Mittwoch, 3. Juni 2020

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherliebhaber,

heute geht es auch um Liebe. Eigentlich ist New-Adult so gar nicht meine Lektüre und mache sonst einen Bogen um die Bücher. Oft kann ich mit den Figuren und den übermächtigen Anziehungskräften nichts anfangen und dem Ganzen auch nix abgewinnen. Außerdem werden Probleme oft lapidar abgetan und von der Wirklichkeit mit der Gegenwart möchte ich gar nicht erst reden. Also warum bekommt nun doch ein Buch hier einen Platz? Weil dahinter eine Autorin steht, die wie ich finde, zu wenig Aufmerksamkeit bekommt und dazu ganz fantastisch schreiben kann. Ich selbst habe ihre Raben-Trilogie gelesen, obwohl Trilogie ist zu viel gesagt, ich warte immer noch sehnsüchtig auf den letzten Band. Nun also ein neuer Verlagsversuch und ich zeige euch nun einfach das Buch:


It was always you
Band: 1
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 16.06.2020

Sie wollte niemals zurückkehren. Er wollte sie nie gehenlassen … 

Vier Jahre ist es her, dass Ivy alles verlor. Kurz nach dem Tod ihrer Mutter hat ihr Stiefvater sie ins Internat abgeschoben, weil sie sich ständig mit ihrem älteren Stiefbruder Asher stritt. Doch in diesem Sommer will ihr Stiefvater sie plötzlich unbedingt sehen und ruft sie zurück nach Hause – auf eine Insel an der Küste von New Hampshire. Dort trifft sie auch Asher wieder. Immer noch unausstehlich. Immer noch kompliziert. Und immer noch viel zu gut aussehend. Verdammt. Das Wiedersehen setzt ihr viel mehr zu, als sie erwartet hätte. Doch als Ivy erfährt, warum sie zurückkehren sollte, droht ihre Welt vollkommen auseinanderzubrechen …


Ja, ihr habt schon recht, es klingt wie der typische New-Adult-Kram und bei Ashers Beschreibung verdreht man doch direkt die Augen, aber ich bin überzeugt, dass die Autorin was Tolles draus macht. Auf jeden Fall baut das alles doch auf eine schöne komplizierte Familiengeschichte auf und Stiefgeschwister, klingt doch schon für höllischen Ärger. Ich denke, das wird eine Geschichte für die Sommertage, einfach abschalten, in der Hängematte baumeln (wenn man eine hat) und abschalten. Dazu soll es hübsch mit Handlettering bestückt sein. Ganz klar, würde da ein anderer Name drauf stehen, würde ich es nicht anschauen ...lach... Wie steht ihr denn zur New-Adult-Geschichten? Fühle ich mich allein dafür zu alt? Und kennt ihr Bücher von Nikola Hotel?

Ganz liebe Grüße
Eure, immer noch auf den Abschlussband der Raben wartende, Sharon
PS: Band 2 erscheint übrigens schon am 15.09.2020

Montag, 1. Juni 2020

Rezension: James Gould-Bourn * Pandatage

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: KiWi
ISBN-13:
978-3462053647
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 16,99 EUR
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: Mai 2020
Übersetzer: Stephan Kleiner 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Danny Malooley kämpft sich durchs Leben, das hat er immer getan und mit seiner Frau und großen Liebe alles geschafft. Aber seit einem Jahr, nach dem tragische Unfall, wird alles immerzu schwerer. Vor allem das sein Sohn aufgehört hat zu sprechen, belastet Danny sehr. Dazu kommt, dass er gerade einen wirklich miesen Lebensabschnitt hat, denn nicht nur die Rechnungen stapeln sich und der Vermieter klopft an, nein, er verliert auch noch seinen Job auf der Baustelle. Aber Danny braucht einen Job und trotz intensiver Suche, ersteht er mit seinem letzten Geld ein Pandakostüm und will es, wie die Straßenkünstler machen, denn die gehen ja mit vollen Taschen nach Hause. Nur dastehen ist aber auch nicht die Lösung, er muss auch was zeigen und so wird aus Danny ein Tanzbär, was er allerdings auch nicht wirklich beherrscht. In einer seiner Pausen erlebt er mit, wie sein Sohn gemobbt wird, und schreitet ein und zum ersten Mal seit einem Jahr, hört er seinen Sohn sprechen. Wie soll Danny damit umgehen? Kommt er so seinem Sohn näher? Und ist die Pandasache wirkliche eine mit Zukunft?

