Freitag, 20. Juli 2018

Rezension: Rose Snow * 13: Das erste Buch der Zeit

Taschenbuch: 260 Seiten
Verlag: Selfpublishing
ISBN-13:
978-3947785001
Preis: 11,99 EUR
E-Book: 2,99 EUR
Reihe: 1/3
Erscheinungsdatum: Juni 2018




Inhalt:
Das Leben kann so ungerecht sein, findet Lizzy. Denn nach dem Tod ihrer Tante muss sie zu dem unbekannten Patenonkel ihres verstorbenen Vaters aufs Land ziehen. Und als ob, sie sich es in ihrer Fantasy nicht schon schlimm genug ausgemalt hätte, wird es noch schlimmer. Der Patenonkel setzt ihr direkt Regeln vor, die Kleinstadt ist winzig, ihr Laptop geht kaputt und ständig läuft sie in den unnahbaren Rouven rein. Je mehr sie sich versucht in ihr momentanes Dasein hineinzuleben, umso mehr Geheimnissen begegnet sie, aber das Größte ist sie wohl selbst. Lizzy produziert nämlich blaue Lichtblitze, wenn ihre Gefühlswelt in Bewegung gerät. Das konnte sie doch vorher nicht? Was passiert in diesem Ort und warum sind die Blitze nicht immer blau? Und was sollen diese Versionen, die mit den Blitzen kommen? Lizzy ist in heller Aufruhr.

Meinung:
Bis jetzt kannte ich von den beiden Autorinnen nur ihre Anna Pfeffer Bücher, aber diese konnten mich klasse begeistern und machten unglaublich viel Freude zu lesen. Nun versuche ich also mein erstes Self-Publisher Werk von den beiden, dabei haben diese schon so viel veröffentlicht. Und die Bücher laufen wie am Schnürchen und sie schreiben so viel und so schnell, man fragt sich, wann machen die das. Aber nun zum Auftakt zur neuen Trilogie und ob mir dieser gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Lizzy ist schon früh, mit dem Sterben konfrontiert worden und musst den Tod ihrer Eltern verkraften. Jetzt ist auch noch ihre Tante verstorben und sie hatte nicht wirklich die Wahl. Entweder sie geht in ein Heim, oder zu diesem unbekannten Mann, der der Patenonkel ihres Vaters war, und kehrt an dem Ort zurück, wo ihre Großeltern gelebt haben. Die Erinnerung an diesen Lebensabschnitt ist sehr schwach, aber sie will dieses eine Jahr in dem Kaff am Ende der Welt durchstehen. Mit ihrer älteren Schwester kommt sie an und ihre schlimmen Vorahnungen sind bestätigt. Das Städtchen ist eher ein Dorf, der Onkel mürrisch und dann muss sie auch noch direkt mit einem Kerl zusammenprallen. Der Start hätte nicht ungünstiger anfangen können, aber Lizzy will durchhalten und sich einleben, was soll sie auch machen, sie hat keine Wahl, außer das Beste daraus zu machen. Allerdings macht diese Stadt etwas mit ihr, und zwar immer, wenn sich ihre Gefühle aufwallen, versprüht sie blaue Lichtblitze und kein anderer, als sie selbst, kann sie sehen. Lizzy beunruhigt das sehr und gibt sich sehr viel Mühe nicht den Verstand zu verlieren.

Die Hauptfigur Lizzy ist die ruhigere und jüngste von den beiden Schwestern, gern mal für sich und weiß Stille zu schätzen. Ihre Leidenschaft ist das Schreiben und dafür engagiert sie sich sehr. Damit sie sich besser einlebt, nimmt sie einen Kellnerjob an und natürlich gibt es gleich zwei Typen, die interessant sind. Da haben wir nämlich Tristan, der Sohn dessen Vater die halbe Stadt gehört und vor dem sie alle warnen. Und natürlich Rouven, der Cousin von Tristan, den alle hilfsbereit und freundlich finden, der aber bei Lizzy verschlossen und unnahbar wirkt. Mit Rouven knallt sie regelmäßig aneinander und Lizzy kann gar nicht verstehen, warum ihn alle so nett finden und die Mädels ihn gern einfangen möchten. Darüber kann sie nur lachen, aber in ihrem Mädchenherz sieht es anders aus und in einen paar Momenten sprühen ihre Blitze in einer anderen Farbe. Aber da er immer verschlossener und um eine Ausrede nie verlegen ist, will sie statt, seinem Herzen, erst mal hinter seinem Geheimnis kommen.

