Montag, 17. Februar 2020

BÜCHERPOST im Januar ...

Hallo meine Bücherliebhaber,

ein weiterer Monat ist ins Land gegangen und ich möchte euch meine Bücherschätze zeigen. Diesmal bin ich wirklich ganz brav gewesen und habe mein Vorhaben umgesetzt, weniger Bücher, dafür mehr Lesespaß. Ich weiß gar nicht, wie mir das geglückt ist, aber ich hatte einen großen Anflug von Übersättigung. Außerdem versuche ich jeden Tag 50 Seiten zu lesen und einfach Zeit für mich zu nehmen. Ich bin gespannt, wir lange das gut geht. Aber nun zu den Neuzugängen:


Da lohnt sich das Wintergewicht, Platz genug!


 
Der erste Stapel ist dem Buchhändler gewidmet, ist ja wohl glasklar. "Emma" habe ich mir noch von dem Weihnachtsgeld meiner Eltern gegönnt. Tja, und was soll ich dazu groß sagen, es ist eine Schmuckausgabe. I love it! "Ein Jahr voller Wunder" wollte ich schon letztes Jahr haben und beim letzten Besuch im Buchladen hat es mein Göttergatte eingepackt. Mein Plan ist ja, mich jeden Tag hinzusetzten und etwas klassische Musik zuhören und etwas darüber zu lesen, nur die Zeit dafür habe ich noch nicht gefunden. Sollte ich aber langsam, sonst hole ich das nie auf.


 
Und hier ist mein Rezensionsstapel und ich bin gerade gut, zwei gelesen und eins erscheint erst im Mai. "Klein-Sibirien" ist von einen ganz starken Autor und ich kann nur sagen, Lesen! Die Geschichten sind zwar schräg, aber wie tief er dabei ins menschliche Geschehen sieht und das mit genialen Humor verbindet, ist meisterlich. Ich finde, er sollte von allen gelesen werden. Hier meine Meinung. "Das neunte Haus" ist ein neuer Bardugo und ich habe ihn auch schon gelesen. Etwas beschwerlich hineinzukommen, aber dann geht es los und wir erleben eine Alex Stern, die sich durch dunkle Mächte schlagen muss und an ihrer Seite ein Geist. Ein bisschen wie Jessica Jones nur eben an der Uni. Rezension ist auch schon geschrieben. "Pandatage" wird mit der Geschichte "About a Boy" verglichen und da ich dieses Buch richtig gut fand, muss ich diesen Pandakostüm tragenden Vater kennenlernen. Bin schon sehr gespannt.


Nun ist der Streifzug, durch meine Januar Neuzugänge schon vorbei und sind das nicht tolle Bücherschätze. Dieser wilde und bunte Mix wollte hier unbedingt einziehen und ist herzlich willkommen. Was mich besonders freut, ich habe schon 2 davon gelesen. Wie sah denn euer Januar aus? Ist eins meiner Bücher vielleicht auch bei euch eingezogen? Und welches möchtet ihr am liebsten sofort lesen? Ach, Bücher sind was Feines. 

Ganz liebe Grüße
Eure, schon erstaunt auf den wachsenden Februar-Stapel schielende, Sharon
 

Freitag, 14. Februar 2020

Rezension: Roshani Chokshi * Die goldenen Wölfe

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag:
Arctis
ISBN-13: 
978-3038800262
Preis: 19,00 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: August 2019
Übersetzer: Hanna Christine Fliedner und Jennifer Thomas 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Paris öffnet seine Tore zur Weltausstellung in Jahre 1889. Während dieses großen Ereignisses passieren am Rande der Gesellschaft geheime Dinge. Séverin Montagnet-Alarie ist nicht nur ein wohlhabender Hotelier und Kunstexperte, sondern er hat auch eine Mission, nämlich sein verwehrtes Erbe anzutreten und das auch gern mit unlauteren Mitteln. Er und sein Team aus Spezialisten lassen sich auf einen gefährlichen Deal ein und machen sich auf die Suche nach einem besonderen wertvollen Artefakt, nämlichen dem Horus-Auge. Allerdings ist ihnen allen nicht klar, dass dieses Artefakt die Macht hat, in den falschen Händen ihre bisher gekannte Welt komplett zu verändern. Die Suche erfordert alle ihre Fähigkeiten und die Zeit rinnt ihnen durch die Finger. Die Schnitzeljagd beginnt, aber werden sie diese auch gewinnen? Wird Séverin seinem Ziel näher kommen? Und welche dunkle Macht verfolgt sie auf dem Fuße?

