Mittwoch, 19. September 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherabenteurer,

die kuschelige und gemütliche Jahreszeit beginnt und da muss doch auch die passende Literatur her. Wie wäre es da mit einem neuen Fantasy Epos zum Wegträumen, eintauchen und entführen lassen. Neue Welten entdecken, passt doch perfekt in die dunkle Jahreszeit. Kuscheldecke, Tee und dann Magie, Intrigen, Mut und viele verschiedene Figuren, das klingt doch nach tollem Kopfkino und eine perfekte Zeit. Findet ihr das auch so? Dann schaut mal hier:



Die Krone der Dunkelheit
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 02.Oktober 2018

Magie ist in Thobria, dem Land der Menschen, verboten – doch Prinzessin Freya wirkt sie trotzdem. Und das nicht ohne Grund. Vor Jahren wurde ihr Zwillingsbruder entführt und seitdem versucht Freya verzweifelt, ihn zu finden. Endlich verrät ihr ein Suchzauber, wo er sich aufhält: in Melidrian, dem sagenumwobenen Nachbarland, das von magischen Wesen und grausamen Kreaturen, den Elva, bewohnt wird. Gemeinsam mit dem unsterblichen Wächter Larkin begibt sich Freya auf den Weg dorthin und muss ungeahnten Gefahren ins Auge blicken.
Zur selben Zeit setzt die rebellische Ceylan alles daran bei den Wächtern aufgenommen zu werden, welche die Grenze zwischen Thobria und Melidrian schützen. Ihr gesamtes Dorf wurde einst von blutrünstigen Elva ausgelöscht, und Ceylan sehnt sich nicht nur nach Rache, sondern möchte auch um jeden Preis verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht. Doch ihr Ungehorsam bringt sie bei den Wächtern immer wieder in Schwierigkeiten, bis sie schließlich bestraft wird: Sie soll als Repräsentantin an der Krönung des Fae-Prinzen teilnehmen. Dafür muss sie nach Melidrian reisen, in ein Land, in dem es vor Feinden nur so wimmelt.  
Und während sich die beiden Frauen ihrem Schicksal stellen, regt sich eine dunkle Macht in der Anderswelt, welche Thobria und Melidrian gleichermaßen bedrohen wird ...


Na, was sagt ihr zum Buch? Ich habe ja schon von Laura Kneidel Fantasy Bücher gelesen und habe mich mega gut unterhalten gefühlt, da ist was Neues doch immer einen Blick wert. Die Autorin ist gerade aber auch mega fett im Geschäft und schreibt wie am Fließband, aber ich freu mich sehr für sie und das es auch wieder Fantasy gibt. Also, was soll ich lange um den heißen Brei herumreden, ich freu mich darauf. Wer denn auch? Wer hat schon was von ihr gelesen? Und steht dieses Buch auch auf eurer Wunschliste?

Ganz liebe Grüße
Eure, sich vor Vorfreude die händereibende, Sharon

Montag, 17. September 2018

Rezension: Jess Kidd * Heilige und andere Tote

Gebundene Ausgabe: 382 Seiten
Verlag: Dumont
ISBN-13:
978-3832198909
Preis: 22,00 EUR
E-Book: 12,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: September 2018
Übersetzer: Ulrike Wasel & Klaus Timmermann 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Maud Drennan ist Sozialbetreuerin und bekommt einen besonders schweren Fall zugeteilt. Viele ihrer Kollegen haben schon aufgegeben und nun ist sie die letzte Chance von Cathal Flood. Ein alter Antiquitäten- und Kuriositätenhändler, der seit dem Tod seiner Frau allein lebt und sich alle Fremden mit Beschimpfungen und seinem überfluteten Messie-Anwesen vom Leib hält. Aber er hat die Rechnung ohne Maud gemacht, diese behält die Ruhe, geht mit einer Unerschrockenheit gegen Müll und Bewohner an und lässt sich nicht in die Flucht schlagen. Obwohl sie Bridlemere mehr als unheimlich empfindet und sie über einige Geheimnisse zu stolpern droht. Denn ihr werden Botschaften zugespielt und diese lassen vermuten, das Mr. Flood auch noch eine Tochter hatte. Aber wo ist sie? Und warum spricht er nicht von ihr? Tja, und was ist mit seinem Sohn? Denn diese Verbindung ist durch Hass durchwoben. Maud möchte am liebsten gar nix wissen, wird aber wegen ihrer Freundin zur Detektivin und bekommt Unterstützung von einigen Heiligen, die nur sie sehen kann.

