Freitag, 16. November 2018

Rezension: Mats Strandberg * Das Heim


Broschiert: 446 Seiten
Verlag: TOR  
ISBN-13:
978-3596703678
Preis: 14,99 EUR
E-Book: 11,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Oktober 2018
Übersetzer: Nina Hoyer




Inhalt:
Monikas Zustand wird immer bedenklicher, seit ihrem Herzinfarkt, ist sie nicht mehr die gleiche, da bei ihr nun Demenz ausgebrochen ist. Alleine Leben ist nicht mehr drin und so müssen sich ihre Söhne um sie kümmern. Während Björn sich um seine eigene Familie sorgen muss, bleibt nur Joel, das Sorgenkind übrig. Zwanzig Jahre war er nicht mehr in seinem Heimatort und nun muss er sich, um schwere Entscheidungen bemühen und mit alten Geistern seiner Vergangenheit kämpfen. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als seine Mutter ins Seniorenheim zu bringen und sich, um das Haus zu kümmern. Aber, anstatt das er sich nun besser fühlt, da seine Mutter in besten Händen ist, wird er zunehmend besorgter. Seine Mutter magert ab, wird in ihren Äußerungen bösartig und weiß dunkle Geheimnisse, von jedem in ihrer Umgebung. Ihr Zustand wird immer schlimmer und die Atmosphäre auf der ganzen Station wird unruhiger. Die alten Leute nehmen etwas Fremdes in ihren Kreis war und es wird zunehmend stärker. Was bemächtigt sich hier Monika? Kann Joel ihr überhaupt helfen? Und wie viele werden die dunkle Macht zu spüren bekommen?

Meinung:
Was habe ich mich gefreut, als ich in der TOR Vorschau damals, den Namen des Autors entdeckt hatte. Mit seinem Buch „Die Überfahrt“ hatte er mir richtig geniales Kopfkino beschert und so tolle Lesestunden, dann ist doch klar, dass sein neustes Werk direkt geordert wurde. Allerdings ist das Cover schon ziemlich unheimlich und der Klappentext mehr als schaurig. Ob mich auch dieses Setting des Unheimlichen packen und begeistern konnte, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte wird diesmal nur aus drei Sichten geschildert. Da haben wir Joel, den Sohn, den Verlierer und das absolute Problemkind. Er war in seiner Jugend schon ein Einzelgänger und hatte bis auf seine beste Freundin Nina keinen großen Freundeskreis. Aber die Zwei hingen wie Pech und Schwefel zusammen und hatten einen großen Traum, nämlich zusammen Musik zu machen. Daraus wurde nie etwas, denn Nina hat das kurz vorher aufgegeben und so ist Joel allein nach Stockholm und total abgerutscht. Drogen, Alkohol und Party, bis ein Schlüsselerlebnis ihn aus diesem Sumpf rausgeholt hat, allerdings ist er mit seinem Leben mehr als unglücklich und ein Schatten seiner selbst. So anders als sein erfolgreicher Bruder, der mit Karriere und eigener Familie immer der Glanz der Familie war. Aber nun ist er zurück und muss sich um seine Mutter kümmern. Mit Geduld, die immer schwerer fällt und mit Sorgen, die mit jedem Tag größer werden. Schnell ist klar, dass ein mobiler Krankendienst nicht ausreicht, denn selbst eine Minute ohne Aufsicht, könnte das Haus in Flammen aufgehen lassen. Joel muss seine Mutter in einem Seniorenheim unterbringen. Das ist ein Wechselbad der Gefühle, Joel schwankt zwischen Erleichterung und schlechten Gewissen hin und her. Und diese Gefühle werden immer schlimmer, wenn er den Verfall seiner Mutter bei jedem Besuch sieht.

Die nächste Stimme ist Nina, sie ist die Jugendfreundin von Joel und kann es nicht glauben, das sie ihn nun jeden Tag sehen muss, da sie im Seniorenheim arbeitet. Damals haben die beiden sich nicht im Guten getrennt und nun schweben so viele ungesagte Worte zwischen ihnen, außerdem kommen noch Wut und Enttäuschung dazu. Natürlich ist die erste Begegnung angespannt, die Luft explosionsartig aufgeladen und ein Wort führt zum anderen. Die Missverständnisse und Uneinsichtigkeit bleiben weiterhin bestehen. Aber Nina fühlt sich auch Monika verpflichtet, immer hin war sie die Mutter, die sie nicht hatte. In der Familie fühlte sie sich immer aufgehoben und beschützt, aber nach dem Knall zwischen Joel und ihr, hat sie sich nicht mehr um Monika gekümmert und nur noch ihre eigene Familie gesehen. Tja, und diese fällt gerade auch auseinander. Der Sohn schon groß und genervt von Mami und die Eheleute in einer Krise. Aber so richtig eingestehen mag sie es sich nicht. So steckt Nina ihre Kraft in die alten Leute, aber je mehr Monika sich verändert umso mehr Angst bekommt Nina.