Meinung:
Die goldenen Wölfe sind mir durch das Cover aufgefallen und weil eine geschätzte Bloggerin so viel Freude damit hatte. Deshalb ist es auf die Wunschliste gelandet und dann bin ich mit meinem Geburtstagsgutschein los und habe es erfolgreich erstanden. Somit hieß es, ab nach Paris, ab zu einem ungewöhnlichen Team und ab zu einem rasanten Abenteuer. Diese Autorin hat hier einen neuen Trilogie-Auftakt hingelegt und ob mir dieser gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Der Einstieg viel mir etwas schwer, weil mir die kompletten Hintergründe unklar, nicht einfach zu fassen oder verständlich waren. Wir haben also, neben der normalen Welt noch vier Häuser des Ordens von Babel und diese halten die Strippen der Welt in den Händen. Beziehungsweise nur noch zwei Häuser, ein Haus wurde vernichtet und dem anderen die Blutlinie als ausgestorben betitelt. Aber das interessante an diesen Häusern, sie schaffen Magie, Illusionen und die Welt bekommt von den Werken nichts mit. Aber einer möchte sein Erbe wieder aufleben lassen und die Linie seiner Familie weitertragen. Séverin Montagent-Alarie hat sich damals, der Schmach aussetzten müssen, sein Erbe nicht antreten zu dürfen, aber das nimmt er nicht hin. Er kämpft für sein Haus und wenn es nicht Offiziell geht, ergaunert er sich halt sein Recht und für sein Erbe. Bis einem die Grundlagen bekannt sind, dauert es ein bisschen und man muss sich ein wenig einlesen, bevor man es richtig genießen kann.

Wir haben nämlich hier einen richtigen Abenteuerroman mit Spionage und Rätseljagd. Aufgaben die unmöglich erscheinen und dieses Team anspornt, herausfordert und an Unglaubliches denken lässt. Dieses Team erzählt abwechselnd die Geschichte und so bekommen wir einen richtigen Rundumschlag aus Persönlichkeiten, traurigen Geschichten und ungeahnten Talenten. Jeder dieser Figuren hat sein persönliches Päckchen zu tragen, jeder hat seine Gründe mitzumachen und wie aus diesen sechs ein Team wird, ist ein wirkliches Vergnügen. Hier gibt es nämlich herrlichen Schlagabtausch, Streitereien vom Feinsten, unterdrückte Gefühle und jede Menge Lacher. Hier hat die Autorin Grundweg tolle und liebenswerte Figuren geschaffen, die kein bisschen blass sind, sondern stark in die Geschichte eingebunden sind und diese dadurch besonders macht. Man merkt absolut, dass die Autorin jeden mag und ihnen deshalb so viel Liebe und Leben eingehaucht hat.

Die Geschichte aus dem 1889er Paris selbst klingt sehr fantastisch, obwohl die Autorin im Nachwort auf viele Details hindeutet, die es wohl tatsächlich so gegeben haben soll und lässt einiges im Nachhinein in einem anderen Licht stehen. Überhaupt verwendet sie Themen, die immer noch höchst aktuell sind und ins hier und jetzt perfekt passen. Was aber auch traurig und nachdenklich stimmt, da sich an vielen in unserer Gesellschaft nichts wirklich geändert hat. Außerdem muss man am Ball bleiben, um alle Rätsel, Ereignisse und Entdeckungen lückenlos zu verstehen um dem Team folgen zu können. Roshani Chokshi hat einen komplexen Auftakt geschaffen und dazu ein Ende, was einen mehr als aufgewühlt zurücklässt und sich den nächsten Band herbei sehnt.

Die goldenen Wölfe, ist ein ganz besonders Abenteuer, was durch mitreißende Figuren und mysteriösen Fallstricken, ein spannendes und fesselndes Lesevergnügen darstellt. Die Dynamik der Geschichte, sowie die Entwicklung der Charakter ist unglaublich gut gemischt und sorgt für Magie, Spaß und Bildgewalt. Weitergelesen wird hier auf jeden Fall.
 
Henry und ich fanden diesen Mix aus Abenteuer und Fantasy richtig gut und vergeben dafür vier Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:


Roshani Chokshi, geboren 1991, stand mit der Kinderbuchreihe Aru Sha und ihren Fantasy-Romanen The Star Touched Queen und A Crown Of Wishes auf der New York Times-Bestsellerliste. Auf ihren sozialen Kanälen erreicht sie seither eine große Fangemeinde. Chokshi hat indische und philippinische Wurzeln, ist verheiratet und lebt in Georgia.

