Montag, 15. Januar 2018

Rezension: Dan Brown * Origin


Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
ISBN-13: 978-3431039993
Preis: 28,00 EUR
E-Book: 22,99 EUR
Reihe: 5. Teil
Erscheinungsdatum: Oktober 2017
Übersetzer: Axel Merz 


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Inhalt:
Zukunftsforscher Edmond Kirsch steht im Mittelpunkt seiner Karriere. Ihm ist es gelungen, die wichtigsten Fragen unserer Menschheit zu beantworten. Woher wir kommen und wohin wir gehen. Die Ergebnisse sind so erschütternd, dass er bevor er sie der Welt offenbaren möchte, um ein Treffen mit den bedeutendsten Religionsvertreter bittet. Sein Gesuch wird erhört und er lässt entsetzte Geistliche zurück. Was die Religionsvertreter nicht wissen, ist, das er seine Bekanntmachung früher als gesagt, abhalten wird und lasst somit die Glaubensgemeinde in Panik ausbrechen. Die Präsentation findet in Bilbao statt und darunter ist auch Kirschs alter Professor, Robert Langdon. Kurz vor Beginn sucht Kirsch nochmals Langdon auf, um ihn um Rat zu fragen, denn dieses Geheimnis wird nicht nur sein Leben verändern, sondern die ganze Welt. Überrascht, verwundert, aber auch neugierig bleibt Robert zurück nichts ahnend, das dieser Abend noch sehr turbulent sein wird. Wer versucht, die Veröffentlichung zu unterbinden? Welche Rolle wird Langdon diesmal spielen? Und was hat Kirsch wirklich herausgefunden?

Meinung:
Ein neuer Dan Brown Roman und ich bin entzückt und voller Vorfreude, weil ich ja immer die Hoffnung hege, dass mich dieses Buch wieder umhauen wird. Seine zwei ersten Romane waren einfach absolute Klasse und dann kam der Einbruch mit Washington, wo Langdon irgendwie neben sich stand und danach folgte Inferno, wo Religion und Wissenschaft miteinander rangen, aber nun geht es nach Spanien und hier herrscht noch die Religion vor. Gespannt blickte ich dem Buch entgegen, und ob mich Origin überzeugen konnte, erfahrt ihr jetzt.

Der Anfang war doch schon extrem vielversprechend, ein Rabbi, ein Imam und ein Bischof, treffen sich mit einem Wissenschaftler, das könnte doch für kontroverse und zu heftigen Debatten führen. Leider durften wir nicht dabei sein und begleiteten direkt Robert Langdon auf dem Weg zur Präsentation nach Bilbao. Der Professor hält zu seinem alten Schüler immer noch regen Kontakt und man kann schon verlauten lassen, dass sie befreundet sind. Gern diskutierten sie beim Essen und sprachen über Symboldeutung oder Kirschs Forschungen. Aber auch Robert weiß nicht, was ihn erwartet. Der Ort des Geschehens ist ein Museum und jeder Besucher bekommt ein Headset in die Hand gedrückt und so lernen wir Winston kennen, eine Erfindung von Kirsch, künstliche Intelligenz. Was der Abend wohl noch bringen wird? Lange Rede, kurzer Sinn, natürlich verläuft der Abend anders als geplant und ein Attentat wurde ausgeführt und zwingt Robert Langdon förmlich dazu zu handeln. Für seinen Freund, für sein Lebenswerk, für die Welt und somit beginnt die Jagd.

Hier mache ich einfach einen Break, weil ich nicht zu viel preisgeben möchte, aber um bis dahin zu kommen, sind die ersten 200 Seiten gelesen. Tja, und man fragt sich immer noch, was zum Teufel hat der Typ entdeckt und diese Ungewissheit, oder Neugier hält Dan Brown ewig aufrecht. Natürlich kommt man an die Information nicht leicht ran, man muss Codes entschlüsseln, Gedichtzeilen erraten und der Kunst von Gaudi frönen. Wie immer bekommt der Herr Professor eine Partnerin zur Seite gestellt und diesmal ist es die wunderschöne Museumsdirektorin und zukünftige Königin von Spanien, somit wäre das Königshaus auch direkt dabei. Da Spanien doch katholisch ist, haben wir also schon den perfekten Rahmen geschaffen um diese Entdeckung zu verhindern und da gibt es ja noch einige andere. Ihr seht, das Konzept steht und die Intrigen können wild gesponnen werden, für mich nur blöd, da ich direkt wusste, wohin es der Autor laufen lässt.

