Freitag, 18. Oktober 2019

Rezension: Lorraine Fouchet * Die 48 Briefkästen meines Vaters

Broschiert: 304 Seiten
Verlag: Atlantik
ISBN-13:
978-3455005424
Preis: 16,00 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Mai 2019
Übersetzer: Katrin Segerer 


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Inhalt:
Chiara erfährt auf dem Geburtstag ihrer Mutter, dass ihr Vater, vielleicht nicht ihr Vater ist. Ihr ganzes Leben, ist sie mit der Selbstverständlichkeit aufgewachsen, das ihr Vater vor der Geburt verstorben ist. So war ihr ganzes Leben durch seine Abwesenheit geprägt und nun soll es dort draußen jemanden geben. Da ihr Leben alles andere als beständig ist, macht sie sich auf den Weg, diesen bretonischen Matrosen zu finden. Der einzige Hinweis ist die Insel Groix, aber wie soll sie ihn finden, wenn sie noch nicht einmal den Namen kennt? Wie gut das gerade eine Stellvertretung als Inselbriefträgerin gesucht wird. Chiara beginnt mit den Nachforschungen und findet nicht nur Überraschungen, sondern auch das Gefühl was Familie bedeuten kann. Wird sie wirklich ihren Vater finden? Kann sie ihrer Mutter verzeihen? Und was macht diese Insel aus ihr?

Meinung:
Lorraine Fouchet ist für mich keine Unbekannte, denn ein Buch von ihr habe ich schon gelesen und mochte es sehr. In ihren Büchern geht es um Familie, Zusammenhalt, Liebe und das Leben. Meist locker und beschwingt geschrieben, mit der typischen französischen Note. Ob mir ihre Chiara gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Chiara ist mit wenig Liebe großgezogen wurden. Während ihre Mutter und Großmutter dem Verlust ihres Vaters hinterher trauern und dieser Lücke immer größeren Raum geben, wächst sie einsam auf. Als kleines Mädchen wundert sie sich, warum Mütter ihre Kinder in den Arm nehmen, warum sie herzlich miteinander lachen, denn sie kennt so was nicht. In ihrem Leben gibt es nur den großen Unbekannten, der von allen Fotos lächelt und dann der Knall. Ihr Vater, ist vielleicht nicht ihr Vater. Chiara ist sehr erstaunt, aber auch zu gleich neugierig und nimmt sich der Sache einfach selber an und verschwindet ins große Abenteuer. Sie fährt mit den einen Hinweis los und das ist die Insel Groix und schon auf der Fähre dahin passiert ihr etwas Überraschendes. Sie rettet mit einem wildfremden Mann, zwei kleine Jungs und wird von der Mutter zu ihrer Familie eingeladen. So erfährt Chiara, was Familie ist und auch was Liebe und Wärme bedeuten. Aber sie darf ihr Ziel nicht vergessen, nämlich ihren Vater finden.

Das ist der grobe Inhalt und man sieht, wir haben direkt eine junge Frau, die vom Leben nicht besonders gut behandelt wurden, ist. Klar sehnt sie sich nach Familie, nach einer echten, mit Lachen, Umarmungen und unbeschwerte Zuneigung. Manchmal findet man das, aber nicht in der eigenen und hier steigt die Geschichte erst so richtig ein. Chiara wird Postbotin und bekommt viele Anekdoten von den Inselbewohnern erzählt, dabei versucht sie geschickt vor zu gehen, denn sie sucht ja nach einen Matrosen, ihren vielleicht Vater. Aber auch andere Geheimnisse müssen entschlüsselt werden, wie von dem jungen Mann, der mit ihr die Kinder gerettet hat und so einiges vorgibt zu sein, was irgendwie nicht stimmen kann.

