Mittwoch, 23. Mai 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherstreichler,

machmal gibt es auch historische Romane, die mir ins Auge fallen und mein Bücherherz höher schlagen lassen. Obwohl ich eher selten Historisches lese, aber es gibt so Themen, da bin ich sofort dabei. Wie zum Beispiel Theater und Shakespeare, diese Welt ist so unglaublich faszinierend und zu der Zeit absolut aufblühend. Außerdem ist es fremd, bunt und eine ganz eigene Welt. Aber schaut doch mal selbst:


Narren und Sterbliche
Verlag: Wunderlich
Erscheinungsdatum: 24.07.2018

Der Winter 1595 ist kalt. Das macht auch den Mitgliedern der Theatertruppe von William Shakespeare zu schaffen, einer von vielen in London. Die Stadt ist seit längerem vom Theaterfieber ergriffen, neu entstandene Schauspielhäuser vor den Toren der Stadt fassen Tausende Zuschauer, die sich mit Bühnenstücken, Tanz, Zoten und dressierten Bären unterhalten lassen. Halbseidenes Gesindel sind diese Schauspieler in den Augen der puritanischen Obrigkeit, die alle Bühnen verbieten will. Aber viele im Hochadel lieben das Theater, und auch die Königin tut es.
Zur Hochzeit einer hochgestellten Dame soll die Truppe ein neues Stück auf die Bühne bringen, eine Komödie mit dem Titel „Der Sommernachtstraum“. Mit von der Partie: Richard, William Shakespeares jüngerer Bruder, vom Älteren wenig geliebt und auf der Bühne nur in Frauenrollen geduldet.
Dann geschieht eine Katastrophe: Ein konkurrierendes Schauspielhaus lässt das Stück stehlen. Aber Richard weiß, wie die Uraufführung zu retten ist. Er wird das Stück zurückstehlen und damit William dazu bringen, ihn endlich zu respektieren, ihm endlich eine Männerrolle zu geben – und dann fehlt ihm zu seinem Glück nur noch die Hand der schönen Silvia…


Bernard Cornwell ist ein Spezialist für historische Romane und schreibt absolut fesselnd und keine Spur langweilig, zumindest fand ich das bei der Uhtred Saga so und nun London mit Shakespeare. Außerdem nimmt er ein absolutes Lieblingsstück von mir dran, nämlich "Der Sommernachtstraum", das kann nur gut werden. Also, wer liest gern historische Romane? Wer kennt schon Geschichten von Bernard Cornwell? Und wer findet diese Zeit auch so spannend wie ich? Ach, ich bin ganz entzückt und freue mich ganz famos darauf.

Ganz liebe Grüße
Eure, sich vielleicht das Werk noch mal lesende, Sharon

Dienstag, 22. Mai 2018

Rezension: Christine Féret-Fleury * Das Mädchen, das in der Metro las


Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Dumont  
ISBN-13: 
978-3832198862
Preis: 18,00 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Mai 2018
Übersetzer: Sylvia Spatz




Inhalt:
Juliette nimmt jeden Morgen zur Arbeit die Metro und verbringt die Zeit damit zu lesen und sich in ferne Welten zu träumen, oder zu beobachten. Nämlich die anderen Leser, wie die Frau mit dem immer gleichen Kochbuch, oder der Mann, der aus seinem Sachbuch über Insekten ein richtig kleines Ritual zu feiern schien, oder die junge Frau, die immer auf Seite 247 in Tränen aufgelöst ist. Menschen die Lesen weckten Juliettes Neugier und sie fragte sich, was das jeweilige Buch in ihnen auslöste. Als sie sich aber an einem Tag entschied früher auszusteigen und ein Stück zu laufen, da ahnte sie noch nicht, dass dieser Spaziergang ihr Leben verändert würde. Durch Zufall, oder Eingebung begegnet sie Soliman und seinem Reich voller Bücher und der Aufgabe, das richtige Buch für die richtige Person zu erwählen, denn Bücher haben Macht, das Leben zu beeinflussen. Wird sich Juliette der Aufgabe stellen? Was wird sie noch über Bücher erfahren? Und hat sie die Gabe, das richtige Buch auszuwählen?