Ach, ich fürchte, ich verrate schon viel zu viel, aber das sind nun mal die großen Aufhänger der Geschichte und diese wird richtig schön flüssig, humorvoll und mit viel Teenagercharme erzählt. Man geht total mit, jauchzt bei den richtigen Stellen, amüsiert sich bei Lizzys Irrungen und Wirrungen und seufz, wenn Rouven auftaucht. Ich war zu der Zeit einfach wieder 17 und konnte das große Karussell der Gefühlswelt miterleben. Dazu kommt noch das große Geheimnis, was über der Stadt hängt und natürlich Lizzys Blitze und es sind ja nicht nur die Blitze, da kommen ja noch Visionen drin vor, aber das müsst ihr einfach selber herausbekommen.

Rose Snow haben wirklich ein Talent zu begeistern und zu unterhalten, man liest nicht gemütlich vor sich hin, man frisst dieses Buch förmlich auf und das an einem Tag. Klar gibt es am Ende einen Cliffhänger und auch klar, ist der böse und gemein, sprich man möchte sofort weiterlesen, denn so kann das ja nicht weitergehen. Außerdem spürt man von den Autorinnen den Spaß dahinter, den ihnen das Schreiben macht. Sie entwickeln nicht nur die kleine süße Lovestory, sondern lassen Fantasyelemente mit einfließen und dazu noch ein bisschen Detektivgeschichte. Ich fand, das war eine wirklich gelungene Mischung und so herrlich, um aus dem Alltag rauszufallen und zu schmökern.

13 ist nicht nur eine tolle Zahl, sondern ein ganz gelungener Trilogieauftakt, der so viel richtig macht und unglaublich herzig, überraschend und süchtig machend ist. Also dann auf zur Runde zwei.
 
Henry und ich hatten unglaublich viel Lesefreude und deshalb gibt es die vollen Bücherpunkte:

__________________________________________________________________________
  
Über die Autorinnen:


Hinter den Pseudonymen Rose Snow und Anna Pfeffer stecken wir, Carmen und Ulli. Zusammen sind wir 74 Jahre alt, haben 2 Männer, 6 Kinder und 3 Katzen. Wir können ewig reden, lieben Pizza und Schokolade und lachen unheimlich gerne, vor allem über uns selbst.

Seit dem Sommer 2014 schreiben wir als Rose Snow Romantasy, darunter die vierteilige Bestsellerreihe „17 – Die Bücher der Erinnerung“. Im Herbst 2016 ist mit "Für dich soll's tausend Tode regnen" unter Anna Pfeffer unser erster Jugendroman bei cbj erschienen. Seitdem veröffentlichen wir regelmäßig neue Jugendbücher und Romantasy-Reihen, wie zuletzt "13 - Die Bücher der Zeit." Ende August erscheint außerdem der Auftakt unserer neuen Reihe "Ein Augenblick für immer - Das erste Buch der Lügenwahrheit" bei Ravensburger.
 
Quelle: Amazon


13 - Reihe:

https://www.amazon.de/13-zweite-Buch-Zeit-B%C3%BCcher/dp/3947785011/ref=pd_sim_14_1?_encoding=UTF8&pd_rd_i=3947785011&pd_rd_r=cbfbe727-877f-11e8-ae7f-9dca42d38e01&pd_rd_w=MwDzu&pd_rd_wg=tiOiC&pf_rd_i=desktop-dp-sims&pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&pf_rd_p=5296994838746851949&pf_rd_r=PG9VA09RFKFY55Z46BRX&pf_rd_s=desktop-dp-sims&pf_rd_t=40701&psc=1&refRID=PG9VA09RFKFY55Z46BRXhttps://www.amazon.de/13-dritte-Buch-Zeit-B%C3%BCcher-ebook/dp/B07FK3D715/ref=sr_1_4?s=books&ie=UTF8&qid=1531584955&sr=1-4&keywords=13+rose+snow

2. Teil I 3. Teil

Vielen lieben Dank an Rose Snow für das Rezensionsexemplar. 