Quelle: Arctis Verlag

Mittwoch, 12. Februar 2020

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Büchertraumtänzer,

nach vielen Krimis und Romanen muss es auch mal wieder was Fantastischen sein. Findet ihr nicht? Wie wäre es mit etwas düstern, harte Kerle, Straßengangs und einen Armeepriester. Klingt ungewöhnlich und mächtig interessant. Dazu noch ein stimmiges Cover und ja, ich gestehe, mein Interesse ist geweckt und das hier könnte meinen Geschmack treffen. Aber schauen wir es uns doch einfach mal an:
 

Priest of Bones
1. Band
Verlag: Klett-Cotta
Erscheinungsdatum: 22.02.2020

Soldaten, Gangster, Magier… in den dunklen Gassen der Stadt wird darum gekämpft, wer in den Spelunken, Bordellen und Tempeln des Glückspiels das Sagen hat. Der Soldatenpriester Tomas Piety und seine Leute haben ein einfaches Ziel, sie wollen Alles, und das jetzt. 

Der Krieg ist aus, aber die Probleme scheinen erst richtig anzufangen. Der Armeepriester Tomas kehrt mit seinen Soldaten und seiner Stellvertreterin Bloody Anne zurück nach Ellinburg. Aber die Stadt hat sich verändert, sein Imperium besteht nicht mehr. Längst haben andere Kriminelle die Kontrolle über die Gasthäuser, Bordelle und das Glücksspiel übernommen und ein dichtes Netz von Spitzeln geschaffen. Aber Tomas will sich zurückholen, was einst ihm gehörte. Er baut eine Gang auf, die an Gewitztheit und Schlagkraft nicht zu übertreffen ist. Und dann ist da noch Billy the Kid, ein Junge, der von der Göttin berührt ist und über beängstigende magische Fähigkeiten verfügt.


Allein der Untertitel ist doch schon genial: Der Kampf um den Rosenthron, macht doch etwas her. Ein Buch was wahrscheinlich eher die Männerwelt anspricht, aber ich habe allein schon vom Klappentext her bestimmte Bilder im Kopf. Ach, was soll ich euch noch groß erzählen, es ist auf meiner Wunschliste gelandet und wird fest in Auge behalten. Mögt ihr den solche Geschichten? Habt ihr es auch schon entdeckt? Ist eure Wunschliste damit gefüttert?

Ganz liebe Grüße
Eure, schon ewig nichts mehr aus den Klett-Cotta Verlag gelesen habende, Sharon

Montag, 10. Februar 2020

Rezension: Leigh Bardugo * Das neunte Haus

Broschiert: 528 Seiten
Verlag: Droemer Knaur 
ISBN-13: 
978-3426227176
Preis: 18,00 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: Februar 2020
Übersetzer: Michelle Gyo 




Inhalt: 
Die Universität Yale ist nicht nur eine Elite Uni, sondern auch reich an Studentenverbindungen und deren Probleme. Die acht mächtigsten Verbindungen, bringen regelmäßig die wichtigsten Politiker, Künstler und andere große Persönlichkeiten hervor, aber zu welchem Preis? Hierzu benötigt man dunkle Mächte, uralte Magie und okkulten Zauber, damit das nicht überhandnimmt und in Rahmen bleibt, sorgt das neunte Haus für Ordnung. Ihr jüngstes Mitglied Alex Stern bringt eine ganz besondere Fähigkeit mit, denn sie kann ohne Einsatz von tödlicher Magie, die Geister der Toten sehen. Aber ihr Amt ist auf wackeligen Beinen gebaut. Sie ist nicht freiwillig hier, hat die Voraussetzungen für Yale gar nicht in der Tasche, muss sich mit einem arroganten Mentor rumärgern und als dieser verschwindet, passiert auch noch ein Mord. Alex muss sich beweisen und zeigen, aus welchem Holz sie geschnitzt ist. Wird sie sich den unbekannten Mächten stellen? Kann sie allein alle Aufgaben bewältigen? Und kann ihre Fähigkeit ihr dabei helfen?

