Mittwoch, 20. Mai 2020

NEUES auf dem Büchermarkt ...

Hallo meine Freunde des gepflegten Buches,

wisst ihr, was ich viel zu selten mache, bewusst Musik hören. Nicht irgendwas, sondern was Klassisches, einfach Musik an und Welt aus. Ich mag Klassik, vielleicht nicht immer alles, aber vieles geht sie mir einfach ans Herz, lässt meine Gedanken leichter werden und legt sich beruhigend auf meine Seele. Diese Wirkung ist wunderbar und ich liebe auch Opern, auch nicht alles, aber vieles. Anfang des Jahres, als das Virus noch so weit weg war, waren wir in der Zauberflöte, und zwar im Star Wars Setting, einfach herrlich. In meinem Buchregalen gibt es sogar fiktive Romane zu klassischen Musikern, vor allem Mozart, dieser Filou hatte es zu seiner Zeit, mächtig hinter den Ohren und auch sein Tod, ist immer noch sehr umstritten, somit, ganz klar eine interessante Figur. Diesem Amadeus nimmt sich nun kein geringer als der beliebte Tenor Rolando Villazón an und belebt ihn wieder, aber schauen wir uns den Inhalt einfach mal an:


Amadeus auf dem Fahrrad
Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 16.06.2020

Salzburg ist im Festspieltaumel, Mozarts "Don Giovanni" wird geprobt. Der junge Mexikaner Vian Maurer träumte davon, Opernsänger zu werden, scheiterte aber an seinem strengen Vater und seinen Gesangslehrern, die sich darüber stritten, ob er Tenor oder Bariton sei. So hat er es nur zum Statisten gebracht. In „Don Giovanni“ darf er nun als einer der Teufel auftreten.
Vian bewundert Mozart, er liest alles über ihn, was ihm in die Hände fällt. Mit seiner Freundin Julia, die er bei den Proben kennen gelernt hat, zieht er durch Salzburg und entdeckt den Zauber der Festspielstadt.
Zur Premiere von „Don Giovanni“ reist der strenge Vater aus Mexiko an und will den verträumten Sohnemann wieder nach Hause holen. Doch Vian hat andere Pläne... 

Einer der berühmtesten Mozartinterpreten und -kenner unserer Zeit schreibt über eine Herzensangelegenheit. Mit viel Humor und in unvergesslichen Szenen entwirft er eine Figur, die man einfach lieben muss. Die schönste Hommage an den berühmten Komponisten und seine Heimatstadt, die man sich wünschen kann.


Für Rolando Villazón ist es nicht der erste Roman, nein, er scheint viele Talente zu haben und so steht er nicht nur auf der Bühne und verzaubert uns, sondern ist auch Opernregisseur, Schriftsteller und und und. Aber hier scheint ihn seine eigene Erfahrung zu Hilfe zu kommen Salzburger Festspiele müssen ihm superbekannt sein, denn allein ich habe eine Aufnahme von La Traviata mit ihm und aus Salzburg. Somit bin ich gespannt, was das Nähkästchen hergibt und ob der Sohn seinen Vater noch beeindrucken kann. Leute, ich könnte hierzu noch mehr schreiben, aber ich glaube, ich freu mich jetzt einfach immens auf das Buch. Auf Salzburg, auf Musik und auch diesen besonderen Zauber, der bei Mozart in der Luft liegt. Wer hört hier auch klassische Musik? Wer hat von diesem Multitalent schon etwas gelesen? Und ist das Cover nicht entzückend?

Ganz liebe Grüße
Eure, vor sich hinsummende (der Vogelhändler bin ich ja), Sharon

