Freitag, 21. Juni 2019

BÜCHERPOST im Mai ...

Hallo meine Bücherverschlinger,

der Wonne Monat Mai ist für dieses Jahr auch schon Geschichte und trotz das es wettermäßig eher launisch zuging, kam eine Flutwelle Bücher an. Allein durch die LitBlog Convention kamen so einige Bücher mit nach Hause und dann habe ich einen Gutschein eingelöst. Na ja, lange Rede kurzer Sinn, die Büchersucht hat richtig fett zugeschlagen und das Ergebnis wollen wir uns doch bestimmt anschauen. Also los gehts:


Der arme Dexter hatte diesmal kaum Platz!

 
Diesen Bücherstapel habe ich vom Buchhändler nach Hause geschleppt, denn ich habe meinen Geburtstagsgutschein eingelöst. "Das Verschwinden der Stephanie Mailer" musste ich einfach haben, da es so viele tolle Stimmen gab und meine Lieblingsbuchhändlerin Julia es auch empfahl. "Die Glocke im See" klang einfach nach einem tollen Roman und da ich schon länger darum herumschleiche, war es der beste Moment, es mitzunehmen. "Wild at Heart" ist von der wunderbaren Anne Sanders und klingt nach einer herrlichen Urlaubslektüre, auf nach Cornwell. "Love to Share" ist mir bei der lieben Frau Nightingale aufgefallen und da es einfach genial romantisch klingt, musste ich es mir nach einem stressigen Arbeitstag einfach gönnen.


 
Dieser kleine hübsche Stapel, gehört in die Kategorie Überraschung. "Das Märchen-Backbuch" habe ich auf der tollen Veranstaltung beim Coppenrath entdeckt und mich darin schwer verliebt. Tja, und meine herzchen Augen waren wohl nicht zu übersehen, das eines Tages dieses Schmuckstück bei mir im Briefkasten lag. Ein Rezept klingt besser als das andere und nun muss ich einfach los backen. "Böses Geheimnis" ist ein Thriller und den habe ich ganz überraschend bekommen, zuerst eine Karte, die wirklich mysteriös war und dann das Buch, es klingt viel versprechend und ist einen weiteren Blick wert.


 
Dieser Buchstapel war im Goddie Bag der LitBlog Convention und allein zwei Bücher hatte ich auf dem Schirm. "Zara & Zoe: Rache in Marseille" kommt mir gerade recht, denn vom Alexander Oetker habe ich schon zwei Bücher gelesen und diesmal gibt es Frauenpower. "Der Zopf meiner Grossmutter", bei diesem Buch bin ich mir noch sehr unschlüssig. Von Alina Bronsky habe ich schon ein Buch gelesen und das hat mich jetzt nicht vom Hocker gerissen, ich habe es eher als mäßig in Erinnerung, deshalb bin ich mir hier nicht sicher, ob ich der Autorin eine zweite Chance schenke. "Fünf Sterne für dich" ist wieder sehr hübsch gestaltet und hat einen bunten Buchschnitt. Ich liebe bunte Buchschnitte. "Blutmond" ist der zweite Kopenhagen Thriller und da die Autorin auch vor Ort war, hat sich der Mann das Buch signieren lassen. Bei dieser Frau bekommt der Mann Glitzeraugen, hach ist das schön.


 
Dieser Stapel gehört auch noch zur LitBlog, denn ich habe da einige tolle Programmpunkte besucht. "Sag dem Abenteuer, ich komme" ist ein Reisebericht von einer Frau, die mit ihrem Motorrad einmal um die Welt saust. Wahnsinnig interessant und ich war so begeistert, da musste ich ihr Buch mitnehmen. Immerhin kann ich so von der Couch aus, die Welt durch andere Augen sehen. "Der Tote im Schnitzelparadies" ist ein Krimi vom supernetten Joe Fischler und ich freu mich schon auf das Abenteuer in Tirol. "Menu surprise" ist der neuste Streich von Martin Walker und da war der Mann, statt Autor, hat er einen Kuchen von seiner Lektoren probieren können und so gleich auch den Hinweis, das es im Herbst ein neues Bruno Kochbuch geben wird. Ist natürlich auf der Wunschliste gelandet. "Vincent" hatte ich schon vorher auf dem Schirm und hatte mich so auf Lektorin und Autor gefreut. Leider fehlte der Autor, aber wenn man Anna von Planta lauschen darf, ist das genauso gut. Der Verlag hatte einige seiner Bücher mit und da habe ich mir eben Vincent geschnappt. Darauf freue ich mich schon richtig.