Und die dritte Stimme ist das Heim an sich, es beschreibt Situation und was gerade bei den Bewohnern passiert und spitzt die Lage nochmals ganz besonders hoch. Tragik an jeder Front und genau das ist hier der Punkt, das Heim. Der Autor wählt einen Punkt in unserem Leben, den keiner gern sieht. Alt zu werden, eine Last zu sein, nicht mehr richtig zu funktionieren und auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Diese Schwere ist schon wirklich böse gewählt und dann passieren unheimlich Dinge. Monika ist böse, spitzzüngig und hinterhältig, lässt alles natürlich aussehen und doch, wenn keiner hinguckt, stößt sie dem Betreffenden einen Dolch zwischen die emotionalen Rippen. Aber ist sie das wirklich Selbst, oder ist sie besessen. Das macht das alles so schön unheimlich, unangenehm und doch kann man nicht aufhören zu lesen.

Mats Strandberg hat es wieder geschafft, einen an die Seiten zu fesseln, in eine Horrorvorstellung einzuladen und mit Geschick einem in Angst zu versetzen. Dabei sind seine Figuren der starke Punkt in der Geschichte, sie haben Tiefe und sind auf keinen Fall eindimensional. Allerdings hat mir hier das gewisse Etwas gefehlt, es ist gut zu lesen und man mag es, aber es zog sich ein wenig hin. Das Buch ist einfach Ruhiger gestaltet, als sein Letzteres und spielt mehr mit unseren Ängsten und den Alltagsleben in einem Heim. Das allein ist Schauer genug, aber mir hat da einfach ein bisschen mehr Kitzel gefehlt. Für mich war es ein bisschen mehr, das zurück Finden in das eigene Leben von Nina und Joel. Und hierfür hat er sich halt Zeit genommen und so die Spannung und das Horrorelement zurück geschraubt. Ich fand das nicht schlecht, aber man hat irgendwie mehr erhofft.

Das Heim ist fesselnd, bildhaft, sehr eindrücklich und realitätsnah. Man geht mit den Figuren mit und lässt den langsamen Spannungsaufbau auf sich wirken. Der Autor ist schon ein bisschen böse, seine Leser in solch ein Setting zu entführen, nun bin ich gespannt, was er sich als Nächstes einfallen lässt. 


Henry und ich hatten die perfekte Halloween Lektüre und dafür gibt es vier Bücherpunkte:

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Über den Autor:


Mats Strandberg ist der Autor der weltweit erfolgreichen Engelsfors-Trilogie (›Zirkel‹/›Feuer‹/›Schlüssel‹), die in dreißig Sprachen übersetzt wurde. ›Die Überfahrt‹ wurde in Schweden zum Überraschungsbestseller und machte Strandberg auf einen Schlag berühmt.

Quelle: TOR Verlag


Weitere Werke des Autors beim TOR Verlag:

https://www.genialokal.de/Produkt/Mats-Strandberg/Die-Ueberfahrt_lid_31566480.html?storeID=barbers

Vielen lieben Dank an den TOR Verlag für das  Rezensionsexemplar. 

 

Mittwoch, 14. November 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherumschleicher,

Anfang des Jahres habe ich den Auftakt zur DC Icons Serie gelesen, und zwar Wonder Woman. Leider konnte es mich nicht ganz überzeugen, aber Geschmack auf mehr hatte ich allemal. Nun kommen wir doch zu einer Heldin, die doch eher meinen Nerv trifft, da ich total auf die Welt von Gotham City stehe. Hach, so ein bisschen Batman hat noch nie geschadet, beziehungsweise diese Welt und darin gibt es Catwoman. Ich mag ja die alten Filme und Michelle Pfeiffer hat diese damals ziemlich gut dargestellt, aber nun kommt eine neue Vision von ihr und die schauen wir uns mal an:


Catwoman: Diebin von Gotham City
Verlag: dtv
Reihe: DC Icons 2. Teil
Erscheinungsdatum: 30.11.2018

Partygirl bei Tag – Superdiebin bei Nacht 
 
Selina Kyle war die jüngste und gefürchtetste Straßendiebin von Gotham City – bis sie vor zwei Jahren verhaftet wurde. Nun kehrt sie unerkannt als mysteriöse Millionärstochter zurück. Während sie tagsüber als Partygirl Holly den Männern – allen voran ihrem verteufelt attraktiven Nachbarn Luke Fox – den Kopf verdreht, plant sie des Nachts den größten Coup aller Zeiten. Doch dann droht ihr Gefahr von unerwarteter Seite: Ein maskierter Unbekannter ist fest entschlossen, Selinas illegalen Aktivitäten den Garaus zu machen, und nimmt die Verfolgung auf. Ein faszinierendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Was Selina nicht weiß: Ihr Widersacher ist kein anderer als Luke Fox.


