Mittwoch, 24. April 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherfreunde,

kennt ihr noch den Spruch: "Wir brauchen die Welt, aber die Welt braucht uns nicht!" Damals schon so wahr und heute jeden Tag ein Thema. Wer hätte gedacht, dass ein junges Mädchen aus Schweden, die Menschen beeinflusst, die Politiker in Bewegung setzt und eine Generation junger Menschen auf die Straße bringt. Die Klimabewegung ist aktueller denn je und die Uhr tickt lauter. Aber auch in der Literatur nimmt der Klimawandel immer mehr an Büchern zu, die Thematik lässt keinen los und so entstehen Geschichten, die entsetzten, aber auch wachrütteln sollen. Wir haben nur einen Planeten und diesen sollten wir bewahren und deshalb gibt es heute dieses Buch als Neuvorstellung:

 
Dry
Verlag: Sauerländer
Erscheinungsdatum: 22.05.2019

Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr.

Niemand glaubte, dass es so weit kommen würde. Doch als Alyssa an einem heißen Junitag den Wasserhahn aufdreht, passiert nichts. Es kommt nicht ein Tropfen. Auch nicht bei den Nachbarn. In den Nachrichten heißt es nur, die Bewohner Kaliforniens sollen sich gedulden. Aber als das Problem nicht nur mehrere Stunden, sondern Tage bestehen bleibt, geduldet sich niemand mehr. Die Supermärkte und Tankstellen sind auf der Jagd nach Wasser längst leer gekauft, selbst die letzten Eisvorräte sind aufgebraucht. Jetzt geht es ums Überleben.


Neal Shusterman hat sich, vor allem in der Jugend- und Fantasyliteratur einen Namen gemacht. Mich konnte er mit seiner Sythe Reihe begeistern (übrigens Teil 3 soll dieses Jahr noch raus kommen), aber auch schon mit seiner Vollendet Reihe hat er sich eine große Leserzahl erschrieben. Er schreibt unglaublich überraschend, fesselnd und sehr geschickt, diesmal holt er sich sogar seinen Sohn Jarrod zur Seite. Zusammen nehmen Sie sich ein ernstes Thema vor, nämlich Wasserknappheit. Viele Regionen haben damit schon zu kämpfen, aber wir Luxusländer können uns ein Leben ohne Wasser nicht einmal ansatzweise vorstellen. Knappheit, wie soll das aussehen? Deshalb finde ich es gut, das die beiden, es uns näher bringen, diese Kostbarkeit ihren Stellenwert aufzeigt und uns vielleicht etwas zum Umdenken bringt. Wer von euch hat das Buch auch schon entdeckt? Wer ist auch ein Fan vom Autor? Und habt ihr euch schon mit dem Klimawandel näher beschäftigt?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich eigentlich auch viel mehr damit befassen müssende, Sharon

Dienstag, 23. April 2019

Rezension: Philip Reeve * Mortal Engines: Der Grüne Sturm

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: TOR  
ISBN-13:
978-3596702145
Preis: 12,00 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 3. Teil
Erscheinungsdatum: Februar 2019
Übersetzer: Nadine Püschel und  Gesine Schröder




Inhalt:
Anchorage ist liegen geblieben und nun eine feststehende Stadt, die die Katastrophe überlebt hat. Unter ihren Bewohnern leben auch zwei Abenteurer, nämlich Tom und Hester mit ihrer Tochter Wren. Während Tom bei allen beliebt und geschätzt wird, ist Hester auch noch 16 Jahren, eine Einzelgängerin, eine, die man fürchtet. Das ruhige Leben bekommt eben jeden unterschiedlich gut und die Geschichten von ihren Abenteuern, kann Wren nur schlecht glauben. Sie will selber was erleben und lässt sich auf die erste unüberlegte Sache ein. Als nämlich ein U-Boot in Anchorage anlegt und ihr ein Angebot macht, kann sie sich nicht zurückhalten und lässt sich auf den Deal ein. Einen törichten und unüberlegten Deal, der sie in einen Krieg führt genau zwischen den Traktionsstädten und dem Grünen Sturm. Kann Wren sich behaupten? Wie werden Hester und Tom reagieren? Und welche Figuren werden noch auf dem Plan treten?

Meinung:
Mortal Engines hat sich mit seinen ersten beiden Teilen voll in mein Leserherz geschlichen und für Begeisterung gesorgt. Diese beiden unterschiedlichen Helden und ihr Kampf um einen Platz im Leben mit einem bisschen Glück ist einfach unglaublich toll in Szene gesetzt und brachte mich immer zu einem Leserausch. Nun gibt es eine Tochter und diese sehnt sich nach Abenteuer, ob sie aber mit ihren Eltern mithalten kann, erzähle ich euch nun.

Eigentlich beginnt die Geschichte mit jemandem, den wir alle für tot geglaubt haben und der überraschend doch wieder in Erscheinung tritt. Aber den Clou und was diese Entwicklung mit sich bringt, verschweige ich euch absichtlich. Wir fangen mit Anchorage an, und zwar mit den Natsworthy. Tom liebt sein ruhiges Leben, seine Tochter abgöttisch und seine Frau, obwohl ihm diese ein bisschen Sorgen bereitet. So verschweigt er beiden, dass seine alte Wunde sich wieder meldet und sein Herz ihm Probleme macht. Hester ist in der Gemeinde immer noch die Außenseiterin, zurückgezogen, unnahbar und kalt. Für eine kurze Zeit hatte sie das Glück in den Händen, als ihre Tochter noch klein war, aber nun sieht diese auch nur noch ihre Narben. Sie wird mit jedem Jahr verbitterter und einsamer. Tja, und dann haben beide ihrer Tochter so einiges an Eigenschaften mitgegeben. Wren hat die Ungestümtheit ihrer Mutter geerbt, aber auch die Naivität ihres Vaters. Ihr ist das Leben zu ruhig, sie will auch Abenteuer erleben, wie ihre Eltern und nicht einfach nur dahinleben. So macht sie halt eine große Dummheit und setzt damit viele Rädchen in Anchorage in Gang.

