Freitag, 6. Juli 2018

Rezension: Halvar Beck * Insel 77


Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Edition M
ISBN-13: 978-1542048996
Preis: 9,99 EUR
E-Book: 4,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Februar 2018 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Kristin Jorgensen ist Ärztin und arbeitet auf einer Bohrinsel. Es ist nicht wirklich ihr Traum, aber dort kann sie mit ihrem Bruder zusammen sein, der schon einige Jahre dort arbeitet. Zusammen wollen sie ans Land fliegen, um den Geburtstag ihres Vaters zu feiern, aber Marius erscheint nicht auf dem Rückflug. Alle Bemühungen von Kristin bleiben erfolglos und ihr Bruder Marius verschwunden. Aber Aufgeben steht nicht auf ihrem Plan und so macht sie weiter. Dabei kommen einige Dinge zutage, die sie an ihrem Bruder zweifeln lassen, aber der Glaube an ihm ist größer. Auch erfährt sie, dass es nicht die erste verschwundene Person auf der Bohrinsel ist. Mit gemischten Gefühlen will sie zurück auf die Insel, und obwohl sie mehrfach gewarnt und bedroht wurde, es nicht zu tun, stellt sie sich der Gefahr. Wird Kristin die Wahrheit herausbekommen? Wo steckt ihr Bruder? Und was geht wirklich auf der Insel 77 vor?

Meinung:
Von diesem Autor habe ich noch gar nix gelesen. Ist auch nicht wirklich schwer, denn es ist sein zweites Buch unter diesem Pseudonym. Unter seinem richtigen Namen schreibt er aber auch Krimis, allerdings sind diese in seiner Heimat angesiedelt. So war ich recht unvoreingenommen und nach langer Zeit ohne Spannungsliteratur, wirklich neugierig. Ob es mir gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte ist in zwei Teile gegliedert und dem Ersten wird der Suche gewidmet. Es gibt immer ein Kapitel im Hier und Jetzt, das mit Zeitangaben beginnt, um einfach ein Gefühl von der Schnelligkeit zu haben. Das darauf Folgende ist, ein Blick in die Vergangenheit, damit wir dem Geschehen besser folgen können. Somit ist der Rahmen geschickt gewählt, denn man möchte einfach wissen, wie, wo und was passiert ist. So fliegt man durch die kurzen Kapitel und hängt am Spannungsbogen fest.

So begleiten wir Kristin zurück auf die Bohrinsel, auf der ihr Bruder verschwunden ist und sie will endlich die Wahrheit über seinen Verbleib wissen. Dabei geht sie diesem Weg ziemlich allein, denn keiner will ihr helfen oder bringt das aufrichtige Verständnis für ihre Suche auf. So wütet ein Sturm auf dem Meer, der fast das Landen des Helikopters unterbindet und dann die Bohrinsel von der Außenwelt abschneidet. Kristin ist nun auf sich gestellt und merkt auch hier, dass etwas im Dunklen lauert, denn ihre Ermittlungen am Land haben für einigen ungewollten Wirbel gesorgt. Die Figur der Kristin ist zum einem recht gut nachvollziehbar, weil sie einfach wissen will, wo ihr Bruder ist und sie daran ziemlich verzweifelt. Zum anderen weiß ich nicht, ob ich ihren Mut, nicht manchmal viel zu naiv fand. Sie geht manchmal so unüberlegt und unklug an manche Dinge heran, das kann man natürlich mit ihrer wachsenden Ungeduld erklären, aber manchmal war sie mir einfach zu blind. Aber gespannt an ihrer Seite bleibt man trotzdem.

Halvar Beck hat sich hier einen wirklich eingeschränkten Handlungsort ausgesucht. Alle Verdächtigen sind auf einer Bohrinsel, eine Gemeinschaft aus rauen Männern, die sich nicht gern was von Frauen sagen lässt. Ein eingeschworenes Team, welches Fremde nicht duldet und erst recht keine Neugierigen. Das weckt ganz klar Interesse beim Leser, man beginnt zu rätseln und fragt sich was steckt wirklich hinter dem Verschwinden und wo soll der Bruder hin sein. Ein Spiel mit den Nerven der Hauptfigur, lebt er noch oder nicht, kann sie dem neuen Wissen über ihren Bruder glauben schenken, oder verschleiert man was. Es ist ein Spiel auf Messerschneide und ziemlich gut unterhaltend.