Ich finde, das klingt ziemlich genial, eine junge Diebin, das könnte richtig Bombe werden. Natürlich muss man sich von der alten Vorstellung entfernen, aber ich glaube, die Version von Anne Hathaway kommt da ziemlich nah dran. Raffiniert, sexy und unglaublich gerissen. Was sagt ihr denn zum Titel? Habt ihr es schon entdeckt? Steht es auf eurer Wunschliste? Ich mag auf jeden Fall schon mal das Cover und die Autorin ist ja auch keine Unbekannte, hach, ich bin mega gespannt.

Ganz liebe Grüße
Eure, sich die Nägel pfeilen feilen gehende, Sharon

Montag, 12. November 2018

Rezension: Tom Hillenbrand * Bittere Schokolade


Taschenbuch: 471 Seiten
Verlag: KiWi
ISBN-13: 978-3462050738
Preis: 11,00 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 6. Teil
Erscheinungsdatum: November 2018 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Xavier Kieffer läuft durch Zufall seiner Jugendliebe Ketti Faber über den Weg und diese lädt ihn zu sich nach Brüssel ein. Mit komischem Gefühl, denn eigentlich wollte er sie nie Wiedersehen, steht er nun in ihrer Patisserie und lässt sich in die Welt der Schokolade einführen. Aber Ketti hat noch ganz andere Dinge mit diesem Produkt vor, sie möchte die Schokolade revolutionieren. Allerdings soll es nicht mehr dazu kommen, da sie kurz darauf ermordet in Xaviers Armen stirbt. Für den Koch beginnt somit eine turbulente Zeit, denn wer ihn kennt, weiß, dass er den Tod aufklären muss und sich damit selbst in die Schusslinie bringt. Was hat Ketti also herausgefunden? Hat es mit der mysteriösen Plantage in Westafrika zu tun? Oder hängt ihr Tod mit dem Botschafter der Republik Kongo zusammen, der kurz vor ihr das Zeitliche gesegnet hat? Oder kommen da noch ganz andere Machenschaften ans Tageslicht? Xavier legt los und entdeckt eine ganz andere Seite von der Schokolade.

Meinung:
Dieses Jahr scheint ein Hillenbrand Jahr zu sein, denn es ist schon die zweite Neuerscheinung, die ich lesen darf. Während ich im Frühjahr in einer fernen Zukunft gewandelt bin, darf ich hier meinem Lieblingskoch begleiten. Ich liebe diese Reihe einfach, dieser Koch ist so schön schrullig und altmodisch, aber dabei hat er einfach eine tolle Ausstrahlung, dass man ihn sehr interessant findet. Dazu noch diese Lebensmittelskandale, die einen überraschen und die Welt mit anderen Augen sehen lässt. Diesmal ist die heiß geliebte Schokolade dran, und ob sich danach noch welche essen kann, erzähle ich euch nun.

Xavier Kieffer darf nun schon zum sechsten Mal ermitteln und ist für mich immer noch ganz hoch im Kurs. Diesmal bekommt er es ein bisschen mit seiner Vergangenheit zu tun, denn Ketti ist die Frau aus seiner Pariser Zeit gewesen. Wilde Partys, viele Drogen und der Traum von der ganz großen Küche, waren dort an der Tagesordnung und unser Koch erinnert sich nicht gern dran. So ist das erste Treffen ein Gefühl von Freude, aber auch unterschwelligem Unwillen an alte Zeiten denken zu müssen. Kieffer rang mit sich, ob er nun nach Brüssel fahren soll, oder nicht. Die Neugier hat aber gesiegt und so steht er in Brüssel und hört sich die Welt der Schokolade an. Für Ketti reicht es aber nicht, nur mit diesem Produkt zu arbeiten, nein, sie möchte den Kakaohandel fairer machen. Denn das ist ein ganz eigener Markt und die Leute, die dafür schuften, bekommen nichts ab. Für Xavier, eine neue Welt und er ist interessiert mehr zu erfahren und nimmt auch die Einladung zur Besichtigung ihrer Manufaktur an. Dort nimmt er auch Pekka mit und beide lassen sich alles zeigen, sogar Bilder bekommen sie mit und Pekka spürt, das etwas nicht stimmt, aber er kommt nicht direkt darauf. Dann passiert der Mord und Xavier übereilen die Ereignisse.

Ich mag einfach nicht mehr verraten, es ist so geballt an Informationen und der Autor entführt uns nicht nur in eine Richtung, sondern wartet mit vielen Verwinkelungen auf. Zuerst steht aber die Schokolade im Vordergrund und man ist so erstaunt, dass die Hersteller gar nicht viel mit dem Produkt machen, also sie bekommen die Schokolade in Blöcken geliefert und machen „nur“ noch alles hübsch. Da hat man doch immer gedacht, sie würde aus den Bohnen selber ihre Mischung herstellen, aber nein, das machen meistens schon die Plantagen. Und so geht es weiter, wir erfahren über den Anbau, die Pflanzen und natürlich die Verarbeitung. Welche Sorten es gibt und welches Unternehmen sich mit fairem angebauten Kakao brüstet. Da hört der Autor aber nicht auf, sondern lässt dann noch Wirtschaft und Politik hineinfließen und es wird irre spannend und ein großes Spektakel. Genau das, liebe ich an dieser Reihe, der Blick hinter den Kulissen, nicht nur die Liebe zum Essen, sondern die bösen Machenschaften dahinter. Und Schokolade ist unglaublich interessant, was da alles dahinter steckt und wie blauäugig wir diese vernaschen.