Meinung:
Ich habe mich schwer in das Debüt der Autorin verliebt gehabt und konnte die Freude kaum bändigen, als ich hörte, dass nun ein zweites Buch an den Start geht. Ihre Gesichten aus Geheimnissen, Menschenschicksalen und ihren Geistern sind so wunderbar sprachlich verstrickt und herrlich zu lesen. Nun steht also eine Sozialarbeiterin im Mittelpunkt und ihr folgt eine ganze Horde schrulliger Heiliger. Das wird bestimmt ein Spaß, und ob es einer wurde, erzähle ich euch nun.

Maud Drennan ist in ihrem Job richtig gut und deshalb auch der letzte Versuch für Mr. Flood, bevor es sonst ins Altenheim geht. Sie bewahrt stoische ihre Ruhe, flippt nicht direkt aus und kämpft einfach unerbittlich weiter. Sie stellt sich Dreck, Müll und Mr. Flood im Weg, und ob er will oder nicht, so langsam zeigt es Wirkung. Dabei ist Maud alles andere als innerlich ruhig, denn auch sie hat eine Vergangenheit und ihr Päckchen zu tragen, das sie in Form einer Horde Heiliger hinterher rennt. Diese verstorbenen Märtyrer kann nur sie sehen und auch hören und das ist nicht immer toll. Und da sie nun für Übernatürliches empfänglich ist, bekommt sie in dem Haus Botschaften zugespielt. Zuerst erreicht sie auf ganz dramatischem Weg ein Foto, was ein Geschwisterpaar zeigt, wo das Gesicht des Mädchens ein Brandloch hat. Erst will sie es wegtun, aber dann zeigt sie es doch Renata, ihrer Vermieterin und Freundin und diese liebt Kriminalfälle. So kommt es, das sie beide anfangen detektivisch vorzugehen. Allerdings spitzt sich die Lage immer mehr zu und es tauchen nicht nur neue Botschaften auf, sondern auch Gewalt, dass ihre Ermittlung unterbinden soll. Aber sie ist nicht gewillt klein beizugeben und ihre Heiligen unterstützen sie dabei.

Was soll ich sagen, klingt gut und ist gut. Ich mochte Maud unglaublich gern und das gilt irgendwie für alle Figuren im Buch, ob Gut oder Böse. Sie alle haben so eine tolle Aura und sind so liebevoll beschrieben und in Szene gesetzt, dass man sie einfach sieht und gern mehr Zeit mit ihnen hätte, als die Buchseiten hergeben. Dann die unglaubliche Wortwahl der Autorin, ihre Beschreibungen, ihre fast schon poetischen Verknüpfungen lassen einen einfach herrlich seufzen, dabei ist der Inhalt manchmal gar nicht nett. So gibt es schlimme Szenen und diese werden aber so unglaublich mit Worten geschildert, das man ein bisschen zwischen den Zeilen lesen muss, um die Genauigkeit zu bekommen, aber genau das macht das Magische an den Geschichten aus. Es sind nicht nur die Geister, sondern die Wörter. Aber auch die Geister haben es in sich, zynisch, schlecht launig und doch zauberhaft in ihrer Schrulligkeit. Ich bin immer wieder total entzückt, wie toll sie das alles hinbekommt und aus einem Familiendrama solch ein Hokuspokus erwachen lassen kann. Ah, ich habe noch den einzigartigen Mr. Flood vergessen zu erwähnen, aber ich glaube, denn muss jeder selber kennenlernen.