 
Ein ganz toller Dumont Buchstapel. "Sommer in Wien" ist schon der dritte Band von Oskar und Marie und was soll ich sagen, ich habe es schon gelesen und diesen Spaziergang sehr genossen. Es gibt sogar schon eine Rezension dazu. "Vortreffliche Frauen" ist schon 1952 erschienen und kommt somit aus einer anderen Zeit. Ein Sittenroman der in den vierziger Jahren in London spielt und sich um eine alleinstehende Frau dreht, die in das Beziehungsgeflecht ihrer Nachbarn hineingezogen wird. Interessant!


 
Nun kommt ein Stapel mit lauter tollen Urlaubsbüchern. "Space Girls" geht um eine Frau, die für ihren Traum kämpft, nämlich für den Flug ins All, zu einer Zeit, wo die Männer alles dominierten. "Der Postbote von Girifalco" geht um einen Postboten, der seinen Beruf etwas zu ernst nimmt und ich glaube, das ist ein absolutes Wohlfühlbuch mit italienischem Flair. "Die 48 Briefkästen meines Vaters" bringt mich wieder nach Frankreich und da ich die Autorin mag, freu ich mich total auf die Geschichte.


 
Hier haben wir einen Bücherstapel aus dem Fischer Verlag. "Ramona Blue" ist von der Autorin, die auch Dumplin geschrieben hat. Das hatte mir damals richtig gut gefallen, weil es einfach echtes Leben beschreibt und sich Figuren widmen, die einfach nicht perfekt sind. "Dry" ist der neuste Streich von Neal Shusterman, dabei bekommt er Unterstützung von seinem Sohn. Beide nehmen sich einem wichtigen Thema an, nämlich einem Ökologischen, der Wasserknappheit. Bin echt gespannt. "Mortal Engines: Die verlorene Stadt" ist der finale Band und ich platze vor Neugier, denn die Serie hat mir richtig gut gefallen.


 
Der letzte Stapel kam mit den Vorschauen an und sind die Prioritäten der Verlage. Auffällig dabei ist, dass sich beide gesellschaftskritischer Lektüre widmen und sich hier die amerikanische Geschichte vorknöpfen. Ein spannender Blick, in die Abgründe, des gelobten Landes, wo alle Träume wahr werden. "Ein anderer Takt" und "Darktown" behandeln dieses brisante Thema. "Bis ihr sie findet" ist ein Krimidebüt und klingt wirklich vielversprechend. Ich denke, das muss ich lesen. "Durch die Nacht" ist der Liebling meines Verlagskontaktes und da er so geschwärmt hat, bin ich neugierig. Auch wenn das Thema Suizid ein ernstes und bewegendes ist, möchte ich es auf jeden Fall lesen.


Das war es, nun haben wir den Streifzug, durch meine Mai Neuzugänge geschafft und sind das nicht tolle Bücherschätze. Wieder viel zu viele, aber es war ja auch LitBlog und Vorschaupost von den Verlagen, aber jedes Buch klingt einfach ansprechend und möchte am liebsten sofort gelesen werden, da ist die Wahl, wirklich eine Qual. Dieser wilde und bunte Mix wollte aber auch einfach hier einziehen und ist herzlich willkommen. Was mich freut, ich habe schon eins davon gelesen. Nun hoffe ich, dass der Juni ein bisschen bescheidener wird. Wie sah denn euer Mai aus? Ist eins meiner Bücher vielleicht auch bei euch eingezogen? Und welches möchtet ihr am liebsten sofort lesen? Ach, Bücher sind was Feines.  

Ganz liebe Grüße
Eure, endlich wieder mehr Zeit fürs Lesen einplanen wollende, Shaon

Mittwoch, 19. Juni 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Büchereulen,

jeder hat ja so seine Familie und jeder hat auch so seine Anekdoten, die er erzählen kann. Besonders wenn die Lieben älter werden, kommen so einige Geschichten mehr dazu. Vielleicht habe ich aber auch nun schon das Alter erreicht, wo man eine andere Sicht auf die Dinge wirft. Für mich ist Familie nicht immer was Feines und wir haben schon einige Kämpfe ausgetragen und wie sowas ein Leben prägt, ist unglaublich erschütternd. Nun schaute ich mir dieses Cover an und dachte, ist das der Otto, der Komiker, aber irgendwie passt, das nicht zusammen und dann begann ich den Klappentext zu lesen. Tja, und diese Mischung aus Tyrann und Pflegefall hat mich total angesprochen. Aber schaut am besten Mal selbst:
 

Otto
Verlag: KiWi
Erscheinungsdatum: 22.08.2019

Zwei Schwestern – und ein Vater, der mehr als genug ist für eine Familie.

