Montag, 21. Oktober 2019

Rezension: Adriana Popescu * Goldene Zeiten im Gepäck

Broschiert: 512 Seiten
Verlag: Piper 
ISBN-13: 978-3492060844
Preis: 16,00 EUR
E-Book: 12,99 EUR 
Reihe: 1/1  
Erscheinungsdatum: August 2019 


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Inhalt:
Karla arbeitet als Pflegehelferin in einem Altenheim, hat einen grünen Daumen und ein kleines illegales Unternehmen. Ihre Sorge, dass sie damit mal auffliegen könnte, soll sich mit Frau Kaiser Bewahrheiten, nur ganz anders als erwartet. Diese rüstige älter Dame will sie nicht anschwärzen, sondern verlangt für ihr Schweigen von Karla eine Reise quer durch Europa. Karla, die gar nicht richtig analysiert wie ihr geschieht, sitzt also um Mitternacht vor dem Altenheim und wartet auf Frau Kaiser. Mit ihrem Renault fährt sie in das Abenteuer ihres Lebens und in eine Liebesgeschichte die 1956 in Melbourne bei den Olympischen Sommerspielen ihren Anfang fand. Wohin wird die Reise genau gehen? Was bringt Frau Kaiser dazu, solch eine Erpressung zu machen? Und was wird diese Reise aus den beiden Frauen machen?

Meinung:
Hier ist nun endlich ein neues Piper Baby erschienen und dann auch noch mit einer Geschichte, die schon ewig in der Autorin schlummerte und nun das Licht der Welt sehen darf. Mir hat der klappen Text richtig gut gefallen, das klingt nach einem Roadtrip mit ungewöhnlichen Duo und einer Zeit, die man gerne selber miterleben möchte. Dazu noch die Vergangenheit von Frau Kaiser und ich erzähle euch jetzt einfach, wie mir das gefallen hat.

Bei Karla merkt man schnell, sie steht sich selbst im Weg. Als Aushilfe arbeitet sie im Altenheim, wirkt unentspannt, fahrig und etwas neben der Spur. Sofort ist einem klar, da ist etwas in ihrem Leben, was ganz und gar nicht rund läuft. Was hat Karla aus der Spur geworfen? Immerhin liegen ihr die älteren Herrschaften am Herzen und mit ihrer kleinen Grasplantage hilft sie nicht nur, sondern bessert ihr Gehalt auf. Nur dieser durchbohrende Blick von Frau Kaiser, macht Karla unruhig und besorgt. Diese ältere Dame will sie bestimmt auffliegen lassen und da hat Karla irgendwie recht und auch wieder nicht. Frau Kaiser hat etwas ganz anderes vor, sie möchte nämlich, das Karla sie chauffiert, und zwar zu einem Versprechen, das sie vor sechzig Jahren gegeben hat. Was sie nun unbedingt einhalten möchte, bevor es für sie zu spät ist, denn diese Reise ist ihre letzte Chance.

Für Karla beginnt eine sehr interessante Reise, nicht nur das diese ältere Dame ihr ans Herz wächst, nein, sondern auch deren Lebensgeschichte, ihr selbst ein Wegweiser wird. Denn unsere Frau Kaiser bekommt ihre Rückblenden und erzählen von einer jungen Elisabeth, einer erfolgsausgerichteten Frau, die unbedingt eine Goldmedaille gewinnen möchte und doch die große Liebe findet. 1956 ging es für sie nach Australien zu den Olympischen Sommerspielen, sie war eine Goldhoffnung und extrem ehrgeizig. Ein Vorbild für alle im Team und doch durfte sie nie, sie selbst sein, bis sie auf Florin trifft und endlich aufblüht. Aber ihre Liebe durfte nicht sein, immerhin ist er aus Rumänien und somit kein Freund. Die politischen Einflüsse sind groß und die Augen der Betreuer streng auf sie gerichtet. Aber wo Liebe ist, ist auch ein Weg und beide verlieben sich heftig ineinander. Nur hat diese eine Zukunft? Wir wissen es, denn Elisabeth sitzt mit Karla im Auto und ihr Ziel ist Bukarest.

