Mittwoch, 18. September 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherträumer,

wenn Autoren einen mit ihren Büchern umhauen, man begeistert die Bücher verschlingt und dann nix mehr kommt, ist das unglaublich irre machend. Man wartet, man hofft, dass da noch etwas kommt und man zweifelt am Büchermarkt. Warum kommt da nix. Sind die alle blind? Oder soll diese Hammerreihe wirklich schon alles gewesen sein. Laini Taylor hat mich mit ihrer Zwischen den Welten Reihe total geflasht, was für ein Epos, was für starke Figuren und endlich kommt etwas Neues auf den deutschen Markt. Und das schauen wir uns doch direkt einmal an:
 

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte
1. Band
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 30.09.2019

Lazlo Strange liebt es, Geheimnisse zu ergründen und Abenteuer zu erleben. Allerdings nur zwischen den Seiten seiner Bücher, denn ansonsten erlebt der junge Bibliothekar nur wenig Aufregendes. Er ist ein Träumer und schwelgt am liebsten in den Geschichten um die sagenumwobene Stadt Weep – ein mysteriöser Ort, um den sich zahlreiche Geheimnisse ranken. Eines Tages werden Freiwillige für eine Reise nach Weep gesucht, und für Lazlo steht sofort fest, dass er sich der Gruppe anschließen muss. Ohne zu wissen, was sie in der verborgenen Stadt erwartet, machen sie sich auf den Weg. Wird Lazlos Traum nun endlich Wirklichkeit?


Diese Geschichte klingt ruhiger, aber doch total auf uns Bücherabenteuerer gestrickt. Ziehen wir nicht auch in unsere Bücher ein und erleben somit Reisen, Kämpfe und facettenreiche Dramen. Lassen wir uns nicht auch aus dem Alltag entführen und verzaubern. Nur das dieser junge Mann noch die Chance bekommt seinen geheimnisvollen Fixpunkt zu besuchen. Ich finde, das klingt nach einer wunderbaren Geschichte und die Autorin kann bildhaft erzählen und ich kann mir jetzt schon die Welt vorstellen. Wie seht ihr das, ein Buch für euch? Kennt ihr schon Bücher von ihr? Und wer ist hier auch ein kleines Fangirl oder Boy?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich die Haare nicht pink färben gehende, Sharon

Mittwoch, 11. September 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherfreunde,

da heute auch mein Geburtstag ist, darf man sich ja auch Bücher wünschen, stimmts? Auf meiner September Wunschliste steht dieser Krimi ganz weit oben. Die liebe Romy liefert hier schon den dritten Marschkriminalfall ab und ich freu mich schon ewig drauf. Hier ist die Mischung einfach stimmig und ich will gar nicht weiter schwärmen, sondern ich mag es einfach in den Händen halten und verschlingen. Also schauen wir es uns einfach an:

 
Sterbekammer
3. Band
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum: 30.09.2019

In einer abgelegenen Deichmühle wird die Leiche eines alten Mannes gefunden, der als starrköpfiger Eigenbrötler bekannt war. Als Polizistin Frida Paulsen in der Mühle auf eine verdeckte Bodenklappe stößt, ist sie zutiefst erschüttert, denn die Tür führt zu einer Kammer, die wie ein Gefängnis anmutet. Ihr Kollege Bjarne Haverkorn erinnert sich an eine junge Frau, die vor Jahren spurlos in der Marsch verschwand. Alles deutet darauf hin, dass die Entführte in der Kammer gefangen gehalten wurde ...


Wer von euch kennt die Paulsen und Haverkorn Krimis schon? Oder die supersympathische Autorin? Wer mag die Reihe auch so gern? Also ich freu mich schon riesig darauf und bin gespannt, wie die Entwicklung der Figuren weitergeht. Am liebsten würde ich direkt damit beginnen, oder noch besser ins Marschland fahren, Äpfel pflücken, Wolken beobachten und die Nebelschwaden am Morgen durchwandern. Ich muss noch bis Ende September warten, aber dann geht es los.

Ganz liebe Grüße
Eure, schon Geschenke ausgepackt habende, Sharon

Freitag, 6. September 2019

Rezension: Gytha Lodge * Bis ihr sie findet

Broschiert: 400 Seiten 
ISBN-13: 978-3455006209
Preis: 14,90 EUR 
E-Book: 9,99 EUR 
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: September 2019
Übersetzer: Kristian Lutze 


Kaufen? 


Inhalt:
Es ist an einem Juliabend des Jahres 1983 passiert, das die vierzehnjährige Aurora spurlos verschwunden ist. Zurück bleiben die sechs Schulfreunde, die gemeinsam gezeltet hatten und sich nun mit Vorwürfen überschlagen. Dreißig Jahre vergehen bis man im Wald die Leiche von Aurora finden wird und die Ermittlungen neu entflammen. Nun ist Jonah Sheens kein kleiner Polizist mehr, der am Rande stehen musste, sondern Detective Chief Inspector, der sofort weiß, wer die Leiche ist. Er und sein Team rollen den Fall neu auf und stöbern nach den sechs Freunden. Sie alle sind ihren Weg gegangen, stehen erfolgreich im Leben, haben immer noch Kontakt und sind bezeugter denn je, das sie unschuldig sind. Aber mit einer Leiche gibt es neue Erkenntnisse und der Tatvorgang erscheint in einem ganz neuen Licht. Was ist damals also geschehen? Ist einer unter ihnen wirklich ein Mörder? Und welche Verwicklungen wird Jonah Sheens noch aufdecken?