Das ist der erste Teil der Geschichte, der Zweite ist der Suche gewidmet und der Dritte zur Steigerung des Showdowns. Mehr zum Inhalt mag ich gar nicht verraten, denn es werden einige Figuren aus der Vergangenheit auftauchen, die alle große Klasse sind und mich beim Lesen auch erfreut haben, aber auch zugleich, eher zur Geschichte von Hester und Tom gehören und nicht zu Wren. Überhaupt wirkt die Tochter hier eher unselbstständig, naiv und blass. Sie kann in die Fußspuren ihrer Eltern überhaupt nicht reinschlüpfen, geschweige denn ausfüllen. So habe ich ihre Kapitel eher so daher gelesen und mich eher auf dem Grünen Sturm oder unser altes Abenteuerpaar gefreut. Denn hier knallt es gewaltig, nicht nur im Kampf um die Traktionsstädte, die es immer noch gibt und ihren Kampf gegen die Aufständigen. Hier braut sich was zusammen, hier geht es rund, hier kommt die alte Welt von Mortal Engines wieder zum Erscheinen und eine Hester, die aufblüht und gleichzeitig an ihrem Lieben zweifelt. Das war aber wieder spannender, als einer heranwachsenden Göre zuzusehen, die sich nicht entscheiden kann, was sie will.

So konnte mich Band drei nicht ganz überzeugen. Zuerst freut man sich für Hester und Tom, dann kommen einem die Zweifel, ob das wirklich ihr Leben ist und dann Wren. Die Mischung ist nicht ganz gelungen, allein die Geschichte an sich, wurde doch recht gemächlich angefangen, dann dachte man, es geht richtig los und wurde doch wieder zurückgeworfen. Vielleicht hat der Autor hier zu viel auf einmal gewollt, allerdings war sein Showdown wieder vom Feinsten und ließ an Spannung nichts offen und das Ende ist so böse, das man jetzt unbedingt Teil vier lesen muss. Alles im allem, solide, aber nicht so überragend, wie die beiden ersten Teile. Ansonsten wieder eine Welt voller Überraschungen. Ich mag es trotzdem unheimlich gern.

Mortal Engiens, der Grüne Sturm hat so einige Schwächen, aber auch viele Wiedersehen, überraschende Momente und eine Hester, die wieder zur alten Stärke aufblüht.
 
Henry und ich hatten wieder Spaß in der Welt von Mortal Engines und dafür gibt es vier Bücherpunkte:

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Über den Autor: 


Philip Reeve ist seit vielen Jahren erfolgreicher britischer Jugendbuchautor und Illustrator. Das "Predator Cities"-Quartett stellt (zusammen mit den drei Prequel-Romanen und der "Larklight"-Trilogie) sein Hauptwerk dar. 

Quelle: TOR Verlag


Mortal Engines - Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Philip-Reeve/Mortal-Engines-Krieg-der-Staedte_lid_35356762.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Philip-Reeve/Mortal-Engines-Die-verlorene-Stadt_lid_38412496.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Philip-Reeve/Mortal-Engines-Jagd-durchs-Eis_lid_36834472.html?storeID=barbers

1. Teil: Rezension I 2. Teil: Rezension I 4. Teil: Mai 2019


Vielen lieben Dank an den TOR Verlag für das  Rezensionsexemplar.  


Mittwoch, 17. April 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherstreichler,

als ich zum ersten Mal über dieses Buch gestolpert bin, habe ich den Titel falsch gelesen und dachte, das passt aber gar nicht mit dem Buchcover überein. Ich trau mich das gar nicht zu schreiben, das war bestimmt nicht die Absicht der Autorin und ich hoffe, sie ist mir nicht böse. Aber ich habe Spice Girls gelesen und immerhin, sind das doch auch starke Powerfrauen, die die Popwelt aufgemischt haben. Hier wird aber die Geschichte von einer Frau erzählt, die ihren Traum leben möchte und dafür kämpft. Eigentlich für sich, aber für uns Frauen im Allgemeinen, solchen Kämpferinnen haben das Frauenbild geprägt. Nun erzähle ich schon viel zu viel, schaut doch einfach mal hier:
 

Space Grils
Verlag: Wunderlich
Erscheinungsdatum: 21.05.2019

Juni wächst in den 50er-Jahren auf einem Flugplatz in New Orleans auf. Für das wilde Kind gibt es nichts Schöneres, als mit ihrem Stiefvater an Flugzeugen herumzubasteln. Doch Juni will mehr: zu den Sternen fliegen. Jahre später kommt sie diesem Traum ein Stück näher: Mit zwölf anderen Frauen wird sie zum Astronauten-Training der NASA zugelassen. Es beginnt eine Zeit der mörderischen Tests. Doch Juni hält durch und erzielt herausragende Ergebnisse. Ihr Traum vom Flug zu den Sternen scheint kurz vor der Erfüllung zu stehen, da erreicht sie eine niederschmetternde Nachricht: Keine der Frauen darf ins All, Männer wie John Glenn erhalten den Vorzug. Juni ist am Boden zerstört. Aber sie beschließt zu kämpfen. Für ihre Rechte, für ihren Traum …


Eigentlich bin ich kein begeisterter Flugpassagier und allein der Gedanke ans All, macht mir eher ein mulmiges Gefühl, als das ich in Begeisterungssprünge ausbreche. Aber trotzdem hat mich diese Geschichte angesprochen, immerhin ist der Kampf in den 50er-Jahren ein ganz anderer als heute. Welche Etappen musste diese Frau auf sich nehmen? Welche Erniedrigungen wegstecken? Und konnte sie sich irgendwie behaupten? Solche Pionierinnen sind so wichtig in der Frauengeschichte gewesen und allein deshalb würde ich es gerne lesen. Als werfen wir nicht nur einen Blick in die Sterne, sondern halten dieses Buch im Auge. Wer von euch ist mit dabei? Wer hat es auch für sich entdeckt? Und bei wem steht es auch auf der Wunschliste?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich mit dem vulkanischen Gruß verabschiedende, lebe lang und erfolgreich Sharon

Montag, 15. April 2019

BÜCHERPOST im März ...