Bittere Schokolade hat mit Sicherheit einen gewissen Beigeschmack, aber das habe ich immer, wenn ich einen Kieffer gelesen hatte, deshalb schmeckt sie mir immer noch. Was ich aber wieder sehr beeindruckend fand, waren die vielen kleinen Fäden, die Tom Hillenbrand anspricht, verwebt und zu einem großen Ganzen verstrickt. Diese Komplexität unterhaltsam und spannend rüber zu bringen, ist einfach das große Talent. Elegant und leichtfüßig führt er uns durch die Seiten und hält die Mischung aus Essen, Privatleben und Fall gut dosiert hoch. Es ist natürlich auch die Figur Kieffer, die einen so ans Herz gewachsen ist, das man ihn einfach gerne begleitet und immer wieder den Kopf schüttelt über seine Engstirnigkeit. Ganz tolles Kino, mit wohlfühl Charakter.

Bittere Schokolade ist ein komplexer Blick hinter die Kakaobohne, spannend, fesselnd und ein herrlich kulinarischer Genuss. Jetzt heißt es nur wieder warten, warten, warten, aber ich bin beim nächsten Abenteuer definitiv wieder mit dabei. Kieffer rockt.
 

Henry und ich hatten schokoladige Lesestunden vom Feinsten und deshalt gibt es die vollen Bücherpunkte:


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Über den Autor:


Tom Hillenbrand, geboren 1972, studierte Europapolitik, volontierte an der Holtzbrinck-Journalistenschule und war Redakteur bei SPIEGEL ONLINE. Seine Sachbücher und Romane haben sich bereits hunderttausende Male verkauft, sind in mehrere Sprachen übersetzt und standen auf der SPIEGEL-Bestseller- sowie der ZEIT-Krimi-Bestenliste. 

Quelle: KiWi Verlag


Xavier Kieffer - Reihe:


https://www.genialokal.de/Produkt/Tom-Hillenbrand/Teufelsfrucht_lid_13649022.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Tom-Hillenbrand/Rotes-Gold_lid_17108883.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Tom-Hillenbrand/Letzte-Ernte_lid_19977911.html?storeID=barbers

1. Teil: Rezension I 2. Teil: Rezension I 3. Teil: Rezension

https://www.genialokal.de/Produkt/Tom-Hillenbrand/Gefaehrliche-Empfehlungen_lid_29762234.html?storeID=barbers

 4. Teil: Rezension I 5. Teil: Rezension

Vielen lieben Dank an den KiWi Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Freitag, 9. November 2018

Rezension: Leigh Bardugo * Das Gold der Krähen

Broschiert: 592 Seiten
Verlag: Droemer Knaur 
ISBN-13: 
978-3426654491
Preis: 16,99 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 2. Teil
Erscheinungsdatum: September 2018
Übersetzer: Michelle Gyo 




Inhalt:
Die Krähen sind zurück in Ketterdam. Von ihrem Abenteuer heftig durchgeschüttelt und noch ganz überwältig, denn das sie lebend aus diesem Auftrag herauskommen, hätte keiner von ihnen gedacht. Aber dann werden sie überrumpelt, verraten, um ihrer Belohnung betrogen und Inej gerät in Gefangenschaft. Nur mit Mühe und viel Geschick kommen die anderen um Haaresbreite davon. Doch soll alles umsonst gewesen sein? Kaz Brekkers ist nicht umsonst ein großer Pläneschmieder und er sinnt nach einem, Rache. Nun wird mit anderen Karten gespielt und die elegante Art beiseitegeschoben, Kaz kennt kein Risiko und für ihn kann ein Deal nicht schmutzig genug sein, um das zu bekommen, was er möchte. Wird er Inej befreiten können? Werden alle Krähen ihr Geld noch bekommen? Und wird Ketterdam am Ende noch stehen?

Meinung:
Kaum eine Fortsetzung habe ich so herbeigesehnt wie dieser. Das Lied der Krähen hatte mich so überwältigt und eine ganz neue Fantasywelt offenbart. Unglaublich spannend, fesselnd und mit solch einer Sogwirkung hatte ich damals nicht gerechnet. Tja, und dann diese Figuren, einfach originell und jeder für sich einnehmend. Nun halte ich endlich den zweiten Band in den Händen und bin fast hysterisch vor Freude und starre es verträumt an, da hat die Autorin wohl was richtig gemacht. Meine Erwartung war nach dem Knaller eines ersten Bandes ziemlich hoch, und ob diese nun erfüllt wurden, ist, erzähle ich euch nun.