In ihrem Romandebüt erzählt Dana von Suffrin, was es heißt, wenn ein starrköpfiger jüdischer Familienpatriarch zum Pflegefall wird. Und wie schwer es fällt, von einem Menschen Abschied zu nehmen, den man sein ganzes Leben eigentlich loswerden wollte.

Für sein Umfeld war Otto, der pensionierte Ingenieur, schon immer eine Heimsuchung. Aber als er aus dem Krankenhaus zurückkehrt, ist alles noch viel schlimmer. Nach wie vor ist er aufbrausend, manipulativ, distanzlos und von wahnwitzigen Einfällen beseelt – aber jetzt ist er auch noch pflegebedürftig. Seinen erwachsenen Töchtern macht er unmissverständlich klar: Ich verlange, dass ihr für mich da seid. Und zwar immer! Für Timna und Babi beginnt ein Jahr voller unerwarteter Herausforderungen, aber auch der Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte, die so schräg ist, dass Außenstehende nur den Kopf schütteln können. Klug, liebevoll und mit sehr viel schwarzem Humor erzählt Dana von Suffrin, wie Timna versucht, ihre dysfunktionale Familie zusammenzuhalten, ohne selbst vor die Hunde zu gehen. »Otto« ist Hommage und zugleich eine Abrechnung mit einem Mann, in dessen jüdischer Biografie sämtliche Abgründe des 20. Jahrhunderts aufscheinen.


Ich habe selbst schon erfahren, was es heißt, ständig ins Krankenhaus zu fahren, um sich um jemanden zu kümmern und wie sich derjenige verändert. Da gibt es die Patienten, die einfach nur dankbar sind und es einem leicht machen. Und es gibt die schlimmen Patienten, die fordern und böse dabei werden. Hier im Buch haben wir wohl Letzteres und das kann wirklich zur Belastung werden und ich bin auf diese Familie sehr gespannt. Vor allem auf die Schwestern, wie sie sich schlagen werden und auf den Kampf zwischen, sich fügen und einfach hinschmeißen. Es ist ein Konflikt, der hier nur mit Humor zu nehmen sein kann, aber wie, das macht mich neugierig. Habt ihr denn die perfekte Familie? Wäre das ein Buch für euch? Oder habt ihr auch schon ein Auge darauf geworfen?

Ganz liebe Grüße
Eure, hoffentlich nach der guten Oma kommende, Sharon

Montag, 17. Juni 2019

Rezension: Vea Kaiser * Rückwärtswalzer

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: KiWi
ISBN-13:
978-3462051421
Preis: 22,00 EUR
E-Book: 16,99 EUR
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: März 2019


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Lorenz ist Schauspieler und befindet sich gerade in einer Schaffenskrise, naja, er versucht fehlende Engagements mit Online-Shopping zu bekämpfen. Dass das keine gute Lösung ist, merkt er bald am eigenen Leib, so muss er die Familie um Geld anbetteln. Bei den Eltern ist nix zu holen, aber es kann ja nicht schaden die Tanten in Wien auch mal zu fragen. So schlägt er bei ihnen auf und bekommt außer gutes Essen, nur aufgewärmte Worte, aber was soll man einen verwöhnten jungen Mann auch sagen. Die Not lässt ihn aber zumindest bei den Damen einziehen und das ist auch gut, denn eines Morgens ist sein Onkel Willi tot. Da das Geld für die Beerdigung in Montenegro, nicht mehr da ist, kommen die Damen auf eine abenteuerliche Idee und bevor sich Lorenz versieht, ist er mitten drin. Das bedeutet, als Fahrer eines Pandas, mit einem durch gefrosteten Onkel Will als Beifahrer sowie drei Tanten auf der Rückbank, mit Ziel einmal Wien bis zum Balkan. Werden sie heil am Zielort ankommen? Welche Geschichten werden offenbart? Und welcher Mensch war Onkel Willi eigentlich?

