Mittwoch, 22. Mai 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherstreichler,

nun ist es kein Geheimnis, das ich auch ganz gern einen sinnfreien Actionfilm gucke und so was auch gern mal lese. Genau so einen Knaller habe ich nun in Buchform gefunden und es klingt rasant, spannend und knallhart. Man glaubt, man hat einen amerikanischen Kracher vor sich und dann liest man Voralpenland, was für ein Gegensatz. Klingt ungewöhnlich und ziemlich interessant und deshalb werfen wir einen Blick darauf:
 

Last Shot
Verlag: Droemer
Erscheinungsdatum: 01.07.2019

Der smarte Russe Dima war nur mal kurz für kleine Jungs. Als er zum Wagen seiner Familie zurückkommt, sind sein Vater und seine Schwestern tot – durch Kopfschüsse aus nächster Nähe eiskalt hingerichtet. Vom jüngsten Familienmitglied, der sechsjährigen Mathilda, fehlt jede Spur. Dima hat nicht die leiseste Ahnung, in was seine Familie verwickelt war. Er weiß nur, dass er Mathilda finden muss – und den Mörder.
Eine gnadenlose wie halsbrecherische Verfolgungsjagd durchs bayrische Voralpenland nach München beginnt, an deren Ende für Dima alles, was ihm noch geblieben ist, auf dem Spiel steht …Atemloser Thrill vom Feinsten!


Ich finde, das kann sich sehen lassen oder? Klingt vielversprechend und dann auch noch im deutschen Raum. Meine Neugier ist definitiv geweckt und das Ding steht auf meiner Wunschliste. Wer mag denn solche Geschichten auch? Bei wem landet es auch sofort auf der Wunschliste? Und wer lässt sich auch einfach mal ganz gern unterhalten?

Ganz liebe Grüße.
Eure, sich schon mega auf John Wick freuende, Sharon

Montag, 20. Mai 2019

Rezension: Philip Birk * Operation Peruggia


Broschiert: 376 Seiten 
Verlag: Europa 
ISBN-13: 978-3958901988
Preis: 15,00 EUR 
E-Book: 10,99 EUR 
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: Februar 2019
Übersetzer: Erik Gloßmann 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Im Kopenhagener Kunstmuseum wird ein aufsehenerregender Gemäldediebstahl verübt und somit das teuerste Gemälde Dänemarks gestohlen. Dabei geht nicht nur eine Wand des Gebäudes kaputt, nein, ein Wachmann überlebt diesen Überfall auch nicht und ein Dieb bleibt am Tatort zurück. Seine Identität lässt auf den Auftraggeber, den Mafiaboss Nebojsa Savic schließen und dieser möchte wohl einen Machtwechsel demonstrieren, denn das Gemälde ist eine Leihgabe von Brian Frost, dem König von Kopenhagens Unterwelt. Nur gibt es noch ein Problem, denn im Werk ist ein Mechanismus vorhanden, der das Bild zerstört, sollte es nicht rechtzeitig zurückgehängt werden. Brian Frost, kennt nur einen, der ihm bei der Zurückbeschaffung helfen könnte, und zwar den besten Freund seines Sohnes, Tom Grip. So muss Tom sein Leben auf der Flucht beenden und nach vier Jahren wieder selbst in Aktion treten, denn er war einer der besten Kunstdiebe überhaupt. Er nimmt den Auftrag an, für seinen verstorbenen Freund und reist nach Kopenhagen. Wird er den Tätern auf die Schliche kommen? Kann er das Gemälde retten? Und kann er sich mit seinen Schuldgefühlen aussöhnen?

