Montag, 8. August 2016

Rezension: Adriana Popescu * Paris, du & ich


Broschiert: 352 Seiten
Verlag: cbj  
ISBN-13:
978-3570172322
Preis: 14,99 EUR
E-Book: 11,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Juli 2016




Inhalt:
Emma ist schwer verliebt, in den französischen Austauschschüler Alain und würde ihn, am liebsten nicht loslassen. Deshalb fast sie einen Plan und möchte ihn in den Herbstferien überraschend Besuchen. Immerhin geht es in die Stadt der Liebe, nach Paris und Emma freut sich riesig darauf. Mit Sack und Pack steht sie vor seiner Tür, um dann zu erfahren, dass er schon lange eine Freundin hat. Nun steht Emma da, im Regen, ohne Bleibe, ohne Sinn und auch noch in ihrer Lieblingsstadt. Nach zwei verheulten Hoteltagen traut sie sich raus, auf die Straßen von Paris und lernt Vincent kennen, den ein ähnlicher Schicksalsschlag getroffen haben muss. Zusammen beschließen sie, sich nie wieder so zu verlieben und trotzdem die Stadt für sich zu entdecken. Eben halt in eine andere Richtung, nicht zum Verlieben, sondern entlieben. Aber ob das funktionieren wird? Wird Emma, Alain so schnell vergessen können? Warum geht Vincent nie an sein Handy? Und warum stört es Emma, wenn Vincent seine Ex-Freundin erwähnt? Wird Paris seine Magie spielen lassen?

Meinung:
Ein neuer Roman von Adriana Popescu und ich freute mich diebisch darauf, als ob ich eine Fernreise nach Paris selbst gewonnen hätte, denn ich weiß, wenn ich das Buch aufschlagen habe, bin ich in Paris und werde wieder alles hautnah Selbst erleben und entdecken. Außerdem freu ich mich sehr auf ihre Figuren, die einen einfach ans Herz wachsen und da frage ich mich immer, woher nimmt sie die nur. Also wie ihr seht, große Erwartungen und Ansprüche und ich wurde mit keiner Seite enttäuscht.

In Emma findet man sich selbst schnell wieder. Sie ist etwas schüchtern, möchte gern bei den großen Mädels mitspielen und ist doch nur, das nette Mädchen von nebenan. Oft wegen ihrer Träume und Vorstellungen belächelt, aber mutig genug, um sie allein um zusetzten und nach Paris zufahren. Ich mochte sie sofort. Sie hat diesen ganz natürlichen Charme, der einen sofort in den Bann nimmt und der denjenigen selbst nicht auffällt. Dann fand ich ihre Art Paris zu entdecken, oder eben nicht alle Touristenstationen abzulaufen, sondern den Zauber selbst zu finden und lieber in den kleinen Gassen herumzuspazieren einfach fantastisch.

Vincent dagegen ist ein außergewöhnlicher Typ, bunte Socken, groß und ein bisschen schlaksig, aber mit dem schönsten verschmitzten Lächeln der Welt. Er ist spontan, wirkt dabei aber manchmal ein bisschen verpeilt, überspielt das aber alles mit einem passenden Spruch und bringt einen einfach dazu ihn zu mögen. Da hat man gar keine andere Wahl. Aber trotz seiner Leichtigkeit und seinem Schwung Emma von ihrem Liebeskummer abzulenken, spürt man, dass auch er leidet und sein Päckchen zu tragen hat. Tja, und man möchte einfach wissen, was ist bei ihm los.

Adriana Popescu hat für mich wieder Mal das Perfekte, träum dich weg Buch geschrieben und für mich war es ein absoluter Lesegenuss. Die Mischung aus Paris und diesen beiden jungen Leuten war absolut gelungen und harmonierte wirklich auf jeder Seite. Für mich war nicht nur die Geschichte von Emma und Vincent einfach nur schön, sondern die Beschreibungen von Paris. Ich habe nämlich ganz schreckliches Fernweh bekommen. Dabei hat sie es so wunderbar hinbekommen den wirklichen Charme dieser Stadt einzufangen, mir geht es nämlich auch nie nur um die Touristenplätze, klar muss man diese Orte Mal gesehen haben, aber das wirkliche Flair, der Genuss und den Zauber findet man nun Mal nur abseits. Diese kleinen Winkel, die auch schon viele große Autoren genossen und inspiriert haben, hat sie perfekt einfangen und ich fühlte mich wie dort und ich glaube, das geht auch Lesern so, die noch nicht dort waren, denn es war alles perfekt im Kopfkino. Dazu dann die aufblühende Pflanze der Liebe zwischen Vincent und Emma und e voilá, wir haben Paris.

