Mittwoch, 16. November 2022

Rezension: Katharina Herzog * Das kleine Bücherdorf: Winterglitzern

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Rowohlt
ISBN-13: 
978-3499009457
Preis: 15,00 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: Oktober 2022 
 
 
 
 
Inhalt:
Vicky lebt in München und arbeitet im Auktionshaus ihres Vaters. Auf dem Weg zu ihrer Wohnung wird sie eines Abends vom Pförtner aufgehalten und um eine Übersetzung gebeten. Ein kleiner Junge aus Schottland, Swinton-on-Sea, schreibt seiner verstorbenen Mutter, wünscht sich eine Antwort und legt sogar ein Foto von sich dabei. Als ihr eigener Vater dazukommt, erstarrt er beim Blick aufs Foto, denn dort ist auch ein Buch drauf, was von unschätzbaren Wert ist. So schickt er Vicky nach Schottland mit dem Auftrag, das Buch zu beschaffen und der Aussicht endlich den Posten zubekommen, den sie sich so wünscht. Doch Swinton-on-Sea setzt alle Pläne von Vicky außer Kraft und so landet sie als Aushilfsbuchhändlerin im Antiquariat des Vaters von dem kleinen Jungen. Herzlichkeit strömt ihr entgegen, Ruhe und Ausgeglichenheit, zum ersten Mal ist Vicky sie selbst und kommt unweigerlich über ihr eigenes Leben ins Grübeln. Oder hat es was mit dem unverschämt charmanten Buchhändler Graham zu tun? Warum tauchen jetzt Träume aus der Vergangenheit wieder auf? Und wird es nicht langsam Zeit, den eigenen Weg im Leben zu finden?

Meinung:
Katharina Herzog hat schon viele Bücher geschrieben und begleitet meine Lesezeit schon lange. So stehen hier ihre Erstlinge und Nachfolger im Bücherregal. Nach einer kleinen Flaute und dem Gefühl, vielleicht nicht mehr die Zielgruppe zu sein, habe ich ihr neustes Projekt entdeckt und was soll ich sagen, das sprach mich wieder sofort an. Ein Bücherdorf, Schottland, Berge und eine Frau, die vielleicht neu anfängt. Ja, genau meins und ob Katharina mich hier wieder total abholen konnte, erzähle ich euch jetzt.

Vicky ist eine selbstbewusste, Engagierte, elegante und karrierebewusste Frau. Sie möchte endlich die Anerkennung ihres Vaters haben und das heißt den Filialposten in Berlin. Doch ist Vicky wirklich so tough, wie sie immer tut, ist sie mit ihrem Leben wirklich zufrieden und lebt sie wirklich ihren Traum. Es kommen langsam Zweifel und erst recht, als sie mit den Auftrag losgeschickt wird, nach Schottland zu reisen und dieses Buch zu beschaffen. Einen Jungen, der um seine verstorbene Mutter trauert, eines seiner Erinnerungsstücke abzuluchsen, ist auf jeden Fall keine angenehme Sache. Aber Geschäft ist Geschäft und so fliegt sie nach Schottland und landet mit ihrem Mietwagen auch direkt in einen nebelverhangenen Graben. Wie gut das die Bewohner ein hilfsbereites Häufchen sind und so landet Vicky in der Stadt der Bücher. Aus einem geplanten Tag wird so ein Aufenthalt auf unbestimmte Zeit, denn Swinton beschlagnahmt Vicky aufs Herzlichste. So lebt sie auf, lässt sich verzaubern, mitreißen, erlebt Abenteuer und erkennt immer mehr, das das Leben mehr zu bieten hat. Natürlich spielt auch die Liebe mit hinein, aber auch das schlechte Gewissen nagt unweigerlich immens an ihr, denn den wahren Grund ihres Besuches hat sie verschwiegen und sie muss endlich entscheiden, was sie mehr möchte.

