Mittwoch, 17. Oktober 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Büchereulen,

es gibt ja Autoren, die begleitet man von Anfang an und ist, immer wieder voller Vorfreude, wenn man ein neues Buch von demjenigen entdeckt. So habe ich von dieser Autorin mit Erotik angefangen, zwischen durch einen Krimi gelesen und sogar herzlichen bei ihren Komödien gelacht. Aber ihre Liebesgeschichten von und für jungen Menschen gehen einfach unter die Haut. Tja, und so eine Geschichte steht in den Startlöchern und ich möchte sie euch unbedingt zeigen. Also schaut mal hier:


Hearbeat: Truly yours
3. Band der Reihe
Verlag: Oetinger
Erscheinungsdatum: 1. November 2018

Prickelnd wie Schnee auf warmer Haut.

Die 17-jährige Harley ist Sportfotografin der Highschool-Zeitung. Sam, 18, ist der neue Star des Eishockey-Teams: breite Schultern, blaue Augen, arrogantes Lächeln, unglaublich attraktiv. Während eines Auswärtsspiels kommen Sam und Harley sich näher. Sie spürt, dass sich hinter Sams cooler Fassade eine andere, sanfte Seite verbirgt. Auf eine erste gemeinsame Nacht folgt ein Hin und Her aus Nähe und Rückzug, bis Harley sich enttäuscht von ihm trennt. Zum Abschied schenkt sie ihm ein Fotoalbum, das den verletzlichen Sam zeigt, den Sam, den nur sie kannte. Sam ist tief berührt - doch kann er Harleys Herz zurückgewinnen?


Heartbeat ist eine neue Reihe beim Oetinger Verlag, wo die Geschichten über die übliche Schulschwärmerei hinausgehen sollen. Ich bin ehrlich, die anderen habe ich mir gar nicht so richtig angeschaut, aber Julie Chapel solltet ihr euch unbedingt vormerken. Zwar überrascht die Autorin schon wieder mit neuen Namen, aber ich bin mir so sicher, dass es eine ganz starke und wunderbare Beziehungsgeschichte sein wird. Leute, der Typ ist Eishockeyspieler, das wird interessant und diese harte Schale, weicher Kern Sache liegt der Autorin unglaublich gut. Gott sei Dank dauert es nicht mehr so lang. Wer kennt die Autorin? Wem ist diese Reihe auch schon aufgefallen? Und wer findet den Plot auch so toll, wie ich?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich den Schal fester umbinden gehende, Sharon

Montag, 15. Oktober 2018

BÜCHERPOST im September ...

Hallo meine Bücherstreichler,

da ist doch auch schon der September wieder rum und wir befinden uns mitten in den Herbst Novitäten und das sieht man meinem Stapel auch an. So viele tolle neue Bücher trudeln hier ein und mein Buchherz, weiß gar nicht wohin mit seiner Freude und den Drang, sofort alles auf einmal zu lesen. Ich weiß, das sind Probleme, aber die Bücherliebhaber unter euch werden mich verstehen. Und damit ihr meine Schätze auch seht, fangen wir doch einfach mal an. Bücher los:

Dexter hat aber immer noch genügend Platz :)

 
Der erste Stapel ist eigentlich immer dem Buchhändler gewidmet, aber diesmal sind es meine Geburtstagsbücher. "Das ganze Leben auf einmal" habe ich von ganz lieben Freunden bekommen, die sich durch meine Wunschliste gekämpft haben und sich für ein Buch mit Theaterzauber entschieden haben. Ach, ich war so entzückt, DANKE! Mein Göttergatte war auch ganz großzügig, DANKE, eigentlich wie immer und hat mir die Folgenden geschenkt. "Renegades" hatte ich ganz oben auf der Wunschliste stehen, da die Autorin von den Luna Chroniken mich so begeistert hatte, muss ich doch ihr neustes Werk haben. Auf das "Das Geheimnis der Muse" bin ich durch unsere Buchhändlerin Julia gestoßen und sie hatte so geschwärmt, außerdem ist es so hübsch. "Krokodilwächter" hatte ich schon länger in der Hand und diesmal durfte es in Geschenkpapier eingewickelt werden. So ein Krimi ist doch immer was Feines, oder?