Meinung:
Leigh Bardugo ist für ihre fantastische Welt bekannt und ihre magischen Figuren und nun schickt sie uns nach Yale. Unileben, Studentenstress, unerwiderter Schwärmereien und viele Partys, so stellt man sich doch ein Leben an der Universität vor. Aber das wäre ja kein Bardugo Roman, das wäre ja viel zu öde, viel zu fad, einfach nicht ihre Welt. Somit zaubert sie uns in dunkle Rituale, bösen Zauber und zu ekligen Schweinereien. Sie lässt das Gefühl alter Bruderschaften wieder aufflammen und die Heimlichkeiten der Macht aufblitzen. Campus Leben verbunden mit Urban Fantasy und Gothic Noir Touch, ob mir das gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Der Prolog spielt im Vorfrühling und berichtet davon, dass unsere Hauptprotagonistin schwer verletzt ist, sich in ihr Schneckenhaus zurückzog und von allen nichts mehr hören möchte. Alex resigniert und sucht im Schmerz der Ohnmacht halt und ich, als Leser frage mich, was da denn nun passiert ist, und schwups landen wir mit Alex im Winter und zu den Ereignissen ihres Handels. Eigentlich gehört sie nicht an diese Universität, eigentlich möchte sie nichts davon studieren und doch treibt ihr Leben sie zu dieser Aufgabe hin, denn wenn nicht dieser Neubeginn, was dann. Aber bevor sie von ihren Mentor Darlington alles erlernen kann, verschwindet dieser. Die Überwachungen der Beschwörungen werden tückischer, Alex fühlt sich mehr und mehr überforderter und dann passiert noch ein Mord. Sie will nicht auch noch einen Mord aufklären müssen, aber sie muss sich zumindest den Tatort anschauen, weil es könnten ja sein, dass einer der acht Verbindungen dahinter stecken und bevor sich Alex versieht, steckt sie bis über den Ohren in Verdunklungen, Verschwörungen die weit über 100 Jahre zurückreichen, drin. Nun muss sich unsere unwillige junge Heldin entscheiden, stellt sie sich dem, oder hält sie sich raus. Was würde wohl Darlington tun. Mich hat die Figur ein bisschen an Jessica Jones erinnert und die mag ich, somit war Alex für mich genau richtig.

Da kommen wir zur zweiten Erzählstimme, denn abwechselnd zu Alex, kommt auch ihr Mentor an die Reihe. Der Goldjunge des neunten Hauses, der sich so auf die Ausbildung seines Nachfolgers gefreut hat und sich durch die Flut von Bewerbern gewühlt hat, um am Ende einer Unwürdigen gegenüber zustehen. Aber ausgerechnet sie hat die Gabe Geister sehen zu können, was ihm nur vergönnt ist, wenn er den passenden Trank nimmt. Nur ist dieser auf die Dauer giftig, weshalb keiner diesen Bewacherposten auf lange Sicht durchhält. In Alex Augen ist er ein verwöhnter Snob aus gutem Hause, aber mit der Zeit, freunden sie sich an, schauen hinter die Fassade und werden ein Team, bis zu jener Nacht, als Darlington Alex Geheimnis errät und spurlos verschwindet.

Mehr sei nicht dazu gesagt, denn es gibt reichlich zu entdecken. Vielleicht vorab ein paar Kleinigkeiten, die mir Probleme bereiteten. Ich kam nämlich ganz schlecht in die Geschichte rein, das lag daran, dass man nicht wirklich wusste, was auf einen zukommt und somit den Erzählungen nicht gleich folgen konnte, und zum anderen durch die verschiedenen Zeitebenen. Sonst bereiten diese mir keine Probleme, aber da beide Figuren auch in ihren Erzählungen in die Vergangenheit abdriften, hatte man öfter das Gefühl dem nicht folgen zu können oder was überlesen zu haben. Aber wenn man einmal in der Geschichte drin ist, mag man nicht aufhören zu lesen.

Ohne Frage Alex ist eine starke Figur, sie versucht eine neue Alex zu werden und scheitert eigentlich kläglich daran und das ist auch gut so. Sie ist eine Kämpferin, wächst über sich raus, aber auch die überschäumenden Gefühle, des Versagens sind ein Teil von ihr und machen sie einfach menschlicher. Mit ihr zusammen stapfen wir durch Beschwörungen, okkulten Zauber, tauchen ein in die Nacht und kämpfen gegen die dunklen Mächte. Dabei bekommt Alex Hilfe von einem Geist und dieser ist mir ehrlich gesagt ans Herz bewachsen. Überhaupt hat Leigh Bardugo eine ganze Reihe von Figuren geschaffen, die unverwechselbar ihre Handschrift tragen und wieder ganz wunderbar einzigartig sind. Diese Geschichte ist eine Suche, nach der Vergangenheit, des eigenen Selbst und der Suche nach der Zukunft. Dazu setzt die Autorin ein interessantes Setting aus Campus-Leben, mit ihren Verfehlungen und böser dunkler Verbindungszauber, der des Öfteren eher abschreckend ist. Mischt das ganze noch mit Härte, Action und Übernatürlichen ab und bekommt spannende Unterhaltung. Ich finde es richtig gut gelungen.