Der Einstieg in die Geschichte hält sich nicht lange mit Rückblenden auf, sondern steigt sofort mittendrin, fast nahtlos ein. Wie schon im ersten Band wird das erste Kapitel von einer unbekannten Figur eröffnet. So ist man direkt wieder in der Stadt, im Gewühl und im Schatten von Ketterdam, denn das Böse brodelt weiter und andere, dunkele Machenschaften lauern um jedes Eck. Unsere Krähen müssen sich gerade unter Zeitdruck erholen, sich neu orientieren, sind aber wildentschlossen Inej zu befreien. Das ist der erste und wichtigste Punkt auf ihrer Tagesordnung, zumindest der anderen, Kaz ist gedanklich schon wieder viel weiter und schmiedet Böses voraus. Er will die Stadt erschüttern, er möchte sich mehr als nur Rächen, er will, ein Zeichen setzten, spektakulär und endgültig. Natürlich offenbart er sich seinem Team immer erst kurz vorher und so ist man immer gespannt, was er sich wieder hat einfallen lassen. Eigentlich geht es einen, als Leser, wie den Bösewichten, erst kurz vorher hört man den Knall. Aber auch, wenn seine Pläne gewagt und überraschend sind, schlafen die Bösen nicht.

Natürlich wird die Geschichte wieder von allen sechs Krähen erzählt und so bekommen wir wieder einen rund um Blick ins Geschehen und in die Köpfe. So erleben wir einen verschlossen Kaz, der sich aller Gefühle verbittet und doch nicht immer so kann, wie er möchte. Inej, die sich in Gefangenschaft stark halten muss, und trotzdem mit vielen Dämonen kämpft. Nina, die immer noch unter dem Entzug leidet und ihre Magie neu erfinden muss. Matthias, der sich eingestehen muss, dass man vor Gefühlen und Freundschaft nicht weglaufen kann. Wylan, der sich seinen Ängsten stell muss und an seinen guten Gaben wachsen kann. Jesper, der endlich erwachsen werden muss. Sie sind immer noch ein eingeschworenes Team, jeder kann sich auf jeden verlassen und ist für ihn da. Figuren, die immer noch überraschen, die eine Einheit bilden und wirklich die Großen der Geschichte sind.

Der Auftrag steht also klar fest und nun heißt es Spannung, mitfiebern und die bösen Vorahnungen beiseite schieben. Es ist ganz klar, das der zweite Band nicht mit Ortswechseln und anderen Gegenden aufwarten kann. Mir war klar, dass wir erst Inej befreien und dann war ich gespannt, was kommt und hier muss ich sagen, fand ich alles an Handlung und Geschehen logisch, aber nicht überwältigend. Dieser Hunger nach Seiten und dieser Sog nach mehr, wollte sich nicht so recht einstellen. Immer wenn die Geschichte an Spannung und Überraschungen aufgebaut hat, kam die Autorin mit einer persönlichen Rückblende der Figur, und was für mich im ersten Band super funktioniert hatte, hat mich hier aufgehalten, gelähmt und den Schwung rausgenommen. Außerdem fand ich ihre Wahl am Ende hin nicht so glücklich, ich kann es nicht wirklich ansprechen, ohne was Wichtiges preiszugeben, aber es war das leichteste und bitterste Übel und hat mir nicht so geschmeckt.

So war für mich die Geschichte nicht ganz rund und konnte für mich nicht mit dem ersten Band mithalten, aber ich bin immer noch schwer beeindruckt, was die Autorin geschaffen hat. Eine überaus interessante Welt und Figuren, die einfach absolut irre sind und einen total ansprechen. Dann ihr Humor und die ganzen Wendungen und Überraschungen, die sie in ihrer Geschichte eingebaut hat, sind einfach großartig. Leigh Bardugo ist eine große Erzählerin und ich hoffe, dass sie noch viel zu berichten hat.

Das Gold der Krähen ist eine aufregende Fortsetzung, die für mich kleine Haken hatte, mich aber dieser Welt nicht entziehen konnte. Wie damals schon fantastisch, aufregend und so facettenreich. Ach, und bildgewaltig!
 
Henry und ich mögen Krähen Spektakel und hier für gibt es vier Bücherpunkte:

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Über die Autorin:

  
Leigh Bardugo wurde in Jerusalem geboren und wuchs in Los Angeles auf. Nach Stationen im Journalismus und im Marketing kam sie schließlich als Special Effects-Designerin zum Film. Leigh lebt und schreibt in Hollywood.