Meinung:
Für Vea Kaiser ist es schon ihr dritter Roman und für mich, der Erste, den ich lese. Ich weiß gar nicht, warum ich nicht schon viel früher etwas von ihr gelesen habe, aber seid der Buchmesse, war für mich klar, den Roman muss ich einfach lesen, denn der klingt richtig gut. Wie mir nun die Familiengeschichte Prischinger gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Beginnen wir mit Lorenz, ein erfolgloser Schauspieler, der sich gerade in seinem Selbstmitleid suhlt, vor den Schuldenberg die Augen verschließt und sich der Hoffnung hingibt, bald wieder vor der Kamera zu stehen. Nur sich um alles kümmern, macht er nicht, das treibt er so weit, bis er Angst vor der Türklingel hat und sich dann an die Verwandten wendet und nach Geld fragt. Der Erfolg bleibt aus und somit muss sich Lorenz den Tatsachen stellen und zieht zu seinen Tanten. Das ist der Beginn der Geschichte, wenn man aber glaubt, es geht hier um diesen jungen Mann, der täuscht sich, denn die Geschichte hat viel mehr Mitspieler. Nach jedem Kapitel der Gegenwart widmen wir uns nämlich danach immer mit der Vergangenheit und der Familie Prischinger. Da haben wir die Geschwister Sepp, Mirl, Wetti, Hedi und Nenerl und wir schweifen nach Montenegro, zu Willi. Wie sie aufwachsen, was sie erleben, was sie prägt und welche Geheimnisse jeder in sich trägt, das decken wir hier auf.

Vea Kaiser schreibt Familienromane, da jeder eine hat, ob eine gute oder eine schlechte, aber jeder hat eine und kann dementsprechend mitreden. Die Familie Prischinger ist eine sehr originelle und hat einiges zu bieten. Auf einem Bauernhof wachsen die Geschwister auf, ärmlich, ohne Vater und in schwierigen Zeiten, da gab es noch Träume und Wünsche, jeder auf seine eigene Art und Weise. Ob sich diese erfüllen, dürfen wir Stück für Stück erfahren, dabei wechseln sich die erzählenden Figuren mit ihrer Vergangenheit ab.

Die Geschichte ist auf jeden Fall skurril, warmherzig, witzig, traurig, geistreich und sehr sehr charmant. Es lässt sich flott verschlingen, macht immer neugierig aufs nächste Kapitel und lässt einen förmlich mit im Panda sitzen. Diese Familie ist ein Original und herrlich diese drei Schwestern, die einen manchmal in den Wahnsinn treiben und trotzdem möchte man sie ständig umarmen. Dazu kommen noch die kleinen Ausflüge in die Antike und der Gedanke, das die Toten einen auch aus den Jenseits die Richtung zeigen, ist wirklich ein schöner und versöhnlicher Gedanke. Da kommt das Studium der Autorin doch direkt zum Einsatz und macht richtig Lust, auf die alten Mythen. Aber auch die österreichische Geschichte bekommt im Roman einen kleinen Platz, denn durch die Vergangenheit der Schwestern, tauchen auch manche andere gesellschaftliche Themen auf, die klar beschrieben sind, ohne mit den großen erhoben Finger auf die menschlichen Abgründe zu zeigen. Es ist eine Wanderung durch die Zeit und macht unglaublich viel Spaß beim Lesen.

Dazu die herrlichen Figuren, keine ist wie die andere, alle mit so viel Liebe gefüllt, einige ein bisschen übertrieben, aber kein bisschen unglaubwürdig. Ganz im Gegenteil, man hat das Gefühl richtige Persönlichkeiten vor sich zu haben. Mit Schwächen, Träumen und einem schweren Leben, was zu meistern ist. Man fühlt sich sofort mit ihnen vertraut, möchte auch am Küchentisch mit sitzen und auf die Köstlichkeiten warten. Ach, was soll ich euch noch sagen, es ist ein herrlicher Roman, ein wahrer Genuss und eine perfekte Mischung zum Verschlingen. Für mich der erste Kaiser, aber garantiert nicht der Letzte.

Rückwärtswalzer, ist so viel mehr als nur ein skurriler Roadtrip, sondern eine Familiengeschichte im Wandel der Zeit. Herrlich, charmant und so einem Schwanken zwischen heiter und traurig. Absoluter literarischer Genuss.
 
Henry und ich haben diese Geschichte mit Begeisterung genossen und dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:


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Über die Autorin:

Vea Kaiser wurde 1988 geboren und lebt in Wien, wo sie Altgriechisch, Latein und Germanistik studierte. Mit 23 Jahren veröffentlichte sie ihren Debütroman »Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam«, der ebenso wie ihr Zweitling »Makarionissi oder Die Insel der Seligen« zum Bestseller avancierte und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. »Rückwärtswalzer« ist ihr dritter Roman. 

Quelle: KiWi Verlag

Vielen lieben Dank an den KiWi Verlag für dieses Rezensionsexemplar. 

