Freitag, 12. Januar 2018

Rezension: Petra Hartlieb * Ein Winter in Wien


Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Rowohlt  
ISBN-13:
978-3463400860
Preis: 16,95 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: September 2016




Inhalt:
Maries Weg in die Schnitzler Familie und in das Wiener Cottage-Viertel ist ziemlich beschwerlich gewesen. Als einfaches Mädchen vom Lande hat man es nicht leicht und muss sich mit dem zufriedengeben, was man bekommt. Umso mehr kann sie ihr Glück nicht fassen, in einem schönen Haus und einem eigenen Zimmer leben zu dürfen. Nur ist ihre Probezeit als Kindermädchen bald rum und die Ungewissheit nicht bleiben zu dürfen, macht sie innerlich mürbe. Davon unberührt schickt sie der Hausherr zur nahe gelegenen Buchhandlung, um eine Bestellung abzuholen. Dick eingepackt läuft sie mit der kleinen Lili durch den Schnee und begegnet so Oskar, den Buchhändler. Für beide ist es eine magische Begegnung und beide spüren ein Kribbeln, nur werden sie sich wiedersehen? Kann Marie sich auf einen Buchhändler einlassen? Und kann sie überhaupt bei der Familie Schnitzler bleiben?

Meinung:
Ich habe eine absolute Schwäche für diese Stadt und ganz ehrlich, ich liebe Wien und natürlich ziehen mich Bücher, die in der Stadt spielen magisch an. So ist mir dieses Buch schon letztes Jahr aufgefallen und ich habe es sofort mitgenommen, aber dann fehlte mir die Lesezeit. Aber in diesem Winter musste ich es einfach Schmökern, und ob es sich für mich gelohnt hat, erzähle ich euch nun.

Diese Geschichte ist ehrlich gesagt kein großes Ding. Es ist vielmehr ein Blick, wie in eine Schneekugel, ein kurzer Augenblick in eine nostalgische Welt, die einen Moment verzaubert und innehalten lässt. Vielleicht sogar zum Träumen und Schmachten einlädt. Genau das, ist ein Winter in Wien, ein kurzes Zeitfenster in eine andere Welt, nämlich die um 1910. Tja, und wer sich diesen Charme nicht entziehen kann, darf die Sorgen und Nöte eines Hausmädchen hautnah miterleben, wer bitte braucht da Sissi, naja, ein bisschen Kaiser kommt schon drin vor, ist halt Wien.

Der Inhalt ist wie oben schon kurz und knapp erzählt, ein Mädchen aus armen Verhältnissen, die versucht ihr Leben zu meistern. Da gibt es Rückblicke und gesellschaftliche Unterschiede aufzuzählen. Aber auch in der angesehenen Familie ist nicht immer alles rosig. Älterer Mann, junge Frau, abendliche Szenen und übermütige wohlerzogene Kinder. Da bleiben wir doch lieber in der Küche und schnuppern wunderbare Gerüche. Oder stapfen durch das verschneite Wien und lassen uns vom Oskar schüchtern anlächeln. Das macht die Geschichte aus, kein rasantes Abenteuer, keine tief gehende dramatische Liebesgeschichte. Einfach ein Moment in dieser Stadt und genau das hat mich verzaubert.

Mit Sicherheit ist dieses Buch kein literarischer Happen, aber ein Seelenstreichler, und ich habe es sehr genossen und freue mich unglaublich, dass nach dem kalten Winter, die Knospen des Frühlings wieder noch Wien und zu Marie und Oskar führen werden. Eine Geschichte, die schön und ja, einfach geschildert ist, aber einen Spaß macht und einen richtig auf die Weihnachtszeit einstimmt. Ein Winter in Wien ist ein wunderbarer Lückenfüller und durch die Kürze, auch perfekt für die stressige Adventszeit.
 

Henry und ich mochten diesen Ausflug unglaublich gern und deshalb vergeben wir die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin:


Petra Hartlieb wurde 1967 in München geboren und ist in Oberösterreich aufgewachsen. Sie studierte Psychologie und Geschichte und arbeitete danach als Pressefrau und Literaturkritikerin in Wien und Hamburg. Seit 2004 betreibt sie mit ihrem Mann eine Buchhandlung in Wien. Gemeinsam mit Claus-Ulrich Bielefeld ist sie das Autorenduo einer Krimireihe, die im Diogenes-Verlag erscheint. 2014 publizierte sie bei Dumont den Bestseller „Meine wundervolle Buchhandlung“.

Wien-Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Petra-Hartlieb/Wenn-es-Fruehling-wird-in-Wien_lid_34769106.html?storeID=barbers

Erscheinungsdatum: 19.02.2018

Kommentare:

  1. Oh, es kommt ein 2. Teil im Februar raus? Das ist fein!
    Ich habe "Ein Winter in Wien" letztes Jahr gelesen und ja, es ist ein ruhiges Buch, aber es vermittelt so schön die Kaiserzeit...eine tolle Atmosphäre! Schön wäre es, wenn wir noch so viel Schnee in Wien hätten, wie im Buch. Leider gibt es immer weniger davon :(
    Band 2 kommt gleich auf meine Wunschliste!
    Liebe Grüße aus Österreich
    Martina
    https://martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

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    1. Hallo liebe Martina,

      also mir musst du das nicht sagen, ich mag solche Bücher unglaublich gern :-)

      Naja, ich mag am liebsten Schnee, wenn ich nicht mit den Auto unterwegs sein muss, aber es hat so eine wunderbare Wirkung auf einen, so reinigend und bezaubernd.

      Wie schön, das deine Wunschliste nun auch wächst :-)

      Ganz liebe Grüße und Danke für deinen Besuch
      Sharon

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  2. Ein Seelenstreichler! ♥ Was für eine schöne Beschreibung! :-)
    Außerdem freu ich mich gerade wie ein Keks, dass dir unsere Hauptstadt so gut gefällt...
    Schönes Lesewochenende und viele liebe und verschneite Grüße aus Salzburg,
    Nana ♥

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    1. Hallo liebe Nana,

      naja, ist es auch und so was braucht meine Seele ab und zu :-)

      Ich liebe eure Hauptstadt, am liebsten würde ich sofort hinziehen und Mr. Baker geht es auch so. Wer weiß, was die Zukunft irgendwann für uns parat hält ...hihi... Allerding möchte ich auch unbedingt nochmals nach Salzburg, mein letzter Besuch ist 25 Jahr her ... oh Gott, ich werde alt!

      Ganz liebe Grüße und hab noch einen schönen Sonntagabend
      Sharon

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