Montag, 18. Mai 2020

Rezension: Claire Adam * Goldkind

Gebundene Ausgabe: 272 Seiten 
ISBN-13: 978-3455005981
Preis: 23,00 EUR 
E-Book: 16,99 EUR 
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Januar 2020
Übersetzer: Marieke Heimburger und Patricia Klobusiczky 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Clyde hat Feierabend und kehrt zu seiner Familie zurück, seit diese im eigenen Haus überfallen wurde, mit gemischten Gefühlen. Was könnte der heutige Abend bringen und siehe da, einer der Söhne ist noch draußen unterwegs. Es wird immer dunkler, die Tiere der Nacht erwachen langsam und nur auf Bitten seiner Frau, macht sich Clyde auf, um seinen Sohn zu suchen, aber vergebens. Dieses Kind macht ihm nur Scherereien, wütend und ohne ihm kehrt er nach Hause zurück, wenn der heimkommt, kann er was erleben. Wie können Zwillingsbrüder nur so unterschiedlich sein. Peter der Kluge und Paul, das Problemkind. Paul kommt nicht heim, das Warten zieht sich hin und dann melden sich die Entführer. Ihre Forderung ist ungeheuerlich und Clyde muss sich, für eins der Leben seiner Kinder entscheiden. Soll er auf die Forderung eingehen? Gibt es überhaupt für Paul Rettung? Und kann er wirklich die Entscheidung treffen, ein Kind zugunsten des anderen zu opfern?

Meinung:
Dieses Buch hat mich schon in der Vorschau total angesprochen, weil die Thematik einfach ungeheuerlich ist und die Qual, sich für ein Kind zu entscheiden unmöglich erscheint. Dazu kommen noch begeisterte Worte von Sarah Jessica Parker dazu und ja, ich wollte es unbedingt lesen. Dieses vom Cover her unschuldige Buch, was mit starken Inhalt aufwartet. Wie mir die Geschichte über die Zwillingsbrüder gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Diese Geschichte wird in drei Teilen erzählt. Im ersten werden wir direkt ins Geschehen geworfen, Clyde kommt nach Hause, ist froh, das seine Lieben wohl auf sind, und ist gleichgültig darüber, das einer seiner Söhne fehlt, das Problemkind. Er wünscht sich Ruhe, weniger Verantwortung, aber das Quengeln seiner Frau, lässt ihn schlussendlich keine Wahl und er muss Paul suchen gehen. Die Nacht legt sich über den Dschungel und Clyde muss sich nun da durchschlagen, ohne wirklich zu wissen, wo sich sein Sohn rumtreiben könnte. Die Suche bleibt erfolglos, wütend, verärgert und mit dem Gedanken an eine Standpauke hält er im Wohnzimmer über Nacht Wache, aber Paul bleibt verschwunden.

Der zweite Teil der Geschichte erzählt die Familiengeschichte. Clyde der sich immer aus allem raus hält und nur wegen seiner Frau, ihre Familie willkommen heißt. Wie ein Leben in Trinidad verläuft, welche Sorgen ihn Plagen, welche Last auf seinen Schultern liegt und wie diese Familie tickt. Dazu erzählt es die Geschichte, von den beiden Söhnen, Zwillinge, Peter und Paul. Peter, der Überflieger, das Goldkind, der ein Vorzeige-Sohn ist, auf den man stolz ist, da er in der Schule als Talent gilt und mit Förderung und Stipendien rechnen kann. Dagegen steht Paul, bei dessen Geburt es Komplikationen gab und der sich sein ganzes Leben lang anhören muss, das er zurückgeblieben ist. Einer der nur Probleme macht, der still und mit seinen langen Haaren merkwürdig erscheint. Ein Kind, wie man es sich nicht wünscht. Und dieses verschwindet nun und was dahinter steckt, wird im dritten Teil erzählt.

Claire Adam hat eine Geschichte erzählt, die einen hart packt, mit brutaler Offenheit überrumpelt und einen wirklich gespannt den Atem anhalten lässt. Das Leben in Trinidad ist schwer und ich musste erst ein Mal nachschlagen, wo das Land überhaupt liegt. Mir war diese Gegend nicht wirklich bekannt, das Leben umso weniger und wie es dort gesellschaftlich zugeht. Ein Land wo man sich in der Nacht hinter seinen Mauern versteckt, wo der Dschungel direkt gegenüber ist und ein Leben nicht wirklich etwas wert ist. Wo es kriminelle Banden gibt, Gangster an jeder Ecke und in jeder Familie. Wo das Wort Geld, Missgunst und Habgier hervorruft und eine komplette Familie in den Ruin schicken kann. Clyde wollte sich da immer raus halten, ist lieber bescheiden am Rande der Gesellschaft und versucht, seine Werte an seine Söhne weiterzugeben und doch erreicht ihn eine unglaubliche Forderung.

