Freitag, 15. November 2019

Rezension: Dana von Suffrin * Otto


Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: KiWi
ISBN-13:
978-3462052572
Preis: 20,00 EUR  
E-Book: 16,99 EUR   
Reihe: 1/1   
Erscheinungsdatum: August 2019 


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Inhalt:
Timna und Babi eilen ins Krankenhaus, denn ihr Vater liegt dort und ruft nach seinen Töchtern. Er schreit ständig nach seinen Kindern und lässt sich nicht abwimmeln und trotz, dass die Kinder immer parieren, lässt er nichts Gutes hören. Otto ist alt und wird zum Pflegefall, vom Krankenhaus kommt er nach Hause und wird für seine Lieben ein hartes Los. Er macht es keinem leicht und hält alle im Atem, weil er einfach ein starrköpfiger, sturer, aufbrausender, manipulativer jüdischer Familienpatriarch ist. Aber ist er wirklich ein böser alter Mann? Wie gehen die Töchter mit so einen Vater um? Und was macht das Alter mit einem?

Meinung:
Otto ist eine Familiengeschichte, die mich persönlich allein vom Klappentext nicht kalt gelassen hat. Auch mein Vater, hatte nach einer schweren Krankheit solche Anfälle von „ihr müsst euch kümmern“, „dafür seid ihr meine Kinder“, „das ist Familie“ und man selber schluckt und denkt sich seinen Teil, immer ruhig bleiben, bloß nicht aufregen. Das geht vielleicht eine Weile gut, aber auf Dauer! Das wollte ich von diesen Schwestern wissen, gibt es noch schlimmer Exemplar von Vätern und wie hält man durch. Also musste ich es einfach lesen und hier kommt meine Meinung.

Otto ist unausstehlich, auf den ersten Blick möchte man nichts mit ihm zu tun haben und doch, nimmt man sich der Geschichte um ihn immer mehr an. Denn dieser Mann hat auch seine Geschichte und diese wird Stück für Stück frei gelegt. So wird aus dem Tyrann ein Mensch, der zwar im alter schwer zu ertragen ist und doch ein Herz hat und es gut meint. Seine Art seinen Töchtern gegenüber ist trotzdem schwer zu ertragen und so schwankt man auch mit ihnen zusammen zwischen Hass und Liebe.

Die beiden Schwestern stecken in den Klauen der Pflicht fest und es ist auch schwierig, da eine Grenze zu ziehen. Man bekommt als Kind schon immer die Werte vermittelt, sich um die Eltern im Alter zu kümmern, und somit ist man einfach in einer emotionalen Zwickmühle. Man schlägt sich mit Ärger, Wut und Unverständnis rum und stellt das eigene Leben hinten an. Ich konnte sie zum einen gut verstehen, aber das sie so gar nichts aus ihren eigenen Leben machten, fand ich auch extrem schade, aber vielleicht fehlt ihnen auch einfach die Kraft dazu. Allerdings bei dem Elternhaus auch nicht ungewöhnlich.

Dana von Suffrin lässt nicht nur das Thema Seniorenalter in ihren Roman einfliessen, sondern auch Ottos Lebensgeschichte als Jude aus Siebenbürgen. Seine Kultur, sein Spießbürgertum, seine Geizigkeit, aber auch seinen Weg, ein gebildeter Mann, der sich von seiner Familie trennt und auszieht, um sein Leben zu führen, im fremden Deutschland. Was in der jüdischen Geschichte nicht unbedingt gut abschneidet, es ja gar nicht kann. Es erzählt von seinen Höhen und Tiefen, wie er versucht, seinen Töchtern was zu bieten und um sie vernünftig zu erziehen. Aber auch von seinem Scheitern.

Ich bin ein bisschen hin und her gerissen von diesem Buch. Die Lebensgeschichte von dieser wirklich merkwürdigen Familie, aber vor allem von Otto, fand ich recht unterhaltsam. Auch das man hinter die Fassade gucken konnte und so statt einem Tyrannen einen gut meinenden Vater entdecken konnte. Trotzdem fand ich die Lösung der Schwestern eher traurig, beide finden ihren Mittelpunkt im Leben nicht, sind ihrem Vater hörig und können ihr Leben nicht selbst führen. So stecken sie einfach fest und ergeben sich eher ihrem Schicksal, als brave Töchter. Somit kommt, aber auch die Spannungen von Kinderpflicht rüber, sich immer kümmern, aber heißt das auch gleichzeitig Selbstaufgabe?