Mittwoch, 18. Juli 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherseitenumblätterer,

es gibt ja so Geschichten, wo man am Anfang total skeptisch ist und eher die Nase rümpft und dann hauen sie einen um. So erging es mir mit der neu Interpretation von Scheherazade, der Autorin Renée Ahdieh. Was für eine Liebesgeschichte, was für einen Zauber und was für große Gefühle. Nun schlägt die Autorin erneut zu und ich bin mehr als neugierig. Aber schaut doch mal hier:
 

Das Mädchen aus Feuer & Sturm
1. Teil
Verlag: Bastei Lübbe
Erscheinungstermin: 28. September 2018

Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und kennt ihren Platz im Leben. So klug und erfinderisch sie auch sein mag – über ihre Zukunft entscheiden andere. Als sie erfährt, dass sie den Sohn des Kaisers heiraten soll, nimmt sie ihr Schicksal hin. Doch auf dem Weg zu ihrer Hochzeit entkommt sie nur knapp einem blutigen Überfall – und nutzt ihre Chance, die Freiheit zu kosten: Als Junge verkleidet schmuggelt sie sich unter die Banditen und lernt eine ganz neue Welt kennen. Und sie verliert ihr Herz … ausgerechnet an den Feind.

 
Diese Autorin weiß, wie sie mich bekommt, denn ich liebe Geschichten, die in der Welt der Samurai spielen. Hier haben Frauen nichts zu melden, umso interessanter, welche Möglichkeiten ihr offenbart werden. Das klingt doch absolut vielversprechend und aufregend, oder was meint ihr? Habt ihr es schon entdeckt und auf den Wunschzettel gepackt? Und mochtet ihr "Zorn und Morgenröte" auch so gern wie ich? Hach, ich habe es schwer geliebt.

Ganz liebe Grüße
Eure, vor Vorfreude platzende, Sharon

Montag, 16. Juli 2018

Rezension: Meg Wolitzer * Das weibliche Prinzip


Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Dumont
ISBN-13:
978-3832198985
Preis: 24,00 EUR
E-Book: 18,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Juli 2018
Übersetzer: Henning Ahrens 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Greer Kadetsky ist eine junge Frau, die endlich am College ist, allerdings nicht an dem, welches sie sich gewünscht hat, denn dafür reichte das Geld nicht und ihre Eltern waren leider unfähig, die entsprechenden Formulare auszufüllen. So muss sie das Beste daraus machen und setzt auch die Ratschläge ihres Freundes um, versucht Leute kennenzulernen und mal rauszugehen. Aber die erste Tour über den Campus endet schockierend, denn Greer wird von einem jungen Mann belästigt. Da Greer sich das nicht gefallen lassen möchte, kommuniziert sie das Ganze nach außen und siehe da, es ist kein Einzelfall, aber wird es wirklich dafür eine Strafe geben. Alle sind enttäuscht, über das milde Urteil und wollen die Sache fallen lassen, nur Greer kann sich damit nicht abfinden. So geht sie mit einer Freundin zu einem Vortrag der Frauenrechtlerin Faith Frank und Greer ist total beeindruckt. Diese Frau ist alles, was sie sein möchte, stark, schlagfertig und selbstbewusst, sie fühlt sich total zu Faith hingezogen und nimmt ihre Lehren sehr ernst. Greer möchte mehr aus ihren Leben machen, alles was sie tut, ist nicht genug und so träumt sie von einem Job an der Seite von Faith Frank, das dieser Traum in Erfüllung geht, kann sie kaum glauben. Aber hält ihr Traum auch das, was er verspricht? Was ist, wenn das Leben andere Wege einschlägt? Und wie geht man mit Enttäuschungen um?