 
Dieser Stapel ist nun der Spannungsliteratur gewidmet und was für tolle Knüller dabei sind. "Bösland" habe ich sogar schon im Buchladen ausgewickelt, reingelesen und schwups hatte ich es an einem Tag aus. Genial! Eine Rezension gibt es auch schon. "Tod in der Villa Saturn" ist der dritte Teil dieses speziellen Ermittlerduos und ich freu mich auf das historische London. "Dreckiger Schnee" ist mir direkt ins Auge gesprungen, weil nett aussehender Buchhändler, schreibt einen Thriller, das klingt doch mehr als vielversprechend. Dieses Buch liegt als Übernächstes auf meinem zu Lesestapel. "Mord im alten Pfarrhaus" ist mein Einstimmer in die Weihnachtszeit und so ein klassischer Krimi ist dafür doch perfekt.

 
Dieser Stapel ist der Liebe gewidmet, denn so was muss einfach sein. "Die polyglotten Liebhaber" sticht hier ein bisschen raus, eine interessante Geschichte, über Männer und Frauen, auf die ich wirklich gespannt bin. "Das Leuchten in mir" ist von einem Franzosen und ach, was soll ich noch weiter sagen. Lassen wir doch die Liebe sprechen, da gibt es ja einige Facetten von. "Nichts zu verlieren. Außer uns." ist der zweite Band von Lea Coplin und ich freu mich auf das Früchtchen Max, der Arrogante, aber auch herzlicher Typ. "Die Liebesbriefe von Montmartre" habe ich gerade gelesen und es war wieder so schön. Rezension dazu wird bald folgen.

 
Hier kommt jetzt ein bisschen Jugendliteratur, juhu! Oder der Stapel der Fortsetzungen :D "Gemina" ist der zweite Band und ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte weiter geht und was das Liebespaar noch weiter aufdecken wird. Pssttt... auf die mega Gestaltung bin ich auch schon sehr neugierig. "Ein Augenblick für immer" habe ich bei einer Bloggeraktion vom Verlag gewonnen und ist der erste Band einer Trilogie. Diesmal nimmt uns das Autorenduo Rose Snow mit nach Cornwall, das könnte doch malerische werden. "Ich und der Weihnachtsmann" ist der Abschlussband der Weihnachtstrilogie von Matt Haig und ich fand diese bis jetzt einfach wunderbar.

 
Und nun kommt der letzte Stapel für den September. "Befreit" ist ein Überraschungsbuch vom Verlag und klingt nach einer extremen Lebensgeschichte und wie Bildung dieses verändern kann. Vielen Dank, ich bin gespannt. "Liebe Mrs. Bird" ist eine nostalgische Geschichte, die im London des Jahres 1941 spielt. Außerdem handelt es sich um einen Sunday-Times-Bestseller und darauf springe ich nun mal einfach an. "Vox" ist ja nun so oft über alle Kanäle geflimmert, dass auch ich der Neugier erlegen bin. Ich bin schon extrem ungeduldig, ob ich danach auch so geschockt bin. "Der Mönch von Mokka" ist nicht nur eine Geschichte über Kaffee, sondern auch vom Autor der "The Circle" geschrieben hat, da ich das kenne, bin ich sehr neugierig, wie dieses sein wird.


Nun ist der Streifzug, durch meine September Ausbeute schon vorbei und sind das nicht tolle Bücherschätze. Dieser wilde und bunte Mix wollte hier unbedingt einziehen und ist herzlich willkommen. Was mich besonders freut, ich habe schon zwei davon begeistert gelesen. Der Oktober läuft bis jetzt gemäßigter, wird mit Sicherheit aber nicht weniger, denn es ist Messe ...hihi... aber was soll es, ich mag viele Bücher. Wie sah denn euer September aus? Ist eins meiner Bücher vielleicht auch bei euch eingezogen? Und welches möchtet ihr am liebsten sofort lesen? Ach, Bücher sind was Feines.  