Freitag, 14. Juni 2019

Rezension: Petra Hartlieb * Sommer in Wien

Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Dumont  
ISBN-13: 978-3832183721
Preis: 18,00 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 3. Teil
Erscheinungsdatum: Mai 2019 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Marie fährt mit der Familie vom Arthur Schnitzler in den Urlaub und kann es kaum glauben, dass sie wirklich das Meer sieht. Begeistert, gerührt und von der ständigen Bewegung des Wassers beeindruckt, sind ihre Gedanken doch in Wien. Bei Oskar, dem Buchhändler, den sie liebt und mit dem sie sich eine Zukunft wünscht. Aber beide sind mehr oder weniger allein, wie sollen sie da die Mittel aufbringen für ein gemeinsames Leben? Auch Oskar, der zu Hause auf jeden Urlaubsbrief wartet, sucht nach Möglichkeiten. Zum eigenen Glück kommen aber bei Marie auch Gewissensbisse, denn sie muss die Kinder in andere Hände geben und dabei sind sie ihr so ans Herz gewachsen. Kann Marie loslassen? Wird Oskar eine Lösung finden? Und was ist, wenn sich die Gerüchte bewahrheiten und es Krieg geben wird?

Meinung:
Nachdem wir nun im Winter in Wien waren und den Frühling miterlebt haben, kommt nun, der Sommer und somit der dritte Teil der Reihe, die sich um Oskar und Marie dreht. Ich mag diese locker leichte Lektüre, die sich in einem Zug verschlingen lässt und einen mit einem beschwingten Gefühl entlässt. Ob mich der Sommer auch glücklich entlässt, erzähle ich euch nun.

Es ist immer schwer eine Meinung zu einem Buch zu schreiben, welches ein Teil einer Reihe ist, ohne all zu viel zu verraten. Somit gehen wir mal an den Ausgangspunkt. Marie ist Kindermädchen im Hause Arthur Schnitzler, ihre Herkunft ist sehr ärmlich und ihre Bildung in den Kinderschuhen, aber sie liebt ihre Sprösslinge. Mit ein bisschen Glück hat sie die Stelle bekommen und findet in der Straße auch die Liebe. Oskar, der verwaiste junge Mann arbeitet als Buchhändler. Für beide ist es die erste große Liebe und beide martern sich das Hirn, wie sie eine Zukunft haben könnten. Aber zuerst geht es für Marie in den ersten Urlaub ihres Lebens und das auch noch ans Meer und hier spielt auch ein großer Teil der Geschichte. Marie und Oskar halten Briefkontakt, aber hier stehen wohl doch die Anreise und wie man zur damaligen Zeit Urlaub macht im Vordergrund. Die Kinder hüten, da die Eltern lieber ohne sind, die Sorgen eines Kindermädchens, wenn eins der Schützlinge krank wird und dann das Meer.

Danach daheim ist der Sommer auch schon fast wieder rum und die Geschichte wird in kürzer werden Zeitabständen erzählt. Was da passiert und welche Figuren wieder auftauchen, überlass ich den Leser selbst, es ist auf jeden Fall eine schöne Zusammenfassung einer entstehenden Familie. Wie anders doch die Sorgen und Gedanken sind, welchen Umstand man als Luxus empfinden und welche unterschwelligen Kommentare später am Gewicht gewinnen. Es ist einfach ein wunderbares Potpourri aus vergangenen Zeiten, die hier einfach wieder lebendig gemacht werden.

Allerdings muss ich gestehen, dass ich den Klappentext nicht ganz gut gewählt finde, denn das schlimme Ereignis, findet erst am Ende des Buches Erwähnung und wird wohl eher ein Thema im letzten Teil werden, denn immerhin fehlt noch der Herbst.

Petra Hartlieb lässt mit ihren Büchern das alte Wien wieder aufleuchten und eine vergangene Zeit lebendig werden. Welche Gesellschaftsschichten es gibt, wie Unterhaltung aussah, wie der Stand der Frau damals war. Da ich diese Stadt eh schon sehr Liebe, ist es für mich immer ein Wandeln durch die Straßen, ein Wiedererkennen und ein Gefühl daheim zu sein. Natürlich muss die Geschichte weitergehen und dadurch das Arthur Schnitzler aus der Geschichte wegbricht, nimmt nun das neue Leben von Marie und Oskar mehr Raum ein und was soll man da auch ständig erzählen, deshalb wirkt die Geschichte geraffter und geht weit über einen Sommer raus. Aber ich fand, es süß zu lesen, und es ist wie ein Blick durch diese Gucki-Klick-Kameras, die man als Souvenir kaufen kann und die die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen. Hier sind es halt die Highlights aus Oskars und Maries Leben und es ist erstaunlich wie sich die Zeit und ihre Prioritäten ändert.