Meinung:
Pandatage wird verglichen mit „About a Boy“ und diese Geschichte, sowie den Film, habe ich extrem toll gefunden. Also verspricht der Pandadaddy doch gute Unterhaltung, zündende Situationskomik und das diese Beziehung zwischen Vater und Sohn eine Rührende wird. Mir hat man das Buch wärmstens ans Herz gelegt und ob es nun auch meinem Nerv getroffen hat, erzähle ich euch nun.

Danny ist ein Durchschnittstyp, der ein Verlierersyndrom hat und dieses scheint, sich gerade richtig wohl bei ihm zu fühlen. Überhaupt ist sein Leben nicht gerade optimal verlaufen. Er hat sich jung in seine Frau verliebt, diese direkt geschwängert und versucht, mit dem Job auf der Baustelle, für seine kleine Familie zu sorgen. Aber nicht nur er hat eine andere Zukunft gewählt, auch seine Frau hat ihren Traum vom Tanzen begraben und für ihre Familie gelebt. Es war schwierig über die Runden zukommen, aber Liebe herrschte im Hause Malooley vor. Bis zu dem einen Tag und diesem blöden Unfall, der Danny seine Frau kostete und dem Sohn, der dabei war, die Stimme. Nun muss er alles alleine meistern und scheitert an Kleinigkeiten. Überhaupt wächst ihm alles über den Kopf, als er dann auch noch seinen Job verliert und der Mieter sich als böser Abzocker entpuppt, braucht er einen Plan. Tja, und Pläne sind auch nicht so Dannys Ding. Vergeblich sucht er nach einem neuen Job und landet am Ende in einem Kostümverleih und gibt sein letztes Geld für ein billiges Pandakostüm aus, eine Schnapsidee. Das soll ihm aus der Klemme helfen, allerdings anders als er denkt.

Die ganze Geschichte ist wirklich tragisch, aber auch gleichzeitig herrlich zum Lachen. Wie das geht, zeigt der Autor James Gould-Bourn in seiner Geschichte wirklich meisterlich. Natürlich haben wir den schlimmen Unfall und den Tod von Liz, die verlorene Stimme seines Sohnes, dazu die finanziellen Probleme, die ständigen Sorgen und doch versucht Danny, das alles zu meistern. Das ist eigentlich der schwere Ausgangspunkt, dass Danny leider das Missgeschick anzieht, wie die Motte das Licht, macht sein Leben auch nicht leichter, sorgt aber für heitere Momente. Natürlich müssen wir ein bisschen Realismus bei der Geschichte ausschalten, um sie wirklich genießen zu können, aber dann wird es ein riesiger Spaß. Danny muss sich neuen Herausforderungen stellen, seinen Weg suchen und für seinen Sohn da sein, der mit ihm als Panda spricht, aber nicht mit seinem Dad. Wie kann er die Situation retten, wie zu seinen Sohn durchbrechen und vor allem wie lange das Geheimnis aufrecht erhalten.

Was mir persönlich richtig gut gefallen hat, sind die Nebenfiguren, so ein bunter Haufen, so herrliche Figuren und wirklich ganz viel Humor. Da haben wir den besten Freund von Danny, seinen Baustellenkollegen, Ivan. Dieser Bär von einem Mann, der Danny immer unterstützt und mit seinen Lebensweisheiten einiges beisteuert, ist ein wahrer Freund. Krystal, die Nackttänzerin, die eine zufällige Bekanntschaft ist und für einigen Trubel in Dannys Leben sorgen wird und für Schmerzen, viele Schmerzen. Mr. Colemann darf ich nicht vergessen, der Will, seinen stummen Schüler mit einigen coolen Ratschlägen auf die Sprünge hilft. Und die Gestalten aus der Unterwelt, möchte ich auch nicht unerwähnt lassen, hart, böse und doch mit weichem Herz. Oh, natürlich noch die Straßenkünstler, die sich auch nicht alle grün sind und für einiges Revierverhalten sorgen. So kommt Danny im Leben auf den Nullpunkt an und dadurch öffnet sich ein neuer Weg zu seinen Erinnerungen an Liz, der er durchs tanzen näher kommt und zu seinem Sohn, so feinfühlig, so herzerwärmend und einfach richtig schön beschrieben.

