Mittwoch, 7. September 2016

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Buchduftliebhaber,

ich habe gerade den Königskinder Verlag für mich entdeckt und was haben die doch für ein tolles Herbstprogramm, da wird man schwach. So sind bei mir schon einige Bücher auf der Wunschliste gelandet und eins davon zeige ich euch heute. Ihr seid gespannt? Dann bitte, hier:

 
Salz für die See
Verlag: Königskinder
Erscheinungsdatum: 29.09.2016

Die letzten Kriegstage des Jahres 1945: Tausende Menschen flüchten aus Angst vor der Roten Armee nach Westen. Darunter Florian, ein deutscher Deserteur, Emilia, eine junge Polin, und Joana, eine litauische Krankenschwester. Eine Notgemeinschaft, in der jeder ein Geheimnis hat, das er nicht preisgeben will. Denn der Krieg hat sie Misstrauen gelehrt.
Im eiskalten Winter wählt der kleine Flüchtlingstrek den lebensgefährlichen Weg über das zugefrorene Haff. In Gotenhafen, so heißt es, warte die Wilhelm Gustloff, um sie nach Westen zu bringen. Doch auch dort sind sie noch lange nicht in Sicherheit.


Ein schwieriges Thema, eine schwere Zeit und doch habe ich schon so viel positives über dieses Buch gehört, so muss ich es einfach haben und möchte es unbedingt lesen. Tja, und im Moment scheinen mich einige Bücher zur Thematik auch zu erreichen und ich glaube, es ist mal wieder Zeit dafür. Wer hat es auch auf der Wunschliste stehen? Oder hat es schon jemand im Original gelesen? Wie steht ihr zu Büchern, die zu Kriegszeiten spielen? Und seit ihr auch schon so gespannt wie ich?

Ganz liebe Grüße
Eure, den Rettungsring entstaubend gehende, Sharon

Montag, 5. September 2016

Rezension: Martin Krist * Märchenwald


Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Ullstein  
ISBN-13:
978-3548287645
Preis: 9,99 EUR
E-Book: 8,99 EUR
Reihe: 5. Teil
Erscheinungsdatum: August 2016




Inhalt:
Der zehnjährige Max wird mitten in der Nacht von seiner panischen Mutter geweckt und zusammen mit seiner kleinen Schwester in die Abstellkammer der Küche gesperrt. Um ihre Kinder zu beruhigen, erinnert sie diese an Geschichten aus dem Märchenwald, damit beide still sind, außerdem ruft sie noch etwas wegen ihren Opa hinterher und dann ist plötzlich Stille. Also machen sich Max und Ellie auf den Weg. Gleichzeitig erwacht eine Frau in einer dunklen Gasse und kann nur mit knapper Not, einer Gruppe Männer mit bösen Absichten entkommen, aber wohin jetzt, denn sie weiß nicht, wer sie ist. Zudem werden die Ermittler Kalkbrenner und Muth zu einem neuen Fall gerufen, der mit einem grausamen Rätsel aufwartet. Was werden sie vorfinden? Können sie diesen Schrecken auf den Grund gehen? Welche Rolle spielt die Frau ohne Gedächtnis? Und werden die Kinder aus dem Märchenwald herausfinden?

Meinung:
Nach Engelsgleich nun ein neuer Fall für Paul Kalkbrenner und seiner Partnerin Sera Muth und was für ein Fall. Da mich der letzte Thriller nicht so packen konnte, bin ich natürlich vorsichtig ran gegangen, aber kaum hatte ich die ersten Seiten gelesen, war dieses Buch wie ein Selbstläufer und ich flog nur so dahin, was doch ein richtig gutes Zeichen ist.