Ganz liebe Grüße
Eure, um die Bücherstapel herum tanzende, Sharon 

Mittwoch, 10. Oktober 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Büchereulen,

sonst versuche ich ja immer meine Bücherneuheiten zeitnah zum Erscheinungstermin zu posten, aber diesmal steht die Vorfreude so im Vordergrund, dass ich nicht länger warten kann. Es gibt nämlich einen neuen Hunter Fall und ich springe im Dreieck, endlich geht es mit dieser charismatischen Figur weiter. Tja und der Fall klingt schon wieder richtig eklig, da wird sich die Forensik freuen. Aber schaut doch mal selbst:

 
Die ewigen Toten
6. David HunterTeil
Verlag: Wunderlich
Erscheinungsdatum: 12.02.2019

Auf dem staubigen Dachboden des stillgelegten Krankenhauses St. Jude wird eine Leiche aufgefunden, eingewickelt in eine Plastikhülle und teilweise mumifiziert. Als David Hunter den Fund näher untersucht, stellt er fest, dass es sich um eine Frau handelt. Eine schwangere Frau. Beim Versuch, die Tote zu bergen, entdeckt die Polizei ein fensterloses Krankenzimmer, das nicht auf den Bauplänen verzeichnet ist. Warum wusste niemand von der Existenz dieses Raumes? Und warum wurde der Eingang zugemauert, obwohl dort nach wie vor Krankenbetten stehen? Betten, in denen noch jemand liegt…


Na, was sagt ihr? Klingt doch gruselig und ich glaube, das Buch darf man nur bei Tageslicht lesen. Wer ist hier denn auch Simon Beckett Leser? Der Mann ist ja so sympathisch und ich durfte ihn schon zweimal live erleben, was mir gut in Erinnerung geblieben ist. Hach, da freut man sich doch schon aufs neue Jahr, wenn man weiß, dass David Hunter wieder ermitteln wird. Wer kennt die anderen Teile auch? Und freut ihr euch auch so wie ich?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich einen guten Schwarztee mit Milch trinken gehende, Sharon

Montag, 8. Oktober 2018

Rezension: Karen M. McManus * One of us is lying

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: cbj
ISBN-13:
978-3570165126
Preis: 18,00 EUR
E-Book: 13,99 EUR
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: Februar 2018
Übersetzer: Anja Galić




Inhalt:
Fünf Schüler haben das große Los gezogen und müssen am Nachmittag in der Bayview High nachsitzen. Für alle fünf ist es mehr oder weniger was Neues, das sie in diese Verlegenheit kommen und auch die Konstellation der Gruppe, ist eher selten. So haben wir die superschlaue Bronwyn, den Sporthelden Cooper, die Schönheitskönigin Addy, den rebellischen Nate und den Außenseiter Simon. Aber bevor das Nachsitzen richtig beginnt, bricht Simon zusammen und stirbt im Krankenhaus. Die Polizei nimmt die Ermittlung auf und ihre Verdächtigen, sind genau diese vier Schüler, denn Simon war nicht irgendwer, nein, er schrieb auf seiner App Skandalpost und für den nächsten Tag war ein neuer Beitrag geplant, mit den Geheimnissen von Bronwyn, Addy Cooper und Nate. Jeder hatte also was zu verbergen und somit ein Motiv. Welche Geheimnisse trägt jeder mit sich rum? Was hat Simon wirklich herausgekommen? Und wer ist der Täter?