Das neunte Haus ist absolut anders, als ihre sonstigen Geschichten, düsterer, okkulten Zauber und einer starken Kämpferin, die gerade erst erwacht und sich ein neues Ziel gesetzt hat, davon werden wir bestimmt noch hören.         

Henry und ich waren zuerst überrascht, aber am Ende waren wir sehr angetan und dafür gibt es vier Bücherpunkte:

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Über die Autorin: 


Leigh Bardugo wurde in Jerusalem geboren und wuchs in Los Angeles auf. Nach Stationen im Journalismus und im Marketing kam sie schließlich als Special Effects-Designerin zum Film. Leigh lebt und schreibt in Hollywood.


Vielen lieben Dank an den Droemer Knaur Verlag für das  Rezensionsexemplar.
 

Freitag, 7. Februar 2020

Rezension: Christelle Dabos * Die Spiegelreisende: Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast


Gebundene Ausgabe: 613 Seiten
Verlag: Insel
ISBN-13: 
978-3458178262
Preis: 18,00 EUR
E-Book: 15,99 EUR
Reihe: 2. Teil
Erscheinungsdatum: Juli 2019
Übersetzer: Amelie Thoma 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Ophelia kann sich nicht länger verstecken und wird am Hofe eingeführt und sie braucht Schutz. Dieser soll vom Familiengeist Faruk kommen, nur verlangt er dafür eine Gegenleistung und somit wird Ophelia zur Vize-Erzählerin. Sie kann gar keine Geschichten erzählen und muss so, wieder über sich hinauswachsen. Während sie den Kampf antritt und sich allen stellen wird, bekommt sie Drohbriefe, wenn sie die Verlobung nicht löst, wird ihr Schlimmes widerfahren. Ophelia tut das ab, denn es wäre nicht die erste Drohung, aber es passieren einige unglaubliche Dinge am Hofe, denn es verschwinden bedeutende Persönlichkeiten der Himmelsburg und ehr sich Ophelia versieht, steckt sie mittendrin. Ihre Welt wird immer unbestimmter, zwischen Sanduhren, Illusionen und bösen Absichten muss Ophelia kämpfen und am Ende eine folgenschwere Entscheidung treffen. Wird Ophelia die Vermissten finden? Was führt Thorn weiter im Schilde? Und wird diese Verlobung endlich gelöst?

Meinung:
Oh, diese Ophelia hat es mir angetan. Im ersten Teil eroberte sie mein Herz, aber hier ist sie eine stürmische Heldin. Naja, für Ophelias Verhältnisse, denn die Spiegelreisende hat es in der Welt von Macht, Illusion, Geheimnissen immer noch schwer und ich als Leserin fand die über 600 Seiten viel zu kurz. Ihr seht, ich bin immer noch schwer begeistert und kann nur sagen, Wahnsinn! Warum? Das erzähle ich euch nun.

Ophelia hat das Versteckspiel nun hinter sich und muss sich neuen Aufgaben stellen, wie Geschichtenerzählerin werden. Auch noch vor Publikum und einem Familiengeist, der alles sofort wieder vergisst. Dazu kommt, dass sie immer noch einen Spießrutenlauf durch die Gesellschaft der Himmelsburg macht und die Bösartigkeiten ertragen muss. Außerdem ist Ophelia immer noch sauer auf Thron und blockt alle seine Versuche für ein Treffen ab. Ophelia will sich selbst treu bleiben und durchhalten, für sich und für ihre Familie. Natürlich bleibt das allein nicht die einzige Aufgabe von Ophelia, denn mit schöner Sicherheit rast sie ins nächste Abenteuer. Diese Verlobung bringt so viele Tücken und Gefahren mit sich, das man allein davon um die Ecke schauen, schon in die nächste Herausforderung rutschen kann. Tja und dann kommt auch noch Ophelias Familie dazu, als ob sie nicht schon genug Sorgen hat. Eine ganze Menge Arbeit für unsere zarte Heldin, aber sie packt die Sache an, stellt sich der Herausforderung und schlottert doch mit ihren Schal um die Wette und genau dafür liebe ich diese Figur mega.