Meinung:
Der Name Meg Wolitzer ist mir schon lange ein Begriff und ich besitze sogar viele ihrer Romane, aber kennt ihr das, ihr kauft ihre Bücher, ohne zu lesen, einfach weil sie so vielversprechend klingen. Und ihr wisst, Bücher warten ja gern auf einen, aber hier war ich wirklich mal schnell und habe das neuste Werk von dieser Autorin gelesen. Ob und wie mir „Das weibliche Prinzip“ gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Im Vordergrund steht die schüchterne Greer, die in ihrer Kindheit eine Außenseiterin war und auch als junge Frau sich nicht gern in den Mittelpunkt stellt. Von ihren Eltern fühlt sie sich vernachlässigt und ihr einziger Lichtblick ist ihr Freund Cory. Sie wollten eigentlich am gleichen College studieren, aber nun müssen sie eine Fernbeziehung durchhalten. Der Vortrag von Faith Frank löst in Greer irgendetwas aus, sie nimmt sich diese Frau als Vorbild und möchte auch gern was Bewegendes tun und helfen, damit Frauen in der Gesellschaft noch besser für ihre Rechte einstehen können. Das führt dazu, das Greer aber auch ihre eigene Umwelt vernachlässigt und manchmal mit Scheuklappen durch das Leben läuft. So erleben wir ihre Collegezeit, ihre Anfänge in der Berufswelt und gehen mit ihr einige Lebensschritte mit. Dabei dürfen wir in ihren Kopf schauen und einige Ereignisse miterleben, deren Entscheidungen wir dann mit verfolgen. Greer hätte gern ein gradliniges Leben und plant alles fest voraus, aber mit Wendungen und Einschnitten kann sie nicht so gut jonglieren. Für mich war sie oft ein bisschen zu naiv, zu Taten hungrig, oft eigensinnig und doch konnte man sich gut in sie hineinversetzten.

Aber nicht nur Greer bekommt eine Stimme, nein auch Cory ihr Liebster, der so ein vielversprechender junger Mann war, dem das Leben übel mitspielt und der für sich andere Wege finden muss. Auch Greer‘s Collegefreundin Zee darf zu Wort kommen, sie kommt aus gutem Hause, ihre Eltern sind Richter und haben bestimmte Voraussetzungen an ihre Tochter. Allerdings scheint sie eine einzige Enttäuschung zu sein, denn immerhin ist sie lesbisch und kann mit dem Anwaltsjob nichts anfangen. Auch sie dürfen wir begleiten und dann natürlich Faith Frank, eine beeindruckende Frau. Ihr Kampf für Emanzipation ist ihr Leben, sie möchte viel Gutes tun und muss doch immer am Limit kämpfen. Sie kann führen, bewegen, anspornen und trotzdem schwebt die Frage im Raum, kann sie mit allen Entscheidungen auch Leben. Alle Wege sind ein Bild unserer Gesellschaft und bilden so ein Gerüst aus Lebendigkeit, Ehrlichkeit und der Erkenntnis, dass das Leben nicht immer einfach zu bewältigen ist und es viele Ecken und Abzweigungen gibt.

Meg Wolitzer erzählt verdammt klug, gewitzt und sehr präsent vom Leben. Dieses Leben ist nicht immer leicht und der Weg ist oft mit Enttäuschungen besät, aber es kommt immer darauf an, was man daraus macht, das ist doch die Stärke von uns Menschen. So müssen alle ihre Figuren einen Lebensweg beschreiten, der sich nicht klar vor ihnen ausbreitet und dann genauso kommt, sondern es gibt Wendungen, Einschnitte, Enttäuschungen und auch die Suche nach dem Mut, um neue Wege einzuschlagen. Aber auch die Entwicklung der Emanzipation kommt hier nicht zu kurz und man merkt wie schwer es wird weiterhin für Frauenrechte zu kämpfen. Wie sehr sich der Kampf verändert und wie schwierig es ist mit der Generation mitzugehen. Ich fand dieses Thema toll eingebunden, aber auch beängstigend wie doch oft Gutes so gern missbraucht wir. Denn eins steht fest, auch wenn es nur ein Punkt aus dem Buch ist, wir Frauen müssen für unser Recht weiter kämpfen, diese Botschaft sticht ganz klar und deutlich hervor.

Allerdings fand ich teilweise ihre ausschweifenden Kapitel einfach zu viel. Die Autorin hat zwar einen unglaublich tollen Witz und manche Gedanken sind einfach klasse und treffend, aber manchmal war es einfach zu viel. Man verliert sich in die Gedankenwelt ihrer Figuren, man schweift ab und zu zuweit ab und so fand ich es zwischendurch etwas anstrengend zu lesen, um mit vollem Geist dabei zu bleiben. Hier wären mir etwas weniger mehr gewesen, um einfach besser am Ball zu bleiben und um die wichtigen Entscheidungen, die eine tragende Rolle spielen besser greifen zu können. Aber das nur am Rande, denn gelesen habe ich es dennoch sehr gern.