Sommer in Wien ist für mich wie ein Spaziergang in der Geschichte gewesen, leicht, zum Schwelgen und unterhaltend. Der letzte Sommer der Belle Epoque war ein Schmuckstück seiner Zeit.
 
Henry und ich mögen diese Reihe einfach unheimlich gern und für den dritten Teil gibt es vier Bücherpunkte:

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Über die Autorin:


Petra Hartlieb wurde 1967 in München geboren und ist in Oberösterreich aufgewachsen. Sie studierte Psychologie und Geschichte und arbeitete danach als Pressereferentin und Literaturkritikerin in Wien und Hamburg. 2004 übernahm sie mit ihrem Mann eine Wiener Traditionsbuchhandlung im Stadtteil Währing, heute »Hartliebs Bücher«. Davon erzählt ihr Bestseller ›Meine wundervolle Buchhandlung‹ (2014). Zuletzt erschienen von ihr ›Wenn es Frühling wird in Wien‹ (2017) und ›Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung‹ (2018).

Quelle: Dumont Verlag


Wien-Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Petra-Hartlieb/Ein-Winter-in-Wien_lid_29483538.html?storeID=barbers

1. Teil: Rezension I 2. Teil: Rezension

Vielen lieben Dank an den Dumont Verlag für das  Rezensionsexemplar. 

Mittwoch, 12. Juni 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherentdecker,

heute reisen wir ein bisschen in die Vergangenheit, nicht weit, aber ein paar Jahrzehnte drehen wir die Uhr zurück und landen in den goldenen Zwanzigern. Junge Menschen, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben und einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Ein Studium am neugegründeten Bauhaus in Weimar, momentan taucht der Begriff Bauhaus ja oft auf, in der neuerscheinenden Literatur. Mir aber gefällt, die Dynamik der fünf Freunde und der Schatten, der auf die böse Seite strahlt. Na, neugierig, dann lest mal hier:
 

Diese goldenen Jahre
Verlag: Atlantik
Erscheinungsdatum: 05.08.2019

Es ist die Zeit ihres Lebens: 1922 beginnen fünf junge Menschen ihr Studium am neugegründeten Bauhaus in Weimar. Es sind Jahre voller Glanz, Ekstase und dem Rausch der Freiheit. Sie glühen für die Ideale dieser jungen Kunstwelt und können es kaum erwarten, sich darin zu verlieren. Doch so intensiv die Freundschaft zwischen Paul, Walter, Jenö, Irmi und Charlotte auch scheint, sie ist durchwirkt von Geheimnissen, Intrigen und unglücklicher Liebe. Und als die goldenen Zwanziger in die düstersten übergehen, bricht all das so sorgsam Verborgene hervor – und zieht die Freunde in einen tiefen Abgrund. In ihrem hinreißenden neuen Roman erzählt Naomi Wood eine Geschichte von bedingungsloser Liebe, tiefer Freundschaft und dem größten Verrat. 


Wer von euch kann mit Bauhaus etwas anfangen? Ich muss gestehen, dass mich erst eine Kollegin darauf aufmerksam gemacht hat und sie schwärmt ja so von dem Garderobenständer. Geschmack ist halt Geschmack. Mein Interesse gilt hier aber den Figuren und vor allem der Stadt, Weimar, die Literaturstadt, wohin es Schiller und Goethe verschlagen hat, später dann das Dunkle aufmarschiert ist und diese Gegend in Schrecken verwandelt hat und auch heute ist es eine Gegend von Schönheit, mit einem Schatten. Eine Stadt, die geschichtlich einiges zu sehen bekommen hat, aber trotzdem immer eine Reise wert ist. Hier gibt es aber das unbefleckte Weimar zu sehen und das interessiert mich brennend. Gefällt euch auch dieses Buch? Habt ihr schon das erste Buch der Autorin gelesen? Und steht es auf eurer Wunschliste?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich gern an Weimar erinnernde, Sharon

Dienstag, 11. Juni 2019

Rezension: Elias & Laia: In den Fängen der Finsternis


Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe 
ISBN-13: 978-3846600788  
Preis: 18,00 EUR
E-Book: 8,99 EUR
Reihe: 3. Teil
Erscheinungsdatum: Februar 2019
Übersetzer: Barbara Imgrund 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Elias und Laia ist es gelungen, ihren Bruder aus dem Gefängnis zu befreien, aber unter welchen Opfern. Elias ist nun der Seelenfänger und muss sich um die Geister der Verstorbenen kümmern. Dazu muss er sich einer uralten Macht unterwerfen, sich und alles Weltliche aufgeben, auch seine Liebe. Laia muss sich den Nachtbringer stellen und für ihr Volk kämpfen. Tja und dann haben wir noch Helena, die an allen Fronten gefordert wird. Sie muss ihre Schwester beschützen, dann die Aufgaben des verrückten Imperator Marcus ausführen und zu guter Letzt, die Menschen vor einem Blutbad bewahren. Die Dunkelheit braut sich zusammen und ein Sturm zieht auf. Kann Laia den Nachtbringer bezwingen? Wird Helena ihrer Aufgabe gerecht werden? Und kann Elias zwischen zwei Welten wandeln?

