr Privatleben eine große Rolle, aber auch ihr Team hat einige Sperenzchen parat, es soll einfach nicht rund laufen. Außerdem bringen ein die Rückblenden immer wieder auf eine andere Spur und ich finde das schon Recht geschickt gemacht und an der Nase herumgeführt. Gut der Fall, ist nicht so groß wie der Erste, aber durchweg unterhaltend und spannend geschrieben. Ich bin unglaublich gern wieder mit Patsy losgezogen, weil sie einfach eine Frau ist, die man spürt, deren Schmerz greifbar ist und die einen nah geht. So leidet man mit, man merkt, wie schwer das alles für sie ist und wie das Leben einen in die Ecke treibt, das ist hier verdammt gut beschrieben und der Realität sehr nah. Deshalb fand ich auch den zweiten Teil stark, mutig und düsterer. Und eins steht ganz klar fest, ich brauche mehr von Patsy. Eine tolle Frau und ungebrochen.

Schwarze Seele besticht hier nicht durch den Fall, sondern den Figuren, den Irrungen und Wirrungen. Ich fand die Geschichte spannend, authentisch und gut eingefangen. Ein Kampf auf jeder Seite und Patsy ist eine Kämpferin. Weiter so.
 
Henry und ich mögen diese lebensstarke realistische Protagonistin und vergeben die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:


Ellen Dunne, 1977 geboren, arbeitete als Texterin/Konzeptionistin in Werbeagenturen, danach in verschiedenen Positionen bei Google im Europa-Hauptquartier in Dublin. Sie lebte in Berlin, München und Mexiko-Stadt, seit 2004 in Dublin. Von ihr wurden bereits zwei Kriminalromane veröffentlicht. Harte Landung ist der Auftakt einer neuen Krimireihe im insel taschenbuch.

Quelle: Insel Verlag


Patsy Logan Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Ellen-Dunne/Harte-Landung_lid_31533031.html?storeID=barbers

1. Fall I Rezension


Vielen lieben Dank an den Insel Verlag für dieses Rezensionsexemplar.



Mittwoch, 6. Februar 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherentdecker,

wie sagt man so schön, nach einer irischen Geschichte, ist vor einer irischen Geschichte und ich habe so Lust, auf frisches Grün, Scharfe und Baileys-Schokolade. Ich muss gestehen, dass ich eine Schwäche für diese Insel habe und obwohl ich noch nie da war, sauge ich gern Geschichten von dort in mich auf. Da gibt es ja auch viel zu erzählen, entweder über die Magie, die rauen trinkfesten, aber herzlichen Leute, oder über die politischen Querelen. Und besonders freue ich mich auf diesen Roman, weil mir das Debüt vom Autor so gut gefallen hat. Also schauen wir es uns doch gemeinsam an:


Eine irische Familiengeschichte
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 26.03.2019


Ein sehr irischer Familienroman voller Sehnsucht und voller Geheimnisse, ein Buch voller Dunkelheit und Licht.

Elizabeth Keane kehrt zum ersten Mal seit Jahren in die irische Heimat zurück. Ihre Mutter ist gestorben, Elizabeth muss den Haushalt auflösen. Auch ihre Mutter Patricia hatte als junge Frau den Ausbruch gesucht, mit einem Verlobten, den keiner je zu Gesicht bekam. Monate später war sie zurückgekehrt. Ohne Mann, und mit einem Säugling im Arm.
Wer ihr Vater war, hat Elizabeth nie erfahren. Doch dann findet sie unter den Hinterlassenschaften ihrer Mutter ein Bündel Liebesbriefe …
Elizabeth macht sich auf die Suche. Ihr Weg führt zu einer windumtosten Farm am Fuße einer Burgruine über der rauen Keltischen See….


Das klingt doch nach einer Reise, in die Vergangenheit und in die Gegenwart, nach Suchen und Finden. Ich glaube, das könnte hier eine richtig schöne Geschichte sein. Da mir erzählerisch schon sein Debüt gefallen hat, freue ich mich riesig auf dieses Werk. Habt ihr es schon auf der Wunschliste stehen? Mögt ihr irische Geschichten? Oder guckt ihr lieber vom Autor seine Sendung?

