Donnerstag, 22. März 2018

Rezension: Julie Murphy * Dumplin'


Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: FJB
ISBN-13:
978-3841422422
Preis: 18,99 EUR
E-Book: 16,99 EUR
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: März 2018
Übersetzer: Kattrin Stier




Inhalt:
Willowdean gehört nicht zu den Mädchen, die einen Schönheitswettbewerb gewinnt, sie ist nämlich dick. Aber sie fühlt sich so wohl, zumindest dachte sie das immer trotz ihres Umfeldes. Denn im Hause ihrer Mutter gibt es einmal im Jahr nur noch das Thema „Miss Teen Blue Bonnet“, der, aber auch wirklich der Schönheitswettbewerb überhaupt. Bis jetzt ließ, dieses Thema, Will total kalt, bis an dem einen Tag, als Bo sie küsst. Bo, der attraktive Sportler von der Privatschule, der mit ihr zusammen in einem Imbiss arbeitet, der stille Bo, in dem sie heimlich verliebt ist, hat sie geküsst. Aber es fühlt sich zugleich gut und schlecht an, denn Willowdean überkommen nun doch Zweifel an ihren Körper. Überfordert mit ihren Gefühlen, zieht sie sich zurück und findet bei ihrer verstorbenen Tante einen Anmeldebogen zum Wettbewerb und in Will reift ein Gedanke. Soll sie sich bei dem Wettbewerb anmelden? Wie steht Bo zu ihr wirklich? Und wird Willowdean damit eine Lawine, der Empörung lostreten?

Meinung:
Als mir dieses Buch vorgestellt wurde, war ich sofort verzückt. Ein dickes Mädchen was sich richtig was traut, das habe ich mich als Jugendliche nämlich nicht, sondern auch lieber versteckt, in zu weite Pullis und dunklen Farben. Schönheit, ist ja immer eine Sache des Betrachters und warum sollen dicke Mädchen, oder nicht der Modewelt entsprechende nicht wunderschön sein? Außerdem wollte ich ihre Gefühlswelt lesen, weil ich mich sofort an einigen Stellen an meine Schulzeit erinnert wurde, auch wenn ich nicht dick war, verunsichert und überfordert, aber auf jeden Fall. Ob ich mit Willowdean auf derselben Welle geschwommen bin, erzähle ich euch nun.

Willowdean ist ein starkes Mädchen, sie weiß, dass sie dick ist, pfeift aber darauf. Sie lässt sich nicht verbiegen und hat sich ein stabiles Umfeld, trotz ihrer Mutter mit dem Schönheitswettbewerb, geschaffen. Allerdings bricht an einigen Stellen ihr Halt weg, ihre Tante, die extrem dick war, ist früh verstorben und hinterlässt eine große Lücke und auch mit ihrer besten Freundin Ellen gibt es Differenzen. Was ganz klar ist, in dem Alter, denn Ellen ist groß und schlank, hat einen Freund und diese Beziehung schreitet eben immer mehr auf Ebenen voran, wo Will nicht mitkommt und so schleichen sich eben dumme Gedanken ein. Man möchte nicht als hässliche Freundin in allem zurückbleiben und so schafft Will es nicht, ihr von Bo zu erzählen. Diesen Schatz möchte sie für sich behalten, aber auch das macht sie unglücklich. Es ist eben die Zeit der Unsicherheit, sich selbst in Zweifel zu setzten und der Zeitpunkt um seine Stärken auszuloten. Und was soll ich sagen, Willowdean ist spitze, ich mochte sie von der ersten Zeile an und ihre Gefühlswelt ist absolut nachvollziehbar. Ich hatte unglaubliche Freude ihren Weg mitzuerleben.