Meinung:
Der Verlag wirbt mit den Worten, dass es sich hier um ein atemberaubendes Thriller-Debüt handelt, was zugleich in der Kunstszene und im Mafia-Milieu spielt. Der Autor soll, in seiner Heimat dafür euphorisch gefeiert worden sein und aus der Figur Tom Grip soll somit direkt eine Reihe entstehen. Klingt doch interessant, bei solchen Worten werde ich hellhörig und sehr neugierig, also habe ich ein Ticket nach Kopenhagen gelöst und bin durch die Buchseiten geflogen. Ob es mir auch gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Tom Grip ergreift auch direkt das Vorwort und erzählt uns, das er für den Tod von fünf Menschen verantwortlich ist und nun seine Geschichte erzählt. Und dann geht es los, mit einem neuen Kunstdieb, der sich selbst Peruggia nennt, ein netter Einfall, denn der echte Vincenzo Peruggia hat 1911 die Mona Lisa aus dem Louvre geklaut. Dieser hier hat aber etwas ganz anderes vor und spielt im wahrsten Sinne des Wortes ein raffiniertes Doppelspiel. Erst dann verschlägt es uns nach Porto, und zwar zu Tom Grip, der nach seinem letzten Coup abgetaucht ist und nun seine Tarnung auffliegt, denn er wird gefunden und das geht nicht gut aus. Aber erst im Casino in Lissabon wird er sein Einsiedlerleben überdrüssig und stellt sich der Gefahr. Während dessen passiert der Überfall in Kopenhagen und das berühmteste Bild verschwindet von der Bildfläche.

Mehr zum Inhalt mag ich gar nicht sagen, sonst würde ich einfach zu viel verraten, da muss man sehr aufpassen, denn alle Strippen hier sind ineinander verflochten. Der Kunstdiebstahl wird hier auf das Spektakulärste beschrieben. Coole Sprüche, dumme Kraftprotze, jede Menge Mafia Gebärden. Der Rubel muss rollen und die Macht muss dem Richtigen gehören und da fährt man den amtierenden Boss an die Karre, alle Klischees erfüllt. Dann die Erkenntnis der Bösen, dass bei ihnen auch was nicht richtig läuft und somit wird der korrupte Polizist engagiert. Während man hier also losprescht, hingt Tom Grip hinterher und das ist so ein bisschen mein Knackpunkt an der Geschichte, denn seine Aktionen bei diesem Kunstdiebstahl befinden sich im letzten Drittel der Geschichte, davor lesen wir einfach seine Lebensgeschichte und das ist zwar interessant und muss man wissen, um das große Ganze zu verstehen, hat sich aber doch für mich ein bisschen in die Länge gezogen. Somit wurde aus dem knackigen Start, eine etwas längere Durststrecke.

Überhaupt hat mich Philip Birk überrascht, denn sonst sind die Skandinavier doch etwas trocken, ernster und melancholischer, hier hat man aber das Gefühl einen Actionfilm zu sehen, oder einen Agententhriller, das Einzige was abweicht, ist, das hier ein Gemälde im Mittelpunkt steht. Die Szenen sind manchmal etwas überladen und ein bisschen zu viel gewollt, aber wer solche Filme gern guckt, ist hier auch bestens bedient. Das Zweite was mich am Ende hin etwas gestört hat, war seine Lösung, die war für mich zu dick aufgetragen und das Doppelspiel der Doppelspiele, einfach zu viel des Guten. Trotzdem war es ein gutes Thrillerdebüt, überraschend anders, als erwartet, viel frischer und lockerer, dabei eine gute Portion Humor und fertig ist Tom Grip. Ziemlich unterhaltsam und für alle die sich gern noch einen 007 Schinken anschauen.

Operation Peruggia ist eine Mischung aus Mafia-Milieu und Agententhriller, nur eben ohne Agent und mit einem Kunstdieb. Action geladen, gekonnt verstrickt und sehr unterhaltend.
 
Henry und ich fanden den Auftakt gelungen, aber da ist noch Luft nach oben und somit gute drei Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:


Philip Birk, Jahrgang 1993, wuchs im schwedischen Varberg auf und studiert Lehramt Geschichte an der Universität Uppsala. Operation Peruggia ist der Auftakt zu seiner rasanten Thriller-Reihe um Meisterdieb Tom Grip, zu dem ihn indirekt sein Urgroßvater inspirierte. Dieser war Direktor des Randers Kunstmuseums, dessen Publikumsmagnet das Bild »Interiør« von Vilhelm Hammershøi ist.

