Freitag, 25. Mai 2018

Rezension: Verena Carl * Die Lichter unter uns


Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: S. Fischer
ISBN-13: 
978-3103973631
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 16,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: April 2017




Inhalt:
Anna macht mit ihrer Familie Urlaub auf Sizilien, aber sie fühlt sich einsam, ist es das, was sie mal wollte? Die Tochter hängt nur an dem Vater, der mag nicht ans Wasser und von den einstigen Erinnerungen an die Flitterwochen hier im Ort, ist vielleicht ein Hauch übrigen geblieben. Sind sie noch dasselbe Paar? So schlendert Anna abends alleine los, gönnt sich einen Drink und beobachtet ein Paar. Beide jung, beide verhalten, beide still und doch spürt Anna die Verbundenheit. Als sich die Frau umdreht, erkennt Anna, dass diese schwanger ist und verliert sich selbst in Erinnerungen, aber dann kommt ein älterer Mann auf das Paar zu und er küsst besitzergreifend, die junge Frau. Hat Anna da was falsch interpretiert? Wer ist der Mann? Und führt er das Leben, was sie immer wollte? Ist er glücklich?

Meinung:
Diese Geschichte reizte mich aus zwei Gründen zu lesen, erstens Sizilien. Wasser, köstliche Gerüche, ein ganz anderes Lebensgefühl. Und der zweite Grund, die Frage, wovon träume ich und lebe ich meinem Traum. Bin ich glücklich? Fragen wir uns das nicht alle mal an einem Punkt in unserem Leben. Passt mein Leben zu mir, fühle ich mich darin wohl? Auf die Sicht der Autorin war ich deshalb gespannt. Wie setzt sie das um, kann solch eine Geschichte überzeugen. Tja, und das versuche ich nun mal, euch zu erzählen.

Ihr kennt das doch auch, man sitzt im Urlaub im Café, beobachtet Menschen und strickt sich deren Geschichten zusammen. Da ist eine Familie mit lachenden Kindern, aber die Eltern schweigen, dahinter versteckt sich doch jede Menge Spekulationsstoff. Oder Paare, die sich viel erzählen, sich in die Augen schauen, oder doch lieber aufs Handy. Das Erraten, wie lange jemand zusammen ist, kann man doch durch viele kleine Gesten erahnen. Beobachten und interpretieren ist ein wunderbarer Zeitvertreib, aber man kann den Leuten am Ende nur vor dem Kopf gucken, und ob jemand wirklich glücklich ist, in seinem Leben ist nicht immer leicht zu deuten.

Anna ist es zum Beginn der Geschichte nicht. Sie ist am Punkt angelangt, um ihr Leben zu hinterfragen. Im Prinzip hat man sich im Leben bequem gemacht, führt das typische Familienleben, arbeitet aber nicht an mehr dran. So bleibt oft das Paar, nämlich die Eltern, auf der Strecke und es quälen die Alltagssorgen und der Kampf um die Liebe der Kinder. Das alles fängt die Autorin ziemlich gut ein, ganz ehrlich, rasiermesserscharf, aber trotzdem berührt es nicht ganz. Ich habe trotzdem eine Distanz zwischen mir und Anna gespürt, wir sind reserviert miteinander umgegangen und manchmal war ich doch weit weg.

Dann haben wir Alexanders Geschichte, die sich abwechselnd mit Annas vermischt. Er ist Anwalt und möchte eigentlich wie Anna einen Urlaub der Erinnerungen machen, nicht wie bei Anna, die Flitterwochen aufleben, sondern die Familie. Bei Alexander geht es um den Sohn, sein erwachsender Sohn und um Versöhnung. Alexander hat nämlich aus seiner Geliebten, eine werdende Mutter gemacht und seine Ehefrau ist in dem ganzen Ehechaos verstorben. Nun bleiben die zwei Männer zurück und können nicht wirklich was miteinander anfangen und zwischen ihnen, Zoe, die neue Frau an Alexanders Seite. Aber wie viel Schein und Sein liegt in dieser Beziehung? Wer spielt hier wem was vor? Und welche Glücksskala findet hier überhaupt Verwendung? Nach außen hin scheinen alle drei ein Leben voller Wohlstand und Zufriedenheit zu leben, aber sobald man in die Köpfe schaut und das dürfen wir, denn jeder kommt zu Wort, ist es ein Desaster an Lebenslügen. Welche verrate ich natürlich nicht.

So lebt diese Geschichte von diesen beiden Familien, denn oberflächlichen Blick und dem eigenen interpretieren. Die Geschichte plätschert deshalb auch ein wenig dahin und berichtet eher über Lebensgeschichten und verworfenen Träumen, als wirklich Handlung aufzubauen. Aber manchmal braucht eine Gesichte auch nicht mehr, als den Blick des Lesers auf Gefühle zu lenken und ihm somit über sich selbst zum Nachdenken zu bringen. Denn die Frage nach dem Glück und was es für jeden bedeutet, ist doch ein wichtiges Detail im Leben. Ob die Personen noch ihr Glück und ihre Zufriedenheit finden werden, muss man selber herausfinden.

