Mittwoch, 20. Juni 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherneuentdecker,

momentan fällt mir das Schreiben irgendwie schwer, man könnte sagen, ich habe eine Blockade, oder vielleicht doch zu wenig Zeit, aber das Leben ist halt so. Aber ich möchte euch keine weitere Woche ohne Buchtipp lassen. Dieses Mal kehre ich dafür nach Australien zurück und zu einem ganz eigenen Ermittler. Tja und einer Autorin, die ihren Helden ein zweites Abenteuer verpasst und herrlich atmosphärisch schreiben kann, aber schaut doch mal erst hier:
 

Ins Dunkel
Verlag: Rowohlt
2. Band
Erscheinungsdatum: 24.07.2018

Grausamer als die Natur ist nur der Mensch.
Fünf Frauen unternehmen eine Wanderung durch den australischen Busch, organisiert von ihrer Firma, ausgerüstet nur mit Kompass und Landkarte.
Tage später kommen nur vier von ihnen zurück.
Aaron Falk, Ermittler der australischen Polizei, muss die vermisste Alice Russell unbedingt finden. Sie ist seine Informantin bei einem Unternehmen, das unter dem Verdacht der Geldwäsche steht. Alice kennt nicht nur die Machenschaften der Firma, sondern auch die dunklen Geheimnisse ihrer Kolleginnen, mit denen sie unterwegs war. Die Wildnis ist unerbittlich, lange wird Alice hier nicht überleben. Doch die wahre Gefahr droht von ganz anderer Seite ...


Ich kann mich noch gut an diesen Außenseiter Ermittler erinnern, der allein durch sein Aussehen schon die Blicke der Leute anzog und sich nicht immer Freunde machte. Dann dieses Australien, was in einer Dürre steckte und man beim Lesen merkte, wie der Hals immer trockener wurde und man selber unglaublichen Durst verspürte. Ein Debüt (hier die Rezension) was mich überzeugt hatte und deshalb muss ich doch einfach die Augen für einen weiteren Teil offen halten. Diesmal spielt seine Vergangenheit keine Rolle, sondern diesmal ist wirklich sein Job der Mittelpunkt und ich bin sehr gespannt, wie er da vorgehen wird. Wer kennt den ersten Teil? Wer hat es auch auf dem Schirm? Und wer mag Geschichten die in Australien spielen?

Ganz liebe Grüße
Eure, mal einen Koala streicheln wollende, Sharon

Mittwoch, 6. Juni 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherbegeisterten,

es ist Sommer und auch die Literatur wird heller und leichter, die Liebe hält Einzug, und auch der herrlich frische und spritzige Liebesroman. Ich finde, es ist die perfekte Jahreszeit für leichte Literatur, in die man sich hineinträumen kann. Aber kann so eine Geschichte vielleicht auch mehr sein. Ich glaube, ich habe einen etwas anderen Sommerroman gefunden und möchte diesen euch gerne zeigen, also schaut doch mal hier:
 

Geheime Geschichten für Frauen, die Saris tragen
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 18.06.2018

Nikki weiß, was sie will. Genauer gesagt weiß die junge Londonerin mit indischen Wurzeln, was sie nicht will: ein Leben, gebunden an traditionelle Konventionen. Als Lehrerin eines Creative-Writing-Kurses für Sikh-Frauen will sie ihr Lebensgefühl weitergeben und hofft, dass die Frauen schreibend ihre Fesseln abwerfen. Allerdings entpuppen sich sämtliche Teilnehmerinnen als Analphabetinnen, die nur Lesen und Schreiben lernen wollen. Ein Unterfangen, das sich bald als müßig erweist. Doch als die Frauen sich öffnen und sich gegenseitig ihre geheimsten Geschichten anvertrauen, setzen sie etwas in Gang, das nicht nur ihr Leben für immer verändern wird ...


Ich muss vorab sagen, dass ich es eigentlich nicht so mit der indischen Kultur habe und Bollywood Filmen nichts abgewinnen kann, aber das hier ist doch was anderes, oder? Da lebt man in der modernen Welt und doch gibt es immer noch Frauen, die in traditionellen Zwängen leben. Die sich ihren Männern und Familien unterzuordnen haben, aber was ist mit ihnen. Ich kann mir richtig gut vorstellen, dass diese Geschichte leicht anfängt, aber doch viel tiefer geht, das wir Seiten präsentiert bekommen, die vielleicht nachdenklich stimmen, aber auch Veränderung. Was meint ihr? Ist das nicht eine interessante Geschichte? Habt ihr es auch schon entdeckt gehabt? Ich werde erst einmal ein paar Meinungen abwarten, aber es auf jeden Fall im Auge behalten.