Max und Ellie sind der erste Erzählstrang, und wir erleben mit, wie die Kinder hinter verschlossener Tür mithören, wie ihre Mutter verschleppt wird. Allein, verängstig und völlig durcheinander, treten sie die Reise durch Berlin an, um zu ihrem Opa zu gelangen. Diese Kinder mussten in ihren jungen Jahren schon einiges durchmachen, einen prügelnden Vater, eine schlechte Wohngegend und immer Angst. So ist die Verantwortung für Max eine schwere Bürde und nicht nur einmal scheint er daran zu scheitern. Hier leidet der Leser förmlich mit und man möchte so gern, den beiden die helfende Hand reichen, aber unser Autor hat was anderes vor und lässt die beiden durch den Großstadtdschungel gleiten und eine Schrecksekunde nach der anderen erleben.

Außerdem haben wir eine Frau ohne Gedächtnis, deren Odyssee nicht weniger spannend ist. Sie entkommt nur knapp einer Vergewaltigung, um im nächsten Moment mit einem komischen Typen konfrontiert zu werden, der sie zu kennen scheint und sie Zoe nennt. Allerdings schreit alles in ihrem Inneren, das ihm nicht zu trauen ist. Also nimmt sie ihre Beine in die Hand und flüchtet, aber wohin und wem kann sie um Hilfe bitten. Wie ein Puzzlespiel verfolgen wir Zoes Suche und sind das eine oder andere Mal mit ihr mächtig angespannt.

Tja und mittendrin Paul Kalkbrenner, zuerst ein kleiner Raubüberfall, der mehr der Dummheit des Täters zuschreiben ist, als ein Mord und dann ein Herzinfarkttoter. Kalkbrenner versteht überhaupt nicht, was er an dem Tatort soll und was die ganze Aufregung bedeutet, bis er den Fund in der Gefriertruhe sichtet und er seine Arbeit aufnimmt.

Wie immer ist im ersten Moment nicht ersichtlich, wie diese drei Erzählstränge zusammenhängen und das ist eigentlich, das große Talent von Martin Krist. Dadurch hält er einen großen Spannungsbogen bereit und baut ihn immer mehr auf, bis er ihn Stück für Stück ineinanderfließen lässt und uns überrascht. Außerdem mag ich seine kurzen Kapitel, seine ständig abwechselnden Szenen, seine Dramaturgie und die kurzen Sätze die eine düstere und oft befremdliche Atmosphäre aufbauen. Seine Themenwahl ist auch wieder vom Feinsten und zimperlich sollte man hier nicht unbedingt sein. Außerdem widmet er sich düsterer Dunkelziffer Kriminalität und baut die menschlichen Abgründe so gut ein, dass man sich beim Lesen einfach schüttelt und ungläubig weiterliest.

Ich war richtig im Lesesog drin und konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Es hat einfach wieder richtig viel Spaß gemacht, Martin Krist zu lesen und einfach seine Art zu erzählen zu genießen. Allerdings finde ich manchmal Paul Kalkbrenners Privatleben ein bisschen zu viel, klar gehört das dazu, allein für seine Entwicklung, aber allein wenn seine Ex-Frau anruft, bin ich schon genervt, wie Paul. Es ist ein bisschen viel. Außerdem kam mir das Ende etwas zu schnell und ich finde, dass die letzten Geschehnisse der Geschichte nicht unbedingt gut taten. Für diesen starken Anfang und der tollen Entwicklung war mir das einfach zu schnell dahin geschrieben.

Ein wirklich starker Thriller, der einfach wieder zeigte, dass Martin Krist ein hervorragender Erzähler ist und mir trotz kleiner Punkte richtig gut gefallen hat. Da warte ich doch sehnsüchtig auf was Neues aus seiner Feder.

Henry und ich fanden diesen Thriller richtig stark und vergeben dafür vier Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:

  
Martin Krist ist das Pseudonym des erfolgreichen Autors Marcel Feige. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften und lebt seit 1998 als Schriftsteller in Berlin.