Der Autor schafft, eine herrlich komische Geschichte zu schreiben, die aber trotzdem über das Ziel nicht hinausschießt und genau die richtige Mischung hat. Ich habe es so gern gelesen und ich denke, das kann ich gerne noch einmal lesen, die Lacher werden bestimmt nochmals funktionieren und das Ende für mich passend.

Pandatage ist ein absoluter Wohlfühlroman, der einen trifft, ob ins Herz oder die Lachmuskeln, der Treffer ist auf jeden Fall gewiss. Lesefreude pur.
 
Henry und mir ist die Geschichte direkt ans Herz gewachsen und deshalb gibt es fünf Bücherpunkte:

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Über den Autor:
 


James Gould-Bourn wurde 1982 in Manchester geboren. Nachdem er einige Jahre bei Organisationen gearbeitet hat, die in Afrika und im Mittleren Osten Landminen entfernen, nahm er an einem Kurs zum kreativen Schreiben in London teil. Sein dort entstandener Roman war einer der auch international heiß umkämpftesten Titel im Herbst 2018. Zurzeit lebt der Autor in Vilnius.

Quelle: KiWi Verlag

Vielen lieben Dank an den KiWi Verlag für das  Rezensionsexemplar. 

Freitag, 29. Mai 2020

Rezension: Kai Meyer * Serafin: Das kalte Feuer

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Sauerländer
ISBN-13:
978-3737356787
Preis: 16,00 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 4. Teil
Erscheinungsdatum: Februar 2020 



Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Die Kanäle von Venedig sind leer, denn es ist Neumondnacht und das Wasser zieht sich zu dieser Zeit immer zurück. So macht sich Serafin auf der Suche nach Schätzen und findet zwei Mädchen im Schlamm. Darauf hat er mit Sicherheit nicht gewartet und will sich erst wieder in den Schatten schleichen. Als aber die Gilde der Glasbrenner auftaucht und eines der Mädchen mitnimmt, erwacht dann doch sein Beschützerinstinkt. Er hilf den anderen Mädchen und erlebt ein wahres Abenteuer. Serafin begegnet der Spiegelwelt, muss sich gegen Kartographen stellen und Venedig retten. Wird ihm das gelingen? Welchen eigenen Zauber wird er entdecken? Und wird er sein Venedig nun mit anderen Augen sehen?

Meinung:
Es ist so lange her, dass ich damals die Merle-Trilogie gelesen hatte, und ich wusste noch, dass ich das Ende total schlimm empfand. Das hat auch dazu geführt, dass ich kein Kai Meyer Buch mehr lesen wollte. Nun überrascht er seine Leser mit einem weiteren Band und ja, ich war neugierig darauf. Schnell habe ich alle drei Bände mir als Hörbuch angehört, damit ich mit allen Wissen wieder neu in die Geschichte starten konnte. Ob ich diesen Serafin mochte, erzähle ich euch nun.

Ganz klar es ist ein Zusatzband, zumindest für mich, da wir nämlich ein anderes Venedig kennenlernen und einen anderen Serafin. Die Geschichte spielt zwei Jahre nach dem Ende der Trilogie und Merle reist mit Junipa durch die Spiegelwelt auf der Suche nach ihrem Vater. Allerdings werden sie dort verfolgt, ihre Angreifer rücken immer näher und so landen die zwei Freundinnen im Matsch des Canal Grande. Merle wird verschleppt und Junipa trifft auf Serafin und seiner Katze Cagliostra. Nun heißt es, schnell die Neue Welt entdecken, sich wieder finden und die Aufgabe in Angriff nehmen. Auf solch ein Abenteuer hat Serafin nicht wirklich Lust und doch möchte er helfen und erlebt seine Stadt mit neuen Augen. So findet er nicht nur neue Dinge heraus, sondern vielleicht auch eine neue Zukunft.