Meinung:

Bis ihr sie findet, hat einfach so seinen Weg zu mir nach Hause geschafft, nämlich als Beilage der Verlagsvorschauen und ich war begeistert vom Klappentext. Natürlich zieht bei mir auch der Hinweis, dass es ein UK Top 10 Bestseller war und die ganzen Lobeshymnen von der New York Times und Sunday Times haben mich nur noch neugieriger gemacht. Somit war klar, ich will es lesen, das scheint wieder ein Buch für mich zu sein, nämlich nicht sehr blutig, dafür gemein psychologisch. Ob es mich auch umgehauen hat, erzähle ich euch nun.

Der Prolog startet natürlich im Hier und Jetzt, und zwar mit dem Fund der Leiche. Sofort springen wir zum Ermittler, der von seiner ausgiebigen Radtour zum Tatort geholt wird und nachdem das Team schon Spuren sichert und ihm mitteilten, das die Leiche schon länger dort liegen würde, ist Jonah Sheens sofort klar, um wem es sich handelt und auch seine Vergangenheit flammt wieder auf. Danach wird die Geschichte abwechselnd aus Auroras Sicht und den Ermittlungen erzählt. Dabei ist natürlich, Auroras Sicht sehr interessant, was sie zu berichten hat, sie ist nämlich das Anhängsel der Gruppe, ihre Schwester Topaz musste sie mitnehmen und empfindet sie mehr als einen Störfaktor. Sie hindert diese nämlich daran, den heißen Sportler Brett zu vernaschen. Dabei ist Connor doch so unheilvoll in Topaz verknallt. Aurora steht bei allem dazwischen, die einzigen die sich ein bisschen kümmern, sind Jojo, die die Natur liebt und Benners der Freidenker. Die Letzte im Bunde ist Coralie, aber diese ist der Schatten von Topaz. So ist die Party von Alkohol, Drogen und Sex geschwängert und Aurora zieht sich immer mehr zurück. Seltsam berührt, was sie da geboten bekommt.

Im Gegenzug sind die Ermittlungen nicht weniger uninteressant, weil man dort nun die Erwachsenen präsentiert bekommt. Was aus jeden geworden ist, welche Grundzüge sich auf einmal geändert haben, welche Mitglieder sich nicht mehr riechen können und welche Schicksale sie noch immer verknüpfen. Alle sind noch miteinander verbunden und alle kämpfen immer noch mit diesen einem Abend. Aber sie sind, älter geworden, ihre Wahrnehmung hat sich verändert und nun tragen sie einige Dinge bei, die sie damals verschwiegen haben. Die Frage steht jetzt auch unter den Freunden immer mehr im Vordergrund, war es etwa einer von uns? Wer sagt hier nicht die Wahrheit? Die Unruhe und Unwissenheit nimmt bei jeden immer mehr zu.

Der Anfang war richtig gut gelungen, die Einführung der Figuren, das Verstricken von Geheimnissen und die Entwirrung von den Aussagen. Es hat total Bock auf mehr gemacht und das, obwohl mir von Anfang an klar war, wer der Täter ist, das hat die Autorin nämlich für mich zu offensichtlich hervorgehoben. Und dann hörten auch nach über der Hälfte des Buches die Sicht von Aurora auf und hier begann für mich der Abstieg an Spannungsbogen und der Geschichte. Plötzlich war nämlich das Privatleben, des Ermittlerteams interessanter, zumindest für die Autorin, mich hat es eher glauben lassen, das wir noch ein paar Seiten füllen müssen, genauso unklug finde ich es immer, wenn Erkenntnisse, die sonst immer haarklein analysiert wurden, nun verschwiegen werden, damit man bei der Auflösung damit aufwarten kann. Ich mag sowas nicht und das Hammerende war es somit für mich auch nicht. Die zweite Hälfte konnte so gar nicht bei mir punkten.

Gytha Lodge hatte eine gute Idee und so eine Fallstudie über Freunde mit einem dunkeln Geheimnis hat schon seine Reize. Dieses tollwütige Verhalten als Jugendliche, wofür man sich als Erwachsene schämt. Oder die große Lust, alles auszuprobieren. Die übergroßen Gefühle wie Begierde, Rivalität und Beliebtheit sind toll beschrieben. Die Sicht und die Tragweite, die einem da noch nicht klar ist, das alles konnte bei mir Punkten und hat sie nicht schlecht gemacht, nur leider war mir der Fall dann doch zu lang.

Bis ihr sie findet, hat wirklich gute Ansätze, ein Spiel aus Wahrheit und Schuld, dunkel, böse und geheimnisvoll. Wer nicht so viele Krimis liest, wird bestimmt eine faszinierende Geschichte vor sich haben, für mich ist sie nicht rund genug.
 
Henry und ich fanden das Krimidebüt solide, aber auch mega ausbaubar und deshalb leider nur zwei Bücherpunkte:

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Über die Autorin:
 


Gytha Lodge ist eine britische Schriftstellerin und mehrfach ausgezeichnete Theaterautorin. Sie studierte Englische Literatur in Cambridge und Kreatives Schreiben an der University of East Anglia. Ihre Kinder- und Jugendliteratur hat auf Wattpad eine große Fangemeinde. Bis ihr sie findet ist ihr Krimidebüt.