Ich kann das Buch wirklich nur jedem ans Herz legen, der Humor, Paris und die wunderbare Leichtigkeit des Verliebtseins erleben möchte. Der gerne raus aus dem Alltag will, sich die wunderbare Musik anmacht, die hinten im Buch steht, und einfach nur noch genießen. Dazu noch der wunderbare leichte, witzige und charmante Schreibstil und es ist einfach eine runde Sache. Bravo Frau Popescu, ich bin gespannt, welche Stadt oder Land ich als Nächstes wieder für mich entdecken darf und in was für einen Traumtypen, ich mich wieder mit verlieben werde.
 
Henry und ich wurden wieder verzaubert und finden es ist wieder ein fabelhafter Sommerroman, so gibt es die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:


Adriana Popescu, 1980 in München geboren, arbeitete als Drehbuchautorin fürs Fernsehen, bevor sie für verschiedene Zeitungen, Zeitschriften und City-Blogs schrieb. 2012 gelang ihr mit dem E-Book »Versehentlich verliebt« der Auftakt einer Reihe von Überraschungserfolgen. Mittlerweile harrt eine große Fangemeinde ihren nächsten Veröffentlichungen entgegen, die in mehreren großen Publikumsverlagen erscheinen. Mit »Paris, du und ich« legt sie nun ihren heiß ersehnten zweiten Jugendroman vor.

Quelle: cbj Verlag


Vielen lieben Dank an den cbj Verlag für das  Rezensionsexemplar.



Freitag, 5. August 2016

Rezension: Wolfgang Herrndorf * Tschick


Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: rowohlt 
ISBN-13: 
978-3499256356
Preis: 8,99 EUR
E-Book: 8,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: März 2012 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Maik Klingenberg ist ein Außenseiter in seiner Klasse, aber er ist in das beliebteste Mädchen verliebt. Allerdings weiß er nicht, wie er an sie ran kommen soll, er hofft still und heimlich, dass er auf ihrer Geburtstagsparty zum Zug kommt. Aber das Unvorstellbare passiert, am letzten Tag vor den Ferien, hat er immer noch keine Einladung erhalten. Frustriert, verärgert und einsam, nimmt er sein schreckliches Schicksal die Sommerferien allein zu verbringen an, denn zu Hause wartet das Taxi für die Mutter, die zur Entzugsklinik fährt und der Vater macht mit seiner Geliebten Urlaub. So bleibt Maik allein zurück, bis sein Klassenkamerad Tschick vor der Tür steht. Eigentlich haben die Zwei so noch nichts miteinander zu tun gehabt, immerhin ist Tschick erst in die Klasse gekommen und dazu kommt, dass er einen Integrationshintergrund hat. Aber da nichts ansteht, verbringen die beiden Zeit zusammen und düsen mit dem geklauten Lada rum. Bis die Idee immer mehr heranreift, einfach drauf loszufahren, ohne Karte und Kompass, einfach ins Abenteuer. Und so startet sie los ...

Meinung:
Über dieses Buch wurde schon so viel geschrieben, so viele Meinungen kundgetan, dass es eigentlich meiner Worte nicht mehr bedarf. Aber ich mag trotzdem meine Gefühle und Gedanken in Worte fassen und sie für euch, oder mich, besser gesagt niederschreiben.

Dieses Buch lag schon sehr lange auf meinem Stapel der ungelesenen Bücher, und da jetzt bald ein Kinofilm startet und viele deshalb vorab noch zum Buch greifen, dachte ich, warum ich nicht auch. Gesagt, getan und schon fing das Abenteuer an.

Wolfgang Herrndorf hat hier wirklich gut unsere Gesellschaft eingefangen und ich glaube, es ist nicht nur ein Jugendbuch, sondern eine Geschichte für jedermann. Man kann herrlich seine eigene Jugend reflektieren, seine Sorgen in diesem Alter nachempfinden und den jungen Maik in so vielen Dingen wirklich verstehen. Dann fand ich diese Unbeschwertheit, dieses nicht wirklich Bedenken und einfach dieses naive Vorangehen, herrlich zu lesen. Das Leben für diesen Augenblick genießen und den Moment, wo alles gut ist, hoch leben lassen. Dieses Gefühl, von Freiheit, blinden verstehen und einfach drauf losfahren, hat der Autor wunderbar eingefangen.