Ganz liebe Grüße
Eure, schon mal den Baileys kaltstellen gehende, Sharon

Montag, 4. Februar 2019

BÜCHERPOST im Januar ...

Hallo meine Bücherhasen,

wir haben ja schon letztes Jahr festgestellt, das die Zeit immer schneller rennt und dieses Jahr fängt wohl nicht besser an, denn der Januar ist schon rum. Ich bin immer noch Bücher satt und habe meinem Buchhändler dieses Jahr noch gar nicht getroffen, wir haben da ein falsches Timing. Aber na klar sind trotzdem Bücher eingezogen, denn Bücher machen immer noch extrem glücklich. Allein sie von A nach B zu verschieben ist so ein tolles Gefühl und Bücherrücken streicheln einfach fabelhaft und deshalb schauen wir uns doch meine Neuzugänge direkt mal an:


Doch mehr Bücher, als gedacht! ;)

 
Diesen Bücherstapel habe ich gebraucht erworben, denn es ist wieder Buchclubzeit gewesen. Da ich diese Bücher nicht unbedingt neu und im Schrank haben muss, habe ich nach einer anderen Lösung geschaut, und damit ich keine Portogebühren zahlen muss, wurden es noch drei Bücher mehr. Immerhin muss ich doch meine Brunetti Reihe aufstocken, somit sind Teil 22 bis 24 eingezogen: "Endlich mein", "Tod zwischen den Zeilen" und "Das goldene Ei". Unser Buchclub hat sich die Entwicklung der Dystopie vorgenommen und deshalb mussten "Oryx und Crake" sowie "Hüter der Erinnerung" einziehen. Letzteres ist auch schon gelesen und diskutiert worden, sogar mit Filmvergleich. Aber so richtig warm bin ich nicht mit der Story geworden. Mir war es zu oberflächlich, viel zu viele offene Fragen und irgendwie nicht komplett durchdacht. Aber es hatte auch gute Ansätze und zur Schuldiskussion ist es wirklich geeignet, aber ich muss es nicht nochmals lesen.


 
Hier kommt ein Stapel, der der Spannungsliteratur gewidmet ist. Da haben wir "Die ewigen Toten" es erscheint nächste Woche und es geht endlich mit Dr. Hunter weiter, bis jetzt konnten mich alle Fälle überzeugen und wahnsinnig gut unterhalten. "Palm Beach, Finland" lese ich gerade und es ist wieder sehr geile Situationskomik und ziemlich skurril, der Finne kann einen wirklich amüsieren. "Ich bringe dir die Nacht" schlägt einen ernsteren Ton an und spielt in Irland, klingt nach einem richtigen Pageturner. "Schwarze Seele" ist der zweite Teil von Patsy Logan und ich liebe einfach die Art und Weise, wie Ellen Dunne schreibt. Ich habe es schon verschlungen und eine Rezension wird hoffentlich bald folgen. 


 
Hier gibt es einen schönen Stapel mit Fantasybüchern, denn ein bisschen Fantasy, schadet nie. "Batman: Nightwalker" ist heiß ersehnt bei mir angekommen, denn ich liebe Bruce Wayne, zumindest in meinem Kopf, manche Schauspieler kannst du ja vergessen. Außerdem hat es Marie Lu geschrieben und diese Autorin kann super schreiben. Das wird mein nächstes Buch. "Fauler Zauber" ist ein magisches Abenteuer und aus der Feder von Diana Wynne Jones, diese Frau ist für "Das wandelnde Schloss" verantwortlich und sprich ein Klassiker. Dieses Buch klingt auch nach großem Lesespaß. "Mortal Engines: Jagd durchs Eis" ist der zweite Teil und die Geschichte von Hester und Tom geht weiter, ziemlich großartiges und rasantes Kopfkino. Ich habe es schon gelesen und hier gibt es sogar schon eine Rezension zu.