Meinung:
Diese Reihe hat wirklich eine ganz eigene Welt und ist eine der Besten der letzten Jahre. Begonnen hat das alles mit einem Band, der ursprünglich als Stand-Alone galt, und nun sind wir schon bei Band drei und ein vierter soll folgen. Ich bin ja so gespannt gewesen, wie die Autorin hier die Strippen weiterentwickelt und da sie so gern, böse Cliffhänger am Ende einbaut, auch wie es mit den Helden weitergeht. Ob ich auf meine Kosten gekommen bin, erzähle ich euch nun.

Der dritte Band knüpft auch direkt an den zweiten an und wir geraten mitten in einen Hinterhalt. Dieser Auftakt ist schon ein böses Omen und genau so ist dieser Band, ein Kampf für unsere Protagonisten. Laia ist mit ihrem befreiten Bruder Darin unterwegs, sie versuchen sich gegen das Imperium aufzulehnen, um die Kundigenstämme zu beschützen. Aber vor allem möchte Laia den Nachtbringer aufhalten, denn ihre Schuld von damals lastet sehr auf ihr. Zur gleichen Zeit kämpft Elias im Dämmerwald einen ganz anderen Kampf. Er hat sich als Seelenfänger verpflichtet, die Geister der Verstorbenen in die nächste Welt durchzuschleusen, das gelingt ihm aber nur mäßig, weil er noch viel zu sehr an seinem Menschendasein hängt. So braut sich in der Zwischenstadt ein Tumult auf und die Geister wollen dieser entfliehen, was für die Menschen überall eine tödliche Gefahr darstellt. Tja, und dann haben wir noch unseren Blutgreif, Helena muss an so vielen Stellen die Übersicht behalten, das sie kaum dazu kommt zu schlafen. Sie muss sich den fragwürdigen Befehlen vom Imperator Marcus beugen und Dinge tun, die sie eigentlich vermeiden möchte. Außerdem will Helena gern Keris Veturia stellen, denn wenn sie an die Macht kommt, ist es ein Untergang für alle im Imperium vorprogrammiert.

Jeder der drei kämpft somit an unterschiedlichen Stellen, selten haben sie eine Szene zusammen und trotzdem tragen sie die ganze Geschichte. Diese Protagonisten treffen Entscheidungen, jeder mit einer anderen Sicht auf die Gefahr und gerade deshalb sind sie für den Ausgang der Geschichte so wichtig.

Wenn man das Buch in vier Worten zusammenfassen müsste, würden mir diese dazu einfallen: Das Imperium schlägt zurück. Der dritte Band ist somit, einfach nervenaufreibend. Beim Einstieg merkte ich schon, das mein vergangenes Wissen mich etwas im Stich lies und da es keine wirklichen Wiederholungen gibt, hatte ich an der einen oder anderen Stelle, ein kleines Erinnerungsloch, aber das hat meinen Lesefluss nicht gestört, ich musste, nur kurz grübel, wie es damals noch gleich gewesen war. Aber wirklich groß Zeit ließ ein dieses Buch nicht dazu. Dadurch, das alle drei ständig in Bewegung sind, von der Dunkelheit eingenommen zu werden, kommt man kaum zum Luftholen. Man konnte sich auch gar nicht, auf eine einzige Stimme freuen, denn alle drei machen einen Horrortrip durch und versinken regelrecht in einem Abwärtsstrudel und bekommen keinen Rettungshalm zu greifen. Wie auch in den ersten Bänden nimmt die Autorin hier kein Blatt vorm Mund, sie lässt uns schonungslos und brutal den Verlauf der Geschichte verfolgen und wir müssen dem verzweifelt zusehen, wie alle drei in den Abgrund stürzen. So viele Schreckensmomente, so viel Gänsehaut und so viel Dunkelheit, hach mein armes Herz. Die Geschichte spitzt sich immer mehr zu und am Ende ist man hoffnungslos, wie will die Autorin hier noch den Bogen bekommen, aber wie sagt man so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt, oder das kann einfach nicht das Ende sein.