Meinung:
Ich muss gestehen, mich haben diese fünf Schüler an den Film „The Breakfast Club“ erinnert. Fünf unterschiedliche Schüler, fünf verschiedene Sichten und ein Samstag an diese zusammen nachsitzen müssen. Für mich ist es ein unglaublich guter Film gewesen, der überhaupt nicht an Charme und Aktuellem verloren hat und eigentlich Pflichtlektüre in der Schule sein müsste. Denn gerade in der Schule spielen viele eine Rolle und können aus dieser nicht ausbrechen. Ich war unglaublich gespannt, wie die Autorin hier vorgehen wird und ob ich danach auch mit großem Kopfnicken und dem Gedanken, genau so ist es, herausgehen werde. Ob es geklappt hat, erzähle ich euch jetzt.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der vier Verdächtigen erzählt. Eigentlich mag ich gar nicht viel zu den Figuren verraten, weil man deren Leben und ihre Geheimnisse einfach selbst entdecken sollte. Aber vielleicht nur ganz kurz angerissen. Cooper ist der Sportler und unter großen Leistungsdruck, sein Vater möchte, dass er der große Baseballstar wird und so muss er sich auch verhalten. Der liebe brave gute Junge halt, der versucht seinen Vater stolz zu machen. Addy ist die Freundin von Coopers besten Freund Jack und erfühlt das Klischee als gut aussehendes Anhängsel, wenn Jack sagt, zieh was Enges an, dann tut das Addy. Aber wie soll sie auch etwas wie Persönlichkeit entwickeln, wenn die Mutter ihr das so vorlebt, ein Leben als Puppe für einen Mann. Dann haben wir Bronwyn, sie ist die Musterschülerin, immer gut und fleißig, ein Vorbild für alle und auf dem Weg zur Superuni. Ihre Familie hat hart für ihren Stand in der Gesellschaft gekämpft und durch die Krankheit ihrer Schwester, lastet die beste Note doppelt auf Bronwyn Schultern. Der Letzte im Bunde ist Nate, der schicke Rebell, der Loser sozusagen, der die Mädels abschleppt und mit Drogen dealt, aber sonst nix auf die Reihe bekommt. Er ist der typische „Bad Boy“, dabei ist sein Hintergrund ganz übel, Mutter verschwunden und Alkoholiker als Vater, sprich, er muss den Schein wahren und gibt einfach den besten Verdächtigen ab.

Durch diese vier paar Augen wird nun die Geschichte erzählt, von Simon, dem unsympathischen Jungen, der alle schikaniert und durch seine Skandalapp durch den Kakao zieht, ohne über die seelischen Folgen der anderen nachzudenken. Das scheint seine Rache zu sein, das er immer am Rande der beliebten Schüler steht und nicht dazugehört. Somit haben es aber die vier anderen, einfach beim Leser, sich sympathisch zu präsentieren und je mehr man in deren Leben eintaucht und ihre Situation versteht, kann man ihnen das Verbrechen nicht zu trauen. Jeder wächst einem ans Herz, jedes Geheimnis ist verständlich und man leidet eher mit ihren mit. Denn dieses Nachsitzen hat fatale Auswirkungen auf ihr Leben.

Das bringt mich auch direkt zum Anfang zurück, das Erste was mir auffiel, war das diese fünf Schüler, oder besser vier nicht bei diesem Nachsitzen bleiben, sondern das die Geschichte auf Wochen angelegt ist. Für mich wäre es klasse gewesen, direkt vor Ort zu bleiben, dort in die Köpfe zu schauen und sofort in Konfrontationsgespräche einzutauchen. Aber die Autorin wählte einen anderen Weg, und auch wenn dieser nicht schlecht gemacht ist, konnte sie mich am Ende nicht überzeugen. Leider kann ich gar nicht verraten, was mir nicht zugesagt hat, weil ich sonst das Ende verrate und das möchte ich nicht. Für mich war die Lösung aber zu einfach gewählt, vielleicht durfte sie nicht so, wie sie wollte, weil es ein Jugendbuch ist, aber ich fand es dadurch etwas fade und ich hätte mir hier mehr Mut gewünscht. Ansonsten hat mich die Geschichte richtig gut unterhalten, auch wenn der Mittelteil etwas langatmig war.