 
Der letzte Stapel ist den Gefühlen gewidmet. "Der Blumenladen der Mademoiselle Violeta" wo ist die Liebe, wenn nicht in Paris. Ich freu mich so sehr auf locker und leichte Romantik. "Someone New" ist bei Instagram förmlich durch die Decke gegangen und ich muss gestehen, hier bin ich wirklich ein Opfer der Masse, aber ich mag die Autorin und bin gespannt, ob ich den Hype auch wirklich erliege. Übrigens habe ich hierfür meinen Geburtstagsgutschein eingelöst, ich fand das Special Edition ist es wert. "Das Leuchten jenes Sommers" ist das zweite Buch von Nikola Scott und mit ihrem Ersten, konnte sie mich richtig in ihre Fänge ziehen. Was für ein schöner süffiger Lesesog. Kleine Anmerkung am Rande, es erscheint erst im April, aber merkt es euch gern vor.


Nun ist der Streifzug, durch meine Januar Neuzugänge schon vorbei und sind das nicht tolle Bücherschätze. Dieser wilde und bunte Mix wollte hier unbedingt einziehen und ist herzlich willkommen. Was mich besonders freut, ich habe schon 3,5 davon gelesen. Wie sah denn euer Januar aus? Ist eins meiner Bücher vielleicht auch bei euch eingezogen? Und welches möchtet ihr am liebsten sofort lesen? Ach, Bücher sind was Feines. 

Ganz liebe Grüße
Eure, nun wieder Bücher umsortieren gehende, Sharon 

Freitag, 1. Februar 2019

Rezension: Philip Reeve * Mortal Engines: Jagd durchs Eis

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: TOR  
ISBN-13:
978-3596702138
Preis: 12,00 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 2. Teil
Erscheinungsdatum: November 2018
Übersetzer: Nadine Püschel und  Gesine Schröder 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Zwei Jahre ist es her, seit London seinen letzten Kampf ausgetragen hat und Tom und Hester zusammenführte. Nun leben sie immer noch am Bord der Jenny Haniver und bereisen die Welt. Allerdings ist das Leben nicht umsonst und so entschließen sie, in Airhaven einen Passagier mitzunehmen. Immerhin handelt es sich um Nimrod Pennyroyal, den größten Forschungsreisenden der Welt. Tom ist entzückt, nur Hester glaubt dem Mann kein Stück, aber es ist ein leichter Auftrag, was soll schon groß passieren. Aber schon bald werden sie von Kampfschiffen des Grünen Sturms verfolgt und angegriffen. Die Jenny Haniver wird manövrierunfähig angeschossen und nur mit Glück können sie in der Eisöde auf der Stadt Anchorage landen. Eine Stadt mit großen Namen, aber bei Tageslicht hat Anchorage schon bessere Tage erlebt und nicht nur das, lässt Hester unruhig werden. Hier geht es eindeutig nicht mit rechten Dingen zu und ihr Leben entgleitet ihr immer mehr. Was wird aus Hester und Tom? Was stimmt auf Anchorage nicht? Und was will der Grüne Storm von ihnen?

Meinung:
Es geht weiter! Da ich vom ersten Teil total begeistert war, musste natürlich auch gleich der zweite Teil gelesen werden und es geht mit diesem Paar weiter. Au man, was habe ich mich auf großes Kopfkino gefreut, und ob ich es auch bekommen habe, erzähle ich euch nun.

Hester und Tom sind immer noch zusammen unterwegs und nun auch als Paar. Während Hester dieses ruhelose Leben von Ort zu Ort und die Zeit allein mit Tom zu sein liebt, spürt man, das Tom so langsam eine Stadt vermisst. Mensch, ein geordnetes Leben oder auch einfach andere mit gleichen Interessen, das wird Tom immer klarer als er zuerst auf Nimrod Pennyroyal stößt und dann auf Anchorage. Unsere beiden Helden entfernen sich voneinander. Hester verschlossen und innerlich wütend. Während Tom begeistert und aufblühend durch Anchorage läuft und sich von der Herrscherin bezirzen lässt. Ganz klar, es kommt zum Eklat und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr ich gelitten habe, diese beiden kosten einen wirklich Kraft, Nerven und Fingernägel.