Sabaa Tahir hat es wieder geschafft mich in diese grausame Welt hinein zuziehen, mich atemlos zurück zulassen und einfach mit ihren Figuren mitfiebern zu lassen. Ihre drei Helden sind verflucht gute Charaktere, die unglaublich mitreißen und vielschichtig dargestellt sind, das gibt der Geschichte noch eine ganz andere Größe. Für mich ein absolut guter dritter Band, der mich böse überrascht hat und einen wirklich das Herz bricht. Nun heißt es warten, aber bitte bitte nicht zu lang. BITTE!

In den Fängen der Finsternis ist ein würdiger dritter Teil, der die Geschichte in die Höhe treibt und einen mit den Figuren abstürzen lässt. Böse, brutal und schonungslos. Das Böse schlägt hier zu, aber eine klitzekleine Hoffnung lebt.
 

Henry und ich waren wieder zwischen den Zeilen gefangen und dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin: 
 


Sabaa Tahir war Redakteurin bei der Washington Post. Berichte über den Nahen Osten beschäftigten sie und führten schließlich dazu, dass sie ihren ersten Roman schrieb. Sie wollte eine Geschichte erzählen, die die Gewalt in unserer Welt abbildet. Sie wollte aber auch Figuren erschaffen, die in dieser Welt Hoffnung finden. Die nach Freiheit suchen und sich für die Liebe entscheiden, egal gegen welche Widerstände. Aus diesem Impuls heraus entstand ihr erster Roman, Elias & Laia. Die Herrschaft der Masken.

Quelle: Bastei Lübbe Verlag 

Elias & Laia Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Sabaa-Tahir/Elias-Laia-Die-Herrschaft-der-Masken_lid_25923963.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Sabaa-Tahir/Elias-Laia-Eine-Fackel-im-Dunkel-der-Nacht_lid_29675090.html?storeID=barbers

 1. Teil: Rezension I 2. Teil: Rezension I 4 Teil: ?

Vielen lieben Dank an den Bastei Lübbe Verlag für das  Rezensionsexemplar.  
 

Mittwoch, 5. Juni 2019

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherrückenstreichler,

das Adriana Popescu ein absoluter Herzmensch ist und eine meiner Lieblingsautorinnen, das glaube ich, habt ihr schon bemerkt. Seit einigen Jahren versorgt sie uns mit großartigem Jugendbücher, aber sie schreibt ja auch für uns Große und ihr neuster Streich klingt fantastisch gut. Eine ganz besondere Mischung, ein Roadtrip mit einem ungewöhnlichen Paar und Geheimnissen aus der Vergangenheit. Klingt das nicht toll, ach ihr wollt mehr, dann schaut einfach hier:
 

Goldene Zeiten im Gepäck
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 05.08.2019

Eine große Liebe, die nicht sein durfte, und eine Freundschaft, die mit jedem Kilometer wächst.
 
Eine rüstige alte Dame begibt sich mit ihrer jungen Pflegerin auf eine Reise quer durch Osteuropa, um die Liebe ihres Lebens wiederzusehen. Ein warmherziger Frauenroman mit viel Herz und Humor von Erfolgsautorin Adriana Popescu!

Die rüstige Altenheimbewohnerin Frau Kaiser weiß etwas über Karla, das sie nicht wissen sollte. Sie erpresst die junge Pflegehelferin damit, um von ihr in einem alten Renault quer durch Europa kutschiert zu werden. Wohin? Das wird Karla schon noch sehen. Warum? Das geht sie nichts an. Karla soll einfach nur fahren – möglichst schnell, denn viel Zeit bleibt ihnen nicht. Aus Kaisers Koffer blitzt eine goldene Medaille. Eine Erinnerung an längst vergangene Tage, als sich zwei junge Schwimmer bei den Olympischen Sommerspielen 1956 in Melbourne fanden, aber nicht lieben durften ...


Oh, klingt das nicht nach mehr wissen wollen. Da möchte man am liebsten sofort in die Seiten hüpfen. Vor allem gefällt mir das Damenteam, was nicht ganz glücklich beginnt, aber sich doch ziemlich entwickelt. Dabei scheint die ältere Dame eine bewegende Vergangenheit gehabt zu haben, die einfach die Neugier noch mehr anfacht. Seid ihr auch Fans von dieser Autorin? Liebt ihr auch ihre Bücher? Und seid ihr auch schon so gespannt auf dieses Werk?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich ins Cover verliebt habende, Sharon