Otto ist auf jeden Fall ein Buch mit dem Ansatz zum Nachdenken. Es ist unglaublich traurig, aber auch mit einer großen Portion Komik drin, obwohl schon eher böser Sarkasmus. Eigentlich eine Farbskala der Liebe, nicht einfach, aber hier und da immer auf Messerschneide. Der Drahtseilakt diese trotz der Umstände immer wieder zu finden und zu offenbaren, das ist das große Kunststück. Mir hat diese ungewöhnliche Geschichte gefallen.
 
Henry und ich fanden dieses Buch außergewöhnlich und dafür gibt es vier Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:


Dana von Suffrin wurde 1985 in München geboren. Sie studierte Politikwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Komparatistik in München, Neapel und Jerusalem. Seit 2009 ist sie Museums- und Stadtführerin in München. 2017 Promotion mit einer Arbeit zur Rolle von Wissenschaft und Ideologie im frühen Zionismus, seitdem Postdoc an der LMU. Sie lebt in München. 

Quelle: KiWi Verlag 

Vielen lieben Dank an den Kiwi Verlag für dieses Rezensionsexemplar. 

Mittwoch, 13. November 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherreisenden,

für mich kommt langsam die Zeit, wo ich mich sonntags vor den Fernseher einrolle und ein Märchen schaue. Traditionen muss man ja pflegen und so schaue ich auch jedes Jahr meine Lieblinge. Ein Lieblingsfilm von meiner Mutter ist "Die Schneekönigin" und da habe ich nun ein Buch gefunden, was so ein bisschen einen solchen Ansatz hat. Dazu kommt, dass mich diese Autorin schon mit einem ihrer Werke vollkommen verzaubert hatte und poetisch begeister hat. Bevor ich nun lange drumherum schreibe, schauen wir es uns doch einfach an, oder? Los geht es:
 

Rabenherz & Eismund
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 25.11.2019

Das Land über dem gefrorenen Himmel hat Mailin bisher für ein schönes Märchen gehalten, mehr nicht. Als eines Tages ihre Freundin Silja angeblich ins Reich des Winterkönigs entführt wird, macht die unerschrockene Mailin sich auf einen gefährlichen Weg. Toma aus dem Clan der Elchreiter und Birgida, selbst eine Gefangene des Winterkönigs, helfen ihr, sich in dessen Schloss einzuschleichen – doch was hat es mit dem rätselhaften Eisprinzen auf sich, den sie in einem geheimen Trakt entdecken und den sie alle drei aus ihren Träumen kennen? 


Nina Blazon hat wieder die magische Feder ausgepackt und trifft damit genau meinen Nerv. Es klingt so ein bisschen nach der Schneekönigin und Schneeweißchen und Rosenrot, zumindest fühle ich mich direkt daran erinnert. Wie seht ihr das denn? Außerdem finde ich dieses Cover wieder ganz besonders hübsch gelungen und allein das ist ja schon wieder ein Kaufargument. Ich finde, es passt perfekt in die Winterzeit zum Träumen, sich verlieren und märchenhaften Geschichten. Was bin ich gespannt, was Frau Blazon hier erzählen wird und ich glaube, ich muss es haben. Ist es euch auch schon aufgefallen? Steht es schon auf eurer Wunschliste? Und wer kennt schon Bücher von der Autorin?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich ihre Playliste für Advent zusammenstellen gehende, Sharon

Montag, 11. November 2019

Rezension: Romy Fölck * Sterbekammer

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
ISBN-13: 978-3785726549
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 15,99 EUR
Reihe: 3. Teil
Erscheinungsdatum: September 2019 