Vielen lieben Dank an den Hoffmann und Campe Verlag für das Rezensionsexemplar. 

Mittwoch, 4. September 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Buchschatzjäger,

der Insel Verlag hat dieses Jahr meine Aufmerksamkeit gepachtet, denn es ist der eine oder andere Buchschatz für mich dabei. Erst kommen sie ganz ungewöhnlich mit einer Jugendbuchreihe daher und nun mit diesem Cover Augenschmaus. Die Töne, die Gestaltung und diese Prägung scheint eine ganz edle Verpackung für ein tolles Buch zu sein. Der Inhalt überzeugt mich nämlich auch und macht mich sehr neugierig und deshalb müsst ihr es mit mir anschauen:


Das Geheimnis von Shadowbrock
Verlag: Insel
Erscheinungsdatum: 28.10.2019

Im Sommer 1914 wird die junge Botanikerin Clara Waterfield von London nach Gloucestershire gerufen: Sie soll auf einem Landsitz namens Shadowbrook den Aufbau eines Gewächshauses mit exotischen Pflanzen aus den Kew Gardens betreuen. Der Garten, in dem das Gewächshaus stehen soll, ist überwältigend, üppige Hortensien, Fingerhut und Rosen drängen sich um gepflegte Rasenflächen, auf den Teichen schwimmen Seerosen, alles scheint vor Leben geradezu zu sprühen. Doch das alte, mit Glyzinien bewachsene Wohnhaus wirkt seltsam abweisend, die meisten Räume stehen leer oder sind verschlossen, der Eigentümer Mr. Fox ist viel auf Reisen. Haushälterin und Dienstmädchen wirken verängstigt – denn nachts scheint es im Haus zu spuken. Doch Clara ist unerschrocken und glaubt nicht an Geister, und so macht sie sich daran, die Geheimnisse des Hauses zu ergründen. Und während sie sich immer tiefer in die Geschichte Shadowbrooks verstrickt, muss sie feststellen, dass dort nichts so ist, wie es scheint …


Ich hätte ja nie gedacht, dass mich Gärten mal begeistern können. Für mich war es eher immer Arbeit und na ja, entspannend ist für mich was anderes. Aber so langsam, bin ich begeistert von meinem grünen kleinen Park, na ja klein, alle die ihn kennen, lachen bestimmt herzlich. Allerdings werde ich, glaube ich zumindest, nie einen Nutzgarten haben, das ist mir einfach zu viel arbeit und mein grüner Daumen ist einfach noch nicht ausentwickelt. Aber momentan steht uns eine neue Bepflanzung an und ich bin total gespannt, was wir machen. Somit bin ich dem Buch mehr als wohlgesonnen und dieses Haus scheint sehr interessant zu sein und dieser Mr. Fox. UiUiUi... das klingt nach einem herrlichen schaurigen Oktobermärchen. Seid ihr auch Buchcover Liebhaber? Wer ist hier auch ein Gartenfreund? Und wer hat das Buch auch auf der Wunschliste stehen?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich Bäume anschauen gehende, Sharon

Montag, 2. September 2019

Rezension: Jason Reynolds * Long way down

Broschiert: 320 Seiten
Verlag: dtv 
ISBN-13: 978-3423650311   
Preis: 14,95 EUR  
E-Book: -,-- EUR    
Reihe: 1/1    
Erscheinungsdatum: August 2019
Übersetzer: Petra Bös




Inhalt:
Da wo Will mit seiner Familie lebt, ist die Welt von Tod und Bandenkriminalität durchzogen und man hofft immer, dass es keinen aus der eigenen Familie trifft. Aber jetzt ist Wills Bruder tot, erschossen und die Trauer unmöglich in Worte zu fassen. Nun ist es an ihm, sich an die Regeln zu halten. Nicht weinen. Niemanden verpfeifen. Rache nehmen. Somit nimmt er sich die Waffe seines Bruders, steigt in den Fahrstuhl und ahnt nicht, was ihn erwartet. Denn in jedem Stockwerk steigt jemand dazu. Personen aus der Vergangenheit, die Geschichten voller Gewalt, Hass, Ohnmacht und Rache erzählen. Alle sind tod und alle haben sich an die Regeln gehalten. Nur bedeutet das nie, dass man den Richtigen trifft, oder das nie etwas schief läuft. Jetzt ist es an Will sich zu fragen, was sein Leben bedeutet, ob Rache wirklich eine Lösung ist. Oder wird es endlich Zeit, den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen? Kann Will sich entscheiden? Oder wird er den Druck nachgeben?