Glory or Grave Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Leigh-Bardugo/Das-Lied-der-Kraehen_lid_32700585.html?storeID=barbers

1. Teil: Rezension

Vielen lieben Dank an den Droemer Knaur Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Mittwoch, 7. November 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherseitenumblätterer,

das neue Jahr, es ist zwar, noch was hin, aber man darf, doch schon darüber sprechen, hält doch einiges für uns bereit. So kann man sich auch über ein neues Buch von einem gewissen Finnen freuen. Zumindest bin ich ziemlich in Aufruhr, denn ich habe diesen erst für mich entdeckt und fand diese skurrile und schwarzhumorige Schreibe ziemlich genial. Ich bin auch nicht die Einzige, die ihn klasse findet, sogar Bernhard Aichner ist begeistert. Aber schauen wir uns doch das neuste Werk an:

 
Palm Beach, Finnland
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 22.01.2019

Eine Kleinstadt im finnischen Nirgendwo. Der neue Investor hat den Ort in "Palm Beach, Finnland" umgetauft, warum auch nicht? Alles erinnert an "Miami Vice" und "Baywatch": Die Namen der farbenfroh überstrichenen maroden Hütten, die hautengen Badeanzüge der Rettungsschwimmer, das überdimensionale Werbebanner am Ortseingang. Davon abgesehen unterscheidet sich das Küstennest kaum von den anderen traurigen Badeorten der Umgebung.
Olivia Kosk ist nach gescheiterter Ehe gerade erst zurückgekehrt, um als Surflehrerin neu anzufangen, als sie einen fremden Mann in ihrer Küche auffindet. Ermordet. Obendrein auf ziemlich unschöne Weise.
Weil die Polizei vor Ort den Fall nicht lösen kann, wird Jan Nyman, verdeckter Ermittler der finnischen Polizei, in das kuriose Ferienparadies entsandt. Getarnt als urlaubender Mathelehrer soll er herausfinden, was sich tatsächlich zugetragen hat. Sein Chef hat ihn zu einem Surfkurs bei Olivia verdonnert, der Hauptverdächtigen, und Nyman spürt schnell, dass er sich zu ihr hingezogen fühlt. Dass sie dringend Geld für die Renovierung ihres Hauses benötigt, rückt Olivia allerdings in ein ziemlich zweifelhaftes Licht. Aber Geldsorgen haben in Palm Beach, Finnland anscheinend alle. Und dann tritt auch noch ein Auftragskiller auf den Plan. Es ist der Bruder des Toten aus Olivias Küche. Und er will sich rächen.


Hach, das klingt nach bester Unterhaltung und nach vielen Verwicklungen und Irrungen. Da kommt ja einiges Ungewöhnliche zusammen und man darf das Ganze wohl nicht ernst nehmen. Aber was soll ich sagen, ich mag so was total. Dazu kommt der herrliche Schreibstil oder die coolen Übersetzer, die das herrlich abrunden und zum Vergnügen machen. Ich bin jetzt schon total gespannt. Was sagt ihr denn zum Buch, auch was für euch? Ist dieses Pink nicht auffällig? Und wer hat es auch schon für sich entdeckt?

Ganz liebe Grüße
Eure, schon mal die Sonnenbrille polieren gehende, Sharon

Montag, 5. November 2018

Rezension: Amie Kaufman & Jay Kristoff * Gemina: Die Illuminae Akten 02

Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
Verlag: dtv 
ISBN-13: 978-3423762328  
Preis: 19,95 EUR    
E-Book: -,-- EUR    
Reihe: 2. Teil
Erscheinungsdatum: September 2018
Übersetzer: Gerald Jung & Katharina Orgaß
Illustrator: Marie Lu 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Wir befinden uns auf der Sprungstation Heimdall und fiebern den Terratag entgegen. Hanna, die Tochter des Kommandanten kümmert sich um das perfekte Outfit und freut sich auf ein Date mit ihrem Freund. Natürlich möchte sie vorher noch richtig feiern gehen und das besondere Extra hierfür, möchte sie sich bei Nik, den Sohn eines Mafia-Clans, besorgen. Beide sind der langweiligen Raumstation überdrüssig und sind mehr als bereit, was zu erleben. Allerdings hatten sie damit nicht gerechnet, denn die Station wird überfallen und von einer feindlichen Kampfeinheit übernommen. Die Besatzung wird Stück für Stück eliminiert und die Funktion des Wurmlochs ist auch in Gefahr. Heimdall schlittert auf ein Raum-Zeit-Kontinuum zu, was alles zu zerfetzen droht. Nun liegt es an Hanna und Nik nicht nur am Leben zu bleiben, sondern auch das Universum vor schlimmeren zu bewahren. Was steckt hinter dem Angriff? Werden die beiden, das Unmögliche schaffen? Und wie hoch kann in der Situation ein Flirtlevel liegen?

Meinung:
Endlich geht es weiter und ich konnte einfach nicht länger meine Finger von diesem Buch lassen. Illuminae hatte mich damals so umgehauen, begeistert, überrascht und schwer beeindruckt. Wie konnte so ein Wälzer, so fetzig, wie konnte man nur mit Berichten und Chats solch ein Kino im Kopf entstehen lassen und woher bitte kommen die genialen Figuren. Ihr seht, mich hat so richtig fett der Illuminae Virus erwischt. Ob dieser auch beim zweiten Teil so erfolgreich war mit infizieren, erzähle ich euch jetzt.