Heilige und andere Tote ist wieder herrlich skurril, aber mit dem gewissen magischen Etwas, was einfach einmalig ist und wahnsinnig gut unterhält. Schicksale werden geheimnisumwoben verpackt und mit warmherzigen Figuren ausgestattet. Entdecken und mit rätseln wird inklusive mitgeliefert. Ach, ich möchte mehr, viel mehr, solcher magischen Bücher.
 
Henry und ich hatten unbändige Lesefreude und vergeben dafür die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:
 


Jess Kidd hat Creative Writing an der St. Mary’s University in Twickenham studiert. Seit 2011 unterrichtet sie dieses Fach. Bei DuMont erschien 2017 ihr Debütroman ›Der Freund der Toten‹, der auf der Krimi-Bestenliste stand. Die Autorin lebt mit ihrer Tochter in West London.

Quelle: Dumont Verlag

Weitere Werke der Autorin:

https://www.genialokal.de/Produkt/Jess-Kidd/Der-Freund-der-Toten_lid_31876516.html?storeID=barbers

Vielen lieben Dank an den Dumont Verlag für das  Rezensionsexemplar.


Freitag, 14. September 2018

Rezension: Emma Jane Unsworth * Biester


Gebundene Ausgabe: 288 Seiten 
Verlag: Metrolit 
ISBN-13: 978-3849303501
Preis: 20,00 EUR 
E-Book: 15,99 EUR 
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: August 2014
Übersetzer: Gesine Schröder 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Laura und Tyler sind ein eingespieltes Team, wenn es um Party und Abstürze geht. Zusammen durchfluten sie das Nachtleben und nehmen jede Droge und Alkohol Welle mit. Bei Tageslicht versuchen sie ihre Jobs im Coffee-Shop und Callcenter zu überleben und nicht darüber nachzudenken, das sie mit ihrem Ende zwanzig noch nichts wirklich auf die Reihe bekommen haben. Während für Tyler die Suche nach dem nächsten Kick ihren Alltag ausfüllt, versucht Laura einen Roman zu schreiben, oder ihre Hochzeit zu planen. Denn Laura ist verlobt mit einem abstinenten Pianisten und dieser wünscht sich ein geordnetes Leben mit Planung. So schwankt Laura zwischen zwei Welten und ist hin und her gerissen zwischen Tyler und ihren Verloben Jim. Wer wird das Ruder zu seinen Gunsten für Laura rum reißen? Welchen Weg möchte sie selber einschlagen? Und ist erwachsen werden wirklich das Ende vom allem?

Meinung:
Ich muss gestehen, ich hätte das Buch nie gelesen, wenn der Buchklub es nicht ausgewählt hätte. Mich sprach, nämlich diese Gesichte so gar nicht an. Zwei Partygirls, die nicht erwachsen werden wollen und dann auch noch eine Heirat, die nicht wirklich da rein passte. Aber nun gut, man soll sich ja überraschen lassen und vielleicht kann es mich ja doch noch wohl stimmen. Immerhin waren die Kommentare der Presse ziemlich begeistert, ob ich mit ihnen übereinstimme, erzähle ich euch nun.

Laura ist Anfang dreißig, hat studiert und möchte gern Schriftstellerin werden. Allerdings hat ihr Lebensweg sie bis jetzt nur zu einem Callcenter geführt und fürs Schreiben lässt sie sich mega gern ablenken. Tja und wer beherrscht das perfekt, ihre Mietgönnerin Tyler. Auch sie hat studiert, erfolgreich abgeschlossen und arbeitet nun in einem Coffee-Shop. Was vielleicht am Anfang vom großen Leben okay ist, hat sich bei beidem nicht weiterentwickelt und so hängen sie im beruflichen Dilemma Kreislauf fest. Dafür machen sie das Nachtleben von Manchester so richtig Feuer unterm Hintern. Da fließt der Alkohol in ungeahnten Mengen, auch Drogen machen die Runde und Typen aufreißen steht auch ganz gern auf dem Plan. Obwohl das für Laura nicht mehr infrage kommt, denn sie hat ja Jim, ihren tollen Pianisten, mit dem man früher solchen Spaß haben konnte, bis er dem Alkohol entsagt hat. So ist der Punkt im Leben von Laura erreicht, der nach Veränderung schreit. Aber will sie das überhaupt?