Lorraine Fouchet erzählt wieder ganz herzig ihre Geschichte und hat nicht nur Chiara dabei im Auge, sondern auch noch eine andere Geschichte und natürlich kommen die Briefkästen auch zu Wort. Ich fand das wieder ganz charmant, aber ich kann mir vorstellen, dass das Einige irritieren wird, aber so sind die Franzosen. Für mich war der Roman genau das Richtige, wenn man privat viele Kämpfe austrägt, braucht man abends etwas was einen erfreut. So fand ich diese locker, beschwingte und oft heitere Geschichte, entspannend. Ein bisschen hat mich Chiara an eine zauberhafte Amelie erinnert, die ihr Glück in die Hand nehmen muss, um Liebe zu finden. So steht zwar die Suche des Vaters im Vordergrund, aber es geht auch um verlorene Seelen, um Verzeihen, um Versöhnen und der Hoffnung, das das Leben noch viel zu bieten hat und alles gut wird. Also ich würde auch sofort auf diese Insel ziehen.

Diese Geschichte ist unterhaltsam leicht, verspielt, romantisch, aber auch melancholisch angehaucht. Die mich zum Lächeln gebracht hat. Es ist auf jeden Fall eine Geschichte für zwischendurch, die im lesenden Moment guttut.
 
Henry und ich hatten eine gute Zeit auf der Insel Groix und würden sofort auch dort hinfahren, dafür gibt es vier Bücherpunkte:

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Über die Autorin:
 


Lorraine Fouchet, geboren 1956, arbeitete als Notärztin, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie ist Autorin zahlreicher Romane und lebt in der Nähe von Paris und auf der Île de Groix in der Bretagne. Bei Atlantik erschien von ihr Ein geschenkter Anfang (2017) und Die Farben des Lebens (2018).

Quelle: Atlantik Verlag

Vielen lieben Dank an den Atlantik Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Mittwoch, 16. Oktober 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Büchereulen,

es passieren ja manchmal witzige Dinge. Da folge ich einer Autorin auf Instagram, von ihr hatte ich ein Buch gelesen und war total schockverliebt, deshalb musste ich ihr folgen. Na ja und ihre Golden Retriever sind zum knutschen, aber das nur am Rande und dann postet sie ihr neustes Werk und dieses Cover haute mich total aus den Latschen, genau meins. Jetzt kommt das witzige, da sitze ich in der Bloggerrunde bei Droemer Knaur und uns wird das Programm vorgestellt und unteranderem ein Buch, was einen Hauch von Les Miserables haben soll, da werde ich ja wach und machte mir ein Foto. Zu Hause dann, schaute ich mir alles genau an und dann viel es mir wie Schuppen von den Augen, die bringen genau die Geschichte heraus, wo mich das Cover so umgehauen hatte und von einer Autorin, die ich unbedingt weiter verfolgen möchte. Aber wie konnte der Verlag vom Cover abweichen, eine Schande. Aber kommen wir einfach zum Buch:


Die Rebellion von Laterre
1. Band
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 04.11.2019

Vor 500 Jahren versprach der Planet Laterre der Menschheit Hoffnung. Doch heute verhungern die Armen in den Straßen, während Wolken die Sterne verbergen und die herrschende Elite jedes Aufbegehren rigoros bestraft. Die Revolution wird sich dennoch nicht aufhalten lassen. Und alles wird von drei jungen Menschen abhängen, die unterschiedlicher nicht sein könnten:

Chatine ist eine Diebin, ein Kind der Straße, die alles tun würde, um dem brutalen Regime zu entkommen – einschließlich des Ausspionierens von Marcellus, dem Enkel des mächtigsten Mannes der Welt.

Marcellus wird von seinem Großvater darauf vorbereitet, die Macht zu übernehmen. Doch seit dem Tod seines Vaters, der als Verräter starb, plagen Marcellus immer stärkere Zweifel. Denn sein Vater hat eine kryptische Nachricht hinterlassen, die nur eine Person lesen kann: ein Mädchen namens Alouette.

Alouette ist in einer unterirdischen Zuflucht aufgewachsen, wo sie die letzte Bibliothek der Welt bewacht. Und sie hütet ein Geheimnis, das Laterre endgültig ins Chaos der Revolution stürzen wird.