Quelle: Europa Verlag

Vielen lieben Dank an den Europa Verlag für das  Rezensionsexemplar.  

Freitag, 17. Mai 2019

Rezension: Katharina Herzog * Der Wind nimmt uns mit

Broschiert: 384 Seiten 
Verlag: Rowohlt
ISBN-13: 978-3499275272
Preis: 12,99 EUR 
E-Book: 9,99 EUR 
Reihe: 3. Teil
Erscheinungsdatum: April 2019




Inhalt:
Maya ist eine beliebte Reisebloggerin, ständig unterwegs, nie lange an einem Ort und sie will immer mehr. Da wird geplant und schon gebucht, aber der Moment nicht mehr genossen. Allerdings gibt es einen Ort auf der Welt, den sie niemals betreten möchte: La Gomera. Nun passiert aber etwas unplanmäßiges, denn Maya wird von der einen Nacht mit Tobi schwanger und bevor sie sich endgültig entscheidet, möchte sie es ihm sagen. Kurzum sucht sie ihn und Tobi hält sich genau an dem einen Ort auf, den sie nie betreten wollte. Nun fliegt sie widerwillig auf die Kanareninsel und muss sich ihrer Vergangenheit stellen. Noch ahnt sie nicht, was diese Reise für Auswirkungen haben wird. Warum will sie nicht nach La Gomera? Warum kann Maya nie an einem Ort bleiben? Und wird die Insel sie verzaubern?

Meinung:
Ich bin von der Autorin, ein Leser der ersten Stunde und ich mag einfach ihre Geschichten. Diese sind leicht, mit Humor und trotzdem gehen sie oft tiefer als erwartet. Außerdem kann man so richtig schön mit den Büchern reisen, man schlägt die ersten Seiten auf und ist im Urlaub, herrlich für Körper und Geist, wenn einem so ein tolles Urlaubsfeeling durchströmt. Ob das hier auch der Fall war, erzähle ich euch nun.

Wir lernen Maya gar nicht zuerst kennen, sondern im Prolog, Karoline und diese steht bei Wind und Sturm mit einem Korb am Wasser und wartet begierig darauf die Insel zu verlassen. Die Fracht ist kostbar und der Schrecken tief, aber Karoline muss stark sein, für die kleine Hand, die sie hält. Das ist doch mal ein Auftakt, der direkt mit schlimmen rechnen lässt und die Spekulationen kreisen. Was ist da bloß passiert. Erst dann, 32 Jahre später, lernen wir die erwachsene Maya kennen. Sie ist mit ihrer besten Freundin im Taiwan und besucht ein Laternenfest und auch dort begegnet sie Tobi und verbringt eine Nacht mit ihm. Wie wir ja schon wissen, mit Folgen. Aber man spürt direkt, dass Maya nicht glücklich ist, dieser Drang, immer erfolgreicher, immer mehr zu bieten, immer schnell durch die Welt zu reisen, hinterlässt Spuren. Maya ist nicht wirklich im Gleichgewicht und diese Schwangerschaft kommt für sie überhaupt nicht in Frage, was soll sie bloß mit einem Kind, bei ihrem Lebensstil. Tja, und dann muss sie auch noch auf La Gomera, dort wo ihre Mutter lebt, nein, ihre Adoptivmutter um genau zu sein. Die ihr nie die Wahrheit gesagt hat und der sie einfach nicht verzeihen kann. Aber sie fährt und versucht ganz erwachsen, allem aus dem Weg zu gehen. So versteckt man sich auch mal hinter einen Busch, oder sprintet einfach davon. Maya ist keine einfache Figur, zwischen trotzig, bockig, bei ihr ist da viel verletzter Stolz und eine große Leere in ihr, aber man wächst ja mit seinen Aufgaben.