Okay, ich mache es kurz, ich fand die Geschichte schrecklich. Diese beiden unsympathischen jungen Frauen, die eigentlich eine gute Bildung genossen haben, machen so gar nichts aus ihren Leben. Sie stürzen lieber regelmäßig ab und reden sich ein, dass sie das wirklich wollen und toll finden. Auch ihre Definition was Freundschaft bedeutet, ist zum Haare raufen, im Prinzip verbindet sie nur, das sie im Leben nichts erreicht haben und hängen aneinander fest, da sie so ziemlich die Einzigen in ihren Familienfreundeskreis sind, die immer noch auf der Stelle treten. Auch diese Hochzeit ist nicht wirklich was Schönes, denn auch hier gibt es Stolperfallen, Schein und Sein geben sich die Hände und was man als positive und bodenfeste Sichtweise ansieht, lässt einen später nur betrübt den Kopf schütteln.

Aber das ist ja noch nicht mal alles, was mich gestört hat, sondern allein die Sprachauswahl, diese war einfach flach, vulgär und unterirdisch. Ich meine, es passt zu den Figuren und zu ihren Leben, aber bitte, zwei Literaturliebende und dann dieser Gossenjargon, einfach schwer zu ertragen, vor allem, wenn sie dann auch noch aus Büchern zitieren. Des Weiteren fand ich die Entwicklung extrem schleppend, drei viertel des Buches erleben wir einen Absturz nach dem anderen, die pfeifen sich alles rein, was sie an Drogen finden und es ist schwer zu ertragen. Da hätte ich mir gern schon früher eine Veränderung gewünscht, eine Ahnung, aber nein, das kommt mehr oder minder wirklich kurz vor Schluss. Ich kann gar nicht nachvollziehen, warum, diese Geschichte so gelobt wurde und warum man es als lustig bezeichnet. Was ich mich frage, ist das wirklich ein realistisches Bild? Klar spiegelt es Frustration und Erfolglosigkeit nach dem Studium wieder und man muss nicht den typischen Plan in Leben gehen, aber das. Ich bin vielleicht für solch eine Lebensweise zu spießig und konnte dem Ganzen nicht wirklich was abgewinnen. Schade und wirklich frustrierend.
 
Henry und ich hatten es wirklich schwer mit dieser Geschichte und leider gibt es nur einen Bücherpunkt:
 
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Über die Autorin:
 

Emma Jane Unsworth ist für ihren Debütroman »Hungry, the Stars and Everything « mit dem Betty-Trask-Award ausgezeichnet worden, ebenso wie Zadie Smith, Sarah Hall oder Andrew Cowan. Der Roman stand außerdem auf der Shortlist für den Portico Prize. Ihre Kurzgeschichten wurden in diversen Magazinen veröffentlicht, u. a. in »The Best British Short Stories 2012«. Sie schreibt und lebt in Manchester.

Quelle: Metrolit Verlag

Mittwoch, 12. September 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherromantiker,

ach, diese Franzosen, wenn die eins können, dann über die Liebe schreiben. Gefühle, und zwar richtig authentisch mit allen Höhen und Tiefen. Klar können sie auch die schönen romantischen Liebesschnulzen, aber auch die großen realistischen Dramen. Dass eine Ehe nicht immer einfach ist, kann man sich denken, und wenn dann noch neue Gefühle für jemanden ins Spiel kommen, ist das zwar aufregend, aber was man alles verlieren könnte. Naja, kommen wir zum Punkt und schaut euch das Buch an:
 