Das weibliche Prinzip ist ein Abbild vom Leben und wie dies nicht immer so läuft wie gewünscht. Unglaublich klug, witzig und authentisch erzählt.

Henry und ich haben diese Lektüre sehr genossen und vergeben vier Bücherpunkte:
 
__________________________________________________________________________
  
Über die Autorin:
 
 


Meg Wolitzer, geboren 1959, veröffentlichte 1982 den ersten von zahlreichen preisgekrönten und erfolgreichen Romanen. Viele ihrer Bücher standen auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Bei DuMont erschienen der SPIEGEL-Bestseller ›Die Interessanten‹ (2014) sowie ›Die Stellung‹ (2015) und zuletzt ihr Roman ›Die Ehefrau‹ (2016), der mit Glenn Close in der Hauptrolle verfilmt wurde. Meg Wolitzer ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in New York City.

Quelle: Dumont Verlag

Vielen lieben Dank an den Dumont Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Sonntag, 15. Juli 2018

BÜCHERPOST im Juni ...

Hallo meine Bücherabenteurer,

der Juni ist auch schon rum und wir befinden uns schon in der zweiten Jahreshälfte. Der Sommer ist da und man liest jetzt draußen, oder? Naja, ich lese gerade am liebsten vor dem Fernseher, wenn Fußball läuft ...haha... So werde ich nicht mit Serien abgelenkt, oder mit unserem Garten, sondern schaue einfach Tore, Fouls und nervige Schiedsrichter über dem Buchrand an. Herrlich!! Ich frage mich, wie ich den Juli ohne WM überleben soll, also rein lesemäßig. Hat eigentlich einer von euch die WM geschaut, auch ohne Deutschland? Und könnt ihr auch dabei lesen, wie ich? Aber das alles mal eben am Rande, natürlich durften in dem Monat auch Bücher einziehen und diesen wollen wir uns doch jetzt widmen. Also legen wir los:


Plüschnase ist übrigens in der absoluten, ich will nicht mehr auf Fotos sein, Phase, also seit nachsichtig mit den folgenden Bildern ;)
 
 
Der erste Buchstapel ist ja wie fast immer, dem Buchhändler gewidmet, oder verschuldet, ich bin mir noch nicht so ganz sicher ...hihi... "Magnus Chase: Das Schiff der Toten" ist der Abschlussband der Trilogie, und da ich den Autor so mag, ist es ja logo, das es einziehen musste. "The President is missing" ist ein Thriller von Bill Clinton und James Patterson, wie immer bei solchen Größen macht der Verlag ein großes Geheimnis drum herum, das man noch nicht mal auf dem Buchumschlag erkennen kann, worum es geht. Ich wäre auch ehrlich gesagt gar nicht drüber gestolpert, hätte ich mich nicht mit den lieben Buchhändlern darüber unterhalten. Ich bin da sehr neugierig geworden und musst es mitnehmen. "Sommerhaus zum Glück" ich mag diese Autorin so gern und habe schon einiges von ihr gelesen, nur unter diesem Pseudonym noch nicht, das muss sich ändern, aber haben musste ich es jetzt schon. "Am Abgrund lässt man gern den Vortritt" es ist schon der 10 Alpenkrimi und ich hänge ja so was von hinterher, aber auch hier bin ich ein Wiederholungstäter und kaufe immer brav den Folgeband. Der Autor hat nämlich einen genialen Humor, ach ich brauche mehr Lesezeit. "Spur der Schatten" ist der zweite Teil und hätte meine liebe Julia vom Buchladen nicht gesagt, der ist genauso gut, wie der Erste wäre er wohl nicht sofort mit nach Hause gewandert, da ich den Ersten noch nicht gelesen habe. Aber Empfehlungen von Julia vertraue ich immer blind. JAWOHL!