Meinung:
Jason Reynolds ist für seine Jugendbücher, von der Presse hochgelobt worden und er ist vielfach ausgezeichnet. Nur ist er hierzulande so gar nicht auf meinem Radar gewesen, vielleicht sind es die Themen, oder ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, warum. Aber für dieses Buch haben sich zwei liebe Mitmenschen reingeworfen und als das Wort Verse fiel, war ich neugierig. Somit ist das jetzt mein erster Reynolds und ich war mehr als gespannt. Wie mir die Fahrstuhlfahrt gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte beginnt damit, dass Will uns erzählt, dass sein Bruder Shawn erschossen wurde. Er versucht seine Trauer und Verzweiflung in Worte zu fassen, aber sie sind einfach übermächtig und dann ist da noch diese Aufgabe und die Regeln. Die Regeln die jeder Vater an den Sohn gibt und jeder Bruder, weiter an seinen Bruder. Es ist ein Kreislauf, ein Teufelskreis, der eigentlich immer mit dem eigenen Tod endet. Nun muss Will die Regeln befolgen, nachdem es schon so viele aus seiner Familie getan haben, dass jetzt nur noch er und seine Mutter übrig ist. Aber es muss getan werden, unwiderruflich. Er weiß wo die Waffe von seinem Bruder liegt, steckt sie in den Hosenbund und steigt in den Fahrstuhl. Für eine Fahrt von etwas über einer Minute und diese wird so ganz anders, als er denkt.

Will wird nämlich Besuch bekommen, er selbst zweifelt schon an sich und sagt uns Lesern auch ganz klar, das wir ihn nicht für verrückt halten sollen, aber es sind alles Personen aus seinem Leben und alle sind tot. Jeder erzählt seine Geschichte, jeder kennt die Worte Trauer, Rache und Hass aufs Genauste. Jeder weiß wie es laufen muss, aber jeder zeigt ihm auch einen Ausweg, auch wenn Will das noch nicht ganz versteht, und mehr sage ich dazu nicht.

Ich bin unglaublich beeindruckt, wie Jason Reynolds einen in seine Geschichte hineinzieht. Und ich habe totalen Respekt, denn er hatte seine Geschichte schon in Romanform vorliegen und hat dann alles geändert, weil seine Agentin meinte, ihr fehlt was. Für eine einminütige Fahrt ist diese Wahl des Ausdrucks zu lang, er soll es in Versform schreiben und er hat es gemacht und man ist das hammerstark. Trotz, der wenigen Worte, schafft er einen Gefühlsstrudel zu erzeugen, der einen mitreißt, hineinzieht und alles mitfühlen lässt. Die Geschichte fesselt von dem ersten Wort an und man ist förmlich in einem Sog, man befindet sich in der Abwärtsspirale und kann dieses ganze Dilemma kaum aushalten. Dieser Autor beherrscht es mit wenigen Worten Gefühle, Ängste und Trauer hautnah miterleben zu lassen und gleichzeitig nimmt er es mit einem ganzen gesellschaftlichen Problem auf. Wie soll man nämlich aus eingefahrenen Zwängen ausbrechen, wie kann man sich dagegenstellen und zeigt mehr den je auf, sei kein Mitläufer, sondern, nimm dein Leben selbst in die Hand. Aus einer einminütigen Fahrstuhlfahrt wird ein wahrer Seelenstrip.

Wie ihr seht, ich bin echt begeistert, ich konnte dieses Buch gar nicht aus den Händen legen und es ist ein Rausch und ich mag solche sprachlichen feinen Sachen total gern. Eins steht fest, ihr müsst es alle lesen und noch was steht fest, ich muss mehr von dem Autor lesen. Ich denke, da haben wir alle bis jetzt was verpasst. Dem nimmt man nämlich so eine Geschichte voll ab.

Long Way Down, ist fesselnd, rasant, einfühlend, wachrüttelnd und eine Fahrstuhlfahrt der besonderen Klasse. Hammerstark und so authentisch.


Henry und ich klebten begeistern an den Worten und dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:

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Über den Autor:


Jason Reynolds studierte Literaturwissenschaften an der University of Maryland. Seine Bücher wurden von der Presse hochgelobt und vielfach ausgezeichnet. In den USA gehört er zu den neuen Stars in der Jugendbuchszene. Zuletzt war Jason Reynolds mit seinem Roman „Ghost“ unter den National Book Award Finalists, in Deutschland erhielt er den Luchs des Jahres von DIE ZEIT und Radio Bremen. Jason Reynolds lebt in Washington D.C. 

Quelle: dtv Verlag


Vielen lieben Dank an den dtv Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Samstag, 31. August 2019

BÜCHERPOST im Juli ...

Hallo meine Bücherabenteurer,

momentan rinnt mir die Zeit nur so durch die Finger und ich habe euch noch gar nicht meine Bücherneuzugänge aus Juli gezeigt. Aber momentan fällt es mir wirklich schwer, zum Laptop zu greifen und zu schreiben. Ihr kennt das sicher auch, wenn im Leben etwas schief läuft, hat das ja immer ungeahnte Auswirkungen. Man denkt, alles ist gut und dann haut es einen um ...lach... also ich stehe noch, keine Sorge, aber meine Kraftreserven brauchen ein Upgrade. Deshalb lese ich gar nicht so viel, wie ich mag, und komme auch einfach nicht dazu. Aber Bücher sind natürlich eingezogen und ich mag sie euch einfach zeigen. Wollen wir? Dann los ...

 
 
Dexter mag ja gar nicht mehr so gern mit mir Fotos machen, seufz, echt schade.