Meinung:
Ich fürchte ja fast, ich bin dem Charme französischer Bücher einfach erlegen. Wenn dann auch noch eine Geschichte über Bücher mich erreicht, ist es sogar noch schlimmer, wie soll man da nicht dem Zauber verfallen. Allerdings hatte auch ich schon mal die Ausnahme in der Hand und nach dem Lesen die Frage im Kopf, was wollte mir der Autor da erzählen. Manchmal neigt der Franzose auch zu sehr zum abstrakten und ein normal Sterblicher versteht es nicht. Ob das aber hier zutrifft, erzähle ich euch nun.

Der Beginn ist auch direkt die erste Metrofahrt zur Arbeit und wir lernen Juliette kennen. Eine junge Frau, die eine richtig gute Beobachterin ist. Sie hat mich ein bisschen an die fabelhafte Amelie erinnert, da auch sie auf ihre Umgebung immer ein ganz besonderes Augenmerk hat und die Dinge anders wahrnimmt, als man selbst. So schlendert sie in ihren Leben lieber allein umher und genießt ihre Routine. Aber am liebsten streift sie durch Bücher und lässt sich regelmäßig in Geschichten hineinfallen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ihr beim Spaziergang ein Buch auffällt, was zwischen die Türpfosten geklemmt steckt, damit ein junges Mädchen, die Tür leichter aufbekommt. Tja uns so findet Juliette Soliman. Einen dünnen Mann, in einem Meer aus Büchern, der Beginn einer Reise zu Juliette und ihren Leben.

Soliman ist nämlich kein Buchhändler oder Bibliothekar, sondern er bestückt seine Kuriere mit Büchern. Eine Art Bookcrossing, wo ein Buch auf Reise geht und überall seine Leser findet. Aber hier sucht sich nicht das Buch, den Leser aus. Sondern der Kurier sucht das richtige Buch für den Leser aus, nämlich genau das, was er gerade für sein Leben braucht. Lebt der Leser in Groll, braucht er eine Geschichte, die ihn besänftigt, zum Beispiel. Tja, und da Juliette gerade da ist, kann sie doch auch ein Päckchen Bücher mitnehmen und dafür den richtigen Leser aussuchen und so wird Juliette auch Kurier. Aber der Aufgabe gewachsen fühlt sie sich gar nicht und so braucht es unbedingt noch ein Schlüsselereignis um sie in die eigene richtige Richtung zu schubsen. Mehr wird hier nicht verraten.

Ich mach es kurz, wer Bücher liebt, wird sich hier absolut wohlfühlen, aber auch danach eine Wunschliste haben, die Zentner schwer ist. Die Autorin spinnt hier einen ganz besonderen Zauber und lässt die Liebe zu Büchern absolut zelebrieren. Juliette, die immer im Leben nach etwas gesucht hat, sich aber nie getraut hat, über sich selbst hinauszuwachsen, wird hier reifen und sich ihrer neu gewonnenen Leidenschaft stellen. Eine Geschichte, die nicht nur Bücher im Mittelpunkt stellt, sondern auch Mut, sein eigenes Leben neu zu sortieren und erblühen zu lassen. Allein der Ansatz der Geschichte, für jeden Leser, das richtige Buch zu finden, fand ich absolut magisch und davon hätte ich ewig noch mehr lesen können, aber es ist ja nur Juliettes Anfang.

Das Mädchen, das in der Metro las, ist Buchzauber pur, mit jeder menge Charme, und dem Wunsch direkt alle genannten Bücher selbst zu lesen. Ich glaube danach, werden wir Lesende mit ihren Büchern anders beobachten und überlegen, ist das, das richtige Buch für ihm oder sie. Absolut herrlich zu lesen.
 
Henry und ich vergeben für diese locker und leichte Liebeserklärung ans Buch die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin:


Christine Féret-Fleury arbeitete viele Jahre als Lektorin in einem französischen Verlagshaus, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Sie hat mehrere Jugendbücher und Erwachsenenromane geschrieben, die prämiert und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.

Quelle: Dumont Verlag


Vielen lieben Dank an den Dumont Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Montag, 21. Mai 2018

Lesung mit Axel Ranisch

Hallo meine Lieben,

eigentlich hatte ich nicht beabsichtigt über diese Lesung einen Bericht zu schreiben, deshalb gibt es auch kaum Fotos, aber sie war so gut, das ich einfach doch ein paar Worte los werden muss.