 
Dann gibt es den Stapel von der LitBlog Convention, wie ihr seht, hält er sich in Grenzen und das hat folgenden Grund. Alle Bücher aus den Goodie Bag hatte ich schon hier und so habe ich eine Tasche verlost und die anderen doppelten Bücher an liebe Freunde verschenkt. Ich befürchte fast, so geht es mir jedes Jahr, das finde ich ehrlich nicht so Bombe. "Der Abgrund in dir" ist allerdings ein Buch aus der Goodie Bag Tasche, das ich noch nicht hatte. Liegt wohl auch daran, dass ich mit dem Verlag noch nicht zusammengearbeitet habe ...lach... "Der endlose Sommer" hatte ich schon in der Buchhandlung ein paar Mal in der Hand und mich dann mit den netten Mädels am Stand darüber unterhalten und diese haben es mir direkt in die Hand gedrückt. Danke, ich freu mich auf tolle Lesestunden. 

 
Der nächste Stapel ist dem Buchklub gewidmet, und da wir das Thema "Deutsche Debütanten" hinter uns haben, kommt nun das Neue "Freundschaft" dran. Ich gestehe, ich habe mir diesmal alle gebraucht gekauft, da ich nicht recht weiß, ob mich die Auswahl überzeugt. Denn wenn ich ganz ehrlich bin, wären die Bücher mir so gar nicht ins Auge gefallen, aber wie war das noch mal, erweitere deinen Horizont und lass dich überraschen. "Alte Freunde" haben wir sogar schon gelesen und ich fand es richtig gut. Meine Rezension dazu ist am Freitag erschienen, wer also gucken mag. Dann haben wir "Biester" und "Die Freundschaft", ich bin mal gespannt. Bei "Biester" freute sich ein Mitglied schon diebisch auf unsere Reaktionen, da sie es schon gelesen hat und es ist auch das nächste Buch, aber erst im August fällig ...hehe...

 
Dieser Stapel erreichte mich mit den Verlagsvorschauen und ich freu mich ja immer riesig, wenn die Favoriten mit dabei sind. Es ist auch eine ziemlich gute Mischung aus, Freundschaft, Krimi und Wolf Haas, von dem wollte ich, schon immer was lesen. "Das brennende Mädchen", "Junger Mann" und "Helle und der Tote im Tivoli". Sagt mal, weiß einer, wer sich hinter Judith Arendt versteckt? Ist es Tanja Weber? Also ist ja nicht so, dass ich nicht neugierig bin ...lach...


 
Und der letzte Stapel ist dem Herausfischen aus dem Briefkasten gewidmet. "Vier Tage in Kabul" ist ein Rezensionsexemplar, das hat mich so angesprochen und mich gleichzeitig an die Serie "Homeland" erinnert, das ich es einfach lesen muss. Übrigens sehr interessante Vita über die Autorin schaut es euch an. "Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube" kam ganz überraschend zu mir und erste dachte ich ja naja, aber dann zieht bei mir ja immer Italien und Bestseller. Ach, da werde ich schwach! "Kleine Feuer überall" hatte es wirklich mega schwer zu mir zukommen, so richtig wollte es nicht und dabei bin ich so gespannt, da meine Buchhändlerin Julia zu schwärmt. "13 - Das erste Buch der Zeit" habe ich von den beiden Autorinnen bekommen und ich habe es sogar schon verschlungen, also kommt bald eine Rezension dazu. Übrigens sind die beiden so schnell, dass von der Trilogie alle Teile schon zu erhalten sind. Speedygonzalesschnelllllll ... 


Nun ist der Streifzug durch meine Juni Ausbeute schon vorbei und sind das nicht tolle Bücherschätze. Dieser wilde und bunte Mix wollte hier unbedingt einziehen und ist herzlich willkommen. Der Juli läuft schon auf Hochtouren für mehr Bücher und wird mit Sicherheit nicht übersichtlicher ...hihi... aber was soll es, ich mag viele Bücher. Wie sah denn euer Juni aus? Ist eins meiner Bücher vielleicht auch bei euch eingezogen? Und welches möchtet ihr am liebsten sofort lesen? Ach, Bücher sind was Feines.