Verena Carl hat mich selbst in den Urlaub gebracht und die wunderbare Müßigkeit an freier Zeit spüren lassen und den Blick in die Runde. Gern schaut man anderen zu und gern bildet man sich was ein, aber man darf nicht sein eigenes Wohlgefühl vergessen. Ein interessanter Ansatz und eine aufrichtige Erzählung, die man aber mögen muss.
 
Henry und ich fanden die Idee nicht schlecht, einen Blick in die unbequeme Komfortzone zweier Familien zu werfen, nur sprang der Funke nicht ganz über und so gibt es drei Bücherpunkte: 

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Über die Autorin:

Verena Carl wurde 1969 geboren und lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Sie lernte ihr Handwerk an der Deutschen Journalistenschule und schreibt unter anderem für »Brigitte« und »Merian«. Sie veröffentlichte zahlreiche Kinderbücher und -hörspiele und eine Reihe von Romanen. Für ihr literarisches Werk wurde sie unter anderem zweimal mit dem Hamburger Förderpreis für Literatur ausgezeichnet. Im Frühjahr 2018 erschien ihr neuer Roman »Die Lichter unter uns«.


Vielen lieben Dank an den S. Fischer Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Mittwoch, 23. Mai 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherstreichler,

machmal gibt es auch historische Romane, die mir ins Auge fallen und mein Bücherherz höher schlagen lassen. Obwohl ich eher selten Historisches lese, aber es gibt so Themen, da bin ich sofort dabei. Wie zum Beispiel Theater und Shakespeare, diese Welt ist so unglaublich faszinierend und zu der Zeit absolut aufblühend. Außerdem ist es fremd, bunt und eine ganz eigene Welt. Aber schaut doch mal selbst:


Narren und Sterbliche
Verlag: Wunderlich
Erscheinungsdatum: 24.07.2018

Der Winter 1595 ist kalt. Das macht auch den Mitgliedern der Theatertruppe von William Shakespeare zu schaffen, einer von vielen in London. Die Stadt ist seit längerem vom Theaterfieber ergriffen, neu entstandene Schauspielhäuser vor den Toren der Stadt fassen Tausende Zuschauer, die sich mit Bühnenstücken, Tanz, Zoten und dressierten Bären unterhalten lassen. Halbseidenes Gesindel sind diese Schauspieler in den Augen der puritanischen Obrigkeit, die alle Bühnen verbieten will. Aber viele im Hochadel lieben das Theater, und auch die Königin tut es.
Zur Hochzeit einer hochgestellten Dame soll die Truppe ein neues Stück auf die Bühne bringen, eine Komödie mit dem Titel „Der Sommernachtstraum“. Mit von der Partie: Richard, William Shakespeares jüngerer Bruder, vom Älteren wenig geliebt und auf der Bühne nur in Frauenrollen geduldet.
Dann geschieht eine Katastrophe: Ein konkurrierendes Schauspielhaus lässt das Stück stehlen. Aber Richard weiß, wie die Uraufführung zu retten ist. Er wird das Stück zurückstehlen und damit William dazu bringen, ihn endlich zu respektieren, ihm endlich eine Männerrolle zu geben – und dann fehlt ihm zu seinem Glück nur noch die Hand der schönen Silvia…


Bernard Cornwell ist ein Spezialist für historische Romane und schreibt absolut fesselnd und keine Spur langweilig, zumindest fand ich das bei der Uhtred Saga so und nun London mit Shakespeare. Außerdem nimmt er ein absolutes Lieblingsstück von mir dran, nämlich "Der Sommernachtstraum", das kann nur gut werden. Also, wer liest gern historische Romane? Wer kennt schon Geschichten von Bernard Cornwell? Und wer findet diese Zeit auch so spannend wie ich? Ach, ich bin ganz entzückt und freue mich ganz famos darauf.

Ganz liebe Grüße
Eure, sich vielleicht das Werk noch mal lesende, Sharon

Dienstag, 22. Mai 2018

Rezension: Christine Féret-Fleury * Das Mädchen, das in der Metro las


Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Dumont  
ISBN-13: 
978-3832198862
Preis: 18,00 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Mai 2018
Übersetzer: Sylvia Spatz




Inhalt:
Juliette nimmt jeden Morgen zur Arbeit die Metro und verbringt die Zeit damit zu lesen und sich in ferne Welten zu träumen, oder zu beobachten. Nämlich die anderen Leser, wie die Frau mit dem immer gleichen Kochbuch, oder der Mann, der aus seinem Sachbuch über Insekten ein richtig kleines Ritual zu feiern schien, oder die junge Frau, die immer auf Seite 247 in Tränen aufgelöst ist. Menschen die Lesen weckten Juliettes Neugier und sie fragte sich, was das jeweilige Buch in ihnen auslöste. Als sie sich aber an einem Tag entschied früher auszusteigen und ein Stück zu laufen, da ahnte sie noch nicht, dass dieser Spaziergang ihr Leben verändert würde. Durch Zufall, oder Eingebung begegnet sie Soliman und seinem Reich voller Bücher und der Aufgabe, das richtige Buch für die richtige Person zu erwählen, denn Bücher haben Macht, das Leben zu beeinflussen. Wird sich Juliette der Aufgabe stellen? Was wird sie noch über Bücher erfahren? Und hat sie die Gabe, das richtige Buch auszuwählen?