Insel 77 ist vielleicht nicht der überragende und überraschende Thriller, den ich je gelesen habe, aber er bietet solide und unglaublich spannende Lesestunden. Für mich war es wie ein Theaterspiel, dunkle Ecken, heimliches Geflüster, stürmisches Jaulen und eine Atmosphäre die einen die Gänsehaut über den Rücken laufen lässt. Dazu noch ein Versteckspiel der Bösen und einen tollen Spannungsbogen. Wer also gern einen fesselnden kurzweiligen gut gemachten Thriller lesen mag, der ist hier wirklich gut beraten. Halvar Beck versteht es auf jeden Fall einen in seine Geschichte zu bannen und sorgt für klasse Lesestunden. Mir hat Insel 77 richtig gut gefallen und das, obwohl ich die Protagonisten oft zu übereifrig und naiv fand. Ich glaube, dass ich den Autor mal im Blick behalte.
 
Henry und ich hatten spannende Lesestunden und dafür gibt es vier Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:


Halvar Beck ist das Pseudonym eines erfolgreichen deutschsprachigen Autors. Seit vielen Jahren ist Norwegen sein Sehnsuchtsland, das er besonders gerne auf ausgedehnten Wanderungen und Küstentrips bereist. Natur im Überfluss, das Klima und vor allem auch die Menschen haben es ihm angetan. Die Krimis und Thriller, die er dort ansiedelt, sollen viele Menschen für das Land im hohen Norden begeistern.  

Quelle: Edition M

Vielen lieben Dank an Halvar Beck für das  Rezensionsexemplar.  

Mittwoch, 4. Juli 2018

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Bücherstreichler,

ich habe da mal wieder ein Psychothriller entdeckt und der klingt so grusselig. Manche Menschen stehen ja total darauf Urlaub in fremden Wohnungen zu machen, ich allerdings bin da ein bisschen skeptisch. Allein wenn ich darüber nachdenke, wo Fremde alles ihre Nase reinstecken können .... brrrrrrrr. Das finde ich überhaupt nicht gut und ich mag einfach meine Privatsphäre, toller Urlaub hin oder her. Allerdings ist diese Geschichte noch um einiges krasser, aber schaut doch mal hier:
 

Das andere Haus
Verlag: Goldmann
Erscheinungstermin: 20.08.2018

Als Caroline und Francis ein Angebot zum Haustausch erhalten, zögern sie nicht lange. Voller Vorfreude beziehen sie ihr Urlaubs-Domizil in der Nähe von London. Doch dort stößt Caroline auf Details, die sie zutiefst verstören: ein ganz spezieller Blumenstrauß, die eingelegte CD, ein vergessenes Rasierwasser; scheinbar harmlose Gegenstände, die in Wahrheit aber mit dem dunkelsten Kapitel ihres Lebens verbunden sind – und mit einem Menschen, den sie für immer vergessen wollte. Ist es möglich, dass er sie in eine Falle gelockt hat? Und wer ist nun in ihrer eigenen Wohnung? Es beginnt ein psychologisches Verwirrspiel, das sie und alle, die sie liebt, ins Verderben zu reißen droht ...


Und was sagt ihr zum Buch? Das klingt doch nach einem richtig fiesem Spiel. Außerdem möchte man doch wissen, was diese dunkle Kapitel ihres Lebens beinhaltet. Geht es mir nur allein so, oder zieht so was bei euch auch? Wer hat es denn auch auf dem Wunschzettel? Und wie gefällt euch das Cover? Tja und wer hat schon in fremden Wohnungen Urlaub gemacht? Also Wohnungstausch, nicht Ferienwohnung, nur noch mal so am Rande ...hihi...

Ganz liebe Grüße
Eure, sich nun einen Eistee holen gehende, Sharon

Montag, 2. Juli 2018

Rezension: Tom Hillenbrand * Hologrammatica

Taschenbuch: 560 Seiten
Verlag: KiWi
ISBN-13: 978-3462051490
Preis: 12,00 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Februar 2018




Inhalt:
Wir befinden uns im Jahre 2088 und die Welt hat sich schwer verändert. Der Klimawandel und die vorhandene Technik lassen den Planeten in einem völlig neuen Gewand erscheinen und auch Galahad Singh zieht daraus, seinen einigen nutzen. Er ist nämlich Quästor und sein Beruf ist es, verschwundene Personen aufzuspüren. Seine neue Zielperson ist Juliette Perotte, eine Computerexpertin und brillante Programmiererin. Der Fall reizt ihn, da das Honorar stimmt und die Vermisste, von so einigen Geheimnissen um woben, ist. Je mehr Galahad ermittelt, um so mehr ungewöhnliche Dinge trägt er zutage. Ihr Privatleben ist ungewöhnlich, ihr Hobby absolut grotesk, aber je tiefer Galahad vordringt umso mehr offenbart es sich ihm, das alles zusammenhängt, ihr ungewöhnliches Hobby und ihr Beruf, denn dort stand sie vor der Enthüllung eines großen Geheimnisses. Was hat Juliette herausgefunden? Wo steckt sie? Und warum hat Galahad das Gefühl, das sein Gegenspieler, alles andere ist, aber nicht menschlich?