Ganz liebe Grüße
Eure, sich ein neues Buch schnappen gehende, Sharon

Freitag, 13. Juli 2018

Rezension: John Niven * Alte Freunde


Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Heyne Hardcore
ISBN-13:
978-3453269446
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 15,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Oktober 2017
Übersetzer: Stephan Glietsch




Inhalt:
Alan ist erfolgreicher Gourmetkritiker und läuft gerade nach einem Restaurantbesuch durch die Straßen und sucht nach den passenden Worten für seine vernichtende Kritik. Gedankenversunken steht er da und wird plötzlich von jemandem angesprochen, einen Obdachlosen, der sogar seinen Namen kennt und jetzt, macht es bei Alan klick. Es ist Craig, der ihn da anspricht, Craig sein alter Schulfreund, der Rockstar, der nun als Penner vor ihm steht. Alan ist mit der Situation überfordert, wie reagiert man, was macht man und wie kann er überhaupt helfen. So gehen die beiden erst mal was trinken, lassen alte Zeiten aufleben und dann nimmt Alan Craig einfach mit nach Hause. Es steht fest, Craig soll erst mal bei der Familie bleiben und er will ihm helfen, wo er kann. So nimmt Craig‘s Leben wieder Form an und läuft in eine gute Richtung, und während bei dem einen alles besser wird, strudelt Alans Leben einer Katastrophe entgegen. Was wird passieren? Wie stehen die beiden Schulfreunde zueinander? Und kann Craig der Obdachlosigkeit wirklich entfliehen?

Meinung:
Ich hatte noch kein Buch von John Niven gelesen und ich bin ganz ehrlich, ich hätte dieses Buch auch nicht in die Hände genommen, wenn sich der Buchklub nicht dafür entschieden hätte. Obwohl das Cover allein schon recht stimmig ist, hätte ich es deswegen schon nicht in die Hand genommen, da lobe ich mir die englische Ausgabe, die ist da etwas unverfänglicher. Aber ich habe es gelesen, und wie es mir gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Alan war als Kind nicht der beliebteste Junge und eher ein geduldeter Mitläufer. In Schottland geborgen und immer mit dem Wunsch, der Enge und der sozialen Unterschicht zu entfliehen. Genau wie sein Freund der Rockstar. Aber schaut man Alan jetzt an, hat sich das Blatt gravierend geändert. Nun ist er der erfolgreiche Mann, verheiratet, drei Kinder und steht finanziell verdammt gut da. Durch die Heirat mit seiner Frau hat sich ihm auch die Oberschicht geöffnet und nun wandelt er auf ganz anderen Festen rum. Er ist angekommen und ist auch ein wenig stolz darauf. Als er nun Craig wieder trifft, ist er peinlich berührt, hilflos und irgendwie, weiß er nicht recht was er machen soll. Es ist eine verzwickte Situation, soll er ihn einfach wieder gehen lassen, sein Leben als Penner weiter zuführen, oder greift Alan ein. Er greift beherzt ein und sucht ganz blauäugig nach Lösungen um Craig zu helfen, denn sie sind doch Freunde. Alan ist ein wirklich gutmütiger Trottel, der durch günstige Wendungen in seinem Leben, endlich da ist, wo er immer hin wollte. Ein großes Haus, gute Absicherung, eine Familie und Anerkennung. Obwohl er es manchmal etwas übertreibt, nimmt man Alan sympathisch auf und begleitet ihn durch sein eigenes Chaos.

Was mir als Erstes bei dieser Geschichte aufgefallen ist, geht es hier eigentlich wirklich um Freundschaft? Wie definieren die beiden Charakter ihre Freundschaft und was ist Freundschaft überhaupt für sie. Mit dieser, im Kopf schwirrenden Frage, habe ich das Buch gelesen und dabei entdeckt, das der Autor auch ein Spiegel auf unsere Gesellschaft geworfen hat. Schauen wir doch das Umfeld von Alan an, reiche und verwöhnte Statusmenschen, aber sind das, Freude? Ruft man diese in der Not? Aber was ist mit Craig, der unterm Dach wohnt. So richtig freundschaftlich gehen die beiden gar nicht miteinander um. Obwohl beider Lebenssituationen so unterschiedlich sind, spürt man sofort das unterschwellige Konkurrenzdenken. Dem einen ist es etwas unangenehm und den anderen nervt der Protz, der ihm unter die Nase gehalten wird. So spürt man die unausgeglichene Situation und fragt sich wohin wird das führen und ganz langsam erahnt man, wohin die Abwärtsspirale läuft.

Ich muss sagen, mich hat diese Geschichte überrascht, mit solch einem realistischen Bild hatte ich nicht gerechnet und finde den Ansatz wirklich toll. Es ist eigentlich gar nicht so die Freundschaftsgeschichte an sich, sondern die eigenen Fragen, die man sich selbst danach stellt. Was ist Freundschaft für mich? Würde ich einen alten Schulfreund von der Straße mit nach Hause nehmen? Wie würde ich in einigen solcher Situation reagieren? Das finde ich, macht dieses Buch aus, das hat der Autor für mich geschickt gemacht. Allerdings fand ich einige ausschweifende Szenen wirklich zu viel ausgeschmückt und ein bisschen zu sehr in der fäkal Sprache gewälzt, das hätte für mich nicht sein gemusst, aber das scheint hier sein Humor zu sein. Der ganze Rest war allerdings gut zu lesen und wie gesagt, mit tollen Ansätzen und einigen Wendungen, die auch noch sehr unterhalten hatten.

Für mich war das bestimmt nicht der letzte John Niven Roman, da er mich trotz meiner Ablehnung überzeugt und mir wirklich heiter Lesestunden beschert hat. Witzig, klug und zum Nachgrübeln.


Henry und ich dachten viel über das Wort Freundschaft nach und hatten dazu vergnügliche Lesezeit, dafür gibt es vier Bücherpunkte:

__________________________________________________________________________
  
Über den Autor:


John Niven wurde in Ayrshire, Schottland geboren, und studierte in Glasgow Englische Literatur. Seinen Abschluss bestand er 1991 mit Auszeichnung und war die nächsten 10 Jahre im Musikbusiness tätig, bevor er sich 2002 ganz dem Schreiben widmete.
Als Journalist hat er Artikel für "FHM", "Q", "Word", "Socialism" und "GolfPunk" verfasst und ist außerdem der (Co-)Autor einiger teils preisgekrönter Drehbücher und Theaterstücke. Anfang 2006 erschien sein erstes Buch Music from Big Pink, das die Kritiker auf beiden Seiten des Atlantiks begeisterte. Die Filmrechte sicherten sich Steven und Jez Butterworth ("Birthday Girl", "Mojo"). Mit Kill your friends landete John Niven seinen ersten internationalen Bestseller, es folgten die Romane Coma, Gott bewahre, Das Gebot der Rache, Straight White Male und Old School. John Niven lebt in Buckinghamshire in der Nähe von London.


Mittwoch, 11. Juli 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherschnüffler,

heute habe ich mal das etwas andere Buch für euch und vielleicht treffe ich ja auch euren Geschmack. Wer träumt nicht davon, von einem Freund kulinarisch verwöhnt zu werden, der es so richtig drauf hat, ohne in peinlichen Restaurants zu gehen? Na, wer? Ich auf jeden Fall, obwohl mein Mann ziemlich gut in Kochen ist, aber dieser Mann scheint eine Ausnahme zu sein. Also schaut doch einfach mal hier:
 

Dinner mit Edward
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 13.08.2018

Zu ihrem ersten Dinner mit Edward erscheint Isabel mit einer Flasche Wein, aber ohne große Erwartungen. Eigentlich ist sie nur hier, weil ihre Freundin sie um den Gefallen gebeten hat, bei ihrem alten Vater nach dem Rechten zu sehen. Doch der Mann, der jetzt in der Küche steht und Hühnchenbrust und luftiges Aprikosen-Soufflé für sie zubereitet, steckt voller Überraschungen. Isabels Besuch ist der Auftakt zu einer ganzen Reihe von unvergesslichen Abenden, in deren Verlauf Edward zu ihrem teuren Freund und Ratgeber wird. Mit seiner Hilfe gelingt es ihr, das Leben neu zu betrachten und frische Wege einzuschlagen. 


Der Verlag empfiehlt es als perfektes Gastgeschenk für jede Dinnerparty und der Toronto Star schreibt: "Jeder sollte einen Edward haben." Das klingt doch sehr vielversprechend, oder? Aber ich finde die Faszination zwischen mal nach dem Vater der Freundin schauen und auch wirklich einen Nenner zu finden, ziemlich aufregend. Tja, und dann das Essen und Dinner klingt so nach, nobel geht die Welt zugrunde. Mich spricht es einfach an und auch die Ratschläge, die später folgen machen mich einfach neugierig. Was denkt ihr? Auch was für euch? Oder steht es schon auf der Wunschliste?

Ganz liebe Grüße
Eure, den Kochlöffel schwingende, Sharon