Ich bin verliebt in dieses kleine Bücherdorf. Es ist malerisch eingebettet zwischen Meer und Bergen, überschaubar und hat so herrliche Einwohner. Genau das ist die Stärke der Autorin, ihre Figuren und hier ist es, ein ganzes Dorf mit Leben zu füllen. Mit viel Liebe, Charme und Witz erweckt Katharina Herzog ihre Dorfbewohner mit Leben, da haben wir so viele unterschiedliche Charaktere, ein kauziger Sheriff, ein literarischer Sprücheaufsager, eine erhabene Lady, eine verbiesterte Schwester und einen charmanten Witwer. Ich könnte hier noch Stunden lang alle Figuren zusammenfassen, aber das lasse ich mal lieber, ihr sollt sie selber kennenlernen. Dazu kommt noch die Entwicklung von Vicky hinzu, von todschick zu rustikal und mit neuem Lebensgefühl wach geküsst. Wieder ganz toll ausgearbeitet, liebevoll erzählt und ganz viel Zauber in den Zeilen.

Katharina Herzog hat mir ganz wunderbare Lesestunden bereitet und diese Geschichte tat einfach richtig gut. Dieses Buch hat mich ein bisschen an ihre Anfänge erinnert, die mich begeistert hatten und diese Begeisterung hat sich hier wieder eingestellt zu der Geschichte, ihren Figuren und der Message. Ich bin so froh, dass es mit Swinton-on-Sea weitergehen wird, denn da gibt es noch viel mehr zu entdecken und so einige rote Fäden wurden gelegt, die in den nächsten Teilen aufgegriffen werden möchten. Und ganz ehrlich, ich muss da wieder hin, möchte unbedingt die Bewohner wieder sehen und mit dem einen oder anderen einen trinken gehen. Was mir dieses Buch noch zusätzlich gebracht hat, ist Lust auf „Alice in Wunderland“ zu lesen. Ich habe hier verschiedene Ausgaben liegen, aber immer noch keines wirklich gelesen und das scheint eine große Bildungslücke zu sein, also ran ans Buch. Vielleicht zwischen den Jahren, da ist es schön gemütlich und still. Ach, und wo ich noch gar nichts zu gesagt habe, ist die Liebesgeschichte, ich fand sie ganz toll eingewoben, nicht zu viel und nicht zu wenig perfekt harmonisch abgestimmt und mit dem wunderbaren Schmetterlingsgefühl im Bauch für die Leser.

Das kleine Bücherdorf, Winterglitzer, ist ein ganz wunderbarer Auftakt zu einer neuen Reihe, liebevoll, humorvoll und herrlich unterhaltend. Perfekt für die dunklere Jahreszeit und zauberhaft zu schmökern. Was freu ich mich auf den Frühling, wenn es weitergeht.
 

Henry und ich sind verliebt in dieses Dorf und seine Bewohner und vergeben die vollen Bücherpunkte:  
 
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Über die Autorin:
 
 

 
Katharina Herzog ist die deutsche Autorin für Liebesromane mit Fernweh-Garantie. Sie liebt es, ihre Leser an Sehnsuchtsorte wie Amrum, die Amalfiküste, Juist und New York zu entführen und diese Schauplätze auch selbst zu bereisen. Mit ihren Romanen schrieb sie sich nicht nur in die Herzen ihrer Leser, sondern eroberte auch die Bestsellerlisten. Katharina Herzog lebt mit ihrer Familie, Pferd und Hund bei München und plant schon ihre nächste Reise.  
 
 
Vielen lieben Dank an den Rowohlt Verlag für das  Rezensionsexemplar.  
 
Das kleine Bücherdorf - Reihe:
 

 Erscheinungsdatum: 14.02.2023
 

Dienstag, 15. November 2022

Rezension: Nicolas Barreau * Tausend Lichter über der Seine

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Rowohlt  
ISBN-13: 
978-3463000176
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Oktober 2022
 
 
 
 
Inhalt:
Joséphine ist das schwarze Schaf der Familie, erfolgreiche Eltern, zwei Schwestern, die beruflich nicht nur glänzen, sondern auch mit Bilderbuchfamilien aufwarten. Und sie ist „nur“ Übersetzerin, lebt in einer kleinen Wohnung und ihr Freund ist leider mit einer anderen verheiratet. An einem regnerischen Novembertag kommt ihr Leben aber noch mehr aus dem Tritt. Sie bekommt zwei Briefe und diese sollen ihren Lebensweg verändern. Der eine kündigt an, das ihr arbeitgebender Verlag zum Jahresende schließt und sie sich um neue Aufträge kümmern muss. Der andere Brief eröffnet ihr, dass ihr Onkel verstorben ist und er ihr sein Hausboot hinterlassen hat. So kann vielleicht Joséphine aus ihrem Dilemma etwas Gutes machen und die Zeit mit dem Erlös aus dem erinnerungsschweren Boot überbrücken. Aber da hat Joséphine die Gleichung ohne den derzeitigen Mieter gemacht, der kein bisschen davon abweicht und auf Erfüllung seines Vertrages besteht. Wie kommt Joséphine nun an ihr Hausboot? Wie wird sie diesen bärbeißigen Mieter los? Und welche Liebesgeschichte versteckt der verstorbene Onkel auf seinem Boot?