Mehr Inhalt mag ich nicht verraten, denn es ist eine absolute Achterbahnfahrt von Ereignissen und wir nähern uns dem Kern der Wahrheit Stück für Stück. Außerdem passieren so viele Dinge in Ophelias Welt, dass man kaum zum Luftholen kommt. Das die Himmelsburg von Intrigen, Illusionen und Machtgefüge trotzt, wissen wir ja schon, aber das Ophelia endlich die Kraft hat sich diesen zu stellen und am besten zu umschiffen, das ist der Clou. Natürlich macht sie das alles auf ihre Art und bleibt sich damit treu, aber die Zeit des Bangen ist nicht vorbei. Dann ist da ja noch Thorn, dem sie nicht ewig aus dem Weg gehen kann und langsam, ganz langsam sieht sie ihn mit anderen Augen, zumindest versucht sie, hinter seinem Handeln zu blicken, auch wenn das alles andere als leicht ist. So bahnt sich vielleicht doch eine Liebesgeschichte an, obwohl es keine Liebesgeschichte ist. Au Mann, es ist diesmal so gut, so gut, so gut.

Die Autorin hat ein ganzes Füllhorn aus Vielfalt, Ideenreichtum und Atmosphäre über die Geschichte verstreut. Es ist so unglaublich raffiniert geschrieben, dazu diese einmalige Welt in der ich mich immer mehr wohlfühle, auch wenn die Himmelsburg nicht mein liebster Ort ist und ihre Figuren. Gott, diese Figuren sind mit so viel Leben, Liebe und Originalität gefüllt, das man sie einfach lieben muss, jeden, aber auch wirklich jeden, denn sie sind alle ziemlich genial in die Geschichte eingebunden. Tja, und mit unseren Verlobten leidet man ja so schön mit, man zieht an ihnen, man schüttelt an ihnen und man möchte endlich das sie sich klar gegenüberstehen. Aber es ist ein Kampf und dieser ist doch genial mit eingesponnen, zwei starke Figuren, die erst erkennen müssen wofür sie stehen. Ich finde diese Spiegelwelt einfach großartig, vielschichtig, so überraschend anders und so vielversprechend magisch.

Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast ist der zweite Teil der Reihe um Ophelia, der Spieglereisenden und dieser ist absolut stark. Die Sucht hat mich voll im Griff und ich muss bald, unbedingt Teil drei lesen, wie gut das der Abschluss Band schon angekündigt ist. Eine unglaublich starke Reihe. 

Henry und ich sind total begeistert, was für ein genialer Kram und deshalb die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:

 
Christelle Dabos wurde 1980 an der Côte d’azur geboren. Nach ihrem Studium zog sie nach Belgien und arbeitete als Bibliothekarin. als sie 2007 an Krebs erkrankte, begann sie zu schreiben. zunächst veröff entlichte sie auszüge aus Die Spiegelreisende im Internet. Nachdem sie den Jugendbuchwettbewerb von Gallimard Jeunesse gewann, wurde der erste Band der Serie, Die Verlobten des Winters, publiziert und entwickelte sich rasch zu einem Bestseller. Die ersten drei Bände sind auch in Deutschland Bestseller geworden.

Quelle: Insel Verlag

Die Spiegelreisende - Reihe:
 
https://www.genialokal.de/Produkt/Christelle-Dabos/Spiegelreisende-Band-1-Die-Verlobten-des-Winters_lid_38352579.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Christelle-Dabos/Die-Spiegelreisende-Band-3-Das-Gedaechtnis-von-Babel_lid_39283005.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Christelle-Dabos/Die-Spiegelreisende-Band-4-Im-Sturm-der-Echos_lid_41798154.html?storeID=barbers

1. Teil: Rezension I 3. Teil I 4. Teil: Erscheinungdatum: 18.05.2020


Mittwoch, 5. Februar 2020

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Buchduftliebhaber,

der hanserblau Verlag hat letztes Jahr die Buchperle "Der Gesang der Flusskrebse" herausgebracht und auch dieses Jahr, scheinen sie ein Händchen für besondere Geschichten zu haben. Ich habe nämlich ein weiteres Buch entdeckt, was dramatisch, abgründig und vor Kleinstadtgeplapper trotzt. Sofort möchte man es in die Hand nehmen und dem Geschehen auf den Grund gehen und hinter die Geheimnisse gucken. Seid ihr nun gespannt, dann schauen wir uns mal das Buch an:
 


