Montag, 30. Dezember 2019

Rezension: Alexander Oetker * Winteraustern: Luc Verlains dritter Fall

Broschiert: 320 Seiten 
ISBN-13: 978-3455000788
Preis: 16,00 EUR 
E-Book: 9,99 EUR 
Reihe: 3. Teil
Erscheinungsdatum: November 2019 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Winterzeit ist die Hochkonjunktur der Austernzüchter, denn ein Weihnachtsfest ohne Austern ist in Frankreich unvorstellbar. So weht der Wind eisig und die Austerndiebe sind mächtig beschäftigt. Die Gendarmerie ist unermüdlich im Einsatz und Luc begleitet diese mit seinem kranken Vater. Eigentlich sollt es ein schöner morgendlicher Ausflug werden mit erwachenden Erinnerungen und Nostalgie im Herzen, aber am Ende steht Luc mit beiden Beinen mitten in einem Mordfall und dieser hat es in sich. Die Ermittlungen führen zuerst in die Austernbranche selbst und hier schlägt ihnen Konkurrenzdenken und Profitgier entgegen, aber auch Schicksale die berühren und somit die Ermittlungen nicht einfacher machen. Was steckt wirklich hinter den Morden? Ist die Austernbranche so korrupt? Und was plagt Luc außerdem noch?

Meinung:
Winteraustern ist schon der dritte Fall für unseren Ermittler Luc Verlain, der sein Paris verlassen hat, um seinen kranken Vater beizustehen. Aber was am Anfang für ihn eine schwere Bürde war, gibt ihm nun immer mehr das Gefühl, zu Hause angekommen zu sein. Genau das macht die Serie aus, der Mann von Welt, der Paris liebt und das dortige schnelle pulsierende Leben, wird ländlich und gibt seiner Heimat in der Jugend einen neuen Versuch, denn auch hier gibt es so einige Reize. Diese Mischung aus ländlicher Verbundenheit und moderne Großstadt beschreibt Alexander Oetker perfekt und so musste ich natürlich Band drei lesen und wie mir dieser gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Vielleicht noch ein Wort vorab, da dieser Roman zur Vorweihnachtszeit spielt, passt er auch perfekt zur kalten Jahreszeit und führt uns direkt in die Galerie Lafayette mitten in Paris. Dort erleben wir einen Austernkauf mit und erfahren, dass das in Frankreich eine richtige Tradition ist und wie viele verschiedene es gibt. Erstaunlich und überraschend, so lockt uns der Anfang, aber nicht nur in die touristischen Ecken von Paris, sondern auch in ein Problemviertel, wo ein junger Mann für einen Auftrag ins Aquitaine reisen wird. Und so schließt sich der Kreis, denn auch unser Luc, war wegen der ganzen Attentate, in die Hauptstadt zurückbeordert wurden, und kehrt nun auch in seine Heimat zurück und wird stürmisch erwartet.

Luc ist also wieder da und möchte mit seinem Vater eine schöne und vielleicht auch letzte Weihnachtsfeier verbringen, sowie auch Anouk immer mehr an sich ran lassen. So beginnt für ihn ein Bootsausflug mit Nostalgie und einen großen Schluck Calvados. Als alter Austernzüchter kennt sich sein Vater nämlich aus, mit der Kälte und dem Austernbecken. Aber bevor die Sonne aufgeht, finden sie einen einsamen Züchter mitten im Nichts und später hat Luc in einen Mordfall zu ermitteln. Als Sohn eines Austernzüchters kennt er sich zwar ein wenig aus, aber mit den neuen Machenschaft ist auch Luc nicht vertraut. So eröffnen sich die Ermittlungen alles andere als einfach und führen uns in ein regionales Desaster. Macht und Gier beherrschen auch diesen Zweig und es gibt so viele Einzelschicksale die unglaublich traurig und nachdenklich machen.

Der Autor Alexander Oetker erzählt hier einen weiteren interessanten Fall in der Aquitaine und findet die perfekte Mischung aus regionalen, köstlichen und eben das Leben in Frankreich. So spielt nämlich dieser Fall nicht nur in Südwesten, sondern auch in der Hauptstadt und ich finde, dieser Autor kann das Leben total gut einfangen. Wer schon einmal in Paris war, wird mit jedem gelesenen Wort nicken und kann das Flair absolut nachempfinden. So muss es also in der Region von Aquitanien einfach nur himmlisch sein, außer den Morden natürlich. So erlebt man einfach Frankreich noch einmal anders, lebensfroh, pulsierend und leidenschaftlich. Allerdings finde ich es großartig, das Alexander Oetker auch die Schattenseiten einfängt und dadurch Themen, wie die Angst nach den Attentaten und der Situation vor Ort, Raum in seiner Geschichte gibt. Das macht es alles so realistisch, echt und greifbar und doch ist das Leben schön. Allein für das Lebensgefühl lohnt sich ein Luc Verlain zu lesen und so ein Fall hat es meistens auch in sich.

Für mich war Winteraustern sogar bis jetzt der beste Teil und ich hatte so unglaublich Spaß, diesen zu lesen. Er war durch diesen Mix aus Paris und Aquitanien einfach genau nach meinem Geschmack, damit bekommt mich der Autor immer. Dazu die Geschichten über Austern, da ich selber keine mag, war ich über dieses Thema sehr überrascht und ich fand es so spannend. Tja und natürlich die Figuren, sie wachsen immer mehr ans Herz und ich möchte einfach jetzt sofort Band vier.

Winteraustern ist ein Krimi, der alles hat, toller Fall, eine Mischung aus Land und moderner Großstadt und natürlich ein bisschen Liebe. Aufregend, spannend und megaunterhaltsam. Ich glaube, ich muss mal einen Frankreichurlaub planen.
 
Henry und ich haben dieses Buch in vollen Zügen genossen und somit gibt es die vollen Bücherpunkte:


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Über den Autor:


Alexander Oetker, geboren 1982, war langjähriger Frankreichkorrespondent für RTL und n-tv und ist profunder Kenner von Politik und Gesellschaft der Grande Nation. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Berlin. Die ersten Bände um Luc Verlain, Retour und Chateau Mort, standen wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste.


Luc Verlain - Reihe:

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 1. Teil: Rezension I 2. Teil: Rezension

Vielen lieben Dank an den Hoffmann und Campe Verlag für das Rezensionsexemplar. 


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