Freitag, 14. September 2018

Rezension: Emma Jane Unsworth * Biester


Gebundene Ausgabe: 288 Seiten 
Verlag: Metrolit 
ISBN-13: 978-3849303501
Preis: 20,00 EUR 
E-Book: 15,99 EUR 
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: August 2014
Übersetzer: Gesine Schröder 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Laura und Tyler sind ein eingespieltes Team, wenn es um Party und Abstürze geht. Zusammen durchfluten sie das Nachtleben und nehmen jede Droge und Alkohol Welle mit. Bei Tageslicht versuchen sie ihre Jobs im Coffee-Shop und Callcenter zu überleben und nicht darüber nachzudenken, das sie mit ihrem Ende zwanzig noch nichts wirklich auf die Reihe bekommen haben. Während für Tyler die Suche nach dem nächsten Kick ihren Alltag ausfüllt, versucht Laura einen Roman zu schreiben, oder ihre Hochzeit zu planen. Denn Laura ist verlobt mit einem abstinenten Pianisten und dieser wünscht sich ein geordnetes Leben mit Planung. So schwankt Laura zwischen zwei Welten und ist hin und her gerissen zwischen Tyler und ihren Verloben Jim. Wer wird das Ruder zu seinen Gunsten für Laura rum reißen? Welchen Weg möchte sie selber einschlagen? Und ist erwachsen werden wirklich das Ende vom allem?

Meinung:
Ich muss gestehen, ich hätte das Buch nie gelesen, wenn der Buchklub es nicht ausgewählt hätte. Mich sprach, nämlich diese Gesichte so gar nicht an. Zwei Partygirls, die nicht erwachsen werden wollen und dann auch noch eine Heirat, die nicht wirklich da rein passte. Aber nun gut, man soll sich ja überraschen lassen und vielleicht kann es mich ja doch noch wohl stimmen. Immerhin waren die Kommentare der Presse ziemlich begeistert, ob ich mit ihnen übereinstimme, erzähle ich euch nun.

Laura ist Anfang dreißig, hat studiert und möchte gern Schriftstellerin werden. Allerdings hat ihr Lebensweg sie bis jetzt nur zu einem Callcenter geführt und fürs Schreiben lässt sie sich mega gern ablenken. Tja und wer beherrscht das perfekt, ihre Mietgönnerin Tyler. Auch sie hat studiert, erfolgreich abgeschlossen und arbeitet nun in einem Coffee-Shop. Was vielleicht am Anfang vom großen Leben okay ist, hat sich bei beidem nicht weiterentwickelt und so hängen sie im beruflichen Dilemma Kreislauf fest. Dafür machen sie das Nachtleben von Manchester so richtig Feuer unterm Hintern. Da fließt der Alkohol in ungeahnten Mengen, auch Drogen machen die Runde und Typen aufreißen steht auch ganz gern auf dem Plan. Obwohl das für Laura nicht mehr infrage kommt, denn sie hat ja Jim, ihren tollen Pianisten, mit dem man früher solchen Spaß haben konnte, bis er dem Alkohol entsagt hat. So ist der Punkt im Leben von Laura erreicht, der nach Veränderung schreit. Aber will sie das überhaupt?

Okay, ich mache es kurz, ich fand die Geschichte schrecklich. Diese beiden unsympathischen jungen Frauen, die eigentlich eine gute Bildung genossen haben, machen so gar nichts aus ihren Leben. Sie stürzen lieber regelmäßig ab und reden sich ein, dass sie das wirklich wollen und toll finden. Auch ihre Definition was Freundschaft bedeutet, ist zum Haare raufen, im Prinzip verbindet sie nur, das sie im Leben nichts erreicht haben und hängen aneinander fest, da sie so ziemlich die Einzigen in ihren Familienfreundeskreis sind, die immer noch auf der Stelle treten. Auch diese Hochzeit ist nicht wirklich was Schönes, denn auch hier gibt es Stolperfallen, Schein und Sein geben sich die Hände und was man als positive und bodenfeste Sichtweise ansieht, lässt einen später nur betrübt den Kopf schütteln.

Aber das ist ja noch nicht mal alles, was mich gestört hat, sondern allein die Sprachauswahl, diese war einfach flach, vulgär und unterirdisch. Ich meine, es passt zu den Figuren und zu ihren Leben, aber bitte, zwei Literaturliebende und dann dieser Gossenjargon, einfach schwer zu ertragen, vor allem, wenn sie dann auch noch aus Büchern zitieren. Des Weiteren fand ich die Entwicklung extrem schleppend, drei viertel des Buches erleben wir einen Absturz nach dem anderen, die pfeifen sich alles rein, was sie an Drogen finden und es ist schwer zu ertragen. Da hätte ich mir gern schon früher eine Veränderung gewünscht, eine Ahnung, aber nein, das kommt mehr oder minder wirklich kurz vor Schluss. Ich kann gar nicht nachvollziehen, warum, diese Geschichte so gelobt wurde und warum man es als lustig bezeichnet. Was ich mich frage, ist das wirklich ein realistisches Bild? Klar spiegelt es Frustration und Erfolglosigkeit nach dem Studium wieder und man muss nicht den typischen Plan in Leben gehen, aber das. Ich bin vielleicht für solch eine Lebensweise zu spießig und konnte dem Ganzen nicht wirklich was abgewinnen. Schade und wirklich frustrierend.
 
Henry und ich hatten es wirklich schwer mit dieser Geschichte und leider gibt es nur einen Bücherpunkt:
 
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Über die Autorin:
 

Emma Jane Unsworth ist für ihren Debütroman »Hungry, the Stars and Everything « mit dem Betty-Trask-Award ausgezeichnet worden, ebenso wie Zadie Smith, Sarah Hall oder Andrew Cowan. Der Roman stand außerdem auf der Shortlist für den Portico Prize. Ihre Kurzgeschichten wurden in diversen Magazinen veröffentlicht, u. a. in »The Best British Short Stories 2012«. Sie schreibt und lebt in Manchester.

Quelle: Metrolit Verlag

Kommentare:

  1. Aloha, Inga.
    Wohl bin ich ein zu nüchtern (sic!) angelegter Charakter, denn der Wahrnehmungsschwund via Alkohol oder Drogen konnte mich noch nie reizen. Yep, ich war noch nie in meinem Leben besoffen...

    Dass gut ausgebildete junge Menschen gern von Firmen ausgebeutet (das ewige Praktikum/monatlich kündbare Verträge) oder gleich ganz vor den Kopf gestossen werden, wäre vielleicht der interessantere Ansatz für die Story um Laura & Tyler gewesen. Mit den Exzessen als resultierendem Hintergrund, nicht aber als Hauptakt.
    Wobei es gut möglich ist, dass der Autorin eine Variante von "Trainspotting" vorgeschwebt sein mag.

    Dem Schockomann scheint es in der Nähe der "Biester" aber dennoch gut zu gehen; findet gar noch Zeit zur Nasenbefeuchtung.

    bonté

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    1. Hello Mr. Robert,

      dann können wir einen Club aufmachen, allein der Gedanke die Kontrolle zu verlieren, nein, nein, nein ... Das mag ich nicht.

      Das wäre ja wenigstens was mit Inhalt und Ansatz, aber das wollen die ja nicht! Einfach dahin dümpeln ...schrecklich. Ich bin ein Spießer!
      Ich habe keine Ahnung, aber meins war es einfach nicht!

      Der Schoko ist ja auch ein Schleimer und stellt sich mit jeden gut.

      Hab einen schönen Abend
      Inga

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