Donnerstag, 22. Februar 2018

Rezension: Kelly Barnhill * Das Mädchen, das den Mond trank


Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Sauerländer
ISBN-13:
978-3737355384
Preis: 16,99 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Februar 2018
Übersetzer: Sandra Knuffinke und Jessika Komina




Inhalt:
Am Ende eines verwunschenen düsteren Waldes liegt eine Stadt, die unter einem Fluch leidet. Jedes Jahr müssen sie ihr jüngstes Kind opfern, damit der Rest verschont bleibt. So geschieht es auch dieses Jahr, denn der Tag des Opfers ist unweigerlich und trotz, das eine Mutter wahnsinnig wird und um ihr Baby kämpft, bleibt das Schicksal des Kindes besiegelt. Die Männer in ihren Roben bringen es in den Wald und dort, wartet eine Hexe und sie nimmt sich dem Kind an. Die Legende gesagt, dass es sich um eine böse Hexe handelt, aber Xan, die Hexe, weiß davon nix und kehrt jedes Jahr an den Ort zurück, um ein weiteres Baby zu retten. So auch Luna, aber hier passiert Xan ein Fehler, denn statt Sternenlicht, gibt sie ihr Mondlicht zu trinken und setzte somit neue Magie frei. Die Zeit vergeht, entwickelt sich weiter und offenbart das die Legende eine einzige große Lüge ist. Wer steckt hinter der Legende? Warum müssen die Stadtbewohner ihre Kinder opfern? Und wird Luna ihre Magie bezwingen können?

Meinung:

Als mir dieses Buch vorgestellt wurde, war ich sofort Feuer und Flamme, ich liebe Märchen mit Magie und Zauberei. Allerdings bin ich auch öfters mit meiner Euphorie auf die Nase gefallen und natürlich, bin ich nicht mehr so klein, das mich alles schlicht weg, einfach begeistert und einfängt. So war ich vorsichtig, bin aber mit der ersten Seite sofort in die Geschichte gefallen und ich darf verraten, glücklich wieder hervorgetreten. Wie das passieren konnte, erzähle ich euch jetzt.

Wir spüren schon im ersten Kapitel, das hier nicht nur Magie und Spannung in der Luft liegt, sondern auch Humor. Denn eine unbekannte Person erzählt einem neunmalklugen Gegenüber ein Märchen, wird ständig dabei unterbrochen und mit Fragen gelöchert, die wir aber nicht hören, sondern nur die Antworten und das ist schon ziemlich köstlich zu lesen. Danach fängt der Ernst an, in der eine Stadt in Grau und Trauer lebt und jedes Jahr einer Frau das Baby geraubt wird. Hier ist eine Mutter besonders hartnäckig und kämpft wie eine Löwin um ihre Tochter. So stark sind ihre Muttergefühle, dass es ihr den Verstand raubt, sie verrückt wird und in einem Turm der Schwesternschaft gesperrt wird. Auch Antain, der Ältestenratsanwärter ist, wird dieses Erlebnis noch schwer zu schaffen machen und seinem kompletten Lebenslauf ändern. Und da ist das Baby, Luna, was