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Inhalt:
Frida Paulsen ist jetzt wieder im Polizeidienst und bekommt direkt einen neuen Chef vor die Nase. Dieser hat das Küken im Team direkt auf dem Kicker und macht ihr das Leben etwas schwer. So möchte sie sich beweisen und eilt beim Hilferuf einer Nachbarin direkt zur alten abgelegenen Deichmühle. Der Hund vom Besitzer bellt ziemlich aufgeregt und als Frida sich zum Haus Zugang verschafft, findet sie diesen tot an der Treppe. Es sieht nach Unfall aus, bis Frida durch Zufall, in der Küche eine Klappe findet und bei genauerer Untersuchung in einem Gefängnis steht. Die Kollegen werden dazu gerufen und die böse Vorahnung macht Gewissheit platz, hier wurde eine Frau gefangen gehalten und die Spuren führen zu einen alten Fall und einer jungen Frau. Aber wo ist das Opfer hin? Können Frida und Haverkorn Licht in den Fall bringen? Und wer steckt hinter der Entführung?

Meinung:
Romy Fölck ist eine ganz tolle sympathische Frau und ihre Krimireihe ist ein absoluter Garant für gute spannende Unterhaltung. Hier passt das Team, das Setting und die Fälle, man könnte sagen, es ist eine nordische harmonierende Symphonie und ich mag das. Nun liefert sie schon den dritten Teil ab und ich kann vielleicht schon verraten, dass ich es an zwei Tagen aus gelesen hatte. Wie mein Urteil nun ausfällt, erzähle ich euch nun.

Eigentlich kennt ihr ja schon das Team, aber vielleicht verrate ich ein bisschen was zum Stand der Dinge. Frida lebt nun bei ihren Eltern auf den Apfelhof und die Sorgen darum werden nicht kleiner. Dazu hat sie sich endlich entschieden, wieder in den Polizeidienst zurückzukehren und bei der Kriminalpolizei zu arbeiten. Sie gliedert sich ein, versucht wo sie kann zu unterstützen und muss sich den neuen Chef direkt entgegenstellen. Für sie brennt so, überall ein kleines Feuer und Frida muss sich beweisen. Aber es tut sich einiges und auch die Liebe brennt ein bisschen mit. Bei Haverkorn stehen auch alle Ampeln auf Veränderung. Er ist noch krankgeschrieben vom letzten Fall und erholt sich mit seiner Tochter zusammen. Für beide eine ungewohnte Situation, aber auch ein Gedanke von Um- und Aufbruch liegt in der Luft. Eigentlich möchte er gern seinen Dienst beenden, aber Frida und der neue Fall, lassen ihn nicht los. Das Team wächst immer mehr zusammen und es macht solchen Spaß, diesen dabei zuzusehen. Ich mag beide unglaublich gern und fülle mich in ihrer Mitte pudelwohl.

Aber auch die Fälle haben es in sich. Natürlich spielt auch das Setting in den Büchern eine große Rolle. Viel plattes Land, dazu Natur pur, Obstbauern und das passende Wetter. Diesmal Sommer, mit ziemlich hohen Temperaturen und einen Fall, der das Blut gefrieren lässt. Eine Entführung, die schon fast zehn Jahre zurückliegt und die damals keine Spuren hinterlassen hat und jetzt kommt der Fall wieder hoch. Man findet Spuren und die Gewissheit, hier liegt ein schweres Verbrechen vor, aber wer steckt da hinter. Die Suche sieht aussichtslos aus und die Spuren werden wieder kalt, aber unsere Ermittler bleiben dran.

Romy Fölck schreibt unglaublich spannend und extrem geschickt. Sie füttert uns mit kleinen Details, führt uns zu einer schrecklichen Vergangenheit, breitet somit ein großes Puzzle aus und lässt uns Teil für Teil zusammen fügen. Das macht sie so perfekt, dass man das Buch einfach nicht loslassen kann und einfach weiterlesen muss. Aber damit nicht genug, denn sie streut noch Gedanken der entführten Frau ein und ohne das sie ins genaue Geschehen eingeht, lässt sie genug Raum, damit man sich die Gräuel vorstellen kann. Dieser Fall hatte es wirklich in sich und hat den Atem anhalten lassen und das, obwohl mir ziemlich früh klar war, wer dahinter steckt. Ich sag ja, die Frau hat es verdammt drauf.