Ganz liebe Grüße
Eure, keine Sari tragende, Sharon

Montag, 4. Juni 2018

BÜCHERPOST im Mai ...

Hallo meine Bücherentdecker,

hurra hurra der Mai ist da, ups, nein er ist ja schon wieder vorbei. Was für ein Monat, ich dachte ja, bei so vielen Feiertagen komme ich total zum Lesen und was ist, Pusteblume! Wir lassen gerade unseren Garten umgestalten und ich hätte nicht gedacht, dass es immer noch so viele Entscheidungen zu treffen gibt. Außerdem haben wir die Serie Breaking Bad für uns entdeckt, ja ich weiß, wir sind da spät dran, aber die mussten wir total durchsuchten und dann gab es hier und da noch kleine Lebensüberraschungen und schwups, war der Monat um und ich habe nicht viel gelesen. Ist ja manchmal so, kennt ihr doch, oder? Bitte sagt mir, dass ihr das auch kennt. Aber nichtsdestotrotz durften hier einige Bücher einziehen und immerhin wollt ihr ja diese sehen, also los:

Dexter, dieser Stinker, wollte einfach nicht so, wie ich wollte ... grrrrrrrr ...


Wie gut das der Schoko nicht so zickig ist!

Der erste Stapel ist mal nicht direkt vom Buchhändler, sondern andere Bucheinkäufe. Wir waren auf der Wohnzimmerlesung der Leos und zu Gast war Mareike Fallwickl mit ihrem Buch "Dunkelgrün fast schwarz". Sie hat tolle Passagen daraus vorgelesen und das mit ihrem extrem süßen österreichischen Akzent. Ach, was soll's, alle Blogger sind begeistert und mich konnte die Lesung überzeugen und so musste es mit. "Wahrscheinlich ist es Liebe" war der Versuch, einen Amazon Gutschein einzulösen, da bekommt man einen Gutschein und dann funktioniert das nicht! Unverschämt! Nun gut, das Buch wurde trotzdem gekauft und ist mein Erstes aus dem Wunderraum Verlag und den Gutschein darf ich beim nächsten Einkauf einlösen :-)

 
Nun der Stapel vom Buchhändler, wie könnte es auch keinen geben! "Die Gabe" hatte ich selbst schon auf dem Schirm gehabt, denn eine Welt, die nur von Frauen regiert wird ist doch eine interessante These. Als ich mich dann aber mit einer Freundin darüber unterhalten hatte und sie unglaublich beeindruckt von dem Buch war, musste es einziehen. "Fuck you very much" ein Thriller, der allein schon vom Titel auffällt und dem Cover. Der Inhalt klingt ziemlich wild und skurril, also genau mein Beuteschema. "Ein Gentlemann in Arles: mörderische Machenschaften" ist ein typischer Spontankauf, wenn Julia da ist, sie kann mich immer begeistern. Aber es klingt auch einfach nach einem perfekten Alltag aus Buch.

 
Nun kommt ein Herzhüpferstapel. Als mir "Witchborn" vorgestellt wurden, ist, wusste ich sofort, das möchte ich unbedingt lesen. Ich stehe ja so auf Magie und Hexen, deshalb wird es auch als Nächstes gelesen. "Ein kleines Wunder würde reichen" klingt vom Inhalt unglaublich spannend und kaum nachfühlbar, deshalb bin ich so auf die Umsetzung gespannt. "Liebe ist so scheisskompliziert" ist schon jetzt angekommen, obwohl es erst im August erscheint. Ich freu mich so sehr darauf, denn Sabine Schoder schreibt so herrlich und da kann man sich nur mega drauf freuen. 

 
Hier ist ein ganz wunderbarer Dumont Stapel. Mich erreichten nämlich nicht nur die Programmvorschauen, sondern auch diese reizenden drei Bücher. "Kampfsterne" sieht sehr retro stylisch aus und ich bin neugierig darauf. "Loyalitäten" ist ein neuer Roman von Delphine de Vigan und das ist großartig. Übrigens habt ihr schon mitbekommen, dass es einen Film zu "Nach einer wahren Geschichte" geben wird, den muss ich sehen. "Das weibliche Prinzip" ist ein neuer Roman von Meg Wolitzer, und nachdem ihre Geschichten so hochgelobt sind, wird es wohl endlich mal Zeit, was von ihr zu lesen.