Ach, ich will gar nicht meckern, aber ich glaube, es gibt einfach keine historischen alten Geheimgruppen mehr, die man aufdecken und neu erwecken könnte. Auch die Kunst wird jetzt immer Moderner und wir widmen uns jetzt, den Kampf Religion gegen Wissenschaft. Das war ja schon in Inferno zu spüren, aber nun ist das wohl der neue Weg von Dan Brown und trifft so gar nicht meinem Nerv. Natürlich kann der Mann immer noch hervorragend erzählen, beschreiben und einen in den Bann ziehen. Die Beschreibungen von Barcelona waren unglaublich toll, ich musste während des lesen immer wieder im Internet Fotos suchen und konnte gar nicht glauben, wie bildlich alles allein durch den Text schon vor Augen da war. Auch die Irreführungen waren toll ausgearbeitet, auch wenn ich schon wusste, wo der Hase lang läuft. Dan Brown versucht schon noch die Religion hinein zuweben, aber ich denke, der Drops ist einfach gelutscht. Was mir noch unglaublich gut gefallen hat, waren nicht nur die Beschreibungen, sondern auch die Erklärungen, der Autor beherrscht es einfach das Komplizierteste einfach zu machen und dafür bewundere ich ihn schon. Außerdem scheint er ein Spielkind von Technik zu sein, soviel wie darin drin vorkam. Ich bleibe da doch lieber bei Langdons Micky Mouse Uhr.

Origin ist äußerst zeitgemäß, aber lässt alle Religionsverschwörungen hinter sich. Es ist ein neuer Dan Brown, der sich einer alten Figur nicht entsagen kann und der sich extrem viel Zeit für diese Geschichte lies, dass es manchmal richtig zäh wurde. Für mich trotz der tollen Beschreibungen nur Durchschnitt.
 
Henry und ich mögen den neuen Weg nicht so gern, lieben aber die Beschreibungen und deshalb gibt es drei Bücherpunkte:

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Über den Autor:

Dan Brown ist Autor zahlreicher Thriller, die allesamt über Monate die Bestsellerlisten angeführt haben und darüber hinaus erfolgreich verfilmt wurden. Mit seinem in über 40 Ländern erschienenen und mit Tom Hanks in der Hauptrolle verfilmten Buch Sakrileg (Originaltitel: The Da Vinci Code) wurde er zu einem der erfolgreichsten Schriftsteller der letzten Jahrzehnte. Dan Browns Thriller werden in 54 Sprachen übersetzt. Nach solch erfolgreichen Auflagen ließen auch die Verfilmungen der Robert Langdon Thriller nicht lange auf sich warten.

Dan Brown wurde 1964 in Exeter, New Hampshire (USA) geboren. Als Sohn eines Mathematikprofessors und einer Kirchenmusikerin wuchs er in einem Umfeld heran, in dem Religion und Wissenschaft Hand in Hand gingen, was sich auch in seinen Thrillern wiederspiegelt. Nach dem Besuch der Privatschule, an der auch sein Vater unterrichtete, studierte Dan Brown Englisch und Spanisch am Amherst College in Massachusetts (USA) und später Kunstgeschichte in Sevilla.

Im Anschluss an seinen Hochschulabschluss brachte er sich das Komponieren bei und startete seine Karriere als Sänger und Liedermacher. Zunächst komponierte er Kinderlieder und später Musik für Erwachsene. In dieser Zeit lernte er auch seine Frau Blythe kennen. Nachdem er der Musik den Rücken gekehrt hatte, arbeitete Dan Brown als Englisch- und Spanischlehrer.

Ab Mitte der 1990er widmete er sich schließlich vermehrt dem Scheiben und veröffentlichte einige Bücher, die er gemeinsam mit seiner Frau bewarb. Der Erfolg seiner Werke trat aber erst ab 2003 mit dem Roman The Da Vinci Code (Doubleday Group) ein, der über zwei Jahre den ersten Platz der New York Times Bestseller-Liste belegte. Das Buch sorgte weltweit für Furore und wurde aufgrund der kritischen Inhalte im Hinblick auf die katholische Kirche in einigen Ländern verboten.

Im Jahr 2004 erklommen seine beiden Titel Sakrileg und Illuminati auch die Bestseller-Listen in Deutschland und wurden zu den Jahresbestsellern in der Kategorie Hardcover und Taschenbuch. Mit seiner Robert Langdon Buchreihe, die durch ihre Mischung aus Action, Wissenschaft und Geschichte besticht, beherrscht er seither die internationalen Bestsellerlisten.
Dan Brown lebt mit seiner Frau, einer Kunsthistorikerin, in Neuengland.


Robert Langdon Reihe:
  • Illuminati
  • Sakrileg
  • Das verlorene Symbol
  • Inferno


Vielen lieben Dank an den Bastei Lübbe Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Hoi, Inga.
    Bei Dan Browns Ceuvre blieb mir der sprichwörtliche Ohrmann bis dato sehr einsilbig; ähnlich wie bei allen Verfilmungen. Kein Draht zu.