Sterbekammer kann das hohe Niveau seiner Vorgänger halten und bietet uns einen extrem starken Kriminalfall. Für mich eine richtig tolle Reihe, fesselnd, spannend und atmosphärisch. Was bin ich froh, dass Frau Fölck am vierten Band schreibt, denn die Marsch hat bestimmt noch so viel zu bieten und ich habe noch lange nicht genug.
 

Henry und ich finden diese Reihe ganz große Klasse und für diesen Teil gibt es die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:


ROMY FÖLCK wurde 1974 in Meißen geboren. Sie studierte Jura, ging in die Wirtschaft und arbeitete zehn Jahre für ein großes Unternehmen in Leipzig. Mit Mitte dreißig entschied sie, ihren großen Traum vom Schreiben zu leben. Sie kündigte Job und Wohnung und zog in den Norden. Mit ihrem Mann lebt sie heute in einem Haus in der Elbmarsch bei Hamburg, wo ihre Romane entstehen. Ihre Affinität zum Norden kommt nicht von ungefähr, verbrachte doch ihr Vater seine ersten Lebensjahre in Ostfriesland. TOTENWEG ist der erste Band ihrer Krimiserie um die beiden Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn.



Elbmarsch-Krimi Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Romy-Foelck/Totenweg_lid_34473753.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Romy-Foelck/Bluthaus_lid_36951933.html?storeID=barbers

1. Teil: Rezension I 2. Teil: Rezension

Vielen lieben Dank an den Bastei Lübbe Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Freitag, 8. November 2019

Rezension: Jess Kidd * Die Ewigkeit in einem Glas

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Dumont
ISBN-13: 978-
3832181055
Preis: 22,00 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: November 2019
Übersetzer: Ulrike Wasel & Klaus Timmermann 


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Inhalt:
Bridie Devine ist Privatdetektivin und das im alten London um 1863. Einer Zeit, die zwar zum Fortschritt schreitet, aber immer noch vom Aberglauben beherrscht wird. Sie bekommt einen neuen und gleichzeitig ungewöhnlichen Fall, sie soll nämlich die verschwundene Tochter von Sir Edmund finden und zurückbringen. Um die vermisste Christabel ranken sich merkwürdige Begebenheiten und Gerüchte, aber Bridie ist eine Frau der Wissenschaft und lässt sich von solch einem Unsinn nicht aufhalten. Dabei hat sie selbst einen ungewöhnlichen Begleiter, Ruby Doyle, der weltberühmte Boxchampion und dieser ist leider schon, tot. So nimmt sie die Ermittlung auf und verschafft sich Zugang zu Christabels Räumen und ahnt, das dieser Fall nicht nur ungewöhnlich ist, sondern das dieses Mädchen wirklich etwas Besonderes ist. Besonders für Sammler menschlicher Kuriositäten und so taucht nicht nur ihr alter Widersacher auf, sondern auch ihre Vergangenheit. Bridie muss schnell sein um das schlimmste zu verhindern und um das Mädchen zu retten. Wird Bridie ihren Fall lösen? Was ist damals in ihrer Kindheit passiert? Und warum folgt ihr ein Toter auf Schritt und Tritt?
 
Meinung:
Ich muss es einfach sagen, ich bin ganz großer Fan von dieser Autorin. Ich liebe einfach ihre Geschichten. Diese sind ganz besondere geschrieben, immer mit einer Portion Humor, viel Atmosphäre und Figuren, die man nie und nimmer loslassen möchte. Tja, und erst ihre Toten, einfach der Hammer. Ich war ganz entzückt ihr neustes Werk in den Händen zu halten und ich denke dieser Ort und diese Zeit, werden ihrer Erzählweise besonders gut schmeicheln. Aber legen wir los, ich muss euch doch an meiner Begeisterung anstecken.