Hallo meine Buchseitenschnüffler,

der Monat März ist nicht nur geahnt, sondern auch wirklich Buchreich geworden. Daran ist nicht nur die Buchmesse schuld, sondern auch die ganzen großartigen Neuerscheinungen, die die Verlage auf den Markt geworfen haben und ich haben musste. Ja, musste! Wollte, und ich bin halt ein unverbesserlicher Bücherbesitzer. Somit stand mein März total im Zeichen des Buches, wir waren in Leipzig auf der Buchmesse und sie war einfach großartig. Als ob die Messe was gut zumachen hätte, denn Frankfurt war krankheitsbedingt einfach nicht toll. Leipzig zeigte sich dagegen strahlend, lachend und so viele wunderbare Begegnungen. Aber nicht nur das stand auf dem Plan, auch privat waren wir auf einer Lesung, aber bevor ich alles niederschreibe, lasst uns doch am besten dabei Bücher bestaunen. Los geht es:


Der Wahnsinn hat mich wieder gepackt :D


 
Bücherstapel Nr. 1 vom Buchhändler vor der Messe. "Kaschmirgefühl" musste ich haben, wer mich kennt, weiß ich bin ein Bernhard Aichner Fan, und wenn der einen Liebesroman schreibt, muss ich den doch lesen. Übrigens habe ich mir mein Büchlein auf der Messe direkt signieren lassen. Ach, der Bernhard, ein toller Autor. Das Büchlein ist auch schon verschlungen und er ist einfach ein genialer Dialog Schreiber. "Das Dorf in den roten Wäldern" ist ein Kanada Krimi, und da der Herzmann Kanadafan aus Erfahrung ist, musste ich mir den Klappentext durchlesen und diese Figuren, klingen herrlich zum Kennenlernen, so musste es mit. "Slow Horses" bin ich schon länger drum herum schlawenzelt und weil es so viele aus meiner Timeline mochten, wollte ich es auch unbedingt haben. Was mir ausgesprochen gut gefällt, ist das Cover und mal etwas ganz anderes vom ursprünglichen Diogenes Stil.

 
Bücherstapel Nr. 2 vom Buchhändler nach der Messe. "Fräulein Nettes kurzer Sommer" habe ich auf der Lesung erstanden und mir auch signieren lassen. Karen Duve hat sich der Geschichte von Annette von Droste-Hülshoff angenommen und aus staubiger Vergangenheit, ein amüsantes unterhaltendes Werk über eine junge Frau geschrieben, die sich gerade der Liebe und ihrem Schreiben widmet. Bis auf das veraltete unmanierliche Publikum, eine überraschende Lesung. "Westwall" ist das Debüt eines Drehbuchautors und befasst sich auch mit deutscher Geschichte, allerdings nicht unbedingt positiv, aber ziemlich aktuell. Ist mir schon in den Vorschauen aufgefallen und es gab hier auch einen Neuerscheinungsbeitrag und jetzt musste ich es mitnehmen, wenn der Buchhändler es schon da hat. "Zeilen ans Meer" ist mir auf der Buchmesse aufgefallen und es klang so schön sehnsuchtsvoll, das braucht man ja auch mal. Übrigens ist mir aufgefallen, dass Briefromane dieses Jahr wieder häufiger in den Regalen zu sehen gibt. "Die Nähmaschine" ist ein absoluter Spontankauf und stand so gar nicht auf meiner Agenda, aber diese Reise zwischen Schnittmuster und Nähproben in die Vergangenheit einer Großmutter klang einfach klasse. Der Göttergatte sah meine leuchtenden Augen und packte es mit ein, toller Kerl.


 
Hier ist ein Stapel, der mein Bücherherz zum Hüpfen bringt. "Elias & Leia: In den Fängen der Finsternis" endlich, endlich geht es weiter mit dem beiden und zu Ostern ist es dran, ich kann es kaum noch aushalten! Bitte liebe Autorin lass mein Herz nicht weiter bluten. "Die Spiegelreisende: Die Verlobten des Winters" was habe ich auf dieses Buch gewartet und ich habe diesen Schinken in drei Tagen durchgesuchtet. Eine unglaubliche Welt, eine tolle Heldin und jede Menge undurchsichtige Geheimnisse, aber lest doch am besten meine Rezension. Ich möchte Band zwei, jetzt!!! 


 
Diese zwei Bücherschätze bringen mich auch total in Verzückung. "Pandolfo" ein historischer Roman, der in der Renaissance spielt und richtig abenteuerlich klingt, das wird bestimmt ein Spaß. "Wenn du das hier liest" ist auch ein Art Briefroman und klingt dramatisch traurig, aber mit Hoffnung auf eine Liebesgeschichte. Diese zwei müssen auch bald gelesen werden, ach dieser März hat so tolle Bücher herausgebracht.