Miracle Creek
Verlag: hanserblau
Erscheinungsdatum: 09.03.2020

Wie weit würden wir gehen, um unsere schamvollsten Geheimnisse zu bewahren? "Mit durchdringender Menschenkenntnis führt Angie Kim tief in das Innenleben ihrer Charaktere." (Los Angeles Times)

In der Kleinstadt Miracle Creek in Virginia geht ein Sauerstofftank in Flammen auf. Zwei Menschen sterben – Kitt, die eine Familie mit fünf Kindern zurücklässt, und Henry, ein achtjähriger Junge. Im Prozess wegen Brandstiftung und Mord sitzt Henrys Mutter Elizabeth auf der Anklagebank. Und die Beweise sind erdrückend. Hat sie ihren eigenen Sohn ermordet? Während ihre Freunde, Verwandten und Bekannten gegen sie aussagen, wird klar: In Miracle Creek hat jeder etwas zu verbergen. 


Ich finde, das klingt wieder richtig gut. Nach Schein und Sein, die Augen vor der Wahrheit verschließen und sich vom eigentlichen Drama abzuwenden. Eine Kleinstadt, wo jeder was zu verstecken hat und die Geheimnisse auch geheim sind. Viel Klatsch und Tratsch führen da schnell zu einem falschen Urteil, der Leser darf sich also auf eine Schnitzeljagd nach der Wahrheit begeben und darauf bin ich wirklich gespannt. Wer von euch hat es auch schon entdeckt? Bei wem steht es auf der Wunschliste? Und wer hat noch nicht die Flusskrebse gelesen? 

Ganz liebe Grüße
Eure, sich dicke Kuschelsocken anziehende, Sharon

Montag, 3. Februar 2020

Rezension: Antti Tuomainen * Klein-Sibirien

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Rowohlt  
ISBN-13: 978-3498065560
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Januar 2020
Übersetzer: Niina Katariina Wagner und Jan Costin Wagner




Inhalt:
Es ist Nacht als der ehemalige Rallye-Fahrer Tarvainen über die Straßen fliegt, sein Begleiter ist der Allkohl und der Wunsch, sein Leben zu beenden. So rast er durch die schneebedeckte Einöde Nordfinnlands, als plötzlich der Himmel sich auftut und ein Meteorit durch sein Autodach kracht. Dieses Stück aus dem All entpuppt sich als millionenschwerer Schatz und bringt die Bewohner von Hurmevaara mächtig durcheinander. Das gute Stück soll vorübergehend ins Museum, bevor es abgeholt wird, damit keiner auf dumme Gedanken kommt, beschließt der Gemeinderat, das man den Meteoriten auch nachts bewacht. Darunter auch der Pfarrer des Ortes, Joel, der auch eine militärische Vergangenheit hat und somit nicht ganz ohne Erfahrung ist. Diese Erfahrung macht sich auch direkt bezahlt, denn man ist hinter dem Meteoriten her und das organisierte Verbrechen schläft nicht. Dabei hat Joel ganz andere Sorgen, seine Frau ist schwanger und eins ist gewiss, er kann nicht der Vater sein. So kämpft der Pfarrer mit der Eifersucht und gegen Berufskriminelle, die nach den Sternen greifen. Wird er den Meteoriten beschützen können? Welche Versuchungen werden sich ihm offenbaren? Und von wem ist seine Frau schwanger?

Meinung:
Ich bin ehrlich gesagt immer hochentzückt, wenn der Rowohlt Verlag einen neuen Roman von Antti Tuomainen herausbringt und Gott sei Dank, passiert das seit drei Jahren im Januar. Somit sind mir herrliche Lesestunden in Januar garantiert und eine skurrile Geschichte noch dazu. Mehr mag ich vorab gar nicht verraten, sonst liest keiner weiter, also erzähle ich doch gleich mal, wie es mir in Klein-Sibirien gefallen hat.