Zuerst sollte ich wohl gestehen, das ich ein bisschen verwirrt in die Geschichte eingestiegen bin, denn ich hatte gar nicht mit neuen Figuren und einem neuen Ort gerechnet. So ist das, wenn man sich einfach auf das Buch stürzt, ohne die Inhaltsangaben zu beachten. Also schnell gecheckt und rein ging‘s, ins neue galaktische Abenteuer, denn die Vertuschungsaktion von BeiTech ist noch lange nicht beendet. Während Kady und Ezra der Raumstation Heimdall entgegen fliegen und auf Hilfe hoffen, bekommt diese nun die Auswirkungen, des Angriffs zu spüren. BeiTech kann sich lebende Zeugen nun mal nicht erlauben.

Somit bekommen wir zwei neue Hauptprotagonisten, da haben wir zum einen die verwöhnte Hanna. Sie ist die Tochter, des führenden Kommandanten und Daddys kleines Mädchen. Allerdings hat sie es faustdick hinter den Ohren. Kampftechniken, Strategiespielchen und Shoppen gehören zu ihrer Freizeit Beschäftigung und natürlich ihr Freund Jackson. Für sie gehört aber auch zu einer Party kleine Spaßmacher und so kommt Nik ins Spiel. Er ist der Sohn von einem Mafiaboss und hat selbst schon im Knast gesessen. Er ist also ein harter böser Junge, aber ehrlich das nimmt ihm keiner ab. Er ist spitzfindig und steht absolut auf Hanna, sobald sie in Erscheinung tritt, spielen seine Hormone verrückt und er ist in super Flirtlaune. Ich kann euch sagen, da kommen Chats zusammen. Für mich waren die beiden Figuren erfrischend, passend und wirklich witzig. Das gab dem Ganzen so eine richtig tolle Würze.

Überhaupt haben die beiden Autoren einen richtig guten zweiten Teil abgeliefert. Gemina war absolut fesselnd, spannend und ich wollte es am liebsten gar nicht aus der Hand legen. Darüber hinaus ist man ja auch über die Umsetzung überrascht und freut sich über jedes neue Detail, was man entdeckt. Ich bin eh immer noch total überrascht, wie man nur mit Vernehmungsprotokollen, Chatabläufen und Zusammenfassungen von Videoaufzeichnungen solch eine galaktische Atmosphäre schaffen kann. Dabei tropft zwischen den Seiten der ironische Humor heraus und lässt einen richtig mitlachen. Aber auch die dramatischen Stellen lassen einen förmlich in die Seiten hüpfen und man ist einfach mittendrin. Dazu kommt noch der technische Kauderwelsch, der einen manchmal etwas überfordert, aber am Ende leuchtet die eigene kleine Birne hell auf. Diese ganze Mischung ist wirklich immer noch besonders, neu und so einfallsreich.

Was soll ich euch noch sagen. Gemina war wie ein Kinobesuch und ich hatte wirklich alles, spektakuläre Bilder, viel Aktion und sogar schmachtende Liebesszenen und vom Sound in meinen Ohren, fange ich gar nicht erst an. Mich konnte der zweite Illuminae Teil voll überzeugen und es hatte solch einen Spaß gemacht, ich will (hier kann ich nicht auf meine Kinderstube achtgeben), ich will ganz dringend und unbedingt Teil drei lesen.

Henry und ich hatten spacige Lesestunden und irre gute Unterhaltung, dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autoren:
 


Amie Kaufman wuchs in Australien und Irland auf und hatte als Kind das Glück, in der Nähe einer Bücherei zu wohnen. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Hund Jack in Melbourne und schreibt Science-Fiction- und Fantasy-Romane für Jugendliche. Sie liebt Schokolade und Schlafen, hat eine riesige Musiksammlung und einen ganzen Raum voller Bücher.
 
Jay Kristoff verbrachte den Großteil seiner Jugend mit einem Haufen Bücher und vielseitiger Würfel in seinem spärlich beleuchteten Zimmer. Als Master of Arts verfügt er über keine nennenswerte Bildung. Er ist zwei Meter groß und hat laut Statistik noch 13.020 Tage zu leben. Zusammen mit seiner Frau und dem faulsten Jack-Russell-Terrier der Welt lebt er in Melbourne.  

Quelle: dtv Verlag



Illuminae - Akten:

https://www.genialokal.de/Produkt/Amie-Kaufman-Jay-Kristoff/Gemina-Die-Illuminae-Akten_02_lid_36845115.html?storeID=barbers

 1. Teil: Rezension

Vielen lieben Dank an den dtv Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Freitag, 2. November 2018