Als das Schicksal Chatine, Marcellus und Alouette zusammenführt, ist nur eines gewiss: Die Zukunft von Laterre wird von ihren Entscheidungen abhängen, und davon, was sie zu opfern bereit sind: Liebe – oder Freiheit?


Ich erkenne ganz klar, einen Hauch von Les Miserables und soll ich euch was erzählen, diese Geschichte oder diesen dicken Wälzer habe ich sogar gelesen. Zu deutsch, sind es "Die Elenden" und Victor Hugo hat die Angewohnheit ausschweifend abzudriften, einen hundert Seiten lesen zu lassen, bis dann die Person auftaucht, mit der es dann weiter geht, aber was soll ich sagen, dieses Durchhalten hat sich gelohnt, die Geschichte ist großartig und ich liebe sie. Danach habe ich mir das Musical angeschaut und ich bin immer noch total begeistert. Manche Songtexte summe ich immer noch gern vor mich hin. Aber nun gut, soweit zu meiner Liebe und ich denke, die oben genannte Geschichte könnte mich genauso ansprechen. Hier ist alles etwas jünger, zukünftiger und hipper, aber wenn dieses Dreiecksspiel gut gemacht ist, werde ich bestimmt an den Seiten kleben. Ich bin sehr neugierig. Wer ist hier auch Fan? Wer hat das Buch auch auf dem Schirm? Und wollen wir zusammen zur Revolution schreiten?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich rüsten gehende, Sharon

Montag, 14. Oktober 2019

Rezension: Philip Reeve * Mortal Engines: Die verlorene Stadt

Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: TOR  
ISBN-13:
978-3596702152
Preis: 14,00 EUR
E-Book: 12,99 EUR
Reihe: 4. Teil
Erscheinungsdatum: Mai 2019
Übersetzer: Nadine Püschel und  Gesine Schröder 


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Inhalt:
Nach dem letzten Abenteuer scheint das Zeitalter des Friedens eingeläutet zu sein. General Naga ist jetzt der Anführer des Grünen Sturms und möchte mit den fahrenden Städten Frieden schließen. Der Krieg soll endlich ein Ende haben, nur sieht das nicht jeder so. In Zagwa wird ein Attentat auf seine Frau ausgeübt und somit sind alle Pläne vereitelt. In Naga flammt der alte Haas auf und alles Gute scheint zu scheitern und zu einem alles vernichtenden Schlagabtausch auszuholen. Wird das, das Ende sein? Wo sind Hester und Tom? Wer kann hier doch noch für Frieden sorgen?

Meinung:
Hier ist er nun, der letzte Teil von Mortal Engines, das Finale einer ungewöhnlichen Fantasysaga und der Abschied fällt schwer. Ich habe die ersten beiden Bände mit vollem Genuss gelesen und sehr geliebt. Teil drei hat in meinen Augen etwas geschwächelt und so war ich doch sehr gespannt, wie es mir mit dem Ende ergehen würde. Aber wer bin ich, ich musste es lesen, denn ich wollte doch wissen, wie es mit meinen, ans Herz gewachsenen Figuren, weitergeht. Ich glaube, ganz ohne Spoiler komme ich nicht aus, aber legen wir los.