Paul Kalkbrenner - Reihe:


http://www.amazon.de/Wut-Ein-Paul-Kalkbrenner-Thriller-Martin-Krist-ebook/dp/B00BZ0OU5K/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1399921323&sr=1-1&keywords=wut+martin+kristhttp://www.amazon.de/Gier-Ein-Paul-Kalkbrenner-Thriller-Martin-Krist-ebook/dp/B00BZ0OU7S/ref=pd_sim_b_1?ie=UTF8&refRID=151XPBDAP4R01GRHRHHGhttp://www.amazon.de/Trieb-Paul-Kalkbrenner-ermittelt-Paul-Kalkbrenner-Thriller-ebook/dp/B00BZ0OU78/ref=pd_sim_kinc_2?ie=UTF8&refRID=0K01DF8634RRAJRZ1HT4http://www.amazon.de/Engelsgleich-Martin-Krist-ebook/dp/B00K1YDD4U/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1399921493&sr=1-1&keywords=engelsgleich

 1. Teil I 2. Teil I 3. Teil I 4. Teil: Rezension

 Vielen lieben Dank an Martin Krist und den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar.

Freitag, 2. September 2016

Rezension: Ulla Scheler * Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen

Broschiert: 368 Seiten
Verlag: Heyne fliegt  
ISBN-13:
978-3453270435
Preis: 14,99 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: August 2016 



Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Hanna und Ben. Ben und Hanna. Sucht man den Einen findet man bestimmt auch den Anderen. Sie sind seit Ewigkeiten Freunde, unzertrennlich und doch brodelt es gerade gewaltig zwischen ihnen. Nach einem Streit, verschwindet Ben für einen Monat, ohne was zu sagen und ohne einen Hinweis wohin. Hanna macht sich große Sorgen und hat Angst um ihn und dann steht er einfach wieder da und sagt kein Wort der Entschuldigung. So ist Ben, unkontrollierbar, ungestüm und immer an der Schwelle zum Gefährlichen. Nun haben beide ihr Abi, das erwachsen sein naht und da beschließen sie, nochmals wegzufahren, ans Meer, zu einem verwunschenen Strand und auf der Suche nacheinander. Hanna erlebt ein Wirbel aus Gefühlen, je näher sie sich kommen, umso mehr hofft sie, hinter seine Gedanken und Aktionen schauen zu können. Aber wird sie es schaffen, Ben zu verstehen? Was hat das Schicksal für sie geplant? Was steckt hinter dieser sagenumwogen Legende? Und ist ihre Freundschaft stark genug?

Meinung:
Ich muss gestehen, mir ist das Buch so gar nicht ins Auge gesprungen, mir wurde es eher in den Schoss gelegt und dabei klingt es doch gar nicht so schlecht. Hanna und Ben, zwei Freunde, die an einer Weggabelung stehen und sich für einen Weg entscheiden müssen. Also eine Geschichte übers Erwachsen werden, über Gefühle, über sich selbst nachdenken und herausfinden, was man wirklich will. Tja, und das Meer, was immer genug Geheimnisse parat hat.

Die Geschichte wird aus Hannas Sicht erzählt. Sie wächst als Einzelkind auf, ist seit acht Jahren mit Ben befreundet und sie sind unzertrennlich. Allerdings sind sie nur Freunde und schnell bekommt man den Eindruck, dass das Hanna gar nicht so recht ist, aber mehr will sie sich auch nicht eingestehen. So ist sie auf den ersten Seiten, um Ben besorgt, weil er einfach für einen Monat verschwunden ist, sauer, weil er ihr nicht sagt, warum, ängstlich, was nach dem Abi kommt und traurig, weil sie nicht weiß, wie es mit ihr und Ben weitergeht. Wie man sieht viele Gefühle, um einen jungen Mann, der sich nicht gern hinter die Fassade gucken lässt. Hanna macht es einem als Leser leicht, sie zu verstehen und mit ihr mitzufühlen. Sie ist sensibel und nimmt ihre Umwelt sehr genau wahr, so ist sie als gute Zuhörerin bekannt und das sie selbst vor nichts die Augen verschließt. Allerdings muss ich sagen, dass sie bei Ben ein bisschen daneben schaut, seine Signale sind so leuchtend rot, dass man sie nicht übersehen kann und doch scheint Hanna blind zu sein. Ich schiebe das eindeutig auf ihre Gefühlswelt für ihn zu, aber es harmoniert eben nicht mit dem sonstigen vermittelten Eindruck.