Die Autorin, die selbst in Trinidad geborgen und aufgewachsen ist, erzählt hier mit einer brutalen schonungslosen unaufgeregten Offenheit über die Ereignisse und vieles konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Dass die Familie zuerst so ruhig geblieben ist, dass Peter seinem Bruder so gleichgültig gegenüber steht, dass alles Clyde entscheidet und was er überhaupt vor hat. Dieses Buch ist sehr intensiv und das auf so vielen Schichten, gesellschaftskritisch, familiendramatisch und ein Mafiakomplott. Man ahnt schon, wohin das alles am Ende führen wird, ist aber nicht willens es zu glauben, es zu begreifen, immer noch hoffte ich auf eine andere Lösung. Ein Roman, der einen extrem durchschüttelt und auch danach noch lange beschäftigt.

Goldkind ist schonungslos, intensiv, brutal und mitreißend erzählt. Eine Geschichte, die berührt, erschreckt und so viele Genre miteinander verbindet.
 
Henry und ich haben dieses Buch mit großem Interesse gelesen und dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:


Claire Adam wurde in Trinidad geboren, wo sie auch aufwuchs. Sie studierte Physik an der Brown University in Rhode Island und erwarb später einen Master in Creative Writing am Goldsmith College der University of London, der Stadt, in der sie auch heute lebt.



Vielen lieben Dank an den Hoffmann und Campe Verlag für das Rezensionsexemplar.  

Freitag, 15. Mai 2020

BÜCHERPOST im April ...

Hallo meine Bücherrückenstreichler,

der April ist rum und das war mein erster kompletter Homeoffice-Monat, irre, einfach irre und wie es aussieht, wird es für mich auch noch ein bisschen weiter so aussehen. Mein Chef ist nämlich für Vorsicht, statt Nachsicht, was ich ihm hoch anrechne. Somit schaue ich jeden Tag auf meine Bücherregale und finde diesen Anblick, richtig schön, nachdem mich der Knall erwischt hat und ich das komplette Zimmer umgeräumt hatte. Außerdem fröne ich auch noch den Ganzen Social-Medien-Angebot, Instagram hat da mächtig viel im Programm, Lesungen, Interviews, Gespräche und alles zu sehen schafft man gar nicht. Aber so kommen natürlich viel Bücherempfehlungen und vor allem viel Neugier zusammen. Und so wirklich beherrschen kann ich mich nicht, denn immerhin benötigt, die Seele was Gutes und der Buchhändler Unterstützung. Also her mit dem Bücherstapel:


Da schaut doch mal einer nett in die Kamera ;-)
 
 
Hier ist der erste Stapel vom Buchhändler und diese Ausbeute ist Instagram geschuldet. "Ein Lied für die Vermissten" ist vom Autor, selbst vorgestellt wurden, als er den Instagram-Account vom Piper Verlag übernommen hatte. Er hat ganz wunderbar gelesen, Fotos gezeigt und einfach Interesse für diese Geschichte geweckt und das auf ganz charmante Weise. "1793" hatte ich schon einmal auf meiner Wunschliste, aber dann wieder raus genommen, nun wurde es in mehrfachen Gesprächen immer empfohlen und jetzt ist es eingezogen, ich denke, das wird eine gute Urlaubslektüre.

 
Ein weiterer Buchhändler Stapel und komplett vom Eisele Verlag. "Die Optimisten" wurde in einer online Leserunde ständig in meinem Fokus geschoben und somit, musste ich mir das Buch genauer ansehen. Eine Geschichte die über 30 Jahre spielt und über eine Gruppe Freunde geht und auch einen Virus in sich hat. Dazu hat die Autorin so eine entzückende Lesernachricht geschickt und naja, so was kommt bei mir gut an. "Die Schönheit der Begegnung" erinnert ein bisschen an "Und täglich grüßt das Murmeltier" und handelt davon, wie sich ein Paar auf 32 unterschiedliche Arten kennenlernt. Der Typ ist sehr originell und legt auf Insta auch immer Musik auf.