Katharina Herzog nimmt uns diesmal auf eine Kanareninsel mit, und zwar La Gomera, ehrlich, von der hatte ich irgendwie noch gar nicht gehört, aber sie klingt richtig toll. Dort haben sich wohl viele Aussteiger und Künstler niedergelassen. Dazu ist die Insel auch extrem abwechslungsreich, Strände und Meer, aber Inselmittig ein wahrer Dschungel an Grün. Diese Gegensätzlichkeit, verbindet auch die Geschichte, denn eigentlich gibt es zwei, denn in Rückblenden wird auch die Vergangenheit von Karoline beleuchtet. Die als junge Frau die Insel besuchte und sich nicht nur in den Ort, sondern auch in einem jungen Mann verliebte und doch mit einem Kind in Hamburg allein lebte. Während Karoline wieder auf La Gomera lebt und dort als Therapeuten arbeitet, versucht Maya, um die Insel einen großen Bogen zu machen, ohne zu ahnen, wie wichtig dieser Ort auch für sie ist. So haben wir eine einsame Frau, die sich nach der Nähe ihres Kindes sehnt und eine junge Frau, die kindisch vor einer Aussprache davon läuft. Nun ändert sich aber alles und Maya muss ihr Leben in die Hand nehmen.

Mir hat die Mischung richtig gut gefallen, der Anfang war, einfach herrlich zu lesen, denn Maya werden direkt die Besonderheit der Insel präsentiert, mit Hippies, Kiffern und Yogalehrerin. Zum einem schmunzelt man da sehr in sich hinein, aber diese Figuren strahlen mit der Zeit eine Wärme aus, dass man diesen ganzen esotherischen Kram nicht mehr zum Naserümpfen empfindet. Mitten drin dann auch noch Karoline, die man eigentlich als gestandene bodenständige Frau empfindet und sich so ein wenig abhebt, vom Rest der Gemeinschaft. Dazu kommt natürlich noch ein Aussteiger, der die Welt von Maya mit den richtigen Sprüchen bearbeitet und ihren Gemütszustand explosionsartig beeinflusst. Das ist, das tolle an der Geschichte, es geht nicht nur um Maya, sondern auch um unsere Welt, wie wir sie wahr nehmen und welche Auswirkungen wir uns damit aussetzten. Gerade die Sicht auf unseren Social Media Verhalten, kam mir sehr bekannt vor und ja, da muss ein Umdenken her. Aber auch das man sich selbst nicht mehr die Zeit nimmt zum genießen und bewusst den Augenblick wahrnehmen war hier toll mit eingebunden. Ach, was soll ich sagen, ich hatte einen megagenialen Aufenthalt und würde mit Katharina Herzog direkt wieder losfliegen.

Der Wind nimmt uns mit, ist viel mehr als nur eine Lebenskrise zu überwinden, sondern auch ein Aussöhnen mit der Vergangenheit und sich selbst zu erden. Man sollte eben mehr auf sein Herz hören und nicht nur auf seinen logischen rationalen Verstand. Herrlich locker und bildhaft erzählt, mit einer Prise Humor und viel Liebe.
 
Henry und ich hatten mit diesem Buch einen ganz wunderbaren Urlaub daheim und dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:


Katharina Herzog hatte schon immer Spaß daran, sich Geschichten auszudenken und sie aufzuschreiben. Nach einem Abstecher in den Journalismus kehrte sie zur wahren Liebe Belletristik zurück und begann, Romane zu veröffentlichen. Als Katrin Koppold hat sie sich bereits in die Herzen vieler Leserinnen geschrieben. Mit ihren Romanen «Immer wieder im Sommer» und «Zwischen dir und mir das Meer» eroberte sie die Bestsellerlisten. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.



Farben des Sommers - Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Katharina-Herzog/Immer-wieder-im-Sommer_lid_31881157.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Katharina-Herzog/Zwischen-dir-und-mir-das-Meer_lid_34710957.html?storeID=barbers
 1. Teil: Rezension I 2. Teil

Vielen lieben Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.