Die Geschichte wird aus Serafin- und Merles Sicht erzählt und es geht rasant zur Sache. Schnell ist man in der Geschichte drin, erlebt eine Rettung nach der anderen und kommt kaum zum Luft holen. Mir hat gut gefallen, dass es weitergeht mit Merles Suche und ja, ich fand, das hatte im dritten Teil ein bisschen gefehlt, nämlich der Vater. So kommt es nun doch zu einem wirklichen Abschluss. Merle ist natürlich in den zwei Jahren reifer geworden, sie ist umsichtiger und sie ist froh Junipa zur Seite zu haben. Diese Freundschaft hat immer noch festen Bestand. So haben sie andere Visionen von Venedig besucht und auch andere Visionen ihrer selbst. So ist ein neuer Serafin nicht wirklich eine große Überraschung, sondern eher, welcher er sein wird. Dieser ist kein Meisterdieb und auch kein großer Held, sondern einer der versucht sich und seine kranke Mutter über Wasser zu halten.

Kai Meyer hat es in meinen Augen geschafft, dieses alte Gefühl für die Geschichte wieder aufleben zu lassen. Man fühlt sich sofort wieder wohl, hat das Gefühl alte Freunde zu treffen und ihnen mal wieder über die Schulter zu schauen. Klar fehlen auch viele liebe Charaktere, so vermisste ich Vermithrax, den fliegenden steinenden Löwen sehr und Unke, die Meerjungfrau, war mir doch auch sehr ans Herz gewachsen, aber Meerjungfrauen waren wenigstens da. Dafür gab es dann Cagliostra, die fliegende Katze. Diese Figur, war mir die Liebste und hat so einiges für den humorvollen Anteil getan. So streifen wir durch ein anderes Venedig, entdecken Altes und viel Neues und rasen durch die Seiten. Mehr verraten möchte ich nicht, denn es passiert so viel und ich habe die Geschichte wirklich innerhalb von zwei Tagen inhaliert.

Einen kleinen Wermutstropfen hatte die Geschichte für mich allerdings doch, ich kam mit der Liebesgeschichte nicht ganz klar und ich darf hier auch nicht wirklich was verraten, sonst verrate ich zu viel. Allerdings hätte ich mir eine andere Lösung gewünscht, nein, versteht mich nicht falsch, ich gönnte den beiden ihr Glück, fand es allerdings etwas befremdlich, erwachsen sein hin oder her. Aber man kann es nicht allen recht machen, soll man ja auch nicht und ich empfand die Geschichte doch als sehr gelungen und für mich als einen würdigen Abschluss, der keine Fragen mehr offen lässt. Oder doch noch einmal nach Venedig, denn der Autor beschreibt es so unglaublich schön, da bekommt man immer Fernweh und möchte, selbst in die Geschichten hineinspringen.

Serafin und das kalte Feuer ist eine gelungene Fortsetzung. Spannend, rasant, neue Figuren und viele neue Begegnungen, die einfach Lesefreude bereiteten.
 
Henry und ich lieben dieses magische Venedig und vergeben vier Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:


Kai Meyer, geboren 1969, ist einer der wichtigsten deutschen Phantastik-Autoren. Er hat über fünfzig Romane veröffentlicht, Übersetzungen erscheinen in dreißig Sprachen. Seine Geschichten wurden als Film, Hörspiel und Graphic Novel adaptiert und mit Preisen im In- und Ausland ausgezeichnet. 



Merle-Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Kai-Meyer/Merle-Das-Glaeserne-Wort_lid_41879333.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Kai-Meyer/Merle-Die-Fliessende-Koenigin_lid_41879377.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Kai-Meyer/Merle-Das-Steinerne-Licht_lid_41879360.html?storeID=barbers


Vielen lieben Dank an den Sauerländer Verlag für das  Rezensionsexemplar.