Meinung:
Nicolas Barreau kann man immer lesen, kein anderer beherrscht es so sehr, den Charme und den Zauber von Paris einzufangen und zu beschreiben. Man spürt einfach den Puls der Stadt, sieht das Licht in der Seine glitzern und spürt die kühle Luft auf den Wangen. Nun also mal ein Hausboot, eine verpeilte Übersetzerin, eine anspruchsvolle Familie, ein geheimnisvoller Fremder und viele kleine Dramen. Klingt nach beherzter Unterhaltung und ob es diesmal auch so war, erzähle ich euch nun.

Joséphine hat es mit ihrer Familie nicht einfach nicht nur das sie das Netzhäkchen ist, nein, sie bleibt auch karrieremäßig weit hinter den Erwartungen der Eltern zurück. Sie hätte alles werden können und ist doch nur Übersetzerin. Aber nicht nur das ist ein Fiasko, nein, mit Mitte dreißig ist sie auch noch unverheiratet und erscheint immer allein zu Familienfeiern. Immer muss sie sich erklären, immer kommen brisante Fragen von der kleinen schlaumeierischen Nichte und immer steht sie im Fokus für Ratschläge und guten Willen für ihr Leben. Mit schrecken denkt Joséphine an Weihnachten, aber dieses Jahr soll alles anderes werden, denn Luc hat ihr nach drei Jahren versprochen, nun endlich mit seiner Frau zu sprechen und endlich zu ihr zu stehen. So häufen sich die Wünsche, Träume und Hoffnungen und doch steht alles unter keinen guten Stern. Tja, und zu allem Überfluss muss sich unsere Heldin mit diesem Hausbootmieter Maxime rumschlagen, der irgendwie immer mehr in ihrem Leben auftaucht und dem es anscheinend Spaß macht, sie zu ärgern. Joséphine atmet einmal tief ein und wieder aus und nimmt den Kampf mit Maxime und ihrem missratenen Leben auf.

Nicolas Barreau enttäuscht nicht, es liegt Pariser Flair in der Luft, der Zauber vor Weihnachten erblüht und auch unsere Protagonistin lässt einen nicht kalt zurück. Sie beschreibt eigentlich recht gut die Probleme der Zeit, Single, nicht erfolgreich und möchte doch einfach nur geliebt werden. So schifft sie ein bisschen im Leben herum und findet nicht so recht den Weg. Dazu kommt, dass sie sich von ihrer Affäre seit Jahren blenden lässt und nur halt und Verständnis von ihrem besten Freund Cedric erfährt. So war mir Joséphine einfach sympathisch, man begleitet sie gern und amüsiert sich auch gern über ihre kleinen Fettnäpfchen, denn diese trifft sie immer zielsicher. Ihre Treffen mit Maxime sind deshalb unglaublich unterhaltsam, weil sie so richtig schön an ihm vorbei erzählt, ohne richtig zuzuhören, und er amüsiert sich köstlich, was sie natürlich zur Weißglut bringt und doch ist da ein Anker, ein Halt, ein Mitverschwörer, wenn es um die Erinnerungen an ihrem Onkel geht.

Ich hatte somit herrliche Lesestunden mit Joséphine und ihrem etwas aus dem Ruder gelaufenen Leben. Herrlich, wie sie sich findet, zauberhaft, wie sie in ihrer Welt umher schwebt, um wieder hart in der Realität zu landen. Der Verlagsansatz unterhält auch wieder köstlich und Maxime ist ein wunderbarer Geheimniskrämer. Doch so richtig wollte sich die Liebesgeschichte der beiden nicht einstellen, das war mir am Ende doch zu schnell, zu platt, zu kitschig. Da hat mir eine Szene dazwischen gefehlt, aber das ist auch wieder Jammern auf hohen Niveau, denn an sich hatte ich meinen Spaß mit der Lektüre und eine Reise nach Paris, die ich nicht missen möchte.

Tausend Lichter über der Seine ist nicht das stärkste Buch vom Autor, aber wie immer charmant, Paris lastig und wunderbare romantische Unterhaltung mit Witz.

 

Henry und ich lieben dieses Parisflair und vergeben vier Bücherpunkte:

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Über den Autor: 

 
Nicolas Barreau hat sich mit seinen charmanten Paris-Romanen ein begeistertes Publikum erobert. Sein Buch «Das Lächeln der Frauen» brachte ihm den internationalen Durchbruch. Es erschien in 36 Ländern, war in Deutschland mit weit über einer Million verkauften Exemplaren «Jahresbestseller» und wurde anschließend verfilmt sowie in unterschiedlichen Inszenierungen an deutschen Bühnen gespielt. In «Die Zeit der Kirschen» erzählt der Autor die Geschichte seiner unvergesslichen Helden Aurélie und André fort. Auch mit «Die Frau meines Lebens», «Eines Abends in Paris» sowie «Du findest mich am Ende der Welt» bezauberte der Autor seine Leserinnen und Leser.
 
 
Vielen lieben Dank an den Rowohlt Verlag für das  Rezensionsexemplar.  
 

Mittwoch, 26. Oktober 2022

Rezension: Alex Beer * Felix Blom: Der Häftling aus Moabit


Broschiert: 368 Seiten
Verlag: Limes  
ISBN-13:
978-3809027591
Preis: 17,00 EUR
E-Book: 6,99 EUR
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: Oktober 2022 
 
 
 
 
Inhalt:
Felix Blom wird nach drei Jahren Haft aus Moabit entlassen. Doch wie hat sich Berlin 1878 verändert, kann er ans alte Leben anknüpfen oder muss er neu anfangen? Doch wo soll Felix hin, ärmlich aufgewachsen, wurde er zum Meisterdieb und schwang sich hinauf in die gute Gesellschaft, doch der Fall war hart, denn er wurde für ein Vergehen verurteilt, was er nicht begangen hat. Es ist nicht so, dass Felix ein Unschuldslamm ist, und das kommt ihm nun zu gute. Er schleicht sich ins Leben zurück und landet in der Detektei Voss. Mathilde Voss! Sie hilft ihm und so wollen diese zwei nicht nur neue Fälle aufdecken, sondern auch herausfinden, wer damals Felix ins Gefängnis gebracht hat. Aber nicht nur das hält Felix auf Trab, sondern er bekommt eine Karte mit dem Text, dass er in 30 Stunden eine Leiche sein muss. Wer ist hinter Felix her? Was ist damals vor drei Jahren passiert? Und bekommt Felix sein altes Leben wieder?

Meinung:
Die Autorin Alex Beer hat mich mit ihrer Emmerich-Reihe um den Finger gewickelt und ganz klar hilft die Serie gegen meine Wien-Sehnsucht. Nun hat sie eine neue Reihe an dem Start und diese hebt sich schon ab, da diese in Berlin spielt und ihr Hauptprotagonist ein Ganove ist. Klingt doch spannend und ob mir der neue Reihenauftakt gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Felix Blom ist ein Gauner, Charmeur und Lebenskünstler. Der Schatten von Berlin und doch sitzt er in Moabit in Einzelhaft und zählt die Stunden bis zu seiner Entlassung. Endlich, nach drei Jahren kommt er frei und er will endlich wissen, wer ihm das angetan hat, denn er sitzt unschuldig im Gefängnis. Zumindest war er bei diesen Raub nicht mit von der Partie. Nun also darf er wieder auf die Straßen von Berlin und sich sein Leben zurückerobern. Aber die Polizei macht es ihm nicht einfach, er muss innerhalb von drei Tagen eine Bleibe und einen Job nachweisen. Aber Blom wäre nicht Blom, wenn er nicht doch Leute kennen würde, nur hat er sich mit diesen es etwas verscherzt, als er sich in die gute Gesellschaft hinaufgeschwungen hat. Nun muss Felix wieder unter anfangen, ins ärmlichste Viertel von Berlin kommt er unter und dort dreht sich das Schicksal. Denn er fängt in der Detektei Voss an und seine Inhaberin ist Mathilde Voss und auch sie hat es faustdick hinter den Ohren. Zusammen machen sie sich ans Werk, diese Detektei zur besten zu machen und gleichzeitig auch Felix zu helfen, er will aufklären, wer ihm das Verbrechen angelastet hat und dazu kommt noch ein Mörder, der es auf sein Leben abgesehen hat. Kaum ist Felix in Freiheit, da hat er jede Menge zu tun.

Alex Beer hat ein unglaublich gutes Gespür für Setting, Figuren und Spannungsaufbau. Diese Geschichte ist so unglaublich charmant, spielerisch und fantastisch unterhaltsam. Man schlendert mit der Autorin und ihren Figuren durch Zeitgeschichte und empfindet es überhaupt nicht verstaubt, altmodisch oder langweilig. Ganz im Gegenteil, es geht bunt zu, es steigen Gerüche in die Nase und man spürt den Aufbruch in eine neue Zeit. Noch regiert der Adel, noch gibt es große Unterschiede und genau dieses Karussell aus Arm und Reich will Felix Blom durchbrechen. Zumindest glaubte er das, bevor er in Moabit gelandet war. So zeichnet die Autorin viele Schichten von Berlin, Snobs und Dandys kommen dran, aber auch Polizisten und die Ganovenwelt. Besonders herrlich finde ich Alex Beers Figuren, ob nun Chef einer Gaunerbande oder der redliche Polizist mit übernächtigten Augen, alle sprühen vor Leben, sind wunderbar beschrieben und man begleitet jeden gern, so sind die Figurenabwechselnden Kapitel einfach eine wahre Freude. Natürlich ist auch unser Detektiv-Duo herrlich besetzt mit einem charmanten Gauner und einer ehemaligen Prostituierten, die mehr im Leben will, nämlich ihr eigenes ehrliches Geld verdienen. Ein bisschen haben mich die beiden an die 80ziger Serie Remington Steele erinnert und was habe ich diese geliebt. Aber auch der Fall ist gut eingegliedert und hat zum miträtseln so einige unerwartete Kurven parat.

Dieser Auftakt macht mächtig Spaß beim Lesen, es ist Geschichte, Abenteuer und natürlich kommt eine Prise Liebe nicht zu kurz. Felix Blom scheint zwar der Hauptakteur zu sein, aber ich finde alle Figuren toll, das Berlin macht richtig Laune und dieser Spagat zwischen den Welten aus Adel und Gangsterunterwelt erfrischt die ganze Lektüre. Dazu die Fälle an sich, waren gut durchdachten und bauten ganz hervorragend ineinander auf. Ich hatte großes Lesevergnügen.

Felix Blom ist ein gelungener Auftakt mit tollen Figuren, erfrischender Leichtigkeit, dazu ein toller Mix und ein Spannungsbogen, der perfekt eingewebt wurde. Ich hatte riesige Freude beim Leben. Trubelig, spannend, perfekter Lesegenus, wo man sich direkt den nächsten Teil her wünscht.
 
Henry und ich hatten eine richtig gute Lesezeit und vergeben die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:
 
 
Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Ihre spannende Krimi-Reihe um den Ermittler August Emmerich ist preisgekrönt – neben zahlreichen Shortlist-Nominierungen (u.a. für den Friedrich Glauser Preis, Viktor Crime Award, Crime Cologne Award) erhielt sie den Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur 2017 und 2019 und wurde ausgezeichnet mit dem Krimi-Publikumspreis des Deutschen Buchhandels MIMI 2020. Alex Beer wurde außerdem der Österreichische Krimipreis 2019 verliehen. Neben dem Wiener Kriminalinspektor hat Alex Beer mit Isaak Rubinstein eine weitere faszinierende Figur erschaffen, die in der Reihe »Unter Wölfen« während des Zweiten Weltkriegs in Nürnberg ermittelt.
 
Quelle: Limes Verlag
 

Vielen lieben Dank an den Limes Verlag für das  Rezensionsexemplar.