 
Und nun der letzte schöne bunte Stapel von Büchern. "Vererbte Lügen" kam, vom wunderbaren Wortreich Verlag angreist und hier scheint Literatur einen blutigen Weg einzuschlagen. Ziemlich ansprechend. "Nachtwild" ist ein Thriller, der im Zoo spielt und allein dieses Umfeld, ist doch mal auffällig. Ich bin riesig gespannt darauf. "Die Gesichter" erscheint erst Ende August und handelt vom Sohn, eines großen Malers, aber Künstler sind ja eh immer was Besonderes und der eigene Weg nicht immer klar. Ich freu mich sehr, dass ich ins Werkstatt Exemplar reinlesen darf. 

Nun ist der Streifzug durch meine Mai Ausbeute schon vorbei und sind das nicht tolle Bücherschätze. Dieser wilde und bunte Mix wollte hier unbedingt einziehen und ist herzlich willkommen. Der Juni soll bitte auch so übersichtlich werden, denn dann wäre ich glücklich ...hihi... obwohl, ich mag viele Bücher. Allerdings habe ich schon wieder drei gekauft, ob ich es dabei belassen kann? Wie sah denn euer Mai aus? Ist eins meiner Bücher vielleicht auch bei euch eingezogen? Und welches möchtet ihr am liebsten sofort lesen? Ach, Bücher sind was Feines.

Ganz liebe Grüße
Eure, sich nun einen Tee machen gehende, Sharon

Freitag, 1. Juni 2018

Rezension: Imogen Hermes Gowar * Die letzte Reise der Meerjungfrau oder wie Jonah Hancok über Nacht zum reichen Mann wurde

Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN-13:
978-3431040821  
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 15,99 EUR
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: März 2018
Übersetzer: Angela Koonen 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt: 
Jonah Hancock macht sich Sorgen um eines seiner Schiffe, denn es sollte schon längst im Heimathafen eingelaufen sein. Die Berechnungen des Verlustes bestimmen sein Leben und dann plötzlich steht sein Kapitän vor der Tür, in den Armen ein Bündel. So erfährt Jonah, das sein Schiff gar nicht untergegangen ist, sondern das es verkauft wurde, und zwar, um einen wahren Schatz zu erwerben, eine Meerjungfrau. Was soll er damit, ist sein erster Gedanke und dann tut sich eine Geschäftsidee auf, warum diese nicht ausstellen und damit Gewinn machen. So bekommt London eine weitere Attraktion und wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Kunde und jeder will sie sehen. So lernt Jonah die Edelkurtisane Angelica Neal kennen und diese verdreht ihm den Kopf. Während er zum reichen Mann wird und in den Kreisen der Gesellschaft aufsteigt, bleibt ihm die Gunst dieser Frau verwehrt. Doch eine zweite Meerjungfrau könnte ihm den Weg öffnen. Wird Jonah Hancock noch eine Meerjungfrau finden? Welchen Preis wird ihm das kosten? Und ist ihm damit das Herz der Dame sicher?

Meinung:
Historische Romane haben es nicht immer leicht, zumindest bei mir. Ich muss darauf Lust haben, mag kein langatmige Epos, die für ihre Entwicklung 1000 Seiten brauchen und jede Gesellschaftsschicht eine Stimme geben müssen, oder über mehrere Jahrzehnte sich ziehen. Deshalb bin ich immer etwas vorsichtig, obwohl ich eigentlich die alten Klassiker liebe. Aber eine Meerjungfrau, wer kann bitte einer Meerjungfrau widerstehen und so musste ich unbedingt diese optische Perle lesen und schauen, ob das Äußere mit dem Inhalt mithalten kann. Tja, und vorab es kann.