 

Der erste Stapel ist natürlich meinem Buchhändler gewidmet, wie soll es auch anders sein. Einmal im Juli dort gewesen und schwups zwei Bücher nach Hause getragen. "Lord of Shadows" lag in einer Krabbelkiste und wurde sofort von mir konfisziert. Ich habe ja ein ganzes Cassandra Clare Regal und das fehlte mir noch, nur weiterlesen sollte ich wohl auch, aber was sind das auch immer für dicke Schinken. "Lacroix und die Toten vom Pont Neuf" ist mir ganz spontan ins Auge gefallen, das Cover, roter Buchschnitt und meine Lieblingsbuchhändlerin Julia rief mir sofort zu, das es klasse wäre und genau mein Beuteschema. Tja, auf nach Paris, das geht ja immer. 


 

Ein hübscher Stapel aus dem Hause dtv und farblich auch noch passend abgestimmt. "Eve of Man: Die letzte Frau" ist vom Autorenehepaar Giovanna & Tom Fletcher und das Thema klingt einfach richtig gut. Viele Männer, eine Frau und ihr Leben, ich muss gestehen, ich habe es schon angelesen, aber es konnte mich noch nicht abholen und so habe ich es auf später verschoben. Ich glaube, dafür hatte ich einfach noch nicht den Kopf frei. "Long Way Down" ist ein hammerstarkes Buch, ich habe es schon verschlungen, Rezension wird bald folgen und es ist einfach genial. Müsst ihr lesen. Unbedingt!


 

Ein hübscher Stapel voller Spannungslektüre. "Outback" bringt mich wieder nach Australien, sonst ist das nicht mein Reiseziel, aber dieses Jahr soll es so sein. Bis jetzt hat das Buch gut abgeschnitten und ich glaube, ich muss es bald lesen. "Zu Staub" ist ein neues Buch von Jane Harper, die mich schon zweimal mit ihrem Ermittler Aaron Falk überzeugen konnte, irgendwie bin ich davon ausgegangen, das es ein weiterer Fall wäre, aber nein der spielt gar nicht mit. Trotzdem ist es ein australischer Thriller und die Frau kann ja schreiben, also bin ich auf jeden Fall so oder so gespannt. "Tödliches Klassentreffen" ist der erste Krimi von Adriana Jakob und ich habe diesen schon gelesen und auch hier wird eine Rezension noch folgen. Was ich aber vorab schon verraten kann, ich mag das Team, ich fand den Fall richtig gut und ich möchte definitiv mehr. Jawohl!


 

Hier kommt mein besonders hübschi Stapel. "Melmoth" ist ein absolutes Coverträumschen, ein wahrer Augenschmeichler und von einer Autorin, die mich schon mal begeistern konnte. Damals war ich total hingerissen von ihrer Erzählweise und ihrer atmosphärischen mystischen Art. Diesmal entführt sie uns nach Prag und hält genug Schauergeschichte parat, das klingt mega. Erscheint übrigens erst Ende September. "Das goldene Palais" spielt in Wien. Mein wunderbares Wien, was ich dieses Jahr leider nicht besuchen werde und was ich so traurig finde. Aber egal so werde ich mir das Buch schnappen und zumindest im Buch durch meine Herzstadt wandeln. Übrigens eine Geschichte über eine Familie, Macht und Liebe inklusive.


 

Und schon sind wir beim letzten Bild angelangt. Das ging doch schwuppdiwupp. "Faye: Herz aus Licht und Lava" habe ich vom Verlag überraschend bekommen und mich mega gefreut, weil es ein Buch von der lieben Katharina Herzog ist und ihr Debüt als Jugendbuchautorin. Ich habe es auch schon gelesen und ich fand es sehr süß und herrlich komisch und Island sehr interessant. Rezension wird auch hier noch folgen. "Superman" ist erst mal der letzte Band aus der DC Superhelden Reihe, zumindest ist mir nix weiter bekannt. Nun ist er nicht unbedingt mein Lieblingsheld und genau deshalb, bin ich auf ihn am neugierigsten. Mal sehen was der, so drauf hat. "OMG, diese Aisling!" habe ich auch überraschend bekommen und ich dachte, hey mein zweiter bold Titel, das Büchlein liest mal direkt und ja, ich habe es gelesen, aber es war nicht so meins. Zum Ende etwas besser und die Kernaussage, glaube ich gar nicht mal so unwichtig, aber Rezension wird einfach folgen. Man kann ja auch nicht alles mögen, oder? Deshalb freut man sich trotzdem wie blöde, wenn Überraschungspost kommt <3


Nun ist der Streifzug, durch meine Juli Neuzugänge schon vorbei und sind das nicht tolle Bücherschätze. Jetzt habt ihr wieder den vollen Durchblick und ich hoffe, ich bringe meine Augustbücher früher, denn beim Schreiben habe ich doch gemerkt, es macht unheimlich Spaß. Nur die Fotos sind gerade kein Zuckerschlecken, aber wir sind ja nicht hier bei wünsch dir was :D Nun ist dieser wilde und bunte Mix eingezogen und sehr herzlich willkommen. Diesmal habe ich auch schon einiges gelesen, wenn ich richtig gezählt habe, sogar vier Bücher. Krass! Rezensionen liefere ich noch nach, eins nach dem anderen. Wie sah denn euer Juli aus? Ist eins meiner Bücher vielleicht auch bei euch eingezogen? Und welches möchtet ihr am liebsten sofort lesen? Auch, Bücher sind was Feines. 