Diese Geschichte ist so schön, dass mir eigentlich die Worte fehlen, um meinen Gefühlen dazu gerecht zu werden. Es ist so toll, der Entwicklung der beiden Frauen zu zusehen. Wie sie sich skeptisch beäugen, misstrauisch umkreisen, um dann zusammenzuwachsen, sich öffnen und voneinander profitieren. Für Karla wird diese Reise, ein Weg in die Zukunft, für Ellie eine Reise in die Vergangenheit, um endlich ihren Herzen zu folgen. Für beide ein Weg der Erkenntnis, der Wahrheiten und Lebensweisheiten. Aber besonders gefallen haben mir die Rückblenden, von einem Paar, was nicht sein darf und doch sein musste. Zwei junge Menschen, verliebt, überwältigt von Gefühlen, die das Glück sich gefunden haben, kaum halten können und dann dieser Schmerz, weil sie nicht wissen wie es weitergeht. Heute kaum vorstellbar, immerhin stehen hier nicht Familien dazwischen, sondern ganze Länder. Gott, ich hatte am Ende solch einen Kloß im Hals und meine Augen sind vor Tränen übergeflossen.

Adriana Popescu hat es wieder geschafft und mich absolut begeistert. Diese Figuren, diese Tour, diese Geschichten in der Geschichte, dazu eine Prise Humor und ganz viel Charme. Dieser Mix aus Liebe, Freundschaft, Weisheit und Zusammenhalt ist einfach wunderbar umgesetzt und ein besonders schönes Wohlfühlbuch. Oft musste man schmunzeln, oder ist in einer melancholischen Stimmung verfallen. Es hatte etwas, wie bei einer Fahrt, aus den Fenster schauen, immer wieder was Neues, immer wieder Abwechslung und immer wieder die Zeit in sich zu hören und zu träumen. Eine zauberhafte Geschichte, über eine ungewöhnliche, aber heilende Freundschaft, mit viel Lebensenergie und Freude.

Goldene Zeiten im Gepäck ist anrührend, ausdrucksstark, melancholisch, warmherzig, humorvoll und besonders. Ein Buch was man in die Hand nimmt und einfach nicht loslassen möchte. Ganz klar, ihr müsst es LESEN!

Henry und ich haben dieses Buch so genossen und dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin:


Adriana Popescu, 1980 in München geboren, arbeitete als Drehbuchautorin für das Deutsche Fernsehen, bevor sie als freie Redakteurin für verschiedene Zeitschriften und schließlich als Autorin für mehrere renommierte Buchverlage Romane schrieb. Sie lebt mit großer Begeisterung in Stuttgart.

Quelle: Piper Verlag

Vielen lieben Dank an den Piper Verlag für das  Rezensionsexemplar.  


Sonntag, 20. Oktober 2019

BÜCHERPOST im September ...

Hallo meine Bücherhochstapler,

ich hatte es ja schon im August erwähnt, aber im September bin ich auch noch extrem büchersüchtig gewesen. Die letzten Monate standen unter keinen guten Stern, ich stand unter unglaublichen nervlichen Stress und menschlicher Enttäuschung, ich war absolut schlapp, fertig und auf. Womit man mich aufheitern konnte, ist eben ein Besuch beim Buchhändler und diesen habe ich natürlich somit öfters aufgesucht. Dazu hatte ich auch noch in dem Monat Geburtstag und so sind einige Bücher zusammen gekommen. Puuuuuhhhhhh ... das Leben ist halt kein Wunschkonzert, aber was wäre es ohne Bücher zum Trösten. So schauen wir uns doch die Schätze einfach an:


Dexter war nicht sehr willig, Fotos zu machen. Aber da musste er durch ...hihi...


 
Somit gehört der erste Stapel dem Buchhändler. "Der Fund" musste sein, als Aichner Fan habe ich diesen sogar vorbestellt. Ich liebe ja einen farbigen Buchschnitt, aber gelb ist schon gewagt, bin gespannt, wie das zur Geschichte passt. "Das Licht ist hier viel heller" hier bin ich ein Influencer Opfer, denn die Bloggerwelt liebt diese Autorin und ich sollte endlich was von ihr lesen. Übrigens habe ich dafür gesorgt, dass dieses Buch auch direkt in die Handlung einzieht. YEAH! "Dead Lions" ist schon der zweite Teil und ich bin immer noch in die Covergestaltung verliebt und ich stehe auf den MI5. "Drei" ist der Buchkauf wegen begeisterter Lieblingsbuchhändlerin, wenn ihre Augen funkeln, wächst meine Neugier. Also gekauft!
 