Ich glaube, Philip Reeve mochte alle seine originellen Figuren so sehr, dass er sie trotz, mehreren Toden, immer wieder auftauchen lässt. Beginnen wir mit Theo, der in seiner Heimat weilt und doch nur an Wren denkt. Aber lange wird er nicht dortbleiben, denn er soll die Frau von General Naga nach Hause bringen. Während dessen ist Wren mit ihrem Vater Tom auf den Vogelpfaden unterwegs und genießt das freie Leben. Auch sie denkt an Theo und schreibt ihm. Für Tom ist die Zeit mit Wren, wie eine Erinnerung an seine Jugend mit Hester, er vermisst sie und er spürt, dass er nicht mehr lange Zeit hat. In Airhaven macht Tom eine ungewöhnliche Entdeckung, nämlich ein Blick in die Vergangenheit und seinem alten zu Hause London. Seine Sehnsucht nach dieser Zeit wird übergroß und so möchte er zum letzten Mal diese alte Ruine sehen. Währenddessen ist Hester mit Shrike unterwegs, mit ihrem Sandsegler ist sie eine gefürchtete Kopfgeldjägerin und findet ihr Leben so gar nicht schlecht. Aber dann treffen sie auf Theo und Hester hat doch ein Herz und will sich ihrer Familie stellen. Ich könnte noch einige alte, wie auch neue Figuren hier einfliessen lassen, aber das wäre zu viel, aber ihr seht, alle bekannten Gesichter vereint für das letzte große Finale.

So hat sich der Autor entschieden viele kleine Fäden zu spinnen, überall aufzutauchen, jeden seiner Figuren eine Rolle gegeben und daraus ein dickes Buch gemacht. Für meinen Geschmack war es etwas zu viel, somit hat er ständig die Geschichte ausgebremst, die Spannung genommen, zu viele Nebenfiguren einfliessen lassen und auf vielen Ebenen gekämpft. So ein richtig rasanter Fluss kam nicht zustande und das, obwohl es sehr unterhaltsam erzählt war. Das ist jetzt auch wirklich meckern auf hohem Niveau, aber wenn ich bedenke, wie ich die ersten beiden Bände regelrecht verschlungen habe und sie nicht aus den Händen legen konnte, war das Ganze hier schon entspannter. Nichtsdestotrotz hatte ich meinen Spaß an der Geschichte, es war aufregend noch einmal alte Plätze zu besuchen, viele bekannte Gesichter zu treffen und einfach der Wiedervereinigung mancher Figuren entgegenzufiebern. Denn was der Autor perfekt kann, ist, alles lebendig wirken zu lassen und mit seinem Humor noch genug Witz in manche aussichtslosen Situationen zu bringen. Dazu noch der Kampf zwischen den Grünen Sturm und den Städten machte aus allem ein würdiges Finale.

Philip Reeve hat mit seiner Saga eine außergewöhnliche Reihe geschaffen. Die rasant begonnen hat und sich dann auf vielen Ebenen ausgebreitet hat. Immerhin begann alles mit Hesters Wunsch Valentine umzubringen und gefunden hat sie Tom, ihre große Liebe. Diese beiden Figuren war ein absolutes Herzpaar. Sie die raue, kämpferische und emotionslose Frau, die sich in den naiven, freundlichen und tollpatschigen Tom verliebte. Er der Bücherwurm und sie die Killerin. Drumherum dann so viele Abenteuer, Gefahren und eine Welt, die durch ihre rollende Städten und Aktivisten ungewöhnlich war. Diese Reihe voller Spannung und Überraschungen habe ich gerne gelesen und ich denke, ich würde sie auch nochmals lesen.

Mortal Engines, die verlorene Stadt ist ein würdiger Abschluss, der keine Fragen offen lässt. Leider dadurch, aber auch ein bisschen an Spannung verliert, da die Geschichte zu viele Fäden verarbeiten muss. Ansonsten ein wunderbares Wiedersehen mit lieb gewonnen Figuren und einigen Wendungen.
 
Henry und ich werden diese Reihe vermissen und fürs Finale gibt es vier Bücherpunkte:

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Über den Autor: 


Philip Reeve ist seit vielen Jahren erfolgreicher britischer Jugendbuchautor und Illustrator. Das "Predator Cities"-Quartett stellt (zusammen mit den drei Prequel-Romanen und der "Larklight"-Trilogie) sein Hauptwerk dar. 
 
Quelle: TOR Verlag


Mortal Engines - Reihe:
 
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1. Teil: Rezension I 2. Teil: Rezension I 3. Teil: Rezension


Vielen lieben Dank an den TOR Verlag für das  Rezensionsexemplar.