Ben lässt keinen so recht an sich heran, er birgt viele Geheimnisse und wird dadurch, nur noch interessanter. Er schaut gut aus, kommt bei den Mädchen gut an und ist doch ein Einzelgänger. Seine Stimme soll ganz besonders toll sein, wenn er seine Geschichten erzählt und er ist übermütig, wenn es ums Schwimmen geht. Allerdings hat er auch eine dunkle Leidenschaft, denn er sprayt auch ganz gern an Häuserwände. Und doch erschließt sich beim Lesen schnell, das was in seinem Leben nicht stimmt und man möchte, einfach wissen was. Aber er versteckt seinen Schatten recht gut und zeigt uns nur seine starke, tollkühne Seite, man lebt nur einmal und das jetzt.

Diese Geschichte spielt mit den Zwischentönen, wird leise erzählt und hat so einiges zwischen den Zeilen versteckt. Zuerst lässt man, alles auf sich wirken, geht mit den beiden mit und wundert sich schnell über die Blindheit von Hanna. Ihr Leben scheint so geordnet und klar zu sein, das sie sich das bei anderen, gar nicht anders vorstellen kann. Hier ist für mich nämlich der Knackpunkt der Geschichte, sie sieht bei allen anderen hin, aber bei Ben versteht sie nix. Angeblich sind sie doch die besten Freunde und sie weiß nichts über die Umstände zum Tod des Vaters. Hat sie das verpasst? Das war für mich nicht ganz stimmig und darauf haperte es weiter. Klar, einiges kann man auf ihre Verliebtheit schieben, aber bei einigen Szenen hat sie die Wichtigkeit total verpennt und dabei soll sie doch so gut zuhören und alles genau wahrnehmen, für mich nicht ganz stimmig gelöst, denn das machte mich beim Lesen etwas unglücklich.

Dabei ist der Schreibstil so wunderbar bildhaft und sprachlich so schön gewesen. Mit ihren kurzen eindringlichen Sätzen hat sie einen an die Geschichte gefesselt und nicht mehr los gelassen. Auch die geheimnisvolle, düstere Legende ums Meer war ganz hervorragend hinein gewoben und hat diesen Kurztrip ans Meer mystisch und ein bisschen melancholisch abgerundet. Ihre Figuren waren alle sehr besonders und mit viel Liebe gezeichnet. Ich fand das sie so oft, den richtigen Ton anschlug und aus ihrer Geschichte, was ganz anderes gemacht hat, was mir richtig gut gefallen hat.

Ein wirklich schönes Buch, das man nicht nur am Meer lesen muss, über zwei Freunde, die sich finden und verstehen lernen müssen. Mit einem ganz tollen Schreibstil, der sich besonders hervorhebt und eine wunderbare stürmische Atmosphäre schafft. Ein tolles Debüt, das auf mehr hoffen lässt. 


Henry und ich mochten die rätselhafte Atmosphäre unglaublich gern und vergeben dafür vier Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:


Ulla Scheler wurde 1994 in Coburg geboren. Bücher liebt sie schon seit ihrer Kindheit. Nach dem Abitur arbeitete sie in einem Krankenhaus, beim Fernsehen und in einem marokkanischen Hotel. Bis sie dann endlich ihren Debütroman fertig schrieb, der schon seit drei Jahren darauf wartete, veröffentlicht zu werden. Die Autorin lebt in München und studiert Psychologie.
 
Quelle: Heyne fliegt 



Vielen lieben Dank an den Heyne fliegt für das  Rezensionsexemplar.