 
Dieser entzückende Stapel ist meinem Geburtstag geschuldet. "Filmreif kochen" habe ich von der supersüßen Sandy bekommen und es ist so herrlich gestaltet, originell, witzig und viel Leckeres. "Sturmhöhe" habe ich vom Büro bekommen, damit habe ich nicht gerechnet, aber zu einem Schmuckband sage ich nicht nein. "Der letzte Magier von Manhattan" habe ich vom Herzblatt Franzi bekommen, das stand auf meiner ellenlangen Wunschliste ...hihi... Vielen lieben Dank.


 
Dieses Buch ist was für Liebhaber und ich liebe Dracula. Dieses Geschöpf der Nacht, die großen Gefühle, dieser Mythos, diese romantische Ader, die es in mir weckt ...hach... SEUFZ! Das ist eine wunderbare Ausgabe der Weltliteratur und jeder sollte ein bisschen Dracula im Hause haben. Es ist Illustriert, kommentiert und mit vielen Vierfarbdrucken. Leslie S. Klinger nimmt uns mit seinen Anmerkungen und Kommentaren mit auf die Reise und 200 Jahren Geschichte. Er wirft ein ganz anderes Licht auf die Begebenheiten, nimmt viele Facetten unter die Lupe und präsentiert uns somit noch viel mehr Material. Ich fürchte, das gebe ich nicht mehr her.


 
Hier ist mein Dumont Wunschstapel. "Die Ewigkeit in einem Glas" ist von der wunderbaren Jess Kidd, ich freu mich gigantisch, denn ich liebe ihre Geister, ihre Atmosphäre und ihre übersprudelnden Geschichten. Erscheint übrigens im November. "Die Lehren des Schuldirektors George Harpole" ist ein weiteres Buch vom verstorbenen Autor J.L.Carr und ich mag seine Bücher unglaublich gern und bin auf seine Schulanekdoten gespannt. "Die Morde von Mapelton" ist der neuste Weihnachtskrimi und keine Einstimmung ohne einen Dumont Weihnachtsbuch. Es darf also weihnachtlich werden.


 
Apropos Weihnachten, das ist mein weihnachtlicher Kochbuch Stapel. "Weihnachten in Amsterdam" ist von Dumont der Gegenzug zu New York. Unglaublich toll finde ich es zum einen, das es vom Nachbarland ist und zweites finde ich es total klasse, das die deutsche Ausgabe neu bebildert worden ist und uns so die Stadt noch näher bringt. Es sieht so toll aus. "Driving Home for Christmas" ist nicht nur einer meiner Lieblingsweihnachtssongs, sondern auch das nächste Buch des Dream-Teams Nieschlag & Wentrup und soll ich euch was sagen, ich habe schon Rezepte ausgesucht. "Mein schönster Advent" ist ein wunderbares Weihnachtsbuch, was Rezepte, Dekorationsideen und einfach eine entschleunigte Weihnachtszeit präsentiert. Ich fand es schon allein beim Durchblättern extrem ansprechend.


 
Dieser Stapel ist dem "Dumont Tag der Buchhändler" geschuldet, der schon zum dritten Mal stattfand. Diesmal hat der Verlag auch ein paar Blogger eingeladen und so durften wir auch mit dabei sein und was für ein genialer Abend. Wir hatten sieben Blinddates aller 10 Minuten und das mit verschieden Verlagspersonen und ihren Büchern. Es ist wahnsinnig toll, begeisterten Buchmenschen zuzuhören, ihre Geschichten hinter den Büchern und ihren Einsatz, ihre Beiträge und ihre Liebe zu ihrem Beruf. Gott, es war belebend, interessant, einfach große klasse und ich kann nur sagen DANKE! Danke, dass wir dabei sein durften und ihr seid einfach wunderbar. Mitnehmen musste ich nach diesen Appellreden folgende Bücher: "Ein Haus auf dem Land/Eine Wohnung in der Stadt" (Übrigens hat mich auch eine Bloggerin davon überzeugt), "Wilde grüne Stadt" (diese Lektoren und ihre Feuerreden), "Ikigai" (weil mein Leben besser sein könnte) und "Wie wir die Angst vor der Angst verlieren" (die Volontärinnen haben einen megaguten Job gemacht).


