Dienstag, 23. April 2019

Rezension: Philip Reeve * Mortal Engines: Der Grüne Sturm

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: TOR  
ISBN-13:
978-3596702145
Preis: 12,00 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 3. Teil
Erscheinungsdatum: Februar 2019
Übersetzer: Nadine Püschel und  Gesine Schröder




Inhalt:
Anchorage ist liegen geblieben und nun eine feststehende Stadt, die die Katastrophe überlebt hat. Unter ihren Bewohnern leben auch zwei Abenteurer, nämlich Tom und Hester mit ihrer Tochter Wren. Während Tom bei allen beliebt und geschätzt wird, ist Hester auch noch 16 Jahren, eine Einzelgängerin, eine, die man fürchtet. Das ruhige Leben bekommt eben jeden unterschiedlich gut und die Geschichten von ihren Abenteuern, kann Wren nur schlecht glauben. Sie will selber was erleben und lässt sich auf die erste unüberlegte Sache ein. Als nämlich ein U-Boot in Anchorage anlegt und ihr ein Angebot macht, kann sie sich nicht zurückhalten und lässt sich auf den Deal ein. Einen törichten und unüberlegten Deal, der sie in einen Krieg führt genau zwischen den Traktionsstädten und dem Grünen Sturm. Kann Wren sich behaupten? Wie werden Hester und Tom reagieren? Und welche Figuren werden noch auf dem Plan treten?

Meinung:
Mortal Engines hat sich mit seinen ersten beiden Teilen voll in mein Leserherz geschlichen und für Begeisterung gesorgt. Diese beiden unterschiedlichen Helden und ihr Kampf um einen Platz im Leben mit einem bisschen Glück ist einfach unglaublich toll in Szene gesetzt und brachte mich immer zu einem Leserausch. Nun gibt es eine Tochter und diese sehnt sich nach Abenteuer, ob sie aber mit ihren Eltern mithalten kann, erzähle ich euch nun.

Eigentlich beginnt die Geschichte mit jemandem, den wir alle für tot geglaubt haben und der überraschend doch wieder in Erscheinung tritt. Aber den Clou und was diese Entwicklung mit sich bringt, verschweige ich euch absichtlich. Wir fangen mit Anchorage an, und zwar mit den Natsworthy. Tom liebt sein ruhiges Leben, seine Tochter abgöttisch und seine Frau, obwohl ihm diese ein bisschen Sorgen bereitet. So verschweigt er beiden, dass seine alte Wunde sich wieder meldet und sein Herz ihm Probleme macht. Hester ist in der Gemeinde immer noch die Außenseiterin, zurückgezogen, unnahbar und kalt. Für eine kurze Zeit hatte sie das Glück in den Händen, als ihre Tochter noch klein war, aber nun sieht diese auch nur noch ihre Narben. Sie wird mit jedem Jahr verbitterter und einsamer. Tja, und dann haben beide ihrer Tochter so einiges an Eigenschaften mitgegeben. Wren hat die Ungestümtheit ihrer Mutter geerbt, aber auch die Naivität ihres Vaters. Ihr ist das Leben zu ruhig, sie will auch Abenteuer erleben, wie ihre Eltern und nicht einfach nur dahinleben. So macht sie halt eine große Dummheit und setzt damit viele Rädchen in Anchorage in Gang.

Das ist der erste Teil der Geschichte, der Zweite ist der Suche gewidmet und der Dritte zur Steigerung des Showdowns. Mehr zum Inhalt mag ich gar nicht verraten, denn es werden einige Figuren aus der Vergangenheit auftauchen, die alle große Klasse sind und mich beim Lesen auch erfreut haben, aber auch zugleich, eher zur Geschichte von Hester und Tom gehören und nicht zu Wren. Überhaupt wirkt die Tochter hier eher unselbstständig, naiv und blass. Sie kann in die Fußspuren ihrer Eltern überhaupt nicht reinschlüpfen, geschweige denn ausfüllen. So habe ich ihre Kapitel eher so daher gelesen und mich eher auf dem Grünen Sturm oder unser altes Abenteuerpaar gefreut. Denn hier knallt es gewaltig, nicht nur im Kampf um die Traktionsstädte, die es immer noch gibt und ihren Kampf gegen die Aufständigen. Hier braut sich was zusammen, hier geht es rund, hier kommt die alte Welt von Mortal Engines wieder zum Erscheinen und eine Hester, die aufblüht und gleichzeitig an ihrem Lieben zweifelt. Das war aber wieder spannender, als einer heranwachsenden Göre zuzusehen, die sich nicht entscheiden kann, was sie will.

So konnte mich Band drei nicht ganz überzeugen. Zuerst freut man sich für Hester und Tom, dann kommen einem die Zweifel, ob das wirklich ihr Leben ist und dann Wren. Die Mischung ist nicht ganz gelungen, allein die Geschichte an sich, wurde doch recht gemächlich angefangen, dann dachte man, es geht richtig los und wurde doch wieder zurückgeworfen. Vielleicht hat der Autor hier zu viel auf einmal gewollt, allerdings war sein Showdown wieder vom Feinsten und ließ an Spannung nichts offen und das Ende ist so böse, das man jetzt unbedingt Teil vier lesen muss. Alles im allem, solide, aber nicht so überragend, wie die beiden ersten Teile. Ansonsten wieder eine Welt voller Überraschungen. Ich mag es trotzdem unheimlich gern.

Mortal Engiens, der Grüne Sturm hat so einige Schwächen, aber auch viele Wiedersehen, überraschende Momente und eine Hester, die wieder zur alten Stärke aufblüht.
 
Henry und ich hatten wieder Spaß in der Welt von Mortal Engines und dafür gibt es vier Bücherpunkte:

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Über den Autor: 


Philip Reeve ist seit vielen Jahren erfolgreicher britischer Jugendbuchautor und Illustrator. Das "Predator Cities"-Quartett stellt (zusammen mit den drei Prequel-Romanen und der "Larklight"-Trilogie) sein Hauptwerk dar. 

Quelle: TOR Verlag


Mortal Engines - Reihe:

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1. Teil: Rezension I 2. Teil: Rezension I 4. Teil: Mai 2019


Vielen lieben Dank an den TOR Verlag für das  Rezensionsexemplar.  


Kommentare:

  1. Salut, Inga.
    Der Werdegang von Hester & Tom erinnert ein wenig an das "ungeschriebene Gesetz" von Serienpaaren. Sobald die Beziehung in den Tüchern ist, geht es auch ein wenig bergab mit der Story. Vetter Alltag nimmt auf dem Sofa platz & ist auch nicht so leicht wieder von dort zu bewegen. So besehen ist das Ausbüchsen der Tochter der Versuch des Autors, der Sache neues Esprit zu verpassen.
    Das Gesetz der Serie eben. :-)
    bonté

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    1. Hallo Robert,

      ich habe mir schon Sorgen um dich gemacht. Wie schön ein neues Kommentar von dir :)

      Stimmt, irgendwann ist es genug, aber der Clifhänger am Ende, lässt noch auf großes hoffen. Da kann die Tochter einfach nicht mithalten, aber vielleicht überrascht sie noch :D

      Ganz liebe Grüße
      Inga

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