Bridie Devine ist eine starke Frau, die durch eine harte Schule gegangen ist. Als Kind war sie Leichensammlerin, bis sie an den Haushalt eines Chirurgen verkauft wurde. Dort lerne sie vieles, aber vor allen wie böse und niederträchtig Menschen sein können. Diese Zwischenstation in ihrem Leben begleitet sie auch noch jetzt und hat sie teilweise zu der gemacht, die sie heute ist. Eine selbstständige Frau, die zwar nicht Medizin studieren darf, aber vor nichts zurückschreckt. Die sich ihr Leben selbstständig gestaltet und der Männerwelt trotzt. So hilft sie einen Freund beim Scotland Yard oder  bearbeitet detektivische Fälle. Der Fall der verschwunden Christabel reizt sie, weil alle zwar das Kind finden wollen, aber nicht bereit sind, richtige Auskünfte zu tätigen. So hat sie einen überaus fahrigen Vater, verstockte Dienerschaften und einen Hausarzt, dem alles unangenehm ist. Überall Verschwiegenheit, Geheimnisse und jede Menge Tote auf den Weg, das Kind zu finden. Bridie hat Witterung aufgenommen und sich festgebissen. Und ich finde sie großartig, auch wenn sie definitiv zu viel raucht.

Jess Kidd hat hier wirklich ein großartiges London herauf beschworen und webt mit ihren Worten die perfekte Atmosphäre. Ihre Wortwahl und ihre Beschreibungen lassen die Stadt förmlich vor den inneren Auge schimmern und real werden. Man schreitet mit der Protagonistin durch Schlamm und über Kopfsteinpflaster, hört Pferdegetrappel, Marktschreier und erst die Gerüche. Dazu kommt, dass sie eine moderne Frau ist und sich der Wissenschaft nicht verschließt und so tauchen wir auch in die Lehrgänge der Chirurgie ein und erleben jede Menge Gräuel. Aber erst die Mischung macht es noch besser, nämlich der Grad zwischen Fortschritt, Erneuerungen und medizinischen Erkenntnissen und der des Aberglaubens. Die Suche nach Kuriositäten, die Magie von Meerjungfrauen und der Glaube an das Übernatürliche, das macht die Geschichte aus. Es ist nicht nur ein Detektivroman, sondern auch Bridies Lebenskampf.

Außerdem hat die Autorin ganz zauberhafte Figuren geschaffen, die einen glücklich machen, wenn sie auftauchen, oder die passende Situation rocken. Da haben wir zu allererst Ruby, es ist herrlich wie er mit Zylinder, langer Unterhosen, bandagierten Händen und ungeschnürten Stiefeln vor ihr steht und verlegen grinst. Dabei haben seine Tätowierungen ein Eigenleben und sorgen für viele unbezahlbare tolle Stellen. Ich bin wirklich schwer verliebt in diese Figur. Aber auch das zwei Meter große Hausmädchen Cora ist eine Wucht und unglaublich herrlich beschrieben. Laut, gigantisch, aber herzig. Die Schurken glänzen alle auf ihre Weise und gliedern sich in der Figurenschar gut ein. Für mich ein hervorragendes Ensemble und sie verdienen ganz großen Applaus.

Hier hat Jess Kidd was ganz Großes geschaffen, eine Detektivgeschichte mit Schauerelementen in alten viktorianischen London. Bunt, originell, bildgewaltig und absolut bezaubernd. Dieses Buch würde ich sofort nochmals lesen, um den Genuss auf der Zunge noch einmal zu spüren. Mit ihrem dritten Werk hat sie für mich einen absoluten Knaller hingelegt und ich wünschte, jeder würde ihn lesen. Großartig. Einfach Gigantisch!

Die Ewigkeit in einem Glas, ist eine tolle konstruierte Geschichte mit vielen wunderbaren Facetten im alten historischen London. Ein Buch wie ein Film, mit lebendigen Figuren, schwarzem Humor und jede Menge Hinterlist und Spuk. Lesen, unbedingt lesen!
 
Henry und ich lieben diese Geschichten über alles und deshalb die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:
 


Jess Kidd, 1973 in London geboren, hat einen Großteil ihrer Kindheit an der irischen Westküste verbracht. Sie hat Literatur an der St. Mary’s University in Twickenham studiert. Bei DuMont erschienen 2017 ihr Debütroman ›Der Freund der Toten‹, der auf der Krimibestenliste stand, sowie 2018 und 2019 die Romane ›Heilige und andere Tote‹ und ›Die Ewigkeit in einem Glas‹. Die Autorin lebt mit ihrer Tochter in West London.