Karen M. McManus hat eine interessante Idee nett umgesetzt und für gute Lesestunde damit gesorgt. Mit ihren Figuren hat sie einige Probleme angesprochen und gezeigt, dass es immer einen Weg zu sich selbst geben wird. Und das ist die eigentliche Aussage hier, hinter die Fassade gucken und zu sich selbst stehen, denn in jedem von uns schlummert ein Schlaukopf, ein Muskelprotz, eine Prinzessin und ein Rebell. Obwohl ich einiges zum Meckern hatte und es nicht meinen Vorstellungen entsprach, hat mir das Ganze schon großen Spaß gemacht.
 
Henry und ich hatten voll die Schulzeiten vor Augen und vergeben vier Bücherpunkte:
 
___________________________________________________________________________  
Über die Autorin:  

Karen M. McManus hat einen Bachelor-Abschluss in Englisch am College of the Holy Cross absolviert und einen Master-Abschluss in Journalismus an der Northwestern University. Wenn sie nicht gerade in ihrer Heimatstadt Cambridge (Massachusetts) ihrer Arbeit nachgeht oder sich dem Schreiben widmet, bereist sie mit Vorliebe mit ihrem Sohn die Welt. ONE OF US IS LYING ist ihr Debütroman, der auf Anhieb die New York Times-Bestsellerliste stürmte.

Quelle: cbj Verlag

Freitag, 5. Oktober 2018

Rezension: Bernhard Aichner * Bösland


Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: btb
ISBN-13:
978-3442756384
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 15,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Oktober 2018




Inhalt:
In einer kleinen Stadt, in einem alten Bauernhaus wird im Sommer 1987 ein Mädchen erschlagen. Mit einem Golfschläger schlägt der dreizehnjährige Mitschüler sieben Mal auf sie ein und richtet damit ein Blutbad an. Aber die Geschichte bleibt im Verborgenen, wird vergessen und es herrscht Schweigen darüber. Bis dreißig Jahre vergehen und die Wahrheit mit voller Wucht an den Tag tritt und den früheren Jungen zu einer weiteren Tat verleitet. Er mordet mit voller Absicht wieder ... Wer ist sein neustes Opfer? Warum kommt erst jetzt die Wahrheit ans Tageslicht? Und wo genau ist Bösland?

Meinung:
Ein neuer Aichner ist da und mein Herz hüpft. Ich habe meinen Buchhändler sofort besucht und es dort sogar direkt ausgepackt, um die ersten Seiten zu verschlingen. Was soll ich sagen, ich hatte es an einem Tag durch, die volle Aichner Wucht gelesen und danach ein schlechtes Gewissen. Der Autor schreibt so lange daran und ich verschlinge es an einem Stück. Allerdings ist das auch ein Kompliment, oder? Denn ich konnte einfach nicht aufhören, es war wie ein Rausch, und ob ich ohne Nebenwirkungen daraus hervorgegangen bin, erzähle ich euch nun.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ben, ein Mann, dessen Leben es überhaupt nicht gut mit ihm gemeint hat. Vom Vater geschlagen, ständig misshandelt und ins Bösland geholt. Seine Mutter steht ihm nicht zur Seite, sondern sieht weg und gibt ihm am ganzen Elend noch die Schuld. So kann er die Schläge und Schmerzen kaum noch ertragen und denkt mit seinen zehn Jahren schon an den Tod. Sein einziger Lichtblick und der Grund, warum er sich selbst nichts tut, ist seine Freundschaft zu Kux, dem wohlhabenden Sohn des Arztes, der alles andere als begeistert über diese Verbindung ist. Doch eines Tages nimmt das Schicksal eine Wende und Ben findet seinen Vater erhängt vor, jetzt müsste doch sein Leben besser werden, aber das hat seine Lebenslinie nicht vor. Nur drei Jahre soll die gute Zeit bleiben, denn dann passiert das mit Mathilda und Ben kann sich nur an das ganze Blut erinnern und an die Zeit danach, in der Psychiatrie.