Dieses Mal bekommt Hester hier eine ordentliche Präsenz, während sie im ersten Teil blass daherkommt, sprüht sie hier rote Funken. Eigensinnig und stolz, stapft sie durch ihre Geschichte, ist rücksichtslos und doch kämpft sie für die richtige Seite. Auch wenn man sie ab und zu hätte schütteln können, ist man steht‘s bei ihr und kämpft fleißig mit. Hester findet sich hier selbst und eine immense Stärke. Unser Tom dagegen wirkt wie zu seinen Anfangszeiten in London, unsicher, tollpatschig und nicht wirklich in Form. Das fand ich ein bisschen Schade, tat der Geschichte aber gut, damit man die Gegensätze gut erkannte, aber trotzdem, der gute Tom läuft seiner Form hinterher, aber nichtsdestotrotz hat er seine heldenhaften Minimomente. Aber auch für ihn ist die Reise eine Erkenntnis und ich hoffe, er lernt daraus. Ach was, ich mag ihn trotzdem total gern, allein wegen seiner freundlichen unbedarften Art.

Ich mag eigentlich gar nichts zur Geschichte verraten, denn sie ist wieder überraschend, an manchen Stellen entwickeln sich Handlungsstränge aus dem ersten Teil weiter und es passiert wieder ständig was. Rasant bringt der Autor uns zu verschiedenen Orten und strickt einfach sehr gelungen seine Welt weiter. Dabei stehen zuerst unsere beiden Helden im Vordergrund, aber im Laufe der Geschichte wird der Schwerpunkt immer mehr verlagert und gewinnt an mehr Größe. Dann hat sich die Welt verändert, es gibt hier nur Kälte und Eis überall, wohin man sieht, ist es weiss und birgt Gefahr. So eine schwere Stadt auf dem Eis hat ja so seine Tücken. Anchorage ist so ganz anders, als die Städte die wir kennen, man könnte schon sagen zivilisiert und freundlich, eben keine Plünderstadt. Philip Reeve hat da wohl noch einige Ideen im Kopf und lässt mich als Leser immer wieder rasant durch die Buchstaben sausen.

Auch der zweite Teil geht wieder actionreich an den Start und lässt den Leser kaum Luft holen. Für mich war es wieder absolut gelungenes Kopfkino und ich fiebere nun schon den dritten Teil entgegen. Philip Reeve hat mit Mortal Engines eine souveräne spannende und fesselnde Sage geschaffen, die wirklich neu, anders und so süchtig machend ist.

Jagd durchs Eis ist wieder spannend, fesselnd und so bildhaft geschrieben, dass man Kopfkino pur hat. Absolut meins.

Henry und ich haben uns mit dem Mortal Engines Virus angesteckt und damit sind wir voll einverstanden, dafür die vollen Bücherpunkte:

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Über den Autor: 


Philip Reeve ist seit vielen Jahren erfolgreicher britischer Jugendbuchautor und Illustrator. Das "Predator Cities"-Quartett stellt (zusammen mit den drei Prequel-Romanen und der "Larklight"-Trilogie) sein Hauptwerk dar. 

Quelle: TOR Verlag


Mortal Engines - Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Philip-Reeve/Mortal-Engines-Krieg-der-Staedte_lid_35356762.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Philip-Reeve/Mortal-Engines-Die-verlorene-Stadt_lid_38412496.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Philip-Reeve/Mortal-Engines-Der-Gruene-Sturm_lid_38412493.html?storeID=barbers

1. Teil: Rezension I 3. Teil: Februar 2019 I 4. Teil: Mai 2019


Vielen lieben Dank an den TOR Verlag für das  Rezensionsexemplar.