Meinung:
Ich fürchte ja fast, ich bin dem Charme französischer Bücher einfach erlegen. Wenn dann auch noch eine Geschichte über Bücher mich erreicht, ist es sogar noch schlimmer, wie soll man da nicht dem Zauber verfallen. Allerdings hatte auch ich schon mal die Ausnahme in der Hand und nach dem Lesen die Frage im Kopf, was wollte mir der Autor da erzählen. Manchmal neigt der Franzose auch zu sehr zum abstrakten und ein normal Sterblicher versteht es nicht. Ob das aber hier zutrifft, erzähle ich euch nun.

Der Beginn ist auch direkt die erste Metrofahrt zur Arbeit und wir lernen Juliette kennen. Eine junge Frau, die eine richtig gute Beobachterin ist. Sie hat mich ein bisschen an die fabelhafte Amelie erinnert, da auch sie auf ihre Umgebung immer ein ganz besonderes Augenmerk hat und die Dinge anders wahrnimmt, als man selbst. So schlendert sie in ihren Leben lieber allein umher und genießt ihre Routine. Aber am liebsten streift sie durch Bücher und lässt sich regelmäßig in Geschichten hineinfallen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ihr beim Spaziergang ein Buch auffällt, was zwischen die Türpfosten geklemmt steckt, damit ein junges Mädchen, die Tür leichter aufbekommt. Tja uns so findet Juliette Soliman. Einen dünnen Mann, in einem Meer aus Büchern, der Beginn einer Reise zu Juliette und ihren Leben.

Soliman ist nämlich kein Buchhändler oder Bibliothekar, sondern er bestückt seine Kuriere mit Büchern. Eine Art Bookcrossing, wo ein Buch auf Reise geht und überall seine Leser findet. Aber hier sucht sich nicht das Buch, den Leser aus. Sondern der Kurier sucht das richtige Buch für den Leser aus, nämlich genau das, was er gerade für sein Leben braucht. Lebt der Leser in Groll, braucht er eine Geschichte, die ihn besänftigt, zum Beispiel. Tja, und da Juliette gerade da ist, kann sie doch auch ein Päckchen Bücher mitnehmen und dafür den richtigen Leser aussuchen und so wird Juliette auch Kurier. Aber der Aufgabe gewachsen fühlt sie sich gar nicht und so braucht es unbedingt noch ein Schlüsselereignis um sie in die eigene richtige Richtung zu schubsen. Mehr wird hier nicht verraten.

Ich mach es kurz, wer Bücher liebt, wird sich hier absolut wohlfühlen, aber auch danach eine Wunschliste haben, die Zentner schwer ist. Die Autorin spinnt hier einen ganz besonderen Zauber und lässt die Liebe zu Büchern absolut zelebrieren. Juliette, die immer im Leben nach etwas gesucht hat, sich aber nie getraut hat, über sich selbst hinauszuwachsen, wird hier reifen und sich ihrer neu gewonnenen Leidenschaft stellen. Eine Geschichte, die nicht nur Bücher im Mittelpunkt stellt, sondern auch Mut, sein eigenes Leben neu zu sortieren und erblühen zu lassen. Allein der Ansatz der Geschichte, für jeden Leser, das richtige Buch zu finden, fand ich absolut magisch und davon hätte ich ewig noch mehr lesen können, aber es ist ja nur Juliettes Anfang.

Das Mädchen, das in der Metro las, ist Buchzauber pur, mit jeder menge Charme, und dem Wunsch direkt alle genannten Bücher selbst zu lesen. Ich glaube danach, werden wir Lesende mit ihren Büchern anders beobachten und überlegen, ist das, das richtige Buch für ihm oder sie. Absolut herrlich zu lesen.
 
Henry und ich vergeben für diese locker und leichte Liebeserklärung ans Buch die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin:


Christine Féret-Fleury arbeitete viele Jahre als Lektorin in einem französischen Verlagshaus, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Sie hat mehrere Jugendbücher und Erwachsenenromane geschrieben, die prämiert und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.

Quelle: Dumont Verlag


Vielen lieben Dank an den Dumont Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Montag, 21. Mai 2018

Lesung mit Axel Ranisch

Hallo meine Lieben,

eigentlich hatte ich nicht beabsichtigt über diese Lesung einen Bericht zu schreiben, deshalb gibt es auch kaum Fotos, aber sie war so gut, das ich einfach doch ein paar Worte los werden muss.