So ist der Einstieg in die Geschichte, schwer verdaulich und extrem berührend, lernen wir Ben kennen und entdecken eine verwundete Seele, der mit Schuldgefühlen und Qualen lebt. Nach der schweren Zeit in der Anstalt hilft ihm eine Therapeutin ins Leben und so versucht er über zwanzig Jahre ein geregeltes unauffälliges Leben zu führen, wenn da nicht die Erinnerungen wären. Jede Nacht holen sie ihm ein und wollen nicht Ruhe geben und Ben sucht Hilfe und findet diese bei der Therapie. Mit jeder Sitzung bricht mehr hervor, Erinnerungen werden wach und mit gutem Zuspruch versucht Ben seinem Mut zusammenzukratzen und sich seiner Vergangenheit zu stellen, denn Ben hat bis zum heutigen Tag, über die Ereignisse auf dem Dachboden geschwiegen und weiß selbst nicht mehr, was dort passiert war.

Das ist der ganze Ausgangspunkt und man denkt sich zuerst und das soll 400 Seiten füllen? Weil die Vorahnung was kommt, hängt wie ein großes Ausrufezeichen in der Luft. Und dann dreht der Autor auf, und zwar so richtig. Er lässt meine Vorahnung Wahrheit werden, aber noch viel schlimmer als geahnt. Er spielt hier mit Macht, Falschheit, Ohnmächtigkeit, Hilflosigkeit und lässt so richtig das Böse auf den roten Teppich flanieren. Aus Bens Gefühlen wird eine Achterbahnfahrt, aus seinem Leben ein Irrgarten aus Ungerechtigkeit und das Ende soll noch bitterer werden. Geschickt spielt Bernhard Aichner eine ganze Palette von Gefühlen ab, man leidet mit, man ist fassungslos und wie gern möchte man selber in die Geschichte eingreifen, aber nur wie. Man steht einfach neben der Hauptfigur und je böser es wird, um so schockierter ist man. Aber am schlimmsten ist es, das dieser Typmensch gar nicht so weit hergeholt ist und das ist das Extreme an der Geschichte.

Ach, ich kann gar nicht mehr verraten, denn das wäre Wahnsinn, ihr müsst es lesen. Es ist einfach Aichner in best Form und einer schnellen bösen Schreibfeder, die mit jedem Strich, vor Schreibfreude tropfte, um den Leser zu treffen und für rasante, fesselnde Lesestunden zu sorgen. Dieser Autor beherrscht es einfach einen emotional an seine Figuren zu binden, dann in den höllischen Abgrund der Mitmenschen schauen zu lassen und auf psychologischer Höchstebene zu fesseln. Sein Spiel mit Gut und Böse ist so unglaublich rasant und einfach verschlingend. Er kann es einfach und hält sein enormes Tempo auch hier wieder ganz hoch.

Bösland ist nicht nur rasant, fesselnd und unglaublich böse. Es ist auch wieder typisch Bernhard Aichner und absolut lesenswert. Und jetzt ist es wieder böse, zu warten.
 
Henry und ich hatten eine geniale Lesezeit und sind einfach Fans und dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:

__________________________________________________________________________
  
Über den Autor:
 


Bernhard Aichner (1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Er schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem Burgdorfer Krimipreis 2014, dem Crime Cologne Award 2015 und dem Friedrich Glauser Preis 2017.

Die Thriller seiner Totenfrau-Trilogie standen monatelang an der Spitze der Bestsellerlisten. Die Romane wurden in 16 Länder verkauft, u.a. auch nach USA und England. Eine US-Verfilmung ist in Vorbereitung.  

Quelle: btb Verlag

Mittwoch, 3. Oktober 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherumschwärmer,

momentan fallen mir wohl Fantasybücher ins Auge, denn ich habe wieder eins gefunden, was ich euch gern auch zeigen möchte. Dabei spielt das hübsche Cover bestimmt auch eine Rolle. Ziemlich toll gestaltet, oder findet ihr nicht? Außerdem finde ich starke Frauen Figuren einfach genial und diese Mischung klingt doch fantastisch. Kleines liebes Königskind wird zur Kämpferin, das ist genau meins, aber schaut doch erst einmal selbst:


Die Klinge des Waldes
Verlag: Blanvalet
Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2018