Tja, und was für ein Weg. Julie Murphy ist eine kleine Glanzleistung gelungen. Sie spricht so viele Probleme und Sorgen von Jugendlichen an, das sogar ich sofort wieder an Schule und dumme Jungs denken musste. Dieser Spießrutenlauf, der sich für besser haltende Mädchen, auf den Schulflur und dieser Wahnsinn was Schönheitsideale angeht. Dazu noch die Machtintrigen und die Gerüchte, Schule kann ja auch so grausam sein, als Außenseiter und dann kommt Will. Ihre Gedanken haben mich so oft an mich erinnert und ich wäre auch so gern schlagfertig gewesen, wie sie. Aber auch sie musste das lernen und den Mut finden. Dazu noch die verwirrenden Gefühle von Bo, und das innerliche Chaos ist perfekt. Dieses Gefühl für alle nicht gut genug zu sein, diese Blicke, die sagen „Was will die denn?“ einfach herrlich beschrieben und absolut klasse in Szene gesetzt. Diese Autorin spricht vieles aus der Seele und schafft mit dem Schönheitswettbewerb noch mal einen ganz anderen Rahmen, denn eigentlich ist der Contest nur eine Nebenrolle. Im Grunde wächst Willowdean in der Geschichte über sich hinaus, ergreift Verantwortung und findet ihren Platz im Leben. Dieser muss für andere nicht logisch sein, aber Schönheit ist nun mal für jeden was anderes. Auf mehr möchte ich gar nicht eingehen, wie Bo zum Beispiel, denn dieser junge Mann überrascht auch und das sollte jeder selber genießen, ob er es wirklich ernst meint, oder nicht.

Für mich ein absolut verdienter Bestseller, der alles hat, Freundschaft, Liebe, Träume und ein Weg nach vorn. Unglaublich herzlich beschrieben, authentisch erzählt, mitreißend durch die Seiten geführt und ein absolut überzeugendes Ende. Was nämlich im Leben wirklich zählt, sind nicht die Meinungen der Anderen, sondern das man glücklich ist. Go, Willowdean, go!

Henry und ich fanden diese Geschichte so stark und auf dem Punkt, deshalb die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin: 

Julie Murphy lebt mit ihrem Mann, der sie liebt, ihrem Hund, der sie vergöttert, und ihren Katzen, die sie akzeptieren, in Texas. Nachdem sie sieben Jahre als Bibliothekarin gearbeitet hat, widmet sie sich jetzt ganz dem Schreiben. Wenn sie nicht gerade schreibt oder in Erinnerungen an die guten alten Zeiten in der Bibliothek schwelgt, schaut sie Filme, die nur fürs Privatfernsehen gemacht wurden, fahndet nach der perfekten Pizza mit viel Käse oder plant ihre nächste große Reise. Julie Murphy lässt sich wie Dumplin' kein noch so verrücktes Abenteuer entgehen.



Vielen lieben Dank an den FJB Verlag für dieses Rezensionsexemplar. 


Kommentare:

  1. Konban wa, Inga san.
    Abwechslungsweise mal wieder direkt unter der Woche - wie Du siehst hat der Abendschlummer nicht obsiegt... ;-)

    Für manche ist der BMI eher Ersatzreligion. Amüsativ, die schiere Inbrunst, mit der einem Fitness-Junkies, Ernährungsberater, Life-Stylisten, Vh-Kursanbieter - in der Regel mit linder Körperunterfettung - vorbeten, dass eine Abweichung von der Norm des Teufels sei.

    Stimmt - die Welt wäre ärmlich, wenn sie auf eine Norm getrimmt würde. Der Gedanke fällt Apologeten ganzheitlicher Normierungen aber eher selten ins eigene Weltbild. Du zählst abschliessend ja die eigentlichen Schätze im Leben auf - voila!

    Schokomann geht bei dem Thema gleich in die stabile Seitenlage über...

    bonté

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    1. Servus Robert,

      sehr vorbildlich .... mich hat letzte Woche die Migräne so im Griff gehabt, das ich nicht wirklich antworten konnte.

      Es ist okay auf sein Gewicht zu achten, aber unsere Gesellschaft setzt völlig falsche Signale und übertreibt maßlos.

      Schokomann hat auch seinen kleinen stolzen Bauch und das ist gut so ...lach...

      Hab noch einen schönen Sonntagabend
      Inga

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  2. Hallo meine liebe Sharon,

    auf dieses Buch freue ich mich auch schon und werde es daher schon bald lesen. Ich bin gespannt und neugierig, wie mir die Story gefallen wird.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo lieber Uwe,

      da bin ich mal gespannt, ob das ein Thema für dich ist ...hihi... auf jeden Fall große Lesefreude :-)

      Ganz liebe Grüße
      Sharon

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