Im Prolog erleben wir eine rasante Fahrt, die einfach unglaublich toll beschrieben ist, wir fliegen über die Straße, sehen links und rechts eine Schneelandschaft, spüren die Kälte und riechen den Dunst vom starken Allkohl und dann macht es BÄMMMMM. Das Ereignis ist geschehen und wir lernen Joel kennen, der Pfarrer, der erst seit zwei Jahren im Dorf ist und sich die Untergangslitanei eines Gläubigen in seiner Sprechstunde anhört. Er ist für einen Pfarrer recht ungewöhnlich, er predigt nicht unbedingt wie ein Geistlicher, er verhält sich nicht starr nach Gottesgesetz, sondern ist eher ein Zuhörer, der die richtigen Worte findet und doch spürt man, das auch er Wunden hat, die noch nicht ganz genesen sind. Eine große Belastung scheint zu sein, dass er seiner Frau immer noch nicht gestanden hat, dass er seit einer Kriegsverletzung unfruchtbar ist. Aber das wird ihn auch gleich in den Abgrund werfen, denn diese eröffnet ihm, dass sie schwanger ist. Er ist sprachlos und durcheinander, seine Krista, das kann nicht sein, bevor er das Gespräch nutzt, verschwindet er lieber in die Nachtschicht ins Museum und bewacht diesen Meteoriten. Aber auch hier erlebt er eine Überraschung, denn er wird überfallen und niedergeschlagen. Er verfolgt die Täter, nur um dann festzustellen, dass sie die falsche Vitrine erwischt haben. Aber nun hat Joel eine Aufgabe, denn er will die Kriminellen fernhalten und Kristas Liebhaber finden.

Das ist das Grundgerüst der Geschichte, wie immer ist diese etwas schräg, ich frag mich immer, wie kommt der Autor nur auf solche Ideen, aber sie sind genial. Ein Spiel aus menschlichen Abgründen und Zwickmühlen der eigenen Moral. Natürlich läuft nicht alles glatt, natürlich eröffnen sich immer neue Probleme und ganz klar gerät unser Joel ins Hintertreffen. Er allein gegen ein ganzes Dorf, zumindest kommt es ihm so vor, denn er sieht jetzt alles mit anderen Augen, hinterfragt jedes Gespräch und sieht hinter allem etwas Verdächtiges. Da tun sich ganz klar Missverständnisse auf und auch seine Ehe läuft gerade ohne ihn, ins Verderben. Wie soll Joel überall Klarheit hinein bekommen, er versucht sein Alltag anders zu gestalten und gerät immer tiefer in Ungereimtheiten. Auch das Versteckspiel mit seiner Frau, bringt ihn an seine Grenzen und dann tauchen auch noch Drohungen auf. Joel muss ein Spiel auf Messersschneide spielen und fühlt sich dem so gar nicht gewachsen.

Klein-Sibirien ist wieder hervorragend geschrieben, ich weiß nicht, wie der Autor das immer hinbekommt, aber er ist ein ganz großer Erzähler. Seine Geschichten sind mit so viel Humor bestickt und auch die Action kommt nie zu kurz, aber das ist nicht alles, denn er spielt auch mit seinen Figuren ein moralisches Zwickmühlen Schach und macht diese somit für uns Leser, lebendig, menschlich, nahbar. Man fühlt mit ihnen, schwankt mit ihren Entscheidungen und Tanz mit ihnen den Krimiwalzer mit melancholischer Melodie. Ich könnte jetzt noch viel mehr Worte des Lobes ausdrücken, oder ich sage einfach, lest es, unbedingt. Eine richtig starke Geschichte die fantastisch unterhält und absolut Spaß macht. Diesen Autor müsst ihr entdecken und unbedingt ausprobieren.

Klein-Sibirien hat mich wieder gepackt, amüsiert, begeistert und jetzt heißt es wieder warten, auf den nächsten Januar. Ein Autor, der eine unvergleichliche Erzählstimme hat und diese wirklich meisterhaft einsetzt. 

Henry und ich finden diesen Finnen mega und sind wohl schon große Fans, deshalb die vollen Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:


Antti Tuomainen, Jahrgang 1971, ist einer der angesehensten und erfolgreichsten finnischen Schriftsteller. Er wurde u.a. mit dem Clue Award, dem Finnischen Krimipreis ausgezeichnet, seine Romane erscheinen in über 25 Ländern. Antti Tuomainen lebt mit seiner Frau in Helsinki.
 
Quelle: Rowohlt Verlag

Weitere Werke bei Rowohlt:

https://www.genialokal.de/Produkt/Antti-Tuomainen/Die-letzten-Meter-bis-zum-Friedhof_lid_32842857.html?storeID=barbershttps://www.genialokal.de/Produkt/Antti-Tuomainen/Palm-Beach-Finland_lid_36844381.html?storeID=barbers

Vielen lieben Dank an den Rowohlt Verlag für das  Rezensionsexemplar.