Als Thronerbinnen des Waldkönigreichs Strata führen Flora und ihre ältere Schwester Amora ein behütetes Leben. Doch dann trifft Flora aus Liebe zu ihrer Schwester eine fatale Entscheidung, mit schrecklichen Konsequenzen. Sie wird von ihrem eigenen Vater verbannt und sieht sich plötzlich mit der wirklichen Welt, außerhalb des Palastes, konfrontiert. Von ihrer letzten Vertrauten verraten, ist Flora dem Tode nahe und endgültig auf sich gestellt. Doch sie ist nicht bereit aufzugeben. Flora kämpft und überlebt. Aus dem naiven Mädchen wird eine starke junge Frau, die bereit ist zu kämpfen, um die zu retten, die sie liebt …


Als ich den Klappentext gelesen hatte, waren sofort Bilder da und jede Menge Ideen für Intrigen, Machtspiele und Überlebenskampf. Das klingt nach einer Geschichte genau nach meinem Geschmack, obwohl es für mich nicht immer ins Mittelalter gehen muss, aber High Fantasy lässt seine Schauplätze ja gern daran anlehnen. Ist euch das Buch schon aufgefallen? Was sagt ihr zu starken Frauenrollen? Und meint ihr, es gibt noch eine große Liebesgeschichte? Ach, das wäre doch fein. Vielleicht eine Art Robin Hood und schon singe ich Bryan Adams.

Ganz liebe Grüße
Eure, das bunte Blätterlaub bewundernde, Sharon

Montag, 1. Oktober 2018

Rezension: David Whitehouse * Der Blumensammler


Gebundene Ausgabe: 346 Seiten
Verlag: Tropen
ISBN-13:
978-3608503739
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 15,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: August 2018
Übersetzer: Dorothee Merkel 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt: 
Peter Manyweathers ist Raumpfleger, aber nicht von der ganz gewöhnlichen Art, sondern man ruft ihn, wenn es Schmutz und Dreck von Jahrzehnten zu beseitigen gibt. Dieser Beruf macht aber auch unglaublich einsam und so kommt es, dass Peter gern liest. Als er bei einer Hausreinigung eine wunderschöne Blume im größten Dreck entdeckt, will er mehr über Pflanzen wissen und stößt bei seinen Nachforschungen in der Bibliothek auf einen Liebesbrief. Dieser junge Mann beschreibt seine Liebe mit sechs seltenen Blumen und macht Peter so neugierig darauf, dass sich fortan alles um Blumen dreht und für ihn das größte Abenteuer beginnt. Nämlich die Reise an den unterschiedlichsten Orten. Wird er alle sechs Blumen finden? Was macht das aus ihm? Und wie wird sich dadurch sein Leben verändern?

Meinung:
Dieses Buch ist, mir zugespielt worden und das, auf nette und interessante Weise. Eine Geschichte über einen Mann und Botanik, ich war neugierig, vielleicht auch, weil ich dieses Jahr auch meinen Garten neu in Angriff genommen habe. Oder vielleicht auch die Freude über Blumen, die nicht alltäglich sind und unglaubliche Geschichten in sich tragen. Der Klappentext sprach mich auf jeden Fall an und nun ist die Geschichte gelesen. Ob sie mich letztendlich überzeugen konnte, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte wird aus drei Erzählsträngen bestritten und abwechselnd erzählt, wobei noch unterschiedliche Zeitebenen dazu kommen. Alle drei Stränge könnten unterschiedlicher nicht sein und doch laufen sie im Laufe der Geschichte ineinander. Die Eröffnung macht Professor Cole, der direkt am Anfang des Buches, fasst sein Leben im Meer lässt, aber durch seine Rettung einem verschollen Flugschreiber findet. Dieses Flugzeug ist, nie gefunden worden und man verspricht sich endlich eine Aufklärung. Danach lernen wir Dove kennen, ein einsamer junger Mann, der immer noch nach seinem Platz und seiner Identität sucht. Allerdings sind seine Träume oder Erinnerung von Peter Manyweathers geprägt und diese Person übernimmt den Löwenanteil der Geschichte.

Peter Manywathers Geschichte beginnt in der Vergangenheit, nämlich in New York des Jahres 1983. Er ist vom Beruf her Putzer und hat eine eigene Firma, was er leidenschaftlich gern tun, stößt in seiner Umgebung nicht unbedingt auf Zuneigung und Beliebtheit und so ist er doch einsam. Was im früher nicht so viel ausgemacht hat, stört ihm mit zunehmenden Alter doch ein wenig. Durch seinen Fund in der Bibliothek wendet sich allerdings sein Leben. Nicht nur das er von den Worten tief bewegt ist und selbst über Gefühle nachdenkt, nein er interessiert sich auch mehr für die Botanik, ganz besonders über diese sechs Blumen. So sucht er Anschluss an Gleichgesinnte, aber die meisten sind wohl eher Selbstdarsteller und interessieren sich weniger für seine Blumen, aber so lernt er Hens Berg kennen. Die beiden Männer werden Freunde und bestreiten doch ganz gern die Blumengeschichte weiter voran. Da Hens durch seinen Lehrstuhl in der Welt der Pflanzen mehr Informationen zu getragen wird, ist auch er der Schlüssel zur ersten Reise nach einer der Blumen. So machen sich die beiden unterschiedlichen Männer auf den Weg und so nimmt die Reise ihren Lauf.

Die Geschichte beschreibt nicht nur die Suche und das Finden der Blumen, sondern entwickelt sich anders, denn die beiden Männer begegnen einer Frau und beide haben Interesse. Hier kommt, der Knall und die wahren Masken fallen.

David Whithouse beschreibt nicht nur eine kaum unvorstellbare Vegetation, aus Wüste und Dschungel, nein, er schaut auch in die Abgründe der Seelen. Dabei wählt er eine angenehm zu lesende Sprache und treibt es mit Fremdwörtern nicht ganz so doll, was gut ist und nicht verwirrt. Lateinische Pflanzennamen finde ich nämlich Horror. Aber obwohl er die Blumen im ersten Moment in den Vordergrund stellt, ist schnell klar, dass diese nur Mittel zum Zweck ist. Hier geht es nämlich um eine Dreiecksgeschichte und welche folgen daraus geschehen. Mehr werde ich nicht verraten, denn diese Achterbahn aus Freundschaft, Liebe und übergroßen Gefühlen muss man selbst lesen. Außerdem muss doch dieser Fährte noch zu den beiden anderen Erzählsträngen enträtseln.

Ich muss sagen, ich hatte mit der Entwicklung vorab beim Lesen des Klappentextes nicht gerechnet. Da es doch eher mystisch und geheimnisvoller klang, aber was gibt es Besseres, als über die Liebe zu schreiben und dieser Brief ist ja auch irgendwie der Ausschlag dafür. Geschickt erzählt hier der Autor und lässt schon teilweise erahnen, wie und wer und was alles zusammenhängt. Dabei beschreibt er toll die Gefühlsebenen, lässt gut in die Wut und den Schmerz schauen und einen pausenlos an den Seiten kleben. Je mehr geschieht, umso mehr baut sich ein Tornado auf, der einen kalt erwischt, obwohl man es ahnt.

Der Blumensammler ist melancholisch, berührend und doch herrlich zu lesen. Ein wahrer Strauß an außergewöhnlichen Blumen und tiefen Gefühlen, dem man gern beim Blühen zu schaut und Lesezeit verbringt.
 
Henry und ich mochten die Hauptfigur sehr gern und deshalb gibt es vier Bücherpunkte:
 
__________________________________________________________________________
  
Über den Autor:
 


David Whitehouse wurde 1981 in Nuneaton, England geboren. Sein Debut »Bed« wurde 2010 mit dem »To Hell with Prizes Award« ausgezeichnet. Er lebt in London.

Quelle: Tropen Verlag


Vielen lieben Dank an den Tropen Verlag für das  Rezensionsexemplar.