Rezension: Anna Simons * Verborgen

Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Penguin   
ISBN-13: 
978-3328102892
Preis: 10,00 EUR
E-Book: 8,99 EUR
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: Oktober 2018 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Eva Korell zieht nach München, in eine neue Stadt und somit auch ein neuer Job. Sie macht einen Schnitt in ihrem Leben und möchte ganz neu anfangen und alles hinter sich lassen. Aber bevor sie ihren ersten Arbeitstag hat, hilft sie einer Passantin, die auf dem Bürgersteig einfach umkippt. Ihre Hilfsbereitschaft soll ihr aber zum Verhängnis werden, denn diese Frau bittet sie später noch um Hilfe. Eva findet, das geht zu weit und lehnt ab. Als sie ihren Job als Gefängnisärztin anfängt, wird aber schnell klar, dass die Frau mit einem Inhaftierten verheiratet ist. Eva ist verunsichert, hat sie vielleicht falsch reagiert? Aber bevor sie das wieder grade rücken kann, ist die Frau spurlos verschwunden und ein alter Fall wird wieder aktuell. Wo ist die Frau? Wer ist hier der Täter? Und wie gefährlich werden Evas, im Alleingang durchgeführte Ermittlungen, für sie?

Meinung:
Anna Simons ist ein Pseudonym einer ganz sympathischen Autorin und ich bin wirklich gespannt, was sie sich hier Böses ausgedacht hat. Allein die Grundidee, einer gestandenen Ärztin in einem Gefängnis agieren zu lassen, finde ich schon ungewöhnlich spannend und hat mit Sicherheit einige überraschende Facetten. Wie sich nun der Reihenauftakt und seine Autorin hier schlagen, erzähle ich euch nun.

Eva Korell ist eine starke, selbstbewusste und toughe Frau. Die in ihrem Leben schon einige Schicksalsschläge erlebt hat und sich deshalb nicht so gern öffnet. Ihre Art in ihrem Umfeld zu fungieren ist immer freundlich und bestimmend, macht sie aber auch einsam. Damit scheint sie sich aber abgefunden zu haben, bis auf kleine stille Momente, wo doch die Sehnsucht nach mehr in der Luft hängt. Ihre Hilfsbereitschaft und ihr Engagement Mensch zu helfen, bringt sie aber auch oft an ihre Grenzen und sie macht sich auch nicht immer Freunde dabei. So passiert es ihr hier mit Nicole, eigentlich nur ein Einsatz der Menschlichkeit und schwups ist sie tief in einem Kriminalfall verstrickt.

Die Geschichte wird aber nicht nur von Eva erzählt, nein es kommt auch die besagte Nicole zu Wort. Sie ist mit einem gewaltbereiten Mann verheiratet, der eine Strafe im Gefängnis absitzt, aber bald wieder raus kommen soll. Bei ihrer Putzaktion macht sie allerdings einen schweren Fund und dieser bringt ihr, auch schon dort unsicheres Leben, noch mehr aus dem Tritt. Und später übernimmt auch noch der Herr Kommissar einen Erzählstrang, der Nicole sucht und seine Ermittlung gern mit Eva teilt.

Für Eva fängt die Zeit in München doch recht turbulent an. Wir begleiten sie durch ihren Alltag, aber auch durch ihre Gedanken und Gefühle und das macht die Geschichte erst recht interessant. So kann man verstehen, warum sie erst die Hilfe abblockt, wieso sie es doch nicht loslässt und wie sie selbst über sich hinauswächst. Das alles erzählt Anna Simons ziemlich schlüssig und einnehmend. Der Fall bekommt damit eine reale Note und einen richtig guten Spannungsbogen. Für mich waren die Ermittlungen und der Ablauf logisch und gut nachvollziehbar. Übrigens hat mir die Mischung aus Opfer und starker Ärztin richtig gut gefallen, beide müssen sich hier einigen stellen und daran wachsen, wirklich ein ganz gelungener Schachzug.

Die Autorin hat hier wirklich was richtig Tolles und Kompaktes geschaffen. Ein interessantes Setting, starke Figuren und ein ziemlich neugierig auf mehr, machender Auftakt. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass da noch einige schwere Jungs und böse Fälle auf Eva warten und der nette Herr Kommissar muss doch auch wieder in Erscheinung treten, da geht noch was. Man merkt beim Lesen, das Anna Simons selbst großen Spaß an der Geschichte hatte und ihre Leser gern packen und vor Spannung an die Seiten fesseln wollte und das ist ihr gelungen.

Für mich war Verborgen ein spannender Auftakt, der mit einer richtig guten Mischung aufwartet, durch seine realen Schilderungen überzeugt und noch ziemlich viel zu erzählen hat. Ich freu mich auf mehr und bin sehr neugierig, was da als Nächstes kommt.
 
Henry und ich fanden diese Zufälle, die zur Gefahr wurden unglaublich spannend und deshalb, die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin:
 


Anna Simons ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Autorin, die 1966 in Bergneustadt geboren wurde. Die promovierte Betriebswirtschaftlerin arbeitete viele Jahre als Personalberaterin bei einer Großbank in Frankfurt. Vor einigen Jahren wechselte sie ins erzählerische Fach: 2008 gewann sie den Women’s Edition Kurzkrimi-Preis, 2015 war sie für den UH!-Literaturpreis des Ulla-Hahn-Hauses in Monheim nominiert. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern im Münchner Umland.



Vielen lieben Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar.