Montag, 12. November 2018

Rezension: Tom Hillenbrand * Bittere Schokolade


Taschenbuch: 471 Seiten
Verlag: KiWi
ISBN-13: 978-3462050738
Preis: 11,00 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 6. Teil
Erscheinungsdatum: November 2018 


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Inhalt:
Xavier Kieffer läuft durch Zufall seiner Jugendliebe Ketti Faber über den Weg und diese lädt ihn zu sich nach Brüssel ein. Mit komischem Gefühl, denn eigentlich wollte er sie nie Wiedersehen, steht er nun in ihrer Patisserie und lässt sich in die Welt der Schokolade einführen. Aber Ketti hat noch ganz andere Dinge mit diesem Produkt vor, sie möchte die Schokolade revolutionieren. Allerdings soll es nicht mehr dazu kommen, da sie kurz darauf ermordet in Xaviers Armen stirbt. Für den Koch beginnt somit eine turbulente Zeit, denn wer ihn kennt, weiß, dass er den Tod aufklären muss und sich damit selbst in die Schusslinie bringt. Was hat Ketti also herausgefunden? Hat es mit der mysteriösen Plantage in Westafrika zu tun? Oder hängt ihr Tod mit dem Botschafter der Republik Kongo zusammen, der kurz vor ihr das Zeitliche gesegnet hat? Oder kommen da noch ganz andere Machenschaften ans Tageslicht? Xavier legt los und entdeckt eine ganz andere Seite von der Schokolade.

Meinung:
Dieses Jahr scheint ein Hillenbrand Jahr zu sein, denn es ist schon die zweite Neuerscheinung, die ich lesen darf. Während ich im Frühjahr in einer fernen Zukunft gewandelt bin, darf ich hier meinem Lieblingskoch begleiten. Ich liebe diese Reihe einfach, dieser Koch ist so schön schrullig und altmodisch, aber dabei hat er einfach eine tolle Ausstrahlung, dass man ihn sehr interessant findet. Dazu noch diese Lebensmittelskandale, die einen überraschen und die Welt mit anderen Augen sehen lässt. Diesmal ist die heiß geliebte Schokolade dran, und ob sich danach noch welche essen kann, erzähle ich euch nun.

Xavier Kieffer darf nun schon zum sechsten Mal ermitteln und ist für mich immer noch ganz hoch im Kurs. Diesmal bekommt er es ein bisschen mit seiner Vergangenheit zu tun, denn Ketti ist die Frau aus seiner Pariser Zeit gewesen. Wilde Partys, viele Drogen und der Traum von der ganz großen Küche, waren dort an der Tagesordnung und unser Koch erinnert sich nicht gern dran. So ist das erste Treffen ein Gefühl von Freude, aber auch unterschwelligem Unwillen an alte Zeiten denken zu müssen. Kieffer rang mit sich, ob er nun nach Brüssel fahren soll, oder nicht. Die Neugier hat aber gesiegt und so steht er in Brüssel und hört sich die Welt der Schokolade an. Für Ketti reicht es aber nicht, nur mit diesem Produkt zu arbeiten, nein, sie möchte den Kakaohandel fairer machen. Denn das ist ein ganz eigener Markt und die Leute, die dafür schuften, bekommen nichts ab. Für Xavier, eine neue Welt und er ist interessiert mehr zu erfahren und nimmt auch die Einladung zur Besichtigung ihrer Manufaktur an. Dort nimmt er auch Pekka mit und beide lassen sich alles zeigen, sogar Bilder bekommen sie mit und Pekka spürt, das etwas nicht stimmt, aber er kommt nicht direkt darauf. Dann passiert der Mord und Xavier übereilen die Ereignisse.

Ich mag einfach nicht mehr verraten, es ist so geballt an Informationen und der Autor entführt uns nicht nur in eine Richtung, sondern wartet mit vielen Verwinkelungen auf. Zuerst steht aber die Schokolade im Vordergrund und man ist so erstaunt, dass die Hersteller gar nicht viel mit dem Produkt machen, also sie bekommen die Schokolade in Blöcken geliefert und machen „nur“ noch alles hübsch. Da hat man doch immer gedacht, sie würde aus den Bohnen selber ihre Mischung herstellen, aber nein, das machen meistens schon die Plantagen. Und so geht es weiter, wir erfahren über den Anbau, die Pflanzen und natürlich die Verarbeitung. Welche Sorten es gibt und welches Unternehmen sich mit fairem angebauten Kakao brüstet. Da hört der Autor aber nicht auf, sondern lässt dann noch Wirtschaft und Politik hineinfließen und es wird irre spannend und ein großes Spektakel. Genau das, liebe ich an dieser Reihe, der Blick hinter den Kulissen, nicht nur die Liebe zum Essen, sondern die bösen Machenschaften dahinter. Und Schokolade ist unglaublich interessant, was da alles dahinter steckt und wie blauäugig wir diese vernaschen.

Bittere Schokolade hat mit Sicherheit einen gewissen Beigeschmack, aber das habe ich immer, wenn ich einen Kieffer gelesen hatte, deshalb schmeckt sie mir immer noch. Was ich aber wieder sehr beeindruckend fand, waren die vielen kleinen Fäden, die Tom Hillenbrand anspricht, verwebt und zu einem großen Ganzen verstrickt. Diese Komplexität unterhaltsam und spannend rüber zu bringen, ist einfach das große Talent. Elegant und leichtfüßig führt er uns durch die Seiten und hält die Mischung aus Essen, Privatleben und Fall gut dosiert hoch. Es ist natürlich auch die Figur Kieffer, die einen so ans Herz gewachsen ist, das man ihn einfach gerne begleitet und immer wieder den Kopf schüttelt über seine Engstirnigkeit. Ganz tolles Kino, mit wohlfühl Charakter.

Bittere Schokolade ist ein komplexer Blick hinter die Kakaobohne, spannend, fesselnd und ein herrlich kulinarischer Genuss. Jetzt heißt es nur wieder warten, warten, warten, aber ich bin beim nächsten Abenteuer definitiv wieder mit dabei. Kieffer rockt.
 

Henry und ich hatten schokoladige Lesestunden vom Feinsten und deshalt gibt es die vollen Bücherpunkte:


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Über den Autor:


Tom Hillenbrand, geboren 1972, studierte Europapolitik, volontierte an der Holtzbrinck-Journalistenschule und war Redakteur bei SPIEGEL ONLINE. Seine Sachbücher und Romane haben sich bereits hunderttausende Male verkauft, sind in mehrere Sprachen übersetzt und standen auf der SPIEGEL-Bestseller- sowie der ZEIT-Krimi-Bestenliste. 

Quelle: KiWi Verlag


Xavier Kieffer - Reihe:


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1. Teil: Rezension I 2. Teil: Rezension I 3. Teil: Rezension

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 4. Teil: Rezension I 5. Teil: Rezension

Vielen lieben Dank an den KiWi Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Freitag, 9. November 2018

Rezension: Leigh Bardugo * Das Gold der Krähen

Broschiert: 592 Seiten
Verlag: Droemer Knaur 
ISBN-13: 
978-3426654491
Preis: 16,99 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 2. Teil
Erscheinungsdatum: September 2018
Übersetzer: Michelle Gyo 




Inhalt:
Die Krähen sind zurück in Ketterdam. Von ihrem Abenteuer heftig durchgeschüttelt und noch ganz überwältig, denn das sie lebend aus diesem Auftrag herauskommen, hätte keiner von ihnen gedacht. Aber dann werden sie überrumpelt, verraten, um ihrer Belohnung betrogen und Inej gerät in Gefangenschaft. Nur mit Mühe und viel Geschick kommen die anderen um Haaresbreite davon. Doch soll alles umsonst gewesen sein? Kaz Brekkers ist nicht umsonst ein großer Pläneschmieder und er sinnt nach einem, Rache. Nun wird mit anderen Karten gespielt und die elegante Art beiseitegeschoben, Kaz kennt kein Risiko und für ihn kann ein Deal nicht schmutzig genug sein, um das zu bekommen, was er möchte. Wird er Inej befreiten können? Werden alle Krähen ihr Geld noch bekommen? Und wird Ketterdam am Ende noch stehen?

Meinung:
Kaum eine Fortsetzung habe ich so herbeigesehnt wie dieser. Das Lied der Krähen hatte mich so überwältigt und eine ganz neue Fantasywelt offenbart. Unglaublich spannend, fesselnd und mit solch einer Sogwirkung hatte ich damals nicht gerechnet. Tja, und dann diese Figuren, einfach originell und jeder für sich einnehmend. Nun halte ich endlich den zweiten Band in den Händen und bin fast hysterisch vor Freude und starre es verträumt an, da hat die Autorin wohl was richtig gemacht. Meine Erwartung war nach dem Knaller eines ersten Bandes ziemlich hoch, und ob diese nun erfüllt wurden, ist, erzähle ich euch nun.

Der Einstieg in die Geschichte hält sich nicht lange mit Rückblenden auf, sondern steigt sofort mittendrin, fast nahtlos ein. Wie schon im ersten Band wird das erste Kapitel von einer unbekannten Figur eröffnet. So ist man direkt wieder in der Stadt, im Gewühl und im Schatten von Ketterdam, denn das Böse brodelt weiter und andere, dunkele Machenschaften lauern um jedes Eck. Unsere Krähen müssen sich gerade unter Zeitdruck erholen, sich neu orientieren, sind aber wildentschlossen Inej zu befreien. Das ist der erste und wichtigste Punkt auf ihrer Tagesordnung, zumindest der anderen, Kaz ist gedanklich schon wieder viel weiter und schmiedet Böses voraus. Er will die Stadt erschüttern, er möchte sich mehr als nur Rächen, er will, ein Zeichen setzten, spektakulär und endgültig. Natürlich offenbart er sich seinem Team immer erst kurz vorher und so ist man immer gespannt, was er sich wieder hat einfallen lassen. Eigentlich geht es einen, als Leser, wie den Bösewichten, erst kurz vorher hört man den Knall. Aber auch, wenn seine Pläne gewagt und überraschend sind, schlafen die Bösen nicht.

Natürlich wird die Geschichte wieder von allen sechs Krähen erzählt und so bekommen wir wieder einen rund um Blick ins Geschehen und in die Köpfe. So erleben wir einen verschlossen Kaz, der sich aller Gefühle verbittet und doch nicht immer so kann, wie er möchte. Inej, die sich in Gefangenschaft stark halten muss, und trotzdem mit vielen Dämonen kämpft. Nina, die immer noch unter dem Entzug leidet und ihre Magie neu erfinden muss. Matthias, der sich eingestehen muss, dass man vor Gefühlen und Freundschaft nicht weglaufen kann. Wylan, der sich seinen Ängsten stell muss und an seinen guten Gaben wachsen kann. Jesper, der endlich erwachsen werden muss. Sie sind immer noch ein eingeschworenes Team, jeder kann sich auf jeden verlassen und ist für ihn da. Figuren, die immer noch überraschen, die eine Einheit bilden und wirklich die Großen der Geschichte sind.

Der Auftrag steht also klar fest und nun heißt es Spannung, mitfiebern und die bösen Vorahnungen beiseite schieben. Es ist ganz klar, das der zweite Band nicht mit Ortswechseln und anderen Gegenden aufwarten kann. Mir war klar, dass wir erst Inej befreien und dann war ich gespannt, was kommt und hier muss ich sagen, fand ich alles an Handlung und Geschehen logisch, aber nicht überwältigend. Dieser Hunger nach Seiten und dieser Sog nach mehr, wollte sich nicht so recht einstellen. Immer wenn die Geschichte an Spannung und Überraschungen aufgebaut hat, kam die Autorin mit einer persönlichen Rückblende der Figur, und was für mich im ersten Band super funktioniert hatte, hat mich hier aufgehalten, gelähmt und den Schwung rausgenommen. Außerdem fand ich ihre Wahl am Ende hin nicht so glücklich, ich kann es nicht wirklich ansprechen, ohne was Wichtiges preiszugeben, aber es war das leichteste und bitterste Übel und hat mir nicht so geschmeckt.

So war für mich die Geschichte nicht ganz rund und konnte für mich nicht mit dem ersten Band mithalten, aber ich bin immer noch schwer beeindruckt, was die Autorin geschaffen hat. Eine überaus interessante Welt und Figuren, die einfach absolut irre sind und einen total ansprechen. Dann ihr Humor und die ganzen Wendungen und Überraschungen, die sie in ihrer Geschichte eingebaut hat, sind einfach großartig. Leigh Bardugo ist eine große Erzählerin und ich hoffe, dass sie noch viel zu berichten hat.

Das Gold der Krähen ist eine aufregende Fortsetzung, die für mich kleine Haken hatte, mich aber dieser Welt nicht entziehen konnte. Wie damals schon fantastisch, aufregend und so facettenreich. Ach, und bildgewaltig!
 
Henry und ich mögen Krähen Spektakel und hier für gibt es vier Bücherpunkte:

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Über die Autorin:

  
Leigh Bardugo wurde in Jerusalem geboren und wuchs in Los Angeles auf. Nach Stationen im Journalismus und im Marketing kam sie schließlich als Special Effects-Designerin zum Film. Leigh lebt und schreibt in Hollywood.



Glory or Grave Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Leigh-Bardugo/Das-Lied-der-Kraehen_lid_32700585.html?storeID=barbers

1. Teil: Rezension

Vielen lieben Dank an den Droemer Knaur Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Mittwoch, 7. November 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherseitenumblätterer,

das neue Jahr, es ist zwar, noch was hin, aber man darf, doch schon darüber sprechen, hält doch einiges für uns bereit. So kann man sich auch über ein neues Buch von einem gewissen Finnen freuen. Zumindest bin ich ziemlich in Aufruhr, denn ich habe diesen erst für mich entdeckt und fand diese skurrile und schwarzhumorige Schreibe ziemlich genial. Ich bin auch nicht die Einzige, die ihn klasse findet, sogar Bernhard Aichner ist begeistert. Aber schauen wir uns doch das neuste Werk an:

 
Palm Beach, Finnland
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 22.01.2019

Eine Kleinstadt im finnischen Nirgendwo. Der neue Investor hat den Ort in "Palm Beach, Finnland" umgetauft, warum auch nicht? Alles erinnert an "Miami Vice" und "Baywatch": Die Namen der farbenfroh überstrichenen maroden Hütten, die hautengen Badeanzüge der Rettungsschwimmer, das überdimensionale Werbebanner am Ortseingang. Davon abgesehen unterscheidet sich das Küstennest kaum von den anderen traurigen Badeorten der Umgebung.
Olivia Kosk ist nach gescheiterter Ehe gerade erst zurückgekehrt, um als Surflehrerin neu anzufangen, als sie einen fremden Mann in ihrer Küche auffindet. Ermordet. Obendrein auf ziemlich unschöne Weise.
Weil die Polizei vor Ort den Fall nicht lösen kann, wird Jan Nyman, verdeckter Ermittler der finnischen Polizei, in das kuriose Ferienparadies entsandt. Getarnt als urlaubender Mathelehrer soll er herausfinden, was sich tatsächlich zugetragen hat. Sein Chef hat ihn zu einem Surfkurs bei Olivia verdonnert, der Hauptverdächtigen, und Nyman spürt schnell, dass er sich zu ihr hingezogen fühlt. Dass sie dringend Geld für die Renovierung ihres Hauses benötigt, rückt Olivia allerdings in ein ziemlich zweifelhaftes Licht. Aber Geldsorgen haben in Palm Beach, Finnland anscheinend alle. Und dann tritt auch noch ein Auftragskiller auf den Plan. Es ist der Bruder des Toten aus Olivias Küche. Und er will sich rächen.


Hach, das klingt nach bester Unterhaltung und nach vielen Verwicklungen und Irrungen. Da kommt ja einiges Ungewöhnliche zusammen und man darf das Ganze wohl nicht ernst nehmen. Aber was soll ich sagen, ich mag so was total. Dazu kommt der herrliche Schreibstil oder die coolen Übersetzer, die das herrlich abrunden und zum Vergnügen machen. Ich bin jetzt schon total gespannt. Was sagt ihr denn zum Buch, auch was für euch? Ist dieses Pink nicht auffällig? Und wer hat es auch schon für sich entdeckt?

Ganz liebe Grüße
Eure, schon mal die Sonnenbrille polieren gehende, Sharon