Jonah Hancock ist Witwer und ein mittelmäßiger Geschäftsmann. Eigentlich ist er zu gut zu allen und möchte es seiner Familie Recht machen. Ständig wird ihm von seiner Schwester vorgehalten, wem er alles unterstützen soll. Er selbst kommt somit immer zu kurz. Sein Traum ist mit seiner Frau und seinem Sohn gestorben, nämlich der Wunsch Vater zu sein und eine eigene Familie zu haben. Der Besitz der Meerjungfrau bringt somit sein Leben mächtig durcheinander. Er begegnet im Bordell Angelica, sie sollte ihn eigentlich unterhalten, aber diese Örtlichkeit schreckt ihn eher ab, aber diese Frau, ist ihm im Gedächtnis geblieben und hat es ihm angetan. Damit der Spuk aber ein Ende findet, verkauft Jonah die Meerjungfrau und wird somit zum reichen Mann. Aber nicht alles hat seine guten Seiten, durch das Geld verändert er sich und bekommt somit den Unwillen seiner Umgebung kennen und auch Angelica ist in weite Ferne gerückt. Sie gibt ihm eine unmögliche Aufgabe, sie möchte ihre eigene Meerjungfrau. Vom gutmütigen unterschätzten Geschäftsmann stellt sich Jonah auf einmal ganz andere Möglichkeiten und er möchte für seinen Traum kämpfen. Als Leser nimmt man diesen unscheinbaren Kerl gern unter seine Fittiche und begleitet ihm auf seinem Weg. Immer mit der Hoffnung, auch er soll mal Glück haben.

Angelica ist die zweite Hauptfigur im Buch und erzählt ihre Geschichte abwechselnd zu Mr. Hancock. Sie ist dem Bordell entkommen und war die Geliebte eines alten reichen Mannes, der nun verstorben ist und sie mit ihrer ungewissen Zukunft zurücklässt. Für Angelica kommt eine Rückkehr ins Bordell nicht infrage, aber wie überleben, wie einen neuen Gönner finden, wenn man am Hungertuch nagt. So ist sie auf Kontakte angewiesen und auf gelegentliche Arrangements. Ihre Geschichte ähnelt der vom armen Mädchen, die, die große Liebe findet, allerdings muss es hier auch ein paar Abwege geben. Ihr Teil ist immer laut, wild, bunt und leider dumm. Angelica lässt sich nämlich gern beeinflussen und ihr Übermut tut sein übrigens hinzu, so kommt in ihre Geschichte jede Menge Abwechslung drin vor. Auch ein bisschen Fremdschämen ist in den Seiten enthalten, aber auch eine wirkliche Entwicklung, die mich überrascht hat. Eine Frau, die für einige Wandlungen offen ist.

Die Meerjungfrau ist aber hier nur eine Rahmengebung für diese beiden traurigen Schicksale und spielt ansonsten eher eine Rolle am Rande. Für mich war das absolut in Ordnung so. Aber ganz sollte man sie nicht unterschätzen, denn im dritten Teil des Buches, ist es dadurch nämlich schön schaurig. Überhaupt hat Imogen Hermes Gowar eine tolle Geschichte erfunden, unglaublich atmosphärisch und bildgewaltig lässt sie diese erstrahlen und sorgt für ein ganz tolles Leseerlebnis. Diese Reise hat mich unterhalten, in eine andere Zeit geführt und mich darin wahrhaft gefangen genommen, man wollte eigentlich gar nicht mehr daraus wieder hervor gehen. Ihr Spiel mit dem einfachen Leben und den opulenten der Reichen war toll in Szene gesetzt und ließ die Gegensätze so richtig schön hervortreten. So hatte man oberflächliche Dummheit, kleine Intrigen und Gutherzigkeit zwischen den Buchseiten. Ich fand es herrlich zu lesen und mochte die Detailliebe der Autorin sehr gern. Ein Roman, der so viele Aspekte bedient, Realität des 18. Jahrhunderts, Fiktion und eine große Prise Fantasie, absolut harmonisch eingebettet und erzählt.

Die letzte Reise der Meerjungfrau ist die facettenreiche Geschichte zweier Seelen, die sich suchen und erst durch Umwege findet. Fantastisch, schillernd und zauberhaft. Wer Märchen und Jane Austen liebt, wird seine wahre Freude mit diesem Roman haben.
 
Henry und ich hatten schöne abenteuerliche Lesestunden und dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:
 
___________________________________________________________________________  
Über die Autorin:

Imogen Hermes Gowar hat Archäologie, Anthropologie und Kunstgeschichte studiert und anschließend in verschiedenen Museen gearbeitet. Inspiriert von den Ausstellungsstücken hat sie erste fiktionale Texte geschrieben und 2013 ein Stipendium bekommen, um an der Universität von East Anglia Kreatives Schreiben zu studieren. Für ihre Dissertation, aus der der Roman Die letzte Reise der Meerjungfrau entstanden ist, wurde sie mit dem Curtis-Brown-Preis ausgezeichnet. Imogen Hermes Gowar lebt und arbeitet im Südosten von London – eine Gegend, deren Geschichte sie besonders interessiert. 


Vielen lieben Dank an den Bastei Lübbe Verlag für dieses Rezensionsexemplar.