Meinung:
Tom Hillenbrand überrascht ja immer mit seiner abwechslungsreichen Art von Geschichten. Während wir mit Koch Kieffer uns durch Köstlichkeiten  Schlemmen und dabei Lebensmittelskandale aufklären, ging es auch schon historisch übers Meer, um die Kaffeepflanze zu klauen. Diesmal nimmt er uns mit in die Zukunft und baut hier ein ganz anderes Szenario zusammen, ob ich auch hier auf meine Kosten gekommen bin, erzähle ich euch nun.

Ganz kurz vorab und das wirklich absolut Überragende an diesem Autor, jedes seiner Bücher hat einen ganz eigenen Ton. Während Xavier Kieffer, der Küchenchef, gemütlich, das Leben genießend rüberkommt, hatte ich bei dem Kaffeedieb so einige snobige Stimmen im Kopf, während ich diesmal eine ganz andere Seite erlebt habe. Hier ist der Ton salopper, frecher und absolut unterhaltend. Was natürlich an seiner Hauptfigur Galahad Singh liegt und zu dem kommen wir nun.

Galahad Singh ist Privatermittler, oder eben Quästor und nimmt nicht jeden Fall an. Aber interessant ist sein Hintergrund, er ist eigentlich zu anderem berufen, drückt sich aber erfolgreich vor diesem Erbe. Sein Vater ist nämlich einer der bedeutenden Persönlichkeiten und mit seiner Erfindung bei jedem bekannt. Aber wie jede Familie hat auch diese seine Schwierigkeiten und Tragödien zu bewältigen. So hat sich Galahad dem Allen entzogen, und obwohl er kein Finger krümmen muss, hat er sich der Aufgabe vermisste Personen zu finden verschrieben, solange die Bezahlung ihn dazu animiert. Auch optisch ist er mal eine ganz andere Figur, indischer Abstammung, sportlich, liebt Jazz und Männer. So hebt sich dieser Protagonist herrlich von allem ab und ist dabei unglaublich sympathisch. Sprich ich bin unheimlich gern mit ihm durch die Seiten im Buch geschritten.

Galahad ist somit der Dreh und Angelpunkt in diesem Buch und das ist auch gut so, denn eine wichtige Konstanze braucht man, um sich daran festzuhalten, denn dann kommt unsere Welt. Es ist nichts mehr so, wie wir es kennen. Aber dadurch, dass wir Galahad und die Annahme dieses Falls begleiten, werden wir Stück für Stück darauf zu geführt. Und es eröffnet sich wahrlich ein ganz komplexes Bild vor dem inneren Auge. Zum einen ist die Welt durch den Klimawandel zerstört und die Menschheit extrem geschrumpft, zum anderen herrscht eine Technik vor, die ich mir schwer vorstellen kann. Vielleicht bin ich auch zu altmodisch, aber an manchen Stellen überforderte mich das technische Wissen schon ein wenig. Da haben wir das Holonet, Mind Uploading, digitale Gehirne und natürlich künstliche Intelligenz. Man kennt dazu ja schon einige Filme, aber hier hat der Autor wirklich was ganz Eigenes geschaffen und durch seine Art zu erzählen und einer mit Spannung gefüllten Geschichte, durch die Buchseiten zu jagen. Durch Galahad‘s Auftrag konnte man gut mit allem umgehen und die Neuheiten händeln, aber auch in eine Welt eintauchen, die mit Ideen überraschte und einem im Kopf wirklich umgesetzt entgegen strahlte. Mehr mag ich nicht verraten, die zusammenhängenden Datenkabel müsst ihr selbst entknoten.

Ein Thriller, der durch eine komplexe Welt führt, mit unseren Zukunftsängsten spielt, aber auch verdammt gut unterhält und einem wahrlich begeistert zurück lässt, mit dem Wunsch, das kann noch nicht das Ende sein. Gute Entwicklungen, viele Ideen und sympathische Charaktere untermalten diese Geschichte perfekt. Für mich war es ein atemberaubender Ausflug in die Zukunft, die selbst das Kino nicht hätte besser machen können. Rasant, gut konzipiert und absolut spannend. 


Henry und ich stehen einfach auf den Autor und diese Geschichte konnte uns total flashen, dafür die vollen Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:


Tom Hillenbrand, geboren 1972, studierte Europapolitik, volontierte an der Holtzbrinck-Journalistenschule und war Redakteur bei SPIEGEL ONLINE. Seine Sachbücher und Romane haben sich bereits hunderttausende Male verkauft, sind in mehrere Sprachen übersetzt und standen auf der SPIEGEL-Bestseller- sowie der ZEIT-Krimi-Bestenliste. 

Quelle: KiWi Verlag


Vielen lieben Dank an den KiWi Verlag für das  Rezensionsexemplar.