 
Dieser Stapel ist wirklich auch ein ganz Besonderer. "Das Glück der kleinen Gesten" hat mir auf der Messe, die wunderbare Mareike von Nordseiten in die Hände gedrückt, mit ganz lieben Worten und ja, Gesten sind so einfach und machen das Leben wirklich glücklicher, man muss sich nur dazu überwinden und dieses Buch gibt Tipps und Tricks preis. Ich bin immer noch ehrlich gerührt und sage Danke und freu mich aufs Durchblättern und lernen. "Ein Tropfen vom Glück" ist ein neuer Roman von meinen Lieblingsfranzosen und irgendwie erinnert es mich an Woody Allens, Midnight in Paris. Ich denke allerdings, dass Antoine etwas ganz anderes daraus macht und mich wieder sprachlich und melancholisch verzaubern wird. "Alte Sorten" ist die Geschichte zweier Frauen und ihren Obstgarten. Die eine ist Jung, die andere alt, die eine pflichtbewusst und die andere noch unreif, aber mit der Zeit kommen sie sich näher und ich bin sehr gespannt, wie sie zusammenwachsen. Übrigens liebe ich dieses Cover, so schlicht und unglaublich schön.


 
Tja, und hier ist er mein Messestapel, diese Bücher habe ich von der Messe mit nach Hause gebracht, geht doch noch, oder? "Gotland" wurde vor zwei Jahren auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt, aber irgendwie hatte ich es nicht geschafft einer Vorstellung beizuwohnen und nun lag es beim Verlag zum Mitnehmen aus, da habe ich es halt mitgenommen. Wer kann schon einer Geschichte, die in Wien spielt, widerstehen. "Alles still auf einmal" habe ich beim Bloggertreffen beim dtv Verlag in die Hand gedrückt bekommen, es erscheint nun die Tage und ist eine Geschichte über den Verlust des eigenen Kindes. Da muss ich die richtig emotionale Zeit abpassen, um es zu lesen. "Der Wind nimmt uns mit" wurde sogar fürs Bloggertreffen vorab gedruckt, damit wir in Katharinas Geschichte direkt einsteigen können. Ach, diese Autorin begleite ich schon so lange mit und ich freu mich immer wieder auf ihre Geschichten, weil sie diese zwar locker schreibt, aber immer etwas tiefer in die Seele schaut. "Rückwärtswalzer" musste ich unbedingt signiert von der Autorin haben, diese Frau hat mich total beeindruckt, nicht nur schaut sie toll aus, nein, sie ist unglaublich schlau, witzig, unterhaltend und bringt die Dinge auf dem Punkt. Dazu hatte sie auch noch Kekse und Wein mit, da kann man sie nur lieben. Nun bin ich sehr auf diesen Familienroman gespannt. Übrigens mein Erster von ihr, dabei ist es ihr Dritter. "Odinskind" ich muss gestehen, das ich auf dieser Messe keine Zeit hatte für Fantasy oder Jugendliteratur und hatte es leider nirgends zeitlich reinquetschen können, aber dieses Buch wollte ich unbedingt haben und dank der magischen Sandy von Nightingale's Blog hat es auch geklappt, du bist ein ganz großer Schatz, danke. Und nun bin ich so gespannt auf diese Geschichte, die begeisterte Leser hat. "Kunstgeschichte als Brotbelag" hat der tolle Dumont Verlag veröffentlicht und uns erstmals darauf aufmerksam gemacht, da haben also Leute große Werke der Kunst, auf ihren Brot nachgestellt und eine Hommage an die Kunst gemacht und ich war so überrascht, was da alles zustande kam. Nun hat sich der Mann das Buch mit in die Küche genommen und grübelt darüber, welches Meisterwerk er umsetzen möchte. Schaut es euch unbedingt mal an, total beieindruckend.


PUH, nun haben wir den Streifzug, durch meine März Neuzugänge schon geschafft und sind das nicht tolle Bücherschätze. Wieder viel zu viele, aber es war ja auch Messezeit und Neuerscheinungen bei den Verlagen kommen da Schlag auf Schlag, aber jedes Buch klingt einfach ansprechend und möchte am liebsten sofort gelesen werden, da ist die Wahl, wirklich eine Qual. Dieser wilde und bunte Mix wollte aber auch einfach hier einziehen und ist herzlich willkommen. Was mich besonders freut, ich habe schon 2 davon gelesen. Nun hoffe ich, dass der April ein bisschen bescheidener wird, allerdings war ich ein bisschen im Kaufrausch und somit stehen schon einige April Zugänge bereit. Ohje! Wie sah denn euer März aus? Ist eins meiner Bücher vielleicht auch bei euch eingezogen? Und welches möchtet ihr am liebsten sofort lesen? Ach, Bücher sind was Feines. 


Ganz liebe Grüße
Eure, um die Bücherstapel herum tanzende, Sharon
 

Freitag, 12. April 2019

Rezension: Robert M Sonntag * Die Gescannten

Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: S. Fischer  
ISBN-13:
978-3733504816
Preis: 8,00 EUR
E-Book: 7,99 EUR
Reihe: 2. Teil
Erscheinungsdatum: Februar 2019 



Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 2048 und die Welt ist eine andere. Die Menschen leben in der Stadt hochdigitalisiert und vernetzt, so bekommt jeder was von jedem mit und jeder Wunsch wird sofort erfüllt. Über den Konzern Ultranetz wird alles gesteuert und jeder Gedanke eingefangen. Eine Untergrundbewegung möchte gern, diese Entwicklung aufhalten, oder zumindest wachrütteln. Dafür wollen sie den Jugendlichen Jaro einschleusen und dieser soll mit der gleichaltrigen Nana geheime Information beschaffen. Allerdings bleibt Ultranetz das geheime Treiben nicht verborgen und ist auf der Spur. Können die zwei, es schaffen? Welche Information sollen sie zusammensuchen? Und kommen sie heil aus der Stadt raus?

Meinung:
Die Gescannten ist der Nachfolger von Die Scanner, im ersten Teil spielte Jaros Vater eine Rolle, nämlich aus der Stadt herauszubrechen und nun soll Jaro in die Stadt zurück. Ein Near-Future-Thriller, welcher ein hochinteressantes Szenario verspricht und ob es mich mitreißen konnte, erzähle ich euch nun.