 
Der goldene Stapel. "King of Scars" ist ein absolutes Must-have-Buch und ich bin so gespannt. Übrigens der Buchschnitt, einfach toll. Aber ich möchte euch gern noch eine kleine Anekdote zu meiner Post erzählen, dieses Jahr sind schon ganz viele Buchpakete verschwunden und es nervt mich einfach mega. Es sind immer die Bloggeraktionen und ich muss dann immer nachfragen, ob ich auch bedacht wurde, zumindest bei denen wo ich es mir denken kann. Da freut man sich drauf, ist aufgeregt und wartet, wartet und wartet und muss dann nachfragen. Es ist einfach unglaublich, diese Post und es ärgert mich einfach irre, aber man ist bei denen einfach machtlos gegenüber. Auch hier ist es das zweite Buch, was sich auf meinem Weg machen musste. Arggggggghhhhhhh.....


 
Und hier kommt der kunterbunte Stapel. "Der größte Spaß, den wir je hatten" ist eine Buchbestellung, weil diese Geschichte, von der Lieblingsbuchhändlerin abgesegnet wurde. Die Eltern führen die perfekte Ehe und ihre vier Töchter scheitern alle, auf ihre Art an der Liebe. Das klingt doch interessant und ich liebe Ginkgoblätter. Oh ja! "Kintsugi" war für den Buchpreis nominiert, mittlerweile wissen wir ja, das die Autorin nicht gewonnen hat. Macht doch aber nix, ich will ihr Buch trotzdem unbedingt lesen, allein der Titel klingt doch vielversprechend. "Laufen" ist der neuste Roman von Frau Bogdan und da sie mich so mit ihrem Pfau begeistern konnte, möchte ich auch dieses Buch lesen. Ein ganz anderes Thema und was sie daraus macht, macht mich neugierig. "Altes Land" habe ich ganz spontan beim Einkaufen in der Kabbelkiste vor der Kasse gefunden, mitgenommen und das Gerücht vom Mann bestätigt, das immer mehr mitkommt, als auf der Einkaufsliste steht. Tja, was soll ich machen, es leuchtete mich doch so sehr an.


Nun ist der Streifzug, durch meine September Neuzugänge schon vorbei und sind das nicht tolle Bücherschätze. Mein Buchhändler hatte bestimmt einen guten September und der Oktober erst ...haha... nun seid ihr aber wieder voll im Bilde und ich kann ein weiteres Häkchen an meiner To-Do-Liste machen. Schade ist diesmal, dass ich mit dem Lesen so gar nicht vorankomme, aber ich hoffe, das es bald wieder besser wird und mich mein Gedankenkarussell wieder in Ruhe lässt, aber so ist nun mal das Leben. Nun habe ich aber ein paar Entscheidungen getroffen und es sollte besser werden. Wie sah denn euer September aus? Ist eins meiner Bücher vielleicht auch bei euch eingezogen? Und welches möchtet ihr am liebsten sofort lesen? Ach, Bücher sind was Feines und machen eine dunkle Zeit leichter.

Ganz liebe Grüße
Eure, momentan viele Harry Potter Bücher hortende, Sharon 

Freitag, 18. Oktober 2019

Rezension: Lorraine Fouchet * Die 48 Briefkästen meines Vaters

Broschiert: 304 Seiten
Verlag: Atlantik
ISBN-13:
978-3455005424
Preis: 16,00 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Mai 2019
Übersetzer: Katrin Segerer 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Chiara erfährt auf dem Geburtstag ihrer Mutter, dass ihr Vater, vielleicht nicht ihr Vater ist. Ihr ganzes Leben, ist sie mit der Selbstverständlichkeit aufgewachsen, das ihr Vater vor der Geburt verstorben ist. So war ihr ganzes Leben durch seine Abwesenheit geprägt und nun soll es dort draußen jemanden geben. Da ihr Leben alles andere als beständig ist, macht sie sich auf den Weg, diesen bretonischen Matrosen zu finden. Der einzige Hinweis ist die Insel Groix, aber wie soll sie ihn finden, wenn sie noch nicht einmal den Namen kennt? Wie gut das gerade eine Stellvertretung als Inselbriefträgerin gesucht wird. Chiara beginnt mit den Nachforschungen und findet nicht nur Überraschungen, sondern auch das Gefühl was Familie bedeuten kann. Wird sie wirklich ihren Vater finden? Kann sie ihrer Mutter verzeihen? Und was macht diese Insel aus ihr?