Quelle: Dumont Verlag 

Weitere Werke der Autorin:

https://www.genialokal.de/Produkt/Jess-Kidd/Der-Freund-der-Toten_lid_31876516.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Jess-Kidd/Heilige-und-andere-Tote_lid_36821172.html?storeID=barbers



Vielen lieben Dank an den Dumont Verlag für das  Rezensionsexemplar.


Mittwoch, 6. November 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherverdächtigen,

ich bin ja auch bekennender Melanie Raabe Fan und eigentlich war mir klar, dieses Jahr kommt nix neues von ihr und dann BÄÄAAAAMMMMM haut sie im Dezember ihr neustes Werk raus. Klar war ich überrascht, aber auch ganz klar sehr entzückt. Immerhin hat diese Frau eine unglaublich starke Erzählweise, sie geht unter die Haut, hat überraschende Wendungen und spielt gern mit des Lesern Fantasy. Diesmal geht es in den Wald und als ob das nicht unheimlich genug wäre, gibt es auch noch eine verschwundene Person und viel Vergangenheit. Das klingt doch gruselig, oder? Schauen wir es uns genauer an:
 

Die Wälder
Verlag: btb
Erscheinungstermin: 27.12.2019

Als Nina die Nachricht erhält, dass Tim, ihr bester Freund aus Kindertagen, unerwartet gestorben ist, bricht eine Welt für sie zusammen. Vor allem, als sie erfährt, dass er sie noch kurz vor seinem Tod fast manisch versucht hat, zu erreichen. Und sie ist nicht die Einzige, bei der er sich gemeldet hat. Tim hat ihr nicht nur eine geheimnisvolle letzte Nachricht hinterlassen, sondern auch einen Auftrag: Sie soll seine Schwester finden, die in den schier endlosen Wäldern verschwunden ist, die das Dorf, in dem sie alle aufgewachsen sind, umgeben. Doch will Nina das wirklich? In das Dorf und die Wälder zurückkehren, die sie nie wieder betreten wollte ...


Klingt das nicht unheimlich und es kommt direkt der Gedanke auf, warum will sie nicht zurück? Was ist damals passiert? Was ist das für ein Dorf? Überrascht hat mich auch der Erscheinungstermin, nach Weihnachten? Nach den Feiertagen, ungewöhnlich oder? Oder das beste Umtausch Geschenk? Ich meine, mir soll es egal sein, so hat man direkt spannende Literatur noch im alten Jahr. Was mir richtig gut gefällt, ist das Cover, verwunschen, unheimlich und dieses rote Laub unglaublich verlockend. Kurz um, ich bin gespannt und wie seht ihr das? Kann euch das vierte Buch auch locken? Wer liest gern ihre Bücher? Und wer mag dunkle Wälder?

Ganz liebe Grüße
Eure, immer noch ihren roten Amberbaum bestaunende, Sharon

Montag, 4. November 2019

Rezension: Ivo Pala * Ein Fall für Fuchs * Haas: Das Grab am Meer

Taschenbuch: 248 Seiten
Verlag: Selfpublishing
ISBN-13: 
978-1686549762
Preis: 9,99 EUR
E-Book: 2,99 EUR
Reihe: 7. Fall
Erscheinungsdatum: August 2019
 
 
 
 
Inhalt:
Bodo Fuchs freundet sich immer mehr mit den Gedanken an, den Job an den Nagel zu hängen und bereut seine Entscheidung nicht. Er genießt seinen Morgenkaffee und bekommt einen Anruf von seiner Ex-Kollegin Gisa Haas. Er geht nicht ran, aber sie kennt Mittel und Wege, wie sie ihn trotzdem erreichen kann. Sie bittet Bodo eindringlich, zu einen Tatort zu kommen, da sie die Sorge hat, dass es sich hier um einen Ritualmord handelt und sie unbedingt seine Hilfe braucht. Wie er nun mal ist, wie er ist, fährt er nach Ahrenshoop zum Hohen Ufer, wo eine Frauenleiche begraben wurden ist und mit Blumen geschmückt. Nachdem man die Tote identifiziert hat, fahren die beiden Ermittler zu einer alteingesessenen Familie mit einer weit zurückliegenden Vergangenheit und Tragödie. Könnte sich hier der Mörder verstecken? Handelt es sich gar nicht um einen Serienmörder? Und warum musste die Frau sterben?