Das Leuchten in mir
Verlag: Atlantik
Erscheinungsdatum: 04.10.2018

Emma ist vierzig und seit achtzehn Jahren mit Olivier verheiratet. Sie haben drei wohlgeratene Kinder, es könnte nicht besser sein. Dass etwas Entscheidendes in ihrem Leben fehlt, merkt Emma erst, als in einer Brasserie ihr Blick auf den von Alexandre trifft. Sie weiß sofort Bescheid. Für ihn wird sie alles riskieren, alles aufgeben – koste es, was es wolle. Der Bestsellerautor Grégoire Delacourt erzählt in seinem neuen Roman über eine große Leidenschaft, die Zerbrechlichkeit unserer Existenz und die Stärke der Familienbande, die mehr auszuhalten vermögen, als es den Anschein hat. 


Ist das Cover nicht ein Traum. Zumindest spricht mich es total an. Eine Frau mitten im Leben nicht mehr jung, aber auch noch nicht alt und mit dem Wunsch noch nicht alles im Leben gelebt zu haben. Irgendwann ist eine Ehe Routine und man fragt sich, ist das alles. Manchmal vermisst man schon diese brodelnden Gefühle des frisch verliebt sein. Also ein Buch für die reifere Frau, oder interessiert es auch Jüngere? Wer hat es auf der Wunschliste? Und wer mag auch französische Autoren?

Ganz liebe Grüße
Eure, Sehnsucht nach Paris habende, Sharon

Montag, 10. September 2018

Rezension: Tom Rachman * Die Gesichter


Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: dtv
ISBN-13:
978-3423289696
Preis: 22,00 EUR
E-Book: 19,59 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: August 2018

Übersetzer: Bernhard Robben 



Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Bear Bavinsky ist ein großer Künstler, hat zahlreiche Ex-Frauen und so einige Kinder. Mit Natalie hat er eine aufregende Zeit in Rom und einen Sohn, Charles, der nur Pinch genannt wird, aber alles Schöne findet ein jähes Ende. So geht der Maler zurück nach Amerika und lässt Mutter und Sohn zurück. Pinch sehnt sich nach seinem Vater und richtet sein Leben danach aus, Liebe, Anerkennung und Stolz in den Augen seines Vaters zu sehen. Er eifert ihm sogar nach und versucht sich selbst in der Malerei, was von seinem Vater aber beiläufig abgetan wird. Für Pinch ein Schock, aber er findet, neue Wege um seinen Vater zu unterstützen und selbst Großes zu schaffen. Seine Suche findet auch ein Ende und seine wirkliche Begabung tritt ihm irgendwann entgegen und Pinch hat Pläne, große Pläne, für sich selbst und der Unsterblichkeit von Bear Bavinskys Kunst. Wird Pinch seinen Vater noch stolz machen? Welche Begabung schlummert in Pinch? Und wird ihm sein Lebensweg glücklich machen?

Meinung:
Ich kann gar nicht mehr so genau sagen, warum ich unbedingt dieses Buch lesen wollte. Aber ich glaube, es ist die Kunst gewesen und die Dramatik in Familien. Immerhin sind Künstler keine einfachen Leute und machen es nicht nur sich, sondern auch ihrer Umgebung verdammt schwer. Wie ist es da, ein Kind von solchen Eltern zu sein und warum ist seine Liebe so unverwüstlich zu seinem Vater. Das wollte ich unbedingt wissen und nun erzähle ich euch, ob mir die Geschichte gesamt gefallen hat, oder nicht.

