Montag, 4. Mai 2020

Rezension: Romy Hausmann * Marta schläft

Broschiert: 400 Seiten
Verlag: dtv
ISBN-13: 
978-3423262507  
Preis: 16,90 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: April 2020 



Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Nadja ist die Assistentin von Anwalt Gero van Hoven, eine stille zurückgezogene Frau mit einer bewegenden Vergangenheit. Ihre einzige Freundin ist van Hovens Ehefrau, aber die Freundschaft ist eingeschlafen, bis an dem einen Tag, wo Laura im Büro auftaucht. Verwirrt, unruhig und Hilfe suchend und wie könnte, Nadja da nicht ihre Hilfe anbieten. Stunden später ist sie auf dem Weg in ein abgelegenes Haus im Spreewald, mit einer Leiche im Kofferraum und mit einer dunklen Vorahnung. Dort nämlich angekommen, wird sie überwältigt und steht einem bösartigen Psychospiel gegenüber. Sie ist nämlich das perfekte Opfer, die perfekte Mörderin und ziemlich gut um in die Fußstapfen des wirklichen Täters zutreten. Wie wird Nadja reagieren? Kann sie sich aus ihrer verzwickten Lage befreien? Und was ist in ihrer Vergangenheit passiert?

Meinung:
Romy Hausmann hat letztes Jahr einen wahnsinnig genialen Debüt-Thriller hingelegt. Dort wo andere Bücher nämlich aufhören, legt sie erst so richtig los und flasht den Leser so richtig schön weg. Ich war so beeindruckt, total überrascht und fand es einfach nur Knallerhaft. Nun legt sie nach, mit Marta schläft und so ein Zweitling ist ja immer so eine Sache. Kann sie die Erwartungen erfüllen, hat man als Leser zu Hohe, wird sie was Ähnliches schreiben, wäre das nicht zu langweilig und kann sie einen doch wieder umhauen. Man ist einfach richtig gespannt und hat doch Angst enttäuscht zu werden. Aber vor allem sollte man unvoreingenommen sein. Ich glaube, mir ist das gelungen und ich hatte richtig gute Lesestunden, mehr erzähle ich euch nun.

Romy Hausmann hat sich für drei Handlungsstränge entschieden. Zum einen bekommen wir Briefe zu lesen, Briefe an jemanden, der die Wahrheit hören soll und doch, schickt derjenige sie nicht ab. Briefe die von einer schlimmen Kindheit erzählen, von Entbehrungen, von Verletzlichkeit, von Einsamkeit, Schuld und doch auch von großer Liebe. Man spürt zwischen den Zeilen schon, dass dort etwas Schlimmes passiert ist, und doch kann man es nicht wirklich greifen und muss den nächsten Brief abwarten. Die nächste Handlung ist das Hier und Jetzt, Nadja in Panik, aufgelöst und mit einer Leiche im Kofferraum auf dem Weg in den Spreewald. Voller Angst, an sich selber zweifelnd und doch helfen wollend, steckt sie tief in dem Schlamassel. Wie sie da hineingeraten ist und alles Weitere was passiert, ist der zweite Strang. Der dritte befindet sich in der Vergangenheit, wie ein Mädchen im Hotel ihrer Eltern aufwächst und wie diese sich später in einem verheirateten Mann verliebt und welche Folgen sich bis in das Heute schleichen. Drei unterschiedliche Ansätze, drei die im ersten Moment nichts miteinander zu tun haben, etwas verwirren und doch einen das Gefühl geben, das da etwas dunkles Großes am Ende lauert. Wie hängt das alles zusammen und welchen Knall wird man da erleben.

Ich mag eigentlich gar nicht mehr verraten, denn ihr müsst es einfach lesen. Ganz klar, es ist mit „Liebes Kind“ nicht zu vergleichen. Hier steckt nicht so ein perfider Entführer dahinter, diese Geschichte läuft anders, aber eben auch nicht unbedingt weniger emotionaler ab. Das ist nämlich die Hausmarke der Autorin, sehr gefühlsecht, beeindruckend nahegehend und einem emotional aufwühlend zu packen und zu erzählen. Eine Tour durch unsere Emotionen und diese lassen uns nicht kalt. Wir leiden mit Nadja einfach mit, extrem mit. Ihre Vergangenheit ist wirklich eine Achterbahn an kindlichen Elend und der Frage, ist sie eine Mörderin, oder ist sie es nicht. Da verrate ich nicht zu viel, denn es steht auf dem Klappentext und diese Vergangenheit holt sie jetzt wieder ein. Die stille Frau muss sich entscheiden, ist ihr Leben es wert, oder ergibt sie sich ihrer eigenen Zweifel und Unsicherheit.

Mich hat dieses Buch wieder bestens unterhaltend, klar muss ich gestehen, das ich ihren Erstling etwas besser fand, aber ganz ehrlich, wie soll man den toppen und muss man diese wirklich miteinander vergleichen. Ich finde nicht und deshalb habe ich dieses Buch in zwei Tagen gefressen, es aufgesogen, es inhaliert und ich musste sofort teuflisch grinsen. Wenn man bedenkt, was für eine sympathisch und quirlige Autorin Romy Hausmann ist und dann diese gemeinen Aspekte: Komm lass uns Gericht spielen. Wahnsinn! Ich hatte Gänsehaut. Auch fand ich das Ende sehr interessant gewählt, hier gibt es kein Knaller, oder Blutbad, sondern der Todestanz mit der Schuld, lässt alle erschüttern. Gut ausgedacht, toll umgesetzt und an den Haaren gepackt. Durch die unterschiedlichen Figuren bekommt die Schuldfrage immer wieder neue Aspekte und das fand ich wirklich gut gewählt. Ich mochte es sehr, ein Thriller, den man einfach weg suchtet.

Marta schläft, geht unter die Haut und klärt das Wort Schuld in vielen unterschiedlichen Schichten. Packend, ergreifend und verdammt gut erzählt.

Henry und ich hatten fesselnde Lesestunden und dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin:


Romy Hausmann, Jahrgang 1981, hat sich mit ihrem Thrillerdebüt ‚Liebes Kind‘ (Februar 2019) sogleich an die Spitze der deutschen Spannungsliteratur geschrieben: ‚Liebes Kind‘ landete auf Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste, Übersetzungen erscheinen in 15 Ländern. 2019 erhielt sie den Crime Cologne Award 2019, die Filmrechte wurden hochkarätig verkauft. ‚Marta schläft‘ ist ihr zweiter Thriller. Romy Hausmann wohnt mit ihrer Familie in einem abgeschiedenen Waldhaus in der Nähe von Stuttgart. Weitere Informationen unter www.romy-hausmann.de

Quelle: dtv Verlag


Weitere Romy Hausmann Bücher:

https://www.genialokal.de/Produkt/Romy-Hausmann/Liebes-Kind_lid_38555448.html?storeID=barbers



Vielen lieben Dank an den dtv Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

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