Ganz liebe Grüße
Eure, sich jetzt an die Grillvorbereitungen machende, Sharon
 

Freitag, 30. August 2019

Rezension: Cornelia Funke & Guillermo del Toro * Das Labyrinth des Fauns


Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: S. Fischer
ISBN-13: 
978-3737356664
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 16,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Juli 2019
 

Übersetzer: Tobias Schnettler
Illustrator: Allen Williams 




Inhalt:
Ofelia muss mit ihrer Mutter in die Berge ziehen, dort ist ihr neuer Stiefvater mit seinen Truppen stationiert. Aber von glücklicher Familienzusammenführung kann man hier wahrlich nicht sprechen. Der Ort ist überaus dunkel, kalt und unheimlich und trotzdem zieht es Ofelia mehr in den Wald, als im selben Haus zu sein, wie ihr unbarmherziger Stiefvater. Ihre neue Zufluchtsstätte hat nämlich noch mehr zu bieten, hier gibt es einen geheimnisvollen Faun und er stellt Ofelia drei Aufgaben. Kann sie diese erfüllen, ist sie die lang verschollene Prinzessin des Reiches. Ofelia ist begeistert und lässt sich auf dieses phantastische Abenteuer ein und wird immer mehr in diese Welt hineingezogen. Aber wird ihr der Mix aus wundervoll und grausam zugleich gefallen? Kann sie die Aufgaben meistern? Und was wird der Stiefvater dazu sagen?

Meinung:
Das Labyrinth des Fauns ist eine Hommage an den Film, Pans Labyrinth. Guillermo del Toro hat sich nämlich schon immer gewünscht, dass es zu seinem Film auch ein Buch geben soll und für ihn gab es nur eine, die dessen Aufgabe gewachsen ist. Nämlich Cornelia Funke. Ich kann ihn da absolut verstehen, diese Frau hat es nämlich drauf und ist ein Sprachgenie. Natürlich füllte sich Frau Funke geschmeichelt, geehrt, aber der Aufgabe nicht wirklich gewachsen, da sie den Film kennt und sehr liebt, aber wie soll man da Nein sagen können. Somit schlug sie vor, 10 Geschichten zu schreiben, die den Schlüsselszenen des Films mehr Hintergrundwissen geben sollten. Und nun liegt uns dieses Werk vor und ich muss vorab gestehen, ich hab immer noch nicht den Film gesehen, mich schrecken immer noch diese Bilder vom bleichen Mann ab. Aber gelesen habe ich es nun und davon mag ich euch erzählen.

Die Geschichte spielt in Spanien des Jahres 1944, also einer Zeit, die alles andere als fröhlich war. Ofelia ist die Tochter eines Schneiders und hatte eine ganz besondere Bindung zu ihren Vater. Beide liebten das Magische und Schöne, nun ist er nicht mehr da und ihre Mutter hat neu geheiratet. Völlig zum Unverständnis der Tochter, aber die Mutter ist der Meinung, ohne einen Mann geht es halt nicht. Aber dann so ein kalter, grausamer und unbarmherziger Soldat, ist einfach, nicht nachzuvollziehen. Die Mutter steht unter Druck und will ihren neuen Mann gefallen, und zwar mit samt Tochter und Ofelia möchte Liebe, Freiheit und ein zu Hause. Deshalb ist sie lieber im Wald und begegnet dort einen Faun, der ihr eine Geschichte über sein Reich und der verschollen Prinzessin erzählt. Ofelia, die hinter der Geschichte nichts Böses vermutet, ist Feuer und Flamme und nimmt die drei Aufgaben an, damit sie als Prinzessin des phantastischen Reiches helfen kann. Allerdings hatte sie nicht vermutet das diese so faszinierend und grausam zugleich sein können.

Diese Geschichte ist wie ein Spiegel, auf der einen Seite, bei ihrer Mutter herrscht Krieg, Gewalt und Grausamkeit. Die Rebellen wollen zuschlagen, aber ihr Stiefvater zerschlägt alles und lässt keine Gnade walten. Zu seiner Frau ist er auch nicht sonderlich nett, sondern sehnt sich nur nach der Ankunft seines Sohnes, seines einzigen Erbens. Welches Kind will sich solch einer Welt nicht entziehen und lieber in Märchenbücher und Geschichten hinein flüchten. Da ist es doch genial, wenn einem plötzlich ein Faun begegnet, der Hilfe benötigt und man sich somit nützlich machen kann, ohne an die Gefahren zu denken. Ofelia nimmt allen Mut zusammen, verpflichtet sich, zu helfen, und übernimmt Verantwortung für sich und einer Welt, die sie nicht kennt und doch steht sie dafür ein. Aber auch bei ihrer Mutter versucht sie, das Gleiche zu unternehmen.

Cornelia Funke schafft hier eine sehr düstere Atmosphäre mit grausamen und brutalen Einschlägen. Aber Krieg ist nicht schön und auch auf der phantastischen Ebene ist nicht alles heile Welt. Sehr lebendig und mit der Kraft von Worten schafft sie eigene Bilder, setzt die Grenzen zwischen Gut und Böse ganz klar und gestaltet aus einer schon bestehenden Welt ihre eigene. Für mich ist die Geschichte absolut gelungen, ich finde die Idee mit den 10 Geschichten klasse und konnte trotzdem dem roten Faden des großen und ganzen folgen. Der Schluss ist höchst dramatisch und gerade deshalb auch was sehr besonderes. Obwohl ich den Film noch nicht kenne, habe ich nicht das Gefühl, was verpasst zu haben oder nachholen zu müssen. Ich glaube, die Idee, aus einem Film nun ein Buch zu machen und das 13 Jahr nach dem Kinostart ist gelungen.