Die Geschichte ist in fünf Lebensabschnitte unterteilt und wir fangen mit der Kindheit an. Pinch schaut zu seinem Vater auf, dem großen gefeierten Ausnahmekünstler, der überall gern gesehen wird und der sich gewannt und charmant im leuchtenden Mittelpunkt aufhält. Er liebt seinen Vater abgöttisch und saugt förmlich jedes Wort und jede Tat auf. Dabei nimmt er seine Mutter gar nicht so genau wahr. Obwohl Natalie auch Künstlerin ist, bleibt sie immer im Hintergrund, kann sich kaum mit ihren Töpferarbeiten hervor heben und verliert sich selbst immer mehr. So nimmt der Weggang des Vaters auch das Licht aus Pinch Universum. Er bleibt mit der Mutter zurück und für diese dreht sich alles nur noch um ihren Sohn, er fühlt sich beengt und bekommt keine Luft. Während so Natalie immer mehr am Lebenskraft verliert und in eine Depression abrutscht, sehnt sich Pinch nur noch nach seinem Vater. Nach Jahren sehen sie sich wieder, aber so glücklich, wie erhofft wird das Treffen für Pinch nicht, denn sein Wunsch sein malerischer Nachfolger zu werden, erstickt der Vater im Keim und so sucht Pinch im weiteren Leben immer wieder nach Möglichkeiten, seinen Vater stolz zu machen und aus seinem Schatten zu treten.

Tom Rachman erzählt hier eine große Familiengeschichte, von einer einnehmenden und Komplexen Vater-Sohn-Beziehung. Ein Vater, der talentiert, charmant, eigensinnig und absolut einen einnehmenden Charakter hat. Dieser dazu führt, dass er sich selbst für größer hält, als er ist und sich als übermächtig und dem gefeierten Künstler da stellt, dessen Werke ins Museum gehören und nicht in private Sammlungen. Aber im Laufe der Gesichte lässt der Autor so einige andere Farbschattierungen durchblicken und wir nehmen nicht nur den übergroßen Künstler wahr, sondern jemanden der auch um Anerkennung kämpfen muss. Die Kunstszene ist ein hartes Pflaster und auch ein Bear Bavinsky hat ein Haltbarkeitsdatum. In den Augen von Pinch ist der Vater aber unerreichbar und seine Kunst das Maß aller Dinge. Er sehnt sich danach, es ihm gleich zu tun und lechz förmlich danach enger in den Dunstkreis seines Vaters zu kommen. Seine Angst, dass sein Vater ihn vergisst, da es immer neue Frauen und Kinder gibt, ist riesengroß. So richtet er sein Leben danach aus, seinem Vater nützlich sein zu können und probiert nach der Malerei eine Biografie über seinen Vater zu schreiben, allerdings ist diese nicht mit Erfolg gekrönt und so muss Pinch weiter suchen. Dabei dreht sich alles in seinem Leben um seinen Vater und er selbst bleibt auf der Strecke.

Dieser Autor beschreibt diese Beziehung sehr einnehmend, ergreifend, mitfühlend und emotionsvoll. Die Figuren wurden warmherzig ausgeschmückt und richtig lebendig dargestellt. Die Konflikte fand ich greifbar und man geht so richtig in Pinchs Welt mit. Man leidet mit, man freut sich über kleine Erfolge und man gönnt Pinch am Ende seinen Durchbruch, denn er hat sein Schicksal doch noch ein bisschen ausgetrickst. Überhaupt wurden hier die Gefühle und Konflikte gut aufgegriffen, entwickelt und erstaunlich unterhaltsam rübergebracht. Ich glaube, das hat mich wirklich überrascht, es war überhaupt nicht trocken, sondern klasse zu lesen, immerhin ist der Stoff nicht leicht, denn Familie kann so unhübsch sein. Dennoch fand ich es Schade, dass der Klappentext schon auf das Ende hindeutet, da man als Leser immer erwartet, dass die Entwicklung früher beginnt und man somit noch mehr zu lesen bekommt. So hat man das Gefühl, die Geschichte zieht sich etwas hin, weil man ja auf die große Begabung wartet. Also etwas Geduld.

Für mich war „Die Gesichter“ ein toller Roman über eine besondere und machtvolle Vater-Sohn-Beziehung, die mich toll unterhalten und wunderbar überrascht hat.
 
