Freitag, 21. Juni 2019

BÜCHERPOST im Mai ...

Hallo meine Bücherverschlinger,

der Wonne Monat Mai ist für dieses Jahr auch schon Geschichte und trotz das es wettermäßig eher launisch zuging, kam eine Flutwelle Bücher an. Allein durch die LitBlog Convention kamen so einige Bücher mit nach Hause und dann habe ich einen Gutschein eingelöst. Na ja, lange Rede kurzer Sinn, die Büchersucht hat richtig fett zugeschlagen und das Ergebnis wollen wir uns doch bestimmt anschauen. Also los gehts:


Der arme Dexter hatte diesmal kaum Platz!

 
Diesen Bücherstapel habe ich vom Buchhändler nach Hause geschleppt, denn ich habe meinen Geburtstagsgutschein eingelöst. "Das Verschwinden der Stephanie Mailer" musste ich einfach haben, da es so viele tolle Stimmen gab und meine Lieblingsbuchhändlerin Julia es auch empfahl. "Die Glocke im See" klang einfach nach einem tollen Roman und da ich schon länger darum herumschleiche, war es der beste Moment, es mitzunehmen. "Wild at Heart" ist von der wunderbaren Anne Sanders und klingt nach einer herrlichen Urlaubslektüre, auf nach Cornwell. "Love to Share" ist mir bei der lieben Frau Nightingale aufgefallen und da es einfach genial romantisch klingt, musste ich es mir nach einem stressigen Arbeitstag einfach gönnen.


 
Dieser kleine hübsche Stapel, gehört in die Kategorie Überraschung. "Das Märchen-Backbuch" habe ich auf der tollen Veranstaltung beim Coppenrath entdeckt und mich darin schwer verliebt. Tja, und meine herzchen Augen waren wohl nicht zu übersehen, das eines Tages dieses Schmuckstück bei mir im Briefkasten lag. Ein Rezept klingt besser als das andere und nun muss ich einfach los backen. "Böses Geheimnis" ist ein Thriller und den habe ich ganz überraschend bekommen, zuerst eine Karte, die wirklich mysteriös war und dann das Buch, es klingt viel versprechend und ist einen weiteren Blick wert.


 
Dieser Buchstapel war im Goddie Bag der LitBlog Convention und allein zwei Bücher hatte ich auf dem Schirm. "Zara & Zoe: Rache in Marseille" kommt mir gerade recht, denn vom Alexander Oetker habe ich schon zwei Bücher gelesen und diesmal gibt es Frauenpower. "Der Zopf meiner Grossmutter", bei diesem Buch bin ich mir noch sehr unschlüssig. Von Alina Bronsky habe ich schon ein Buch gelesen und das hat mich jetzt nicht vom Hocker gerissen, ich habe es eher als mäßig in Erinnerung, deshalb bin ich mir hier nicht sicher, ob ich der Autorin eine zweite Chance schenke. "Fünf Sterne für dich" ist wieder sehr hübsch gestaltet und hat einen bunten Buchschnitt. Ich liebe bunte Buchschnitte. "Blutmond" ist der zweite Kopenhagen Thriller und da die Autorin auch vor Ort war, hat sich der Mann das Buch signieren lassen. Bei dieser Frau bekommt der Mann Glitzeraugen, hach ist das schön.


 
Dieser Stapel gehört auch noch zur LitBlog, denn ich habe da einige tolle Programmpunkte besucht. "Sag dem Abenteuer, ich komme" ist ein Reisebericht von einer Frau, die mit ihrem Motorrad einmal um die Welt saust. Wahnsinnig interessant und ich war so begeistert, da musste ich ihr Buch mitnehmen. Immerhin kann ich so von der Couch aus, die Welt durch andere Augen sehen. "Der Tote im Schnitzelparadies" ist ein Krimi vom supernetten Joe Fischler und ich freu mich schon auf das Abenteuer in Tirol. "Menu surprise" ist der neuste Streich von Martin Walker und da war der Mann, statt Autor, hat er einen Kuchen von seiner Lektoren probieren können und so gleich auch den Hinweis, das es im Herbst ein neues Bruno Kochbuch geben wird. Ist natürlich auf der Wunschliste gelandet. "Vincent" hatte ich schon vorher auf dem Schirm und hatte mich so auf Lektorin und Autor gefreut. Leider fehlte der Autor, aber wenn man Anna von Planta lauschen darf, ist das genauso gut. Der Verlag hatte einige seiner Bücher mit und da habe ich mir eben Vincent geschnappt. Darauf freue ich mich schon richtig.


 
Ein ganz toller Dumont Buchstapel. "Sommer in Wien" ist schon der dritte Band von Oskar und Marie und was soll ich sagen, ich habe es schon gelesen und diesen Spaziergang sehr genossen. Es gibt sogar schon eine Rezension dazu. "Vortreffliche Frauen" ist schon 1952 erschienen und kommt somit aus einer anderen Zeit. Ein Sittenroman der in den vierziger Jahren in London spielt und sich um eine alleinstehende Frau dreht, die in das Beziehungsgeflecht ihrer Nachbarn hineingezogen wird. Interessant!


 
Nun kommt ein Stapel mit lauter tollen Urlaubsbüchern. "Space Girls" geht um eine Frau, die für ihren Traum kämpft, nämlich für den Flug ins All, zu einer Zeit, wo die Männer alles dominierten. "Der Postbote von Girifalco" geht um einen Postboten, der seinen Beruf etwas zu ernst nimmt und ich glaube, das ist ein absolutes Wohlfühlbuch mit italienischem Flair. "Die 48 Briefkästen meines Vaters" bringt mich wieder nach Frankreich und da ich die Autorin mag, freu ich mich total auf die Geschichte.


 
Hier haben wir einen Bücherstapel aus dem Fischer Verlag. "Ramona Blue" ist von der Autorin, die auch Dumplin geschrieben hat. Das hatte mir damals richtig gut gefallen, weil es einfach echtes Leben beschreibt und sich Figuren widmen, die einfach nicht perfekt sind. "Dry" ist der neuste Streich von Neal Shusterman, dabei bekommt er Unterstützung von seinem Sohn. Beide nehmen sich einem wichtigen Thema an, nämlich einem Ökologischen, der Wasserknappheit. Bin echt gespannt. "Mortal Engines: Die verlorene Stadt" ist der finale Band und ich platze vor Neugier, denn die Serie hat mir richtig gut gefallen.


 
Der letzte Stapel kam mit den Vorschauen an und sind die Prioritäten der Verlage. Auffällig dabei ist, dass sich beide gesellschaftskritischer Lektüre widmen und sich hier die amerikanische Geschichte vorknöpfen. Ein spannender Blick, in die Abgründe, des gelobten Landes, wo alle Träume wahr werden. "Ein anderer Takt" und "Darktown" behandeln dieses brisante Thema. "Bis ihr sie findet" ist ein Krimidebüt und klingt wirklich vielversprechend. Ich denke, das muss ich lesen. "Durch die Nacht" ist der Liebling meines Verlagskontaktes und da er so geschwärmt hat, bin ich neugierig. Auch wenn das Thema Suizid ein ernstes und bewegendes ist, möchte ich es auf jeden Fall lesen.


Das war es, nun haben wir den Streifzug, durch meine Mai Neuzugänge geschafft und sind das nicht tolle Bücherschätze. Wieder viel zu viele, aber es war ja auch LitBlog und Vorschaupost von den Verlagen, aber jedes Buch klingt einfach ansprechend und möchte am liebsten sofort gelesen werden, da ist die Wahl, wirklich eine Qual. Dieser wilde und bunte Mix wollte aber auch einfach hier einziehen und ist herzlich willkommen. Was mich freut, ich habe schon eins davon gelesen. Nun hoffe ich, dass der Juni ein bisschen bescheidener wird. Wie sah denn euer Mai aus? Ist eins meiner Bücher vielleicht auch bei euch eingezogen? Und welches möchtet ihr am liebsten sofort lesen? Ach, Bücher sind was Feines.  

Ganz liebe Grüße
Eure, endlich wieder mehr Zeit fürs Lesen einplanen wollende, Shaon

Mittwoch, 19. Juni 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Büchereulen,

jeder hat ja so seine Familie und jeder hat auch so seine Anekdoten, die er erzählen kann. Besonders wenn die Lieben älter werden, kommen so einige Geschichten mehr dazu. Vielleicht habe ich aber auch nun schon das Alter erreicht, wo man eine andere Sicht auf die Dinge wirft. Für mich ist Familie nicht immer was Feines und wir haben schon einige Kämpfe ausgetragen und wie sowas ein Leben prägt, ist unglaublich erschütternd. Nun schaute ich mir dieses Cover an und dachte, ist das der Otto, der Komiker, aber irgendwie passt, das nicht zusammen und dann begann ich den Klappentext zu lesen. Tja, und diese Mischung aus Tyrann und Pflegefall hat mich total angesprochen. Aber schaut am besten Mal selbst:
 

Otto
Verlag: KiWi
Erscheinungsdatum: 22.08.2019

Zwei Schwestern – und ein Vater, der mehr als genug ist für eine Familie.