Jaro lebt weit außerhalb der Stadt. Seine Eltern und die Gemeinde leben zurückgezogen und bauen ihre Lebensmittel selber an und versuchen nichts mit der Technik der Stadt zutun zuhaben. Alles was Jaro erfährt macht ihn innerlich wütend, wie gern würde er die Stadt mal sehen und warum sträuben sich alle nur so dagegen. Kurzum, das kann doch gar nicht alles so schlecht sein, wie sie sagen. So nimmt Jaro die Wahl an, für die Untergrundgemeinschaft in die Stadt zu gehen und einen Auftrag auszuführen. Dafür muss er sich mit dem Denker vertraut machen, der sich in seinem Kopf einpflanzt und alle seine Gedanken kontrolliert. „Der Denker! Absolute Realität. Absolute Kommunikation. Absolute Intelligenz.“ So einfach, wie sich das Jaro vorstellt, wird es ganz bestimmt nicht. Am Anfang ist die Stadt noch faszinierend, aber dieses Gefühl schlägt schnell um, in Panik und Angst. Was ist Ultranetz eigentlich und welche Wirkung hat es auf seine Bewohner?

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll. Die Grundidee mit Ultranetz und der Versklavung der eigenen Gedanken finde ich super und ist ein wichtiges Thema, gerade heute mit den ganzen „Sozialen Medien“. Allerdings habe ich die Thematik schon oft und viel besser umgesetzt erlebt. Zum einen viel mir total auf, das sich die Geschichte wie eine Schullektüre lesen lies. Mit vielen offen Punkten und jeder Menge Spekulation und Diskussionsstoff. Für mich als Einzelleser kam es einfach nur sehr eindimensional, unnahbar und oft nicht greifbar vor. Die Figuren konnten oft ihre Gefühle nicht transportieren und wirkten überhaupt total fehl am Platz, eher total kindisch und unreif. Wer denn überhaupt solch eine Aufgabe gegeben hat, ist mir völlig unverständlich. Darüber hinaus wussten die zwei selber nicht, was sie tun und das fand ich irgendwie nach schlimmer. Somit konnte man sich nicht in sie hineinversetzten, noch konnte man ihre Entwicklung spüren. Auch die Stadt, was hatte man da alles beschreiben können, aber hier reihte sich nur eine Information an die andere, somit gab es auch überhaupt keinen Spannungsbogen und ganz ehrlich so reizt mich keine Geschichte und dann auch noch das Ende. Überzeugt hat mich diese Geschichte leider so gar nicht, obwohl die Idee und die Kernaussage wichtig und lobenswert sind.

Die Gescannten konnten mich leider gar nicht überzeugen, da fehlten mir einfach tolle Figuren, ein Spannungsbogen und Atmosphäre, die nicht wie ein 1D Spiel über die Mattscheibe flimmerte. 

Henry und ich fanden die Geschichte unrund und nicht bis zum Ende durchdacht, deshalb gibt es zwei Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:


Robert M. Sonntag heißt eigentlich Martin Schäuble. Er arbeitete als Journalist, bevor er in Berlin, Israel und in den Palästinensergebieten Politikwissenschaften studierte und in Politik promovierte. Als Sachbuchautor beschäftigt er sich vor allem mit dem Spannungsfeld Politik, Kultur und Religion. Die auf seinen Recherchen in Krisengebieten gemachten Erfahrungen verarbeitet er auch als Romanautor.



Vielen lieben Dank an den S. Fischer Verlag für das  Rezensionsexemplar.



Mittwoch, 10. April 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherschatzjäger,

heute gibt es keine Fantasy oder Spannung, denn es gibt auch ganz andere Geschichten, die mein Interesse wecken. Ich mag italienische Autoren ja eh schon sehr gern und dieser Roman scheint etwas ganz Besonderes zu sein. Hier geht es nämlich um einen Postboten, und zwar nicht um einen gestressten überforderten aus unserer Gegenwart, nein, wir machen eine Zeitreise in ein italienisches Dorf ins Jahr 1969. Dieser Mann greift auch ganz gern in das Geschehen seiner Mitmenschen um deren Leben glücklicher zu machen, bis ein Brief kommt. Aber schaut doch einmal selbst:

 
Der Postbote von Girifalco
Verlag: KiWi
Erscheinungsdatum: 11.04.2019

Eine Zeitreise in ein längst vergessenes Italien.

Süditalien 1969. Im verschlafenen Girifalco geht alles seinen gewohnten Gang – die anstehenden Kommunalwahlen sind schon das Aufregendste, was auf absehbare Zeit zu erwarten ist. Doch im Geheimen zieht ein guter Geist die Fäden, ohne dass die anderen Dorfbewohner es ahnen: Denn der Postbote des Ortes ist ein melancholischer Einzelgänger, der die Philosophie liebt und Zufälle sammelt – und nebenbei heimlich in den Briefverkehr des Dorfes eingreift. So versucht er, den Dingen die richtige Richtung zu geben.
Unglücklich Liebende werden zusammengeführt, politische und amouröse Betrugsversuche verhindert, und Mütter bekommen plötzlich Post von ihren in der Ferne verschollen geglaubten Söhnen. Der Postbote von Girifalco scheint sich in seinem zurückgezogenen Dasein eingerichtet zu haben – bis ein mysteriöser Brief aus der Vergangenheit auftaucht, der das Dorfleben im Allgemeinen und seines im Besonderen gehörig ins Wanken bringt. Ein charmanter, lustiger, rührender Roman mit einem zu Herzen gehenden Protagonisten, der uns mitnimmt auf eine nostalgische Italienreise.