Meinung:
Lorraine Fouchet ist für mich keine Unbekannte, denn ein Buch von ihr habe ich schon gelesen und mochte es sehr. In ihren Büchern geht es um Familie, Zusammenhalt, Liebe und das Leben. Meist locker und beschwingt geschrieben, mit der typischen französischen Note. Ob mir ihre Chiara gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Chiara ist mit wenig Liebe großgezogen wurden. Während ihre Mutter und Großmutter dem Verlust ihres Vaters hinterher trauern und dieser Lücke immer größeren Raum geben, wächst sie einsam auf. Als kleines Mädchen wundert sie sich, warum Mütter ihre Kinder in den Arm nehmen, warum sie herzlich miteinander lachen, denn sie kennt so was nicht. In ihrem Leben gibt es nur den großen Unbekannten, der von allen Fotos lächelt und dann der Knall. Ihr Vater, ist vielleicht nicht ihr Vater. Chiara ist sehr erstaunt, aber auch zu gleich neugierig und nimmt sich der Sache einfach selber an und verschwindet ins große Abenteuer. Sie fährt mit den einen Hinweis los und das ist die Insel Groix und schon auf der Fähre dahin passiert ihr etwas Überraschendes. Sie rettet mit einem wildfremden Mann, zwei kleine Jungs und wird von der Mutter zu ihrer Familie eingeladen. So erfährt Chiara, was Familie ist und auch was Liebe und Wärme bedeuten. Aber sie darf ihr Ziel nicht vergessen, nämlich ihren Vater finden.

Das ist der grobe Inhalt und man sieht, wir haben direkt eine junge Frau, die vom Leben nicht besonders gut behandelt wurden, ist. Klar sehnt sie sich nach Familie, nach einer echten, mit Lachen, Umarmungen und unbeschwerte Zuneigung. Manchmal findet man das, aber nicht in der eigenen und hier steigt die Geschichte erst so richtig ein. Chiara wird Postbotin und bekommt viele Anekdoten von den Inselbewohnern erzählt, dabei versucht sie geschickt vor zu gehen, denn sie sucht ja nach einen Matrosen, ihren vielleicht Vater. Aber auch andere Geheimnisse müssen entschlüsselt werden, wie von dem jungen Mann, der mit ihr die Kinder gerettet hat und so einiges vorgibt zu sein, was irgendwie nicht stimmen kann.

Lorraine Fouchet erzählt wieder ganz herzig ihre Geschichte und hat nicht nur Chiara dabei im Auge, sondern auch noch eine andere Geschichte und natürlich kommen die Briefkästen auch zu Wort. Ich fand das wieder ganz charmant, aber ich kann mir vorstellen, dass das Einige irritieren wird, aber so sind die Franzosen. Für mich war der Roman genau das Richtige, wenn man privat viele Kämpfe austrägt, braucht man abends etwas was einen erfreut. So fand ich diese locker, beschwingte und oft heitere Geschichte, entspannend. Ein bisschen hat mich Chiara an eine zauberhafte Amelie erinnert, die ihr Glück in die Hand nehmen muss, um Liebe zu finden. So steht zwar die Suche des Vaters im Vordergrund, aber es geht auch um verlorene Seelen, um Verzeihen, um Versöhnen und der Hoffnung, das das Leben noch viel zu bieten hat und alles gut wird. Also ich würde auch sofort auf diese Insel ziehen.

Diese Geschichte ist unterhaltsam leicht, verspielt, romantisch, aber auch melancholisch angehaucht. Die mich zum Lächeln gebracht hat. Es ist auf jeden Fall eine Geschichte für zwischendurch, die im lesenden Moment guttut.
 
Henry und ich hatten eine gute Zeit auf der Insel Groix und würden sofort auch dort hinfahren, dafür gibt es vier Bücherpunkte:

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Über die Autorin:
 


Lorraine Fouchet, geboren 1956, arbeitete als Notärztin, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie ist Autorin zahlreicher Romane und lebt in der Nähe von Paris und auf der Île de Groix in der Bretagne. Bei Atlantik erschien von ihr Ein geschenkter Anfang (2017) und Die Farben des Lebens (2018).

Quelle: Atlantik Verlag

Vielen lieben Dank an den Atlantik Verlag für das  Rezensionsexemplar.