In ihrem Romandebüt erzählt Dana von Suffrin, was es heißt, wenn ein starrköpfiger jüdischer Familienpatriarch zum Pflegefall wird. Und wie schwer es fällt, von einem Menschen Abschied zu nehmen, den man sein ganzes Leben eigentlich loswerden wollte.

Für sein Umfeld war Otto, der pensionierte Ingenieur, schon immer eine Heimsuchung. Aber als er aus dem Krankenhaus zurückkehrt, ist alles noch viel schlimmer. Nach wie vor ist er aufbrausend, manipulativ, distanzlos und von wahnwitzigen Einfällen beseelt – aber jetzt ist er auch noch pflegebedürftig. Seinen erwachsenen Töchtern macht er unmissverständlich klar: Ich verlange, dass ihr für mich da seid. Und zwar immer! Für Timna und Babi beginnt ein Jahr voller unerwarteter Herausforderungen, aber auch der Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte, die so schräg ist, dass Außenstehende nur den Kopf schütteln können. Klug, liebevoll und mit sehr viel schwarzem Humor erzählt Dana von Suffrin, wie Timna versucht, ihre dysfunktionale Familie zusammenzuhalten, ohne selbst vor die Hunde zu gehen. »Otto« ist Hommage und zugleich eine Abrechnung mit einem Mann, in dessen jüdischer Biografie sämtliche Abgründe des 20. Jahrhunderts aufscheinen.


Ich habe selbst schon erfahren, was es heißt, ständig ins Krankenhaus zu fahren, um sich um jemanden zu kümmern und wie sich derjenige verändert. Da gibt es die Patienten, die einfach nur dankbar sind und es einem leicht machen. Und es gibt die schlimmen Patienten, die fordern und böse dabei werden. Hier im Buch haben wir wohl Letzteres und das kann wirklich zur Belastung werden und ich bin auf diese Familie sehr gespannt. Vor allem auf die Schwestern, wie sie sich schlagen werden und auf den Kampf zwischen, sich fügen und einfach hinschmeißen. Es ist ein Konflikt, der hier nur mit Humor zu nehmen sein kann, aber wie, das macht mich neugierig. Habt ihr denn die perfekte Familie? Wäre das ein Buch für euch? Oder habt ihr auch schon ein Auge darauf geworfen?

Ganz liebe Grüße
Eure, hoffentlich nach der guten Oma kommende, Sharon

Montag, 17. Juni 2019

Rezension: Vea Kaiser * Rückwärtswalzer

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: KiWi
ISBN-13:
978-3462051421
Preis: 22,00 EUR
E-Book: 16,99 EUR
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: März 2019


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Lorenz ist Schauspieler und befindet sich gerade in einer Schaffenskrise, naja, er versucht fehlende Engagements mit Online-Shopping zu bekämpfen. Dass das keine gute Lösung ist, merkt er bald am eigenen Leib, so muss er die Familie um Geld anbetteln. Bei den Eltern ist nix zu holen, aber es kann ja nicht schaden die Tanten in Wien auch mal zu fragen. So schlägt er bei ihnen auf und bekommt außer gutes Essen, nur aufgewärmte Worte, aber was soll man einen verwöhnten jungen Mann auch sagen. Die Not lässt ihn aber zumindest bei den Damen einziehen und das ist auch gut, denn eines Morgens ist sein Onkel Willi tot. Da das Geld für die Beerdigung in Montenegro, nicht mehr da ist, kommen die Damen auf eine abenteuerliche Idee und bevor sich Lorenz versieht, ist er mitten drin. Das bedeutet, als Fahrer eines Pandas, mit einem durch gefrosteten Onkel Will als Beifahrer sowie drei Tanten auf der Rückbank, mit Ziel einmal Wien bis zum Balkan. Werden sie heil am Zielort ankommen? Welche Geschichten werden offenbart? Und welcher Mensch war Onkel Willi eigentlich?

Meinung:
Für Vea Kaiser ist es schon ihr dritter Roman und für mich, der Erste, den ich lese. Ich weiß gar nicht, warum ich nicht schon viel früher etwas von ihr gelesen habe, aber seid der Buchmesse, war für mich klar, den Roman muss ich einfach lesen, denn der klingt richtig gut. Wie mir nun die Familiengeschichte Prischinger gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Beginnen wir mit Lorenz, ein erfolgloser Schauspieler, der sich gerade in seinem Selbstmitleid suhlt, vor den Schuldenberg die Augen verschließt und sich der Hoffnung hingibt, bald wieder vor der Kamera zu stehen. Nur sich um alles kümmern, macht er nicht, das treibt er so weit, bis er Angst vor der Türklingel hat und sich dann an die Verwandten wendet und nach Geld fragt. Der Erfolg bleibt aus und somit muss sich Lorenz den Tatsachen stellen und zieht zu seinen Tanten. Das ist der Beginn der Geschichte, wenn man aber glaubt, es geht hier um diesen jungen Mann, der täuscht sich, denn die Geschichte hat viel mehr Mitspieler. Nach jedem Kapitel der Gegenwart widmen wir uns nämlich danach immer mit der Vergangenheit und der Familie Prischinger. Da haben wir die Geschwister Sepp, Mirl, Wetti, Hedi und Nenerl und wir schweifen nach Montenegro, zu Willi. Wie sie aufwachsen, was sie erleben, was sie prägt und welche Geheimnisse jeder in sich trägt, das decken wir hier auf.

Vea Kaiser schreibt Familienromane, da jeder eine hat, ob eine gute oder eine schlechte, aber jeder hat eine und kann dementsprechend mitreden. Die Familie Prischinger ist eine sehr originelle und hat einiges zu bieten. Auf einem Bauernhof wachsen die Geschwister auf, ärmlich, ohne Vater und in schwierigen Zeiten, da gab es noch Träume und Wünsche, jeder auf seine eigene Art und Weise. Ob sich diese erfüllen, dürfen wir Stück für Stück erfahren, dabei wechseln sich die erzählenden Figuren mit ihrer Vergangenheit ab.

Die Geschichte ist auf jeden Fall skurril, warmherzig, witzig, traurig, geistreich und sehr sehr charmant. Es lässt sich flott verschlingen, macht immer neugierig aufs nächste Kapitel und lässt einen förmlich mit im Panda sitzen. Diese Familie ist ein Original und herrlich diese drei Schwestern, die einen manchmal in den Wahnsinn treiben und trotzdem möchte man sie ständig umarmen. Dazu kommen noch die kleinen Ausflüge in die Antike und der Gedanke, das die Toten einen auch aus den Jenseits die Richtung zeigen, ist wirklich ein schöner und versöhnlicher Gedanke. Da kommt das Studium der Autorin doch direkt zum Einsatz und macht richtig Lust, auf die alten Mythen. Aber auch die österreichische Geschichte bekommt im Roman einen kleinen Platz, denn durch die Vergangenheit der Schwestern, tauchen auch manche andere gesellschaftliche Themen auf, die klar beschrieben sind, ohne mit den großen erhoben Finger auf die menschlichen Abgründe zu zeigen. Es ist eine Wanderung durch die Zeit und macht unglaublich viel Spaß beim Lesen.

Dazu die herrlichen Figuren, keine ist wie die andere, alle mit so viel Liebe gefüllt, einige ein bisschen übertrieben, aber kein bisschen unglaubwürdig. Ganz im Gegenteil, man hat das Gefühl richtige Persönlichkeiten vor sich zu haben. Mit Schwächen, Träumen und einem schweren Leben, was zu meistern ist. Man fühlt sich sofort mit ihnen vertraut, möchte auch am Küchentisch mit sitzen und auf die Köstlichkeiten warten. Ach, was soll ich euch noch sagen, es ist ein herrlicher Roman, ein wahrer Genuss und eine perfekte Mischung zum Verschlingen. Für mich der erste Kaiser, aber garantiert nicht der Letzte.

Rückwärtswalzer, ist so viel mehr als nur ein skurriler Roadtrip, sondern eine Familiengeschichte im Wandel der Zeit. Herrlich, charmant und so einem Schwanken zwischen heiter und traurig. Absoluter literarischer Genuss.
 
Henry und ich haben diese Geschichte mit Begeisterung genossen und dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:


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Über die Autorin:

Vea Kaiser wurde 1988 geboren und lebt in Wien, wo sie Altgriechisch, Latein und Germanistik studierte. Mit 23 Jahren veröffentlichte sie ihren Debütroman »Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam«, der ebenso wie ihr Zweitling »Makarionissi oder Die Insel der Seligen« zum Bestseller avancierte und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. »Rückwärtswalzer« ist ihr dritter Roman. 

Quelle: KiWi Verlag

Vielen lieben Dank an den KiWi Verlag für dieses Rezensionsexemplar.