Ich finde, das Buch kommt zur passenden Zeit raus, der Frühling hält Einzug und man denkt vielleicht schon an den nächsten Urlaub. Dann finde ich diesen Postboten ganz entzückend und bin sehr gespannt, für welchen Trubel der gute Mann sorgen wird. Somit ist es auf meiner Wunschliste gelandet und ich halte es ganz bestimmt im Auge. Wer von euch ist auch für solche Geschichten zu haben? Wer mag ins etwas unbekannte Italien reisen? Und wer hat noch einen richtig tollen Postboten?

Ganz liebe Grüße
Eure, ihren knallroten großen Briefkasten liebende, Sharon

Montag, 8. April 2019

Rezension: Christelle Dabos * Die Spiegelreisende: Die Verlobten des Winters


Gebundene Ausgabe: 535 Seiten
Verlag: Insel
ISBN-13: 978-3458177920
Preis: 18,00 EUR
E-Book: 15,99 EUR
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: März 2019
Übersetzer: Amelie Thoma 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Ophelia liebt ihr Museum auf ihrer Heimat Arche Anima. Dort kann sie sich hinter ihrer dicken Brille verstecken, ihren Schal streicheln und wird von allem und jeden in Ruhe gelassen. Allerdings sieht das ihre Familie etwas anders, man möchte sie gern verheirateten und nachdem sich Ophelia erfolgreich bei zwei Angeboten gewährt hat, ist sie nun der Dritten machtlos ausgeliefert. Diese Heirat wird sie auf die eisige Arche des Pols führen und sie soll dort, den adligen Thron heirateten. Mehr bekommt Ophelia nicht gesagt, auch in der Bibliothek findet sie nichts wirklich Erbauliches über diese Arche. Ihr schwand Übles, warum sollte einer Interesse an ihr haben? Wer ist dieser Thron? Und kann sie diese Verlobung vielleicht doch noch abwenden? Ophelia muss sich dieser Vereinbarung stellen und sich ihren neuen zu Hause stellen.

Meinung:
Dieses Buch ist mir nur durch Zufall aufgefallen, weil es durch meine Social Media Kanäle gehuscht ist und ich dachte, was ist das für ein tolles blau. Genau diese Farbe hat mich angezogen und mich dazu gebracht es mir anzuschauen und Holla die Waldfee, diese Geschichte hat für mächtig Begeisterung in unseren Nachbarland Frankreich gesorgt. Tja, und ich muss gestehen, mich hat es auch total angesprochen, eine neue Welt und eine Figur die einen schon durch den Klappentext sympathisch anschaut, da brauchte ich gar keinen Harry Potter Vergleich, sondern wollte es sofort lesen. Nun ist es verschlungen, und wie es mir gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Ophelia ist eine unscheinbare Person. Sie trägt die schlimmsten Kleider, die einer älteren Dame würdig wären, dazu eine Brille mit dicken Gläsern, aber hier fängt der Zauber schon an, denn diese Gläser verfärben sich nach der emotionalen Lage von Ophelia. Am Anfang ist sie total niedergeschlagen und betrübt und ihre Gläser somit grau, aber das wird sich im Laufe der Geschichte noch öfters ändern. Dann ihr Schal, er schmiegt sich an sie, schläft in ihrem Schoss und ist mehr Hund, als Accessoire, sehr drollig, der Gute. Aber Ophelia macht noch viel mehr aus, denn sie ist eine Lesende, sie kann nämlich Gegenstände lesen und trägt deshalb ständig Handschuhe. Eine faszinierende Gabe, aber auch nicht einfach damit umzugehen, denn wenn sie einen Gegenstand liest, liest sie auch die Gefühle seiner Besitzer. Allein das ist schon ziemlich genial, aber nicht alles, Ophelia ist auch eine, wie der Titel der Reihe auch schon bekannt gibt, eine Spiegelreisende und das ist mega genial. Somit wirkt sie für ihre Umwelt unschuldig, unsichtbar und schwach, aber ist sie das auch? Ophelia ist mir direkt sympathisch gewesen, da sie so ein liebes Wesen hat, was sie aber auch ist, ist stolz und tapfer, sie stellt sich der fremden Welt, sie versucht einen Weg zum Überleben zu finden und das wichtigste, die Wahrheit zu entschlüsseln.

Das ist nämlich der erste Band, die Suche nach der Wahrheit oder den wahren Absichten, ihres Verlobten. Von einer Liebesheirat kann nämlich nicht die Rede sein, Thorn ist kalt, berechnend, still, und voller Geheimnisse. Diese behält er natürlich schön für sich und gibt Ophelia nur Anweisungen, dass der das nicht passt, können wir uns alle denken. So wird ihr Leben am Pol ein wahrer Spießrutenlauf aus Intrigen, verhassten Clans, versteckten Persönlichkeiten und wahren oder unwahren Gefühlen. Kurzum Ophelia muss viel Einstecken, hinnehmen und zusammenfügen, was ihr so zu Ohren kommt. So passiert vielleicht in der Geschichte keine knalligen Abenteuer, aber so ein Leben am verhassten Hofe kennen wir doch auch aus anderen Romanen und dazu noch diese kalte Welt, fand ich unglaublich faszinierend und bin förmlich durch die Geschichte geflogen. Dazu kommt noch meine Schwäche, für vielleicht doch noch eine Liebesgeschichte und somit konnte ich gar nicht schnell genug die Kapitel verschlingen. Hach, ganz schrecklich dieses ganze Hin und Her.