    Ein wenig holprig erscheint mir die Prämisse des vorliegenden Romans, denn eigentlich kennt die Wissenschaft ja die Ursprungspfade des Lebens & die Prognose weitergehender Zukunft endet irgendwann immer in Kaffeesatzlesereien. Insofern würden sich die "Offenbarungen nach Kirsch" auch nicht von anderen Gemachten sonderlich unterscheiden. "So what!" würde also eine medial vielfach beschäftigte Öffentlichkeit zu einem Edmond Kirsch sagen - "stell dich hinten an".

    Die Plot-Logik aufgreifend, stellt sich mir zunächst die Frage warum solche (von der Geschichte behaupteten) Grundsätzlichkeiten eigentlich nur die drei monotheistischen Religionsvertreter angehen sollte - einmal davon abgesehen, daß jede einzelne der "vertretenen" Religionen in gleich wieviele Fraktionen zersplittert ist!?

    Offensichtlich fährt Dan Brown wiederum viel Handlungs-Bling-Bling auf, um seine Figuren durch den Buchumfang zu tragen. In Lektorenkreisen auch "Seitenschinderei" genannt. ;-)
    Und die "Offenbarungen nach Kirsch" sind dann in der Tat die Definition von "banal"!
    Ironisch könnte man/frau vermuten, daß obiges Buch auch nur deshalb angenommen & gedruckt wurde, weil Dan Brown der Vertragspartner ist.

    Der Will Smith-Film 'I Robot' (2004) dürfte zudem dem Autor auch einmal untergekommen sein...hüstel.

    Deine Besprechung war wieder sehr aufschlußreich für mich.
    Und James kann in der Fotoreihe überzeugend unterstreichen, daß ER originel ist. :-)

    bonté

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    1. Hallo Robert,

      man kann ja auch nicht alles mögen und sich der Masse anschließen. Für mich geht Tom Hanks als Robert Langdon gar nicht, mein Kopf Langdon sieht ganz anders aus ...lach...

      AAHHHHH! Das ist witzig ... stell dich hinten an! Naja, es ist schon gut umgesetzt, denn dieser Kirsch war auch ein Medien Mensch und somit für jeden greifbar, der sonst nix mit Wisschenschaftlern und Forschern anfangen kann. Somit hat er schon sein Publikum. Aber klar, kaum vorstellbar, das niemand bis jetzt auf seine Schlüsse gekommen ist. Vielleicht haben sie die Serie Black Mirror noch nicht gesehen... das sind auch grausige Aussichten!

      Ach, Religion ist doch sehr spannend, aber wenn Brown ausholt und jede Glaubensrichtigung reinholt, Robert, wie dick soll das das Buch werden! Ich habe ziemlich lange damit gekämpft...

      Der Name verkauft sich eben auch allein! Ach, ich will es gar nicht so schlecht machen, immerhin hat es drei Punkte bekommen. Für mich war es, wie einen alten Freund treffen, über Philisophie sprechen und dabei einen Spaziergang durch Bilbao und Barcelona, es hätte mich auch schlechter treffen können :-) Aber als Professor wird Robert einfach zu langsam, da ist der Leser schneller. Außerdem find ich Symbologe und Wisschenschaften nicht immer treffend, man möchte doch da lieber alte Geschichten zu hören ...

      HA! Ich kenne mal einen Film! Und anscheinend, war meine Rezi zu genau beschreibend ...manno...

      James und bleibt der Chef des Hauses ...hihi...

      Hab einen schönen Samstag
      Inga

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    2. ...mich überzeugt auch Tom Hanks als Schauspieler nicht sonderlich. Wen sähest Du als Langdon lieber!?

      Quasi ein Art Elon Musk. Allerdings sind dessen Vollmundigkeiten auch stets mit Vorsicht zu genießen (auf den Mars würde ich mich von Mr Bling-Bling nicht schießen lassen wollen). :-)

      "Black Mirror" ist genial.

      Würde vielleicht schon ausreichen, wenn der Autor seine aufgefahrenen Verschwörungen halbieren würde. Das mit den 3 Religionsvertretern ist schon arg simplifizierend. Heftromane arbeiten so...

      Ich schätze Rezis, die ins Detail gehen & ein Bild des zu Erwartenden abgeben.

      bonté

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    3. Good Afternoon Robert,

      das wollte ich jetzt nicht so direkt sagen ...lach... aber mein Fall ist er auch nicht, privat finde ich ihn allerdings sympathisch. Leider kann ich dir gar keinen Namen nennen, weil den gibt es nur in meinem Kopf, da kommt kein Schauspieler ran ...lach...

      Immer diese Möchtegerne, der Mars, bitte ohne mich.

      Black Mirror ist ziemlich gut, schockt mich aber immer, das ich zwischen durch mal eine Pause benötige :-)

      Ach, da gäbe es einiges was ich besser finden würde, aber er soll es so machen, wie er meint, wir müssen es ja nicht mehr lesen ... Aber irgendwie Schade.

      Dann habe ich hier ja ins Schwarze getroffen, merci.

      Ganz liebe Grüße und hab noch einen schönen Abend
      Inga

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