Wir treffen uns gern ab und zu mit der wunderbaren Sandy von Nightingale's Blog, und damit es nicht nur Kaffee und Kuchen gibt, lässt sie sich gern was Besonderes einfallen. Da waren wir schon im Theater und diesmal hatten wir Karten für eine Lesung. Sandy kannte das Buch schon und meinte es wird mega lustig. Also ging es am 24.04.2018 nach Düsseldorf in eine wirklich interessante Location. Hotel Friends stellte seine Räume zur Verfügung und da gab es wirklich viel zu bestaunen. Die Lesung selbst fand in einem Raum mit vielen Sesseln und Sofas statt, unten also alles bequem und kuschelig. Sieht man aber nach oben, war es wie Industrie, blanke Decken, Träger und was für ein Mix. Unser Eindruck, ein richtiger hipster Ort. Wir nahmen Platz, schlürften an unserem Getränk und waren mächtig gespannt auf das, was kommen mag.

Der Autor höchstpersönlich selbst.

Dann betraten zwei Herren die Bühne, darunter Dorian Steinhoff, der Moderator und Gesprächsführer. (Leider habe ich den Namen des anderen vergessen.) Er kündigte Axel Ranisch an und dieser hat so einiges schon auf seinem Lebenslauf stehen, Regisseur, Opernschreiber, Schauspieler und nun auch Autor. Er hopste auf das Sofa und strahlte in die Runde. Wie er zum Roman kam, war gar nicht seine eigene Idee, sondern der Ullstein Verlag sprach ihn gezielt darauf an und er war nicht abgeneigt, sondern sein Kopf fuhr direkt Karussell. Auch wie er mit dem Erfolg umgeht, war direkt die nächste Frage und auch hier sprach er von Ausgewogenheit und seinem Mann, der darauf achtete, dass sein Privatleben nicht zu kurz kommt. Tja und dann wollten wir natürlich was hören und die Einstiegszene hatte nicht nur klassische Musik zur Untermalung, nein, sie war auch Mittel zum Zweck, und zwar zur sexuellen Bespaßung des Romanhelden Jannik. Aber hier erst mal das Buch:

 
https://www.genialokal.de/Produkt/Axel-Ranisch/Nackt-ueber-Berlin_lid_34658535.html?storeID=barbers

Autor: Axel Ranisch I Verlag: Ullstein I Inhalt I Gebundene Ausgabe: 20,00 €

Ich habe noch nie im Leben jemanden klassische Musik so vorlesen hören. Es bebte förmlich und die Instrumente schepperten in meinem Kopf, unglaublich großartig, ich wollte sofort in ein Konzert. Gigantisch genial!

Axel Ranisch in seinem Element.

Aber diese Lesung bestand nicht nur aus einer Vorstellung des Buches, sondern es gab noch andere literarische Happen. Nämlich ein Spiel mit dem Zuschauer, wir sollten den Anfang von einem Roman vom dazugehörigen Autor erkennen. Der Schwierigkeitsgrad ist aber der, dass es immer drei Visionen gab, eine vom Axel, eine vom Dorian und natürlich das Original. Erraten mussten wir, das Parfüm vom Patrik Süßkind, die Leiden des jungen Werther vom Johann Wolfgang von Goethe und Winnetou von Karl May. Tja, und was soll ich sagen, wir haben ja so abgeloost. Außerdem gab es noch paar nette literarische Zwischenstücke und Axel musste aus dem Stegreif eine Romanidee plotten. Wirklich Unterhaltung pur ...

Aber es wurde auch noch ein bisschen über das Buch gesprochen, das eigentlich zuallererst der entführte Lehrer feststand und er dann überlegte, wer hätte ihn das antun können. Tja, und wenn er das schon weiß, kann er von sich auch was reinstecken und so wurde aus "Nackt über Berlin" eine schräge, kuriose und witzige Coming-of-Age-Geschichte mit Spannungselementen. Natürlich wurde noch eine Szene gelesen und auch diese wahr einfach herrlich und man hätte sofort mit der Geschichte weiterlesen können. Aber leider ist die Zeit dann irgendwann rum und beschwingt verließen wir das Hotel. Ein sehr gelungener Abend, vielen Dank Sandy, das du uns mitgenommen und wieder was tolles ausgesucht hast. 

Nun ihr Lieben hat euch der Bericht gefallen? Wäre doch Schade gewesen nicht darüber geschrieben zu haben, oder? Ihr hättet doch was verpasst. Kennt einer das Buch schon? Oder sogar Werke vom Regisseur? Ich war auf jeden Fall ziemlich begeistert und muss das Debütbuch noch unbedingt lesen.