Henry und ich mochten dieses Künstlerding unglaublich gern und deshalb vier Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:

Tom Rachman, geboren 1974 in London, wuchs in Vancouver auf. Er war Auslandskorrespondent der Associated Press in Rom, die ihn u. a. nach Japan, Südkorea, Ägypten und in die Türkei entsandte. Später arbeitete er als Redakteur des International Herald Tribune in Paris. Rachmans erster Roman ›Die Unperfekten‹ wurde gleich nach Erscheinen zu einem internationalen Bestseller. Er lebt mit seiner Familie in London.  

Quelle: dtv Verlag
 
Vielen lieben Dank an den dtv Verlag für dieses Rezensionsexemplar.  

Mittwoch, 5. September 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine lieben Büchersüchtigen,

es gibt ja so einige Süchte, da ist doch die Büchersucht nicht das Schlimmste, oder? Aber es gibt ja auch noch die Kaffeesucht. Wer mag denn auch seinen morgendlichen Kaffee und kann nicht ohne in den Tag starten. Ich auf jeden Fall, ich bin sogar so irre, dass ich meinen gefüllten Kaffeebecher mit ins Büro nehme, da mir das Gebräu dort nicht schmeckt ...lach... Dabei habe ich, damit erst angefangen als ich 25 wurde und nun ist es ein fester Bestandteil in meinem Leben. Wie kann ich da, bei einem Buch über das edle Gesöff nicht hellhörig werden. Ihr vielleicht auch schaut mal:
 

Der Mönch von Mokka
Verlag: KiWi
Erscheinungsdatum: 04.10.2018

Eine koffeinhaltige Abenteuergeschichte.
Es ist eine wahre, mitreißende Geschichte, die Dave Eggers in seinem neuen Buch erzählt. Ein junger Mann aus San Francisco, als Kind aus dem Jemen eingewandert, entdeckt die uralte Kaffeetradition seiner Heimat wieder und macht sich auf, das Leben der jemenitischen Kaffeebauern nachhaltig zu verändern. Mokhtar Alkhanshali ist ein 24-jähriger Portier in San Francisco. Als Junge ist er mit seiner Familie aus dem Jemen in die USA eingewandert, und irgendwie gelang ihm nichts so richtig. Bis er die jahrhundertealte Kaffeetradition des Jemen entdeckt und den Plan fasst, sie wiederzubeleben. Er stürzt sich mit Leidenschaft in die Recherche, bildet sich fort und wird der erste international zertifizierte arabischstämmige Experte für Arabica-Kaffee. Mokhtar reist in den Jemen, um sich mit Kaffeeplantagenbesitzern zu treffen und seinen Geschäftsplan zu verwirklichen: unter fairen Bedingungen Kaffee anzubauen und in die USA zu exportieren. Als 2015 während seiner Reise der Krieg ausbricht und die Bomben der Saudis sein Leben bedrohen, muss Mokhtar einen Weg aus dem Land finden, ohne seine Identität und seine noch im Jemen lebende Familie zu verraten. Er schafft es unter dramatischen Umständen, mit dem Boot zu entkommen und kann nach Monaten und Jahren zähen Ringens und bangen Wartens in den USA seine Firma eröffnen. »Port of Mokha« gilt weltweit als einer der besten und teuersten Kaffees, der zu fairen Preisen für alle an der Produktion und Veredelung Beteiligten verkauft wird und der Mokhtars Landsleuten zu einem besseren Leben verhilft.


Diese Geschichte ist wohl viel mehr, als nur eine Kaffeebohne. Hier geht es auch um Menschen, um Lebensumstände, Identität und ums Leben an sich. Eine vielversprechend Lebensgeschichte, die viele Aspekte in unsere Welt verbindet. Dazu noch ein Kurs durch die Kaffeewelt und siehe, dieses Getränk verbindet Welten. Übrigens, wer kennt schon Bücher vom Autor, wie "Der Circle" zum Beispiel? Und wer hat es auch auf seiner Wunschliste stehen? Tja, und wer mag hier keinen Kaffee?

Ganz liebe Grüße
Eure, den Kaffeevollautomaten anwerfen gehende, Sharon