 
Ein weiterer Buchhändler Stapel, ich weiß, schlimm! "Tante Martl" soll eine unglaublich schräge, einnehmende Figur sein und so kauzige Sonderlinge mag ich und deshalb musste es einfach sein. "Connaisseur" ist der neuste Bruno Fall und ich mag die Reihe so gern. Der Mann hat diesen Fall beim Buchhändler entdeckt und einfach mir mitgebracht. "Dieses Buch wird Ihr Leben retten" war auch eine Empfehlung, und zwar von einer ganz tollen Frau und Lektorin, also direkt auf die Wunschliste und nun ist es meins. Eine Geschichte, die skurril klingt, aber auch das Leben feiert. Ich bin echt gespannt.

 
Der letzte selbstgekaufte Stapel. "Die Eulenflüsterin" habe ich zu Ostern bekommen. Tanja Brandt ist eine ganz sympathische Person und ich liebe ihre Bilder und ihren Instagram Account schon ziemlich lange, nämlich seit ich sie auf der Litblog kennengelernt habe. Es ist sogar signiert und die ganzen tollen Bilder darin ... HACH ... ganz große Tierliebe. "Ruhet in Friedberg" ist mir erst durch Romy Hausmann aufgefallen, die es gelesen und begeistert ans Herz gelegt hat. Ein Österreicher und es klingt ein wenig nach Bernhard Aichner und somit musste es sein. Das erstes Kapitel habe ich auch schon angelesen.

 
Ein Stapel voller toller Bücher. "Paargespräche" habe ich beim Gewinnspiel von Nordseiten gewonnen. Ein witziges Buch wo prominente Figuren einen Dialog miteinander führen. So bin ich gespannt, was zum Beispiel Kermit und Peggy zu bereden haben. "Marta schläft" ist der neue Thriller von Romy Hausmann und er ist ganz anders, aber toll und ich habe ihn verschlungen und sogar schon rezensiert und das könnt ihr HIER nachlesen.

 
Hier ist der Hoffmann und Campe Stapel, denn die haben gerade so tolle Bücher am Start. "Gute Karten" ist ja mal was ganz anderes, in meinem Bücherstapel. Nämlich ein Buch mit lauter Karten und nicht nur Landkarten, sondern Vergleiche, Statistiken und so habe ich vieles in Deutschland bestimmt noch nicht gesehen. Auf diese Entdeckungsreise freue ich mich sehr. "Ein Versteck unter Feinden" ist ein Buch über Zeitgeschichte. Die Autorin hat 2012 ein Haus gekauft und war überrascht von den Hohlräumen und doppelten Böden. Somit fing sie an, in der Vergangenheit zu graben, und entdeckte die Schwestern Lien und Janny Brilleslijper und ihren Widerstand gegen die Nazis. Ja, es ist dunkle und schwere Geschichte, aber ich weiß nicht, was mit mir ist, aber gerade finde ich das sehr spannend. "Und jetzt bin ich hier" hat meine Pressefrau wärmstens empfohlen und es ist ihr Highlight, wie bitte soll man da nicht neugierig werden. Es ist so hübsch, hoffentlich ist es auch der Inhalt für mich.


Das war es wieder, viele schöne Bücher, die zum Entdecken und Schmökern einladen. Eins habe ich sogar schon gelesen und darüber freue ich mich sehr. Allerdings ist die Menge wieder sehr beeindruckend, aber ehrlich, das Virus macht uns alle verrückt und da benötigt man schöne Bücher, die einfach zum Lesen einladen und den Büchermarkt unterstützen. Seht ihr das etwa anders? Wie war denn euer Monat? Habt ihr viele Bücher einziehen lassen? Waren von unseren Büchern auch welche für euch dabei? Habt ihr davon was auf der Wunschliste, oder sogar schon eins davon gelesen? Ich freu mich auf jeden Fall wahnsinnig auf alle meine neuen Schätze ;-)

Ganz liebe Grüße
Eure, euch allen viel Gesundheit wünschende, Sharon