Ganz liebe Grüße
Eure, einen literarischen April gehabt habende, Sharon

Freitag, 18. Mai 2018

Rezension: Neal Shusterman * Scythe: Der Zorn der Gerechten


Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: Sauerländer
ISBN-13:
978-3737355070
Preis: 19,99 EUR
E-Book: 16,99 EUR
Reihe: 2. Teil
Erscheinungsdatum: März 2018
Übersetzer: Pauline Kurbasik und Kristian Lutze




Inhalt:
Citra ist nun Scythe Anastasia und darf jetzt über Leben und Tod entscheiden. Wie man sie kennt, nimmt sie ihre Aufgabe sehr ernst und ihre Art ihrer Nachlese anzutreten wirft unter den anderen Scythe Unstimmigkeit auf. Überhaupt ist in dieser Gemeinschaft ein Wechsel zu spüren. Die skrupellosen und machtgierigen Mitglieder möchten gern neue Regeln aufstellen und ihre Position auf der Erde noch weiter ausbreiten. Citra hat somit alle Hände voll zu tun, um ehrenvoll mit dem Tod umzugehen und selber am Leben zu bleiben. Aber auch Rowans Zeit der Immunität läuft bald ab, und während er Jagd auf vom Wege abgekommene Scythe macht, gerät auch er immer mehr in Gefahr. Können Citra und Rowan den Wechsel aufhalten? Welcher Gefahr setzt sich Rowan aus? Und welchen klugen Kniff muss Citra anwenden, um die Scythe wieder zurecht zu rücken?

Meinung:
Was hat mich damals der erste Band umgehauen, was habe ich dieses Buch verschlungen und wie begeistert war ich von dem, nie zuvor da gewesenen Thema. Aber man hat ja immer ein gemischtes Gefühl bei Fortsetzungen und erst recht bei dem zweiten Band. Meistens ist es ein Lückenbüßer oder nur eine Brücke zum finalen Abschluss. Ob dieses hier, das Schicksal von so vielen teilt, erzähle ich euch nun.

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, ohne viel zu verraten, denn man möchte ja keinen wirklich den Spaß nehmen. Also fangen wir doch bei Rowan an. Er ist also nun ein Abtrünniger, ein Schatten in der Nacht, ein geflüsterter Name, der böses verspricht. Bei den drastischen Scythe ein Schrecken, denn sie fürchten, da er nicht einfach nur ermahnt, sondern sein Besuch ihnen auch wirklich das Leben kosten kann. Rowan nimmt sein schreckliches Schicksal an, zweifelt aber auch über sein Dasein. Wie gern würde er seine Familie besuchen, wie gern würde er Citra in den Arm nehmen, aber seine Zukunft liegt im Dunklen verborgen. Je mehr er sich in diesem Schicksal verstrickt, umso mehr verliert er auch sich. Sein Übermut und seine eigene Unvorsichtigkeit bringen ihn in größte Gefahr. Tja, wer denkt, er hat im ersten Teil schon genug gelitten, der muss sich hier wirklich warm anziehen, denn Rowans Weg des Schmerzes, ist noch lange nicht vorbei.

Auch Citra muss sich in ihr neues Leben einfügen, nun ist sie ein volles Mitglied der Scythe und muss Nachlesen. Wie schon zu erahnen gewesen war, wählt sie eine besondere Art, sie lässt nämlich ihren Auserwählten einen Monat Zeit um ihre Angelegenheiten zu klären und sie dürfen sich ihren Abgang selber aussuchen. Das bedeutet jede Menge Arbeit und Flexibilität von Citra und ruft viele unangenehme Stimmen im Kreise der Scythe hervor. Die alte Garde nimmt sich Citra zum Vorbild und besinnt sich wieder auf ihre Werte und Bestimmung, die machthungrigen sehen ihn ihr eine Konkurrenz, ein Stachel in ihrem Vorhaben und somit muss sie weg. So stehen Scythe Anastasia und Curie im Fadenkreuz einiger Anschläge. Bleibt nur die Frage, wer steckt dahinter?

Mehr kann und will ich nicht verraten, das gesagte ist auch wirklich nur der Beginn des Buches, vielleicht noch so viel, das der Thunderhead eine Stimme bekommt und uns so in seine Gedanken und Sorgen Einzug halten lässt. Außerdem gibt es noch weitere Personen, die wir näher kennenlernen werden und alte Bekannte, die wieder auftauchen. Neal Shusterman strickt seine Geschichte verdammt gut weiter, auch wenn der Anfang ein bisschen in die Länge gegangen ist, könnte ich nicht sagen, dass es mich zu sehr aufgehalten hat, manchmal muss man etwas ausholen, um dann die Bombe platzen zulassen. Während man zwischen durch noch denkt, wohin will er mit seiner Geschichte, schmeißt er einem am Ende an die Belastbarkeit eines Lesers. Völlig überrascht und total überfordert lässt er einen die letzte Seite umschlagen und mit dem Gedanken zurück, das darf doch alles nicht wahr sein. Ich will sofort weiterlesen! Ich finde, das spricht doch absolut für eine gelungene Fortsetzung, die einfach alles hat. Rachegefühle, Zukunftssorgen, Intrigen und so viel mehr. Mannomann, was für eine Achterbahnfahrt.