Das Labyrinth des Fauns, ist packend, faszinierend, aufwühlend, dunkel und sehr traurig. Aber auch ein unglaublicher Schatz an Worten und Bildern die einen Mitreißen und einen mit einem erlebten Abenteuer zurücklassen. Großartig.


Henry und ich sind Cornelia Funke Fans und hier wieder voll auf unsere Kosten gekommen und dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autoren:
 


Cornelia Funke, geboren 1958, zählt zu den international erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. Das US-Magazin »Time« wählte sie zu einem der 100 einflussreichsten Menschen des Jahres 2005, das ZDF kürte sie 2007 zu einer der 50 »Besten Deutschen Frauen«. Für ihre Bücher wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Cornelia Funke lebt in Malibu, Kalifornien.

Guillermo del Toro wurde 1964 in Guadalajara, Mexiko, geboren. Er ist Filmregisseur, Drehbuchautor, Produzent und Romanautor und erhielt für sein Schaffen unzählige Preise. Mit Werken wie »Pans Labyrinth« zählt er zu den bekanntesten und erfolgreichsten Regisseuren der Welt. Für seinen Film »The Shape of Water. Das Flüstern des Wassers« erhielt er 2018 zwei Oscars.



Vielen lieben Dank an den S. Fischer Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Mittwoch, 28. August 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherschnüffler,

das Leben ist ja bekanntlich kein Wunschkonzert und meine Hitliste ist wohl gerade total abgestürzt, umso besser, wenn man sich mit guten Themen umgibt, und meine Leidenschaft sind einfach Bücher. Was wäre das Leben ohne diese Schätze, klar man kann ohne leben, aber wie soll ich dann den miesen Zeiten ausweichen. Also schauen wir auf Bücher, das macht das Leben definitiv besser. Das seht ihr doch auch so und wie wäre es dann mit noch ein bisschen Magie. Aber Magie reicht nicht aus, wie wäre es dann noch mit New York? Na, neugierig geworden, dann schauen wir uns das Buch mal an:


Der letzte Magier von Manhattan
Teil 1
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 02.09.2019

„Der letzte Magier von Manhattan“ ist der Auftakt einer temporeichen Urban Fantasy-Saga über eine junge Diebin im Manhattan des frühen 20. Jahrhunderts.

Seit Jahrhunderten herrscht Krieg zwischen zwei Fraktionen von Magiern: Während die einen sich dem mächtigen Orden Ortus Aurea angeschlossen haben, fristen die anderen ein Schatten-Dasein im Untergrund. Zu ihnen gehört die junge Diebin Esta, die von ihrem Mentor ins New York des Jahres 1901 geschickt wird, um ein Buch zu stehlen, das als Waffe gegen den Orden dienen soll. Esta schließt sich einer Gang von Magiern an, die wie sie den Orden bekämpfen. Sie gewinnt deren Vertrauen und mehr – und weiß doch, dass sie jeden in der Vergangenheit betrügen muss, wenn sie die Zukunft retten will.

Eine junge Diebin, das New York der Gangs und Gaslaternen und ein uralter Krieg der Magier.


Das klingt doch nach Musik zwischen den Zeilen, oder etwa nicht? Ein bisschen erinnert mich das Cover an die Unendliche Geschichte und auch ein bisschen an Doctor Strange ...lach... komisch oder? Aber beides ziemlich coole Sachen. Ich glaube, diese Urban Fantasy-Dilogie könnte genau meinen Geschmack treffen und mich gut vom Alltag ablenken! Außerdem mag ich total gern Urban Fantasy, also werde ich das Buch ganz bestimmt im Auge gehalten. Wie steht es mit euch? Wieder mal Lust auf böse Magier? Oder lockt euch das alte New York? Und auf welcher Wunschliste steht es schon?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich durch den Alltag kämpfende, Sharon

Montag, 26. August 2019

Rezension: Delia Owens * Der Gesang der Flusskrebse

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: hanserblau
ISBN-13: 978-3446264199
Preis: 22,00 EUR
E-Book: 16,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Juli 2019
Übersetzer: Ulrike Wasel und Klaus Timmermann 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Kya Clark ist das Marschmädchen, nicht weil sie es so wollte, sondern weil das Leben es nicht gut mit ihr meint. Zuerst verließ sie die Mutter, als sie noch sehr klein war, darauf folgten ihre Geschwister und zurück blieb, dass kleine Mädchen mit einen trinkenden Vater, in der Wildnis der Marsch. Immer sich selbst überlassen, wird sie zur Beobachterin der Natur und eine Überlebende in der Einsamkeit. In ihrem Leben wird es auch zwei Männer geben, die sich von der jungen freien Frau angezogen fühlen und einer davon wird tot aufgefunden. Chase Andrews, der Liebling der Gemeinde, soll vom Leuchtturm gefallen sein, aber das glaubt hier keiner, denn für alle gibt es nur einen Täter und das ist das Marschmädchen. Aber trägt Kya die Schuld an Chase Tod? Welche Beziehung hatten sie zueinander? Und wird sich Kya zu den Beschuldigungen währen können?

Meinung:
Was für ein klangvoller Titel, der Gesang der Flusskrebse, dazu das stimmige Cover, ein Klappentext, der neugierig macht und somit hatte das Buch meine Aufmerksamkeit. Außerdem fand ich es spannend, dass die Autorin Zoologin ist und interessiert, welche Einflüsse da wohl mit einziehen werden. Außerdem war mir nicht klar, in welche Richtung die Geschichte laufen würde und so hatte ich eine ganze Packung an unsicheren Punkten und bin deshalb sehr unvoreingenommen an die Geschichte herangegangen. Ob sie mir gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Die Erste ist 1952 und wir erleben mit, wie Kya heranwächst und zu der Frau wird, die sie später ist. Die zweite Ebene ist 1969 und beschreibt den Todesfund von Chase Andrews und die dazugehörigen Ermittlungen. Ein interessanter Mix, der Abwechslung, Vorahnungen und dadurch Spannung aufbaut.

Aber natürlich steht im Vordergrund Kya und ihre Marsch. Ein kleines Mädchen was die Umwelt noch nicht ganz zu deuten weiß, wird von ihrem Umfeld verlassen. Die Mutter, die einfach geht, danach halten es die Geschwister mit dem betrunkenen, brutalen Vater nicht mehr aus und verlassen auch das Haus. Sogar Jodie, Kyas Lieblingsbruder geht und lässt sie allein zurück. Nun steht sie da, mit ihren 6 Jahren und versucht einen Deal mit ihrem Leben zu machen, sie hält das Haus sauber und kocht, dafür lässt ihr Vater sie in Ruhe und sie leben friedlich nebeneinander her. Zudem zieht es Kya eh immer raus, zu den Vögeln, den Muscheln und zu den Pflanzen, sie entwickelt ein großes Verständnis für die Natur und deren Tieren. Ihre schüchterne und ruhige Art lässt auch den Vater umdenken und eine Zeit lang läuft es sogar so gut mit dem Beiden, das er ihr das Angeln beibringt und auch sein Wissen mitgibt. Nur hält der Frieden nicht an, und auch Kyas Versuche in der Stadt mit den Bewohnern klar zu kommen, ist nicht vom Erfolg gekrönt. So wächst Kya heran, immer vor neuen Problemen gestellt und immer ausgegrenzt, aber sie ist eine Kämpferin, denn immer hin zeigt die Natur, das die weiblichen Tiere meist die Stärkeren sind.

Kyas Geschichte ist eine traurige, schmerzhafte und auch dramatische. Ein kleines Mädchen sich selbst überlassen, allein und dann auch noch die Ablehnung durch die Gesellschaft. Ich fand das schon nicht ohne, aber dann auch noch dieser Mordfall und man möchte einfach wissen, wie ist Chase Andrews in Kyas Leben getreten, denn da gibt es doch noch einen anderen. Somit bleibt man an der Geschichte dran, mag sie gar nicht loslassen und dazu kommen noch die bildhaften Beschreibungen der Autorin zum Marschland. Wie Kya mit ihrem Boot durch die Flüsse schippert und dabei auf Sandbänke acht gibt, oder Vögel beobachtet. Dazu sammelt sie leidenschaftlich gern Federn und was die Autorin dazu berichtet ist einfach irre. Da wird einen klar, wie wenig man als Stadtmensch wahrnimmt und wie wenig man sich die Zeit dafür nimmt. Im ganzen Buch stimmt somit einfach die Atmosphäre, man spürt die Sonne im Nacken und kann fast das Wasser sehen und wie ein Stein über deren Oberfläche darüber schnippt.

Mehr will ich gar nicht dazu sagen, es ist ein Roman der über eine junge Frau erzählt, die sich durchs Leben kämpft, Erfahrungen sammelt und oft über sich selbst hinauswächst. Die einfach jeden vor Augen führt, was man alles schaffen kann, wenn man es auch will. Dazu diese schwärmerischen Naturschilderungen, die einen bildhaft vor Augen führt, was Leben bedeutet und welche einzigartige Schöpfung uns umgibt. Gerade in der heutigen Zeit ist es umso passender. Tja, und dann der Mordfall, der zu Beginn einen unglaublich tollen Lesesog erzeugt, aber leider nicht bis zum Schluss durchhalten kann, denn hier verliert sich die Geschichte ein bisschen und baut an Spannung ab. Das ist ehrlich gesagt mein einziges Manko, ansonsten habe ich die Geschichte unglaublich gern gelesen und bin von den Beschreibungen und der Atmosphäre sehr beeindruckt.

Der Gesang der Flusskrebse ist eine vielschichtige und sehr atmosphärische Lebensgeschichte mit einem Mord, Lebenskampf und natürlich auch Liebe. Unglaublich feinfühlig, poetisch, schwärmerische und beeindruckend geschildert, ein Buch was Zeit braucht, aber es lohnt sich.
 
Henry und ich haben die Lesestunden sehr genossen und dafür gibt es vier Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:


Delia Owens, geboren in Georgia, lebt auf einer Ranch in Idaho. Über zwanzig Jahre erforschte die Zoologin in verschiedenen afrikanischen Ländern Elefanten, Löwen und Hyänen. Als Kind verlebte Owens die Sommerurlaube mit ihren Eltern in North Carolina, wo auch ihr Romandebüt spielt.



Vielen lieben Dank an den hanserblau Verlag für das  Rezensionsexemplar.