Gleichzeitig lässt er einen aber auch zwischen den Zeilen lesen. Nehmen wir Maiks Eltern, beide sind mehr mit sich selbst beschäftigt und lassen ihren Sohn allein. So muss Maik schneller erwachsen werden, mit seinem Kummer allein klarkommen und manche Entscheidungen treffen, die sonst ein Jugendlicher nicht treffen muss. Ein Problem, was in unserer Gesellschaft immer größer wird, dass sich selbst in den Mittelpunkt stellen und alles drum herum vergessen. Dann die Behandlung von Ausländern, die ganzen Vorurteile, das ablehnende Verhalten der Mitmenschen und das, nicht an sich ran kommen lassen. Genauso lässt er seine beiden Helden auf Fremde treffen und wie wir doch immer, das Schlimmste erwarten. Das uns immer gepredigt wird, Angst vor Fremden zu haben und dann die tollsten Dinge erleben. Damit will ich nicht sagen, dass man nicht vorsichtig sein soll, sondern das wir so viele negative Gedanken in unseren Köpfen verankert haben, das uns die Unbeschwertheit mit neuen und fremden einfach nicht leicht fällt.

So erleben wir ein richtiges Roadmovie mit vielen Auf und Abs und verbringen einen wunderbaren Sommer. Wolfgang Herrndorf hat eine ganz tolle Art zu erzählen und trifft mit seiner Wortwahl immer den richtigen Ton. Dabei kommt es so locker und einfach rüber, er transportiert Gefühle so leicht und schafft so eine unglaubliche Atmosphäre. Er lässt uns lachen, mitfiebern, verstehen und miterleben, das Gefühl dabei zu sein, ist hier sehr stark vertreten. Außerdem mochte ich seine Bilder, die er in unseren Köpfen auslöst, die irre Fahrt durchs Feld, der Regen der aufs Autodach prasselt und der Sprung in den See. Unverblümt, ehrlich, ein bisschen melancholisch und man wünscht sich so sehr, dass diese Fahrt nicht endet.

Henry und ich hätten am liebsten unsere Sachen gepackt und auch solch einen Sommer erlebt, deshalb die vollen Bücherpunkte:

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Über den Autor:
 
Wolfgang Herrndorf, 1965 in Hamburg geboren und 2013 in Berlin gestorben, hat ursprünglich Malerei studiert. 2002 erschien sein Debütroman «In Plüschgewittern», 2007 «Diesseits des Van-Allen-Gürtels», 2010 und 2011 folgten die Romane «Tschick» und «Sand», 2013 das posthum herausgegebene Tagebuch «Arbeit und Struktur» und 2014 der Fragment gebliebene Roman «Bilder deiner großen Liebe». An diesem Buch, dessen Heldin Isa ihren ersten großen Auftritt in «Tschick» hat, arbeitete Herrndorf noch in den letzten Lebenswochen, er hat ihn selbst zur Veröffentlichung bestimmt.
  
Quelle: Rowohlt Verlag
 
KINOSTART: 15.09.2016

 

Mittwoch, 3. August 2016

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo liebe Bücherduftliebhaber,

habt ihr eine allerbeste Freundin? Seid ihr auch unzertrennlich? Könnt ihr euch nicht vorstellen, dass es jemals anders wird? Nein, dann habe ich wohl, ein passendes Buch für euch. In meiner Entdeckung geht es um zwei Freundinnen, die gemeinsam alles zusammen gemacht haben, bis zu diesen einem Abend. Aber lest hier Mal selber:
 

The Girls
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 26.08.2016

Josephine und Freya sind beste Freundinnen. Gemeinsam besuchen sie ein englisches Eliteinternat, sind süchtig nach Leben und Erfolg. Von den anderen werden sie beneidet - alle wären gerne so wie sie. Doch die beiden sind unzertrennlich, für eine Dritte im Bunde ist kein Platz. Bis eine verhängnisvolle Nacht alles verändert.
18 Jahre später: Josephine ist Ausgrabungsleiterin, in der ganzen Welt unterwegs und eigentlich auf der Flucht: vor sich selbst, dem Leben, vor Beziehungen. Und vor allem vor den Erinnerungen an das, was damals geschah. Nach Jahren ohne jeden Kontakt meldet sich plötzlich Freya bei ihr. Sie besteht auf ein Treffen. Und sie macht unmissverständlich klar, dass es Zeit ist, das Schweigen zu brechen.


Ist das nicht ein guter Stoff? Da kribbelt es doch direkt in den Finger, da möchte man wissen, was passiert ist. Wer hat also das Buch auch schon für sich entdeckt? Bei wem steht es auch schon auf der Wunschliste? Wie gut das mein bester Freund, mein Mann ist ...lach...

Ganz liebe Grüße
Eure, sich ein Milchkaffee machen gehende, Sharon