Christelle Dabos hat hier wirklich etwas Neues geschaffen und ist dabei so liebevoll umgegangen, dass man diese Magie förmlich spürt. Ihre Figuren sind ganz frisch und facettenreich, selbst die ganz Bösen, wecken des Lesers Interesse. Dazu kommt ihr ständiger Hang mit dem Spiel von Licht und Schatten, Wahrheit oder Lüge zu spielen. Nicht nur Ophelia muss dabei aufpassen, nein, auch der Leser kommt des Öfteren ins Schlingern. Das hat mir gefallen, das hat das alles so spannend gemacht und allein dieses Universum zu entdecken, fand ich unglaublich aufregend. Bei den vielen Ideen fragt man sich, wohin dieses Abenteuer noch gehen wird und werden wir es auch komplett durchschauen? Sprich es wird für Ophelia nicht einfacher, aber unsere tolle Heldin läuft sich auch erst warm.

Die Verlobten des Winters ist der Auftakt so einer Reihe und ich möchte bitte sofort weiterlesen, kann mich bitte jemand aus dem Universum Dabos nicht abholen. Unglaublich tolle Figuren, eine sehr beeindruckende Welt, die spannend, undurchsichtig und wirklich bildgewaltig daher kommt. Ich bin echt beeindruckt und begeistert.
 
Henry und ich mochten Ophelia total gern und ihr wildes Leben, deshalb gibt es die vollen Bücherpunkte:
 

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Über die Autorin:


Christelle Dabos wurde 1980 an der Côte d’Azur geboren. Nach ihrem Studium zog sie nach Belgien und arbeitete als Bibliothekarin. Als sie 2007 an Krebs erkrankte, begann sie zu schreiben. Zunächst veröffentlichte sie Auszüge aus Die Spiegelreisende im Internet. Nachdem sie den Jugendbuchwettbewerb von Gallimard Jeunesse gewonnen hatte, wurde der erste Band der Serie, Die Verlobten des Winters, publiziert und entwickelte sich rasch zu einem Bestseller. Mittlerweile sind zwei weitere Bände erschienen, und Christelle Dabos schreibt am Abschluss der Tetralogie.

Quelle: Insel Verlag


Die Spiegelreisende - Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Christelle-Dabos/Die-Spiegelreisende-Band-2-Die-Verschwundenen-vom-Mondscheinpalast_lid_39283019.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Christelle-Dabos/Die-Spiegelreisende-Band-3-Das-Gedaechtnis-von-Babel_lid_39283005.html?storeID=barbers

 2. Teil: Erscheinungsdatum: Juli 2019 I 3. Teil: Erscheinungsdatum: November 2019
4. Teil: wird gerade geschrieben ...

Mehr auch noch HIER:  Die Spiegelreisende

Vielen lieben Dank an den Insel Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

 

Freitag, 5. April 2019

Rezension: Adriana Popescu * Mein Sommer auf dem Mond

Broschiert: 400 Seiten
Verlag: cbj  
ISBN-13:
978-3570311981
Preis: 13,00 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: März 2018 



Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Fritzi kommt an der Ostsee an und kann es immer noch nicht fassen, dass sie wirklich hier ist, im Therapiezentrum auf Rügen, für psychische Probleme bei Jugendlichen. Hier soll sie nun ihre Panikattacken überwinden lernen und es am besten wie einen Urlaub empfinden. Super Idee, und es kommt noch besser, plötzlich gehört sie zur Gruppe der Astronauten und steht dem lässigen Bastian, dem coolen Tim und der verträumten Sarah gegenüber. Ganz klar möchte keiner über seine Probleme sprechen, schon gar nicht hinter seine Fassade gucken lassen und trotzdem sollen sie als Team zusammenarbeiten. Fritzi bezweifelt sehr, dass das überhaupt funktionieren kann, aber es gibt keine Ausflüchte mehr, alle werden immer wieder zusammengeführt und bekommen eine Aufgabe. Diese wird sie überfordern, durchschütteln, aber auch jedem näherkommen und somit müssen sie sich ihren Ängsten stellen, können Mut aus der Gruppe schöpfen, über sich hinauswachsen und wer weiß, was in diesem Sommer noch alles passiert. Welche Krankheit verbirgt jeder vor dem anderen? Gibt es eine Therapie dafür? Und können diese Freaks wirklich Freunde werden? Für Fritzi beginnt nun ein großes Abenteuer ...

Meinung:
Adriana Popescu die Autorin mit den locker leichten Geschichten, die mit viel Witz, mega Filmwissen und tollen Figuren überzeugen kann, hat nun ernstere Töne angeschlagen. Sich Problemen der heutigen Gesellschaft gewidmet, die sich zu gern, verstecken, unter dem Teppich kehren lassen, oder gar keine Erwähnung finden. Dabei sind sie überall zu finden, umzingeln unsere Umgebung und doch muss man ganz genau hinschauen, um sie zu verstehen. Diese Autorin hat genau hingeschaut und erzählt eine Geschichte, die zeitlos und mega wichtig ist und wie sie mir gefallen hat, könnt ihr schon an den einleitenden Worten erahnen, nämlich gigantisch gut. Mehr nun hier.

Die Geschichte wird trotz der vier Personen, nur aus Fritzi und Bastis Schicht erzählt. Fritzi reißt gern freche Sprüche, sie ist richtig gut darin schnell zu kontern und andere mundtot zu machen, aber dahinter steckt einfach eine große Angst, eine Panikattacke zu bekommen. Sie leidet unsagbar unter der Scheidung ihrer Eltern, sie koppelt sich immer mehr von ihrer besten Freundin ab und hat einfach keine Kraft mehr zu agieren. Tja, und jetzt ist sie auf Rücken, den Ort, den sie mit ihrer Freundin bereisen wollte und nun aus ganz anderen Gründen hier ist. Nun muss sie sich fremden Menschen öffnen, aber wer erzählt schon gern von seinen eigenen Schwächen. Aber die Neugier wächst auch, was die anderen in der Gruppe so haben. Immerhin ist Tim, der überaus coole Sportler, der Star im Fußballteam und mit hübscher Freundin, ständig wütend. Sarah extrem schüchtern und sie macht sich so klein, als ob sie verschwinden möchte und da ist auch noch Basti und für ihn, könnte Fritzis Herz schneller schlagen.