Meinung:
Es ist sage und schreibe schon der siebte Fuchs & Haas Fall und ich muss vorab gestehen, ich habe immer noch nicht genug. Wie gut das der achte Fall schon erschienen ist und mir vor der Nase liegt, das beruhigt mein Herz und erfreute meine Seele. Wie mir nun dieser Streich gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Die Figuren kennt ihr ja alle schon, muss ich doch nichts mehr zu sagen, oder? Aber vielleicht so viel, wo der Stand der Dinge ist. Gisa Haas hat ihr Abenteuer, Autor in Amerika, abgebrochen und steht als Kriminalkommissarin wieder voll zur Verfügung, allerdings allein und ohne Fuchs. Denn unser Fuchs will wirklich aufhören, ich will das immer noch nicht, das kann der nicht bringen. Aber so ist der Stand und natürlich steht er wieder zwischen den Frauen. Aber Gisa wäre nicht Gisa, wenn sie es nicht mit allen Tricks versuchen würde, ihn zurück zubringen, und so bittet sie um Hilfe und unser Neandertaler von Dienst kann einfach nicht Nein sagen. So steht er ihr zur Seite und wenn er einmal angefangen hat, will er es auch bis zum Schluss durchziehen, so ist er nun mal.

Der Fall an sich hat mit der Familie von alten Käpt‘n Thurecht Niehagen zu tun, von dem wir immer die herrlichen Sprüche zu jedem Kapitelanfang bekommen. Seine Nachfahren hatten es wohl auch nicht leicht und die Kinder, der Kinder leben vom Vermögen der alten Generation. So haben wir unter dem Dach zwei Generation und mittelalterliche Vorstellungen, wie man Personal behandelt. So nimmt die Verstrickung seinen Lauf, wie das alte Haus mit seinen verwinkelten Ecken, gibt es auch hier Geheimnisse und Schatten. Ivo Pala hat sich hier ein Familiendrama zurechtgelegt, was alles andere als offensichtlich ist und ein bisschen an die Zeit von Agatha Christi erinnert, denn jeder könnte der Mörder sein, auch der Gärtner. So versuchen wir die ganzen gestreuten Fäden zu bündeln und richtig zu entwirren, damit auch wir den Täter finden. Ich fand es ziemlich gut gemacht, man kann ja schon wirklich sagen, wie immer.

Ivo Pala hat mit seiner Küsten-Krimi-Reihe mein Herz erobert und mir einer der liebsten Reihen überhaupt geschaffen. Ich liebe die Figuren, ich mag die privaten Verstrickungen, das Essen, Opern und natürlich das Meer. Ein Fuchs & Haas Fall lesen bedeutet auch ein Ausflug an die Ostsee mit Meeresbrise, Sand unter den Füssen und köstlichen Essen. Die stimmige Atmosphäre, die passenden Fälle und das ganze Feeling macht es für mich zum absoluten Wohlfühl-Krimi. Was bin ich hier froh, dass das Ende gemein war und ich direkt weiter lesen kann.

Das Grab am Meer, ist ein Familiendrama mit vielen Verwicklungen. Atmosphärisch, dramatisch und aufregend. Fuchs & Haas rocken und ich möchte bitte noch viele weitere Fälle.
 
Henry und ich kamen wieder voll auf unsere Kosten und somit die vollen Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:

Ivo Pala, in Oestrich-Winkel im Rheingau geboren, lebt heute an der Küste, wo er als Schriftsteller und Drehbuchautor für Film und Fernsehen arbeitet.  
 
Quelle: amazon  
  
 
Fuchs & Haas Reihe:

  
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1. Teil: Rezension I 2. Teil: Rezension I 3. Teil: Rezension

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4. Teil: Rezension I 5. Teil: Rezension I 6. Teil: Rezension


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 8. Teil