Wir treffen uns gern ab und zu mit der wunderbaren Sandy von Nightingale's Blog, und damit es nicht nur Kaffee und Kuchen gibt, lässt sie sich gern was Besonderes einfallen. Da waren wir schon im Theater und diesmal hatten wir Karten für eine Lesung. Sandy kannte das Buch schon und meinte es wird mega lustig. Also ging es am 24.04.2018 nach Düsseldorf in eine wirklich interessante Location. Hotel Friends stellte seine Räume zur Verfügung und da gab es wirklich viel zu bestaunen. Die Lesung selbst fand in einem Raum mit vielen Sesseln und Sofas statt, unten also alles bequem und kuschelig. Sieht man aber nach oben, war es wie Industrie, blanke Decken, Träger und was für ein Mix. Unser Eindruck, ein richtiger hipster Ort. Wir nahmen Platz, schlürften an unserem Getränk und waren mächtig gespannt auf das, was kommen mag.

Der Autor höchstpersönlich selbst.

Dann betraten zwei Herren die Bühne, darunter Dorian Steinhoff, der Moderator und Gesprächsführer. (Leider habe ich den Namen des anderen vergessen.) Er kündigte Axel Ranisch an und dieser hat so einiges schon auf seinem Lebenslauf stehen, Regisseur, Opernschreiber, Schauspieler und nun auch Autor. Er hopste auf das Sofa und strahlte in die Runde. Wie er zum Roman kam, war gar nicht seine eigene Idee, sondern der Ullstein Verlag sprach ihn gezielt darauf an und er war nicht abgeneigt, sondern sein Kopf fuhr direkt Karussell. Auch wie er mit dem Erfolg umgeht, war direkt die nächste Frage und auch hier sprach er von Ausgewogenheit und seinem Mann, der darauf achtete, dass sein Privatleben nicht zu kurz kommt. Tja und dann wollten wir natürlich was hören und die Einstiegszene hatte nicht nur klassische Musik zur Untermalung, nein, sie war auch Mittel zum Zweck, und zwar zur sexuellen Bespaßung des Romanhelden Jannik. Aber hier erst mal das Buch:

 
https://www.genialokal.de/Produkt/Axel-Ranisch/Nackt-ueber-Berlin_lid_34658535.html?storeID=barbers

Autor: Axel Ranisch I Verlag: Ullstein I Inhalt I Gebundene Ausgabe: 20,00 €

Ich habe noch nie im Leben jemanden klassische Musik so vorlesen hören. Es bebte förmlich und die Instrumente schepperten in meinem Kopf, unglaublich großartig, ich wollte sofort in ein Konzert. Gigantisch genial!

Axel Ranisch in seinem Element.

Aber diese Lesung bestand nicht nur aus einer Vorstellung des Buches, sondern es gab noch andere literarische Happen. Nämlich ein Spiel mit dem Zuschauer, wir sollten den Anfang von einem Roman vom dazugehörigen Autor erkennen. Der Schwierigkeitsgrad ist aber der, dass es immer drei Visionen gab, eine vom Axel, eine vom Dorian und natürlich das Original. Erraten mussten wir, das Parfüm vom Patrik Süßkind, die Leiden des jungen Werther vom Johann Wolfgang von Goethe und Winnetou von Karl May. Tja, und was soll ich sagen, wir haben ja so abgeloost. Außerdem gab es noch paar nette literarische Zwischenstücke und Axel musste aus dem Stegreif eine Romanidee plotten. Wirklich Unterhaltung pur ...

Aber es wurde auch noch ein bisschen über das Buch gesprochen, das eigentlich zuallererst der entführte Lehrer feststand und er dann überlegte, wer hätte ihn das antun können. Tja, und wenn er das schon weiß, kann er von sich auch was reinstecken und so wurde aus "Nackt über Berlin" eine schräge, kuriose und witzige Coming-of-Age-Geschichte mit Spannungselementen. Natürlich wurde noch eine Szene gelesen und auch diese wahr einfach herrlich und man hätte sofort mit der Geschichte weiterlesen können. Aber leider ist die Zeit dann irgendwann rum und beschwingt verließen wir das Hotel. Ein sehr gelungener Abend, vielen Dank Sandy, das du uns mitgenommen und wieder was tolles ausgesucht hast. 

Nun ihr Lieben hat euch der Bericht gefallen? Wäre doch Schade gewesen nicht darüber geschrieben zu haben, oder? Ihr hättet doch was verpasst. Kennt einer das Buch schon? Oder sogar Werke vom Regisseur? Ich war auf jeden Fall ziemlich begeistert und muss das Debütbuch noch unbedingt lesen.

Ganz liebe Grüße
Eure, einen literarischen April gehabt habende, Sharon