Basti lässt ganz anders in seinen Kopf schauen und seine Geschichte ist extrem heikel und ernst. Er hat einen Bösewicht im Kopf, der ihn zur dunklen Seite ziehen möchte und der ständig bekämpft werden will. Das kostet Basti ohne Ende Kraft, aber dann kommt Fritzi und ein Grund, endlich über seine Ziele im Leben nachzudenken. Was genau Basti, oder die anderen mit sich rumtragen verrate ich nicht, das müsst ihr bitte selber rausfinden.

So steht am Anfang natürlich jeder jedem skeptisch gegenüber, man möchte gar nix mit dem anderen zutun haben, denn der Gedanke, dass alle Freaks sind, wird uns ja bei jeder gesellschaftlichen Gelegenheit suggeriert. Psychische Erkrankungen sind keine Krankheiten, das bildet sich nur jeder ein, dieses Trugbild trägt unsere Gesellschaft gern nach außen und deshalb sind solche Geschichten umso wichtiger. Diese Vier sind nur ein kleiner Einblick aus dem weiten Specktrum der psychischen Erkrankungen, die gleiche Krankheit kann bei jedem anders Verlaufen, aber es ist unglaublich gut eingefangen. Diese Geschichte soll Mut machen, sie soll zeigen, dass man was tun kann und das man nicht allein ist. Allein dafür müsste diese Geschichte noch von ganz vielen gelesen werden, denn Verstehen ist der erste Schritt zur Hilfe.

Ich bin ziemlich begeistert von der Art, wie Adriana Popescu das Thema anpackt, wie immer schlägt sie einen lockeren Ton an, der einem zum Lachen bringt, aber dabei verliert die Autorin nie die Ernsthaftigkeit aus den Augen. Obwohl man bei vielem Schmunzeln muss, geht die Geschichte unter die Haut, sie berührt, sie rüttelt an einem und man wächst, mit den vieren zusammen. Am Anfang rätselt man über die verschiedenen Krankheitsbilder mit, aber schnell wird für den ungeübten klar, wo das Problem besteht und was dahinter steckt. Aber nicht nur die Suche, nach dem erkennen, hält einen auf Trapp, nein unsere Vier, müssen sich kennenlernen, vertrauen und zusammenhalten. Das ist toll eingebunden, und obwohl, dieser Stoff so schwer ist und wir hier von einem Therapiezentrum sprechen, möchte man dabei sein, dazugehören und mithelfen, das Leben neu zu gestalten. Allein, das die Autorin einen dieses Gefühl weckt, ist schon ziemlich großartig.

Mein Sommer auf dem Mond ist packend, berührend und absolut wichtig. Für die Autorin eine Hommage an den Film „The Breakfast Club“ zeitlos, immer noch mega aktuell und auf dem Punkt. Diese Geschichte ist genauso, ein Underdog-Hit mit mega Aussage und Qualität. Unbedingt lesen.


Henry und ich sind mega verliebt in diese Geschichte und vergeben die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin:

ADRIANA POPESCU, 1980 in München geboren, arbeitete als Drehbuchautorin fürs Fernsehen schrieb für verschiedene Zeitschriften und studierte Literaturwissenschaften, bevor sie sich ausschließlich dem Schreiben von Romanen widmete. Mittlerweile harrt eine große Fangemeinde ihren nächsten Veröffentlichungen entgegen, die in mehreren großen Publikumsverlagen erscheinen.

Quelle: cbj Verlag


Mittwoch, 3. April 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Büchernachjäger,

nun ist die Buchmesse schon wieder ewig her (haha) und ich habe noch den ganzen Kopf voller Eindrücke und natürlich auch einigen Neuerscheinungen, die aber erst viel später das Licht der Öffentlichkeit erblicken werden. So bleiben wir doch am besten in unmittelbarer Veröffentlichungsnähe. Tja, und da ist mir ein toller Spannungsroman aufgefallen, der ganz gut mit der Moral spielt. Wie weit darf man gehen? Was ist erlaubt? Und kann ich das einfach mit meinem Gewissen vereinbaren? Vielleicht kommen euch die gleichen Fragen ins Gedächtnis, wenn ihr den Klappentext lest. Wollen wir doch mal schauen:


Der Hochstapler
Verlag: btb
Erscheinungsdatum: 08.04.2019

Wer ist Wallace? – und wenn ja, wie viele?

Der Held dieses verwegenen Romans ist ein Hochstapler, der während einer Party in einem Hotelzimmer einen betrunkenen Gast auf dessen Drängen ins Gesicht schlägt und ihn damit vom Balkon in den Tod prügelt. Um ungeschoren davonzukommen, und weil sein eigenes Leben bis dahin vollkommen ereignis- und freudlos verlief, entschließt er sich kurzerhand, die Identität des Toten zu klauen und dessen Stelle als Professor der Moralphilosophie an dem örtlichen College anzutreten. Auf dem Weg durch die großen und kleinen Fallen des Universitätslebens hinterlässt er eine (ethisch wohlbegründete) Spur der Verwüstung und zahlreiche Leichen ...


Tja, und die Moral von der Geschicht, so was tut man nicht, oder? Ich bin mega gespannt, wie der Autor das aufbaut, wohin die Geschichte sich verstrickt und wie er das enden lassen möchte. Vor allem gefällt mir die skurrile Doppeldeutigkeit, Moral in Verbindung mit Mord und Hochstapler, das könnte mein Buch sein. Und sieht das Cover nicht mega unschuldig aus. Habt ihr es denn schon entdeckt? Wie gefällt euch der Klappentext? Oder habt ihr noch einen tollen April Buchtipp für mich?

Ganz liebe Grüße
Eure, nur Bücherhochstapeln könnende, Sharon