Neal Shusterman kann einen wirklich in eine Geschichte bannen, einen Mitfiebern und dann geschockt zurück lassen. Was für Entwicklungen, was für eine ungerechte machthungrige Welt und jetzt muss das große explosive Ende alles herausholen. Wirklich geschickt erzählt, überraschende Wendungen und Drama pur. Der Autor kann wahrlich unterhalten, müsst ihr einfach lesen.
 
Henry und ich hatten atemraubende gute Lesestunden und vergeben dafür die vollen Bücherpunkte:

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Über den Autor:
 
 
Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, USA, ist in den USA ein Superstar unter den Jugendbuchautoren. Er studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften. Alle seine Romane sind internationale Bestseller und wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem National Book Award.

Quelle: Sauerländer Verlag 


Scythe - Reihe:
https://www.genialokal.de/Produkt/Neal-Shusterman/Scythe-01-Die-Hueter-des-Todes_lid_32821425.html?storeID=barbers

1. Teil I Rezension

Vielen lieben Dank an den Sauerländer Verlag für das  Rezensionsexemplar. 

Mittwoch, 16. Mai 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherentdecker,

manche Klappentexte sind doch so gut geschrieben, dass man am liebsten sofort das Buch in die Hand nehmen möchte, um zu lesen. Hier ging es mir so und was für eine erschreckende Vorstellung, die diese Protagonistin durchleben muss. Oh, ich mag gar nichts verraten, aber es ist so unglaublich und das hätte ich bei dem Cover gar nicht erwartet. Aber schaut doch mal selbst: 


Ein kleines Wunder würde reichen
Verlag: FJB
Erscheinungsdatum: 23.05.2018

Jemma kennt ein schreckliches Geheimnis: In ihrer Nachbarschaft ist ein Mord passiert, und sie weiß, wer es getan hat. Denn die Leute erzählen ihr Dinge, weil Jemma nichts weitersagen kann. Sie ist vollständig gelähmt und kann sich weder bewegen noch sprechen. Aber Jemma entgeht nichts. Als sie mit dem furchtbaren Geheimnis konfrontiert wird, ist sie völlig hilflos. Jemma weiß, dass ihr nur ein kleines Wunder helfen kann. Und sie ist fest entschlossen, alles für dieses Wunder zu tun.



Na, was sagt ihr? Habt ihr das auch schon entdeckt? Steht es auf eurer Wunschliste? Und ist die Vorstellung nicht unerträglich, alles mitzubekommen und nix tun zu können? Das macht mich so neugierig darauf, wie ihr kleines Wunder dann aussehen wird. Ich bin auf jeden Fall total angestachelt, es zu lesen.

Ganz liebe Grüße
Eure, sich ein Eis solange gönnende, Sharon

Montag, 14. Mai 2018

Lesung mit Romy Fölck

Hallo meine Lieben,

nun erzähle ich euch von einer Lesung, die zuallererst für den April geplant und feststand, alle andere kamen danach und auf diese habe ich mich ganz besonders gefreut. Es ist nämlich meine erste Lesung von Romy Fölck und ich liebe ihre Krimis. Außerdem kenne ich sie als Autorin schon viel länger, da Totenweg ja nicht ihr erstes Buch ist. Zudem ist sie so ein herzlicher und toller Mensch und letztes Jahr haben wir uns das erste Mal live und in Farbe auf der FBM gesehen und was war das toll, ihr merkt, ich komme ins Schwärmen.

Nun aber eine Lesung und was soll ich sagen wir hatten am 17.04.2018 schon eine Krimifahrt nach Köln vorab. In diesem Stadtteil waren die Parkplätze schwierig und die Nerven lagen echt blank, dazu noch die Wärme und die Stimmung zwischen den übermüdeten Bakers nicht unbedingt glücklich ...lach... aber, sobald wir die Lesungsräume betraten und Romys Lächeln sahen, war alles vergessen und die Anspannung viel ab.

 
Ausgerichtet hat die Lesung die Buchhandlung Maternus in Zusammenarbeit mit dem bm - Bildung in Medienberufen und die haben sich wirklich Mühe gegeben. Deko, Technik und alles drum herum war sehr fein organisiert, aber die Ankündigung fand ich nicht so Bombe. Klar muss man Allen danken und mit lobenden Worten erwähnen, aber es ging doch nicht um die Schüler, sondern um die Autorin und sie kam ein bisschen zu kurz. Zudem musste sie danach die komplette Moderation selbst übernehmen, da hätte ich mir wenigstens zum Schluss ein bisschen Unterstützung gewünscht, aber vielleicht bin ich auch zu verwöhnt. Aber kommen wir zum besten Teil, nämlich zu Romy und ihren Krimi und vorab zeig ich euch das Buch:


https://www.genialokal.de/Produkt/Romy-Foelck/Totenweg_lid_34473753.html?storeID=barbers

Autorin:  Romy Fölck I Verlag: Bastei Lübbe I Inhalt I Gebundene Ausgabe: 20,00 € I Rezension

 
Die Autorin entführte uns auch direkt in ihre Geschichte und las den Prolog vor. Dabei erzählte sie, immer wieder zwischendurch, wie sie dazu kam, über dies und das zu schreiben und ganz besonders über ihre neue Heimat. Sie ist nämlich der Liebe wegen selbst in die Elbmarsch gezogen und hat sich total in diese Umgebung verliebt. Diese Liebe und die dort herrschende Atmosphäre haben dazu geführt, dass Romy Fölck unbedingt genau da, auch einen Krimi spielen lassen wollte. Immerhin sorgen Nebel, Stürme, Abgeschiedenheit und wortkarge Mitmenschen für jede Menge Krimistoff und man kann daraus so viel machen. Für die Autorin war dann nur noch wichtig ein gutes Team aufzubauen. Eine junge Frau, die ehrgeizig und Einzelgängerin ist, aber auch ein Geheimnis mit sich trägt. Dagegen dann der ältere Beamte, kurz vor der Pensionierung, der immer noch an einen alten Fall knappert und privat seine Probleme hat. Dieses Spiel zwischen den beiden, die ständigen Vorkommnisse und der stätige Aufbau von Spannung, machen diesen Krimi richtig gut und Romy hat dafür gute Stellen rausgesucht. Erzählte nebenbei von Land und Leute und verstrickt den Zuhörer auch immer mehr ihn ihren Fängen. Eine schöne Anekdote ist ihr Ausflug zur Polizei, die sich richtig Zeit und Mühe gegeben haben, so ist die Autorin sogar mit dem Kriminalbeamte auf das Dach gestiegen, um den perfekten Ort für ein Zigarettenpäuschen zusuchen. Das ist doch ein Einsatz. 



Ganz ehrlich, die Zeit verging viel zu schnell. Und als Romy an einer wichtigen spannenden Stelle einfach das Buch zugeklappt, bin ich aus dem Bann aufgewacht und war traurig, dass es schon vorbei war. Aber ich tröste mich mit einem Bild mit Romy, einem signierten Buch und der Voraussicht, das bald Band zwei erscheint und sie am dritten Teil arbeitet. Ach, das wird toll. Vielen lieben Dank, an die unglaublich herzliche und charmante Autorin, es war echt toll dich zu treffen und wir freuen uns schon aufs nächste Mal :-)

Ihr Lieben, nun ist auch dieser Lesungsbericht geschrieben und ich hoffe, er hat euch auch gefallen. Mögt ihr denn Krimis? Kennt ihr schon ein Buch von Romy Fölck? Und seid ihr auch schon so auf die Fortsetzung gespannt? Außerdem muss ich wieder Apfelkuchen backen, seit dem Rezept von Romy bin ich süchtig nach diesem Kuchen .... ganz ganz schlimm schön ...hihi...

Ganz liebe Grüße
Eure, schon am nächsten Lesungsbericht arbeitende, Sharon

Freitag, 11. Mai 2018

Rezension: Catalina Ferrera * Spanische Delikatessen


Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Droemer Knaur 
ISBN-13: 
978-3426306178
Preis: 9,99 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: März 2018




Inhalt:
Karl Lindberg ist aus Liebe zu seiner Familie nach Barcelona gezogen. Er hat sich dafür von Berlin und seinem Beruf als Kriminalkommissar getrennt und frönt nun der grünen Langeweile. Auf einer Hunderunde, mit dem kleinen Malteser seiner Schwiegermutter, bekommt er einen Hilfeanruf seines Schwagers Alex Diaz. Dieser bittet ihn doch ins Delikatessengeschäft Molinas zukommen, er benötige dringend seinen Rat und seine berufliche Kompetenz. Karl ist hin und her gerissen, seine Meinung zu Alex ist nicht immer die Beste, aber die Neugier siegt. Dort findet er eine aufgewühlte Besitzerin und einen Schinken mit der Prägung „100% carne humana“ vor. Kann das wirklich sein? Comisario Alex Diaz hat somit seinen ersten Fall bei der katalanischen Polizei und ist damit total überfordert, deswegen zieht er Karl, als seinen Praktikanten, mit ins Boot. Können diese beiden unterschiedlichen Männer wirklich gut zusammenarbeiten? Handelt es sich wirklich um Mord? Und wie wird Barcelona auf solch eine Nachricht reagieren, immerhin handelt es sich um ihren traditionellen Schinken?

Meinung:
Catalina Ferrera ist eigentlich das Pseudonym der Jugendbuchautorin Eva Siegmund, die sich nun auch an Krimis wagt. Ich finde, es ist überaus spannend, sich auf zwei so unterschiedlichen Richtungen auszutoben und wollte unbedingt in ihrem Krimi reinlesen. Der sprach mich nämlich direkt an und auch das Wissen, das sie selbst in Barcelona gelebt hat, fand ich umsoo interessanter. Da wünscht man sich doch direkt einen Blick in die Stadt, die Leute und ob ich das bekommen habe, erzähle ich euch nun.

Die Familie Lindberg ist wirklich recht ungewöhnlich. Karl ist gebürtiger Ire, hat in Barcelona studiert, sich dort in seine Frau verliebt und ist mit ihr in Berlin gelandet. Dort hat er jahrelang als Kriminalkommissar gearbeitet und nun ist er auf unbestimmte Zeit beurlaubt, weil die Schwiegereltern in ein bestimmtes Alter kommen, wo sie die Apotheke nicht mehr allein führen können. Nun ist also seine Frau an der Reihe und Karl muss sich als Hausmann, die Zeit totschlagen. Seine Familie genießt somit sein gutes Essen und er hat jetzt zumindest Zeit für seinen Sohn, der allerdings schon mehr eigene Interessen hat. Dann kommt natürlich auch noch der spanische Familienteil dazu. Die strenge Schwiegermama im Krankenhaus und der lebhafte, unzuverlässige Bruder. Wie so einer überhaupt Polizist geworden ist, das fragt sich Karl des Öfteren. Aber seine grummeligen Argumente prallen bei den Frauen in der Familie total ab. Alex ist der Liebling, auf den die Frauen fliegen und Karl, der amtierende Hundesitter. Klingt doch nach viel Wirbel, Lachen und jede Menge interessanter Konflikte. Diese Familie kennenzulernen macht einfach unglaublich Spaß.

Dazu kommt dann der Fall. Ein traditionsreiches Delikatessengeschäft gerät in Schieflage, aber wie konnte das Geschehen? Woher kommt der mysteriöse Schinken? Und handelt es sich wirklich um einen Mordfall? Alex war früher nur Streifenpolizist und ist nun frisch beförderter Comisario und hat überhaupt keine Ahnung von diesem Gebiet. Da kommt doch ein Schwager, dem langweilig ist gerade recht. So fließen Karls berufliche Erfahrung und Alex Ortskenntnis ein und aus Schwägern, wird ein richtiges Team. Tja, und genau das ist das Tolle an diesem Buch. Die Figuren, der pflichtbewusste Karl und der lebenslustige Alex, das durch die Gassen von Barcelona streifen und natürlich das Essen. Dazu ein Fall, der durch seine abstrusen Verwinkelungen einen durch die Seiten flitzen lässt.

Catalina Ferrera hat einen unglaublich tollen atmosphärischen und genießerischen Krimi geschrieben. Ihre Geschichte lebt von ihren Figuren, das Leben in Barcelona und den perfekt eingebauten Köstlichkeiten, die diese Stadt zu bieten hat. Somit wird kein Schritt zu langatmig, ganz im Gegenteil man möchte, schlendert, staunen, riechen und kosten. Ihre Beschreibungen lässt die Stadt vor dem inneren Auge aufblühen und man hat öfters das Gefühl, direkt mit auf der Straße zu stehen, das bunte und laute Barcelona vor Augen. Ich glaube, davon lebt die Geschichte, klar der Fall ist auch gut eingearbeitet und wirklich klug inszeniert, aber der wirkliche Punkt ist der Ort des Geschehens. Ich habe das Buch auf einer Zugfahrt begonnen und ich, die sich sonst unglaublich gern ablenken lässt, konnte das Buch nicht aus der Hand legen und fand es schade, das die Reise schneller ein Ende hatte, als ich lesen konnte. Man verschwindet förmlich zwischen die Buchseiten und taucht an der Seite von Karl wieder auf, um mit ihm diese Reise, durch seine neue Heimat mitzubestreiten und am Ende des Tages ein Glas kühlen Weins zu trinken.

Für mich war es genau die richtige Mischung aus Spannung, Humor und Unterhaltung. Ein Lokalkrimi, der wirklich überzeugt und einem in die Stadt entführt, ohne mit zu viel Informationen erschlagen zu werden. Klar gab es auch ein paar Stellen, die überzogen waren, aber das hat dem Lesespaß keinen Abbruch getan und ich bin herrlich beseelt wieder aus Barcelona aufgetaucht. Was bin ich froh, das ich mein nächstes Ticket für den zweiten Fall schon gelöst habe.
 
Henry und ich hatten hervorragenden Unterhaltungsspaß und vergeben die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin: 


Catalina Ferrera ist das Pseudonym von Eva Siegmund, 1983 in Bad Soden geboren. Sie arbeitete als Kirchenmalerin, Juristin und Verlagsmitarbeiterin, bevor sie sich voll und ganz dem Schreiben widmete. Für ihre Kurzgeschichten hat sie bereits zahlreiche Preise gewonnen. Ferrera lebt in Barcelona und Berlin.


Barcalona-Krimi-Reihe:
 
https://www.genialokal.de/Produkt/Catalina-Ferrera/Spanischer-Totentanz_lid_36658336.html?storeID=barbers

2. Teil I Erscheinungsdatum: 01.03.2019

Vielen lieben Dank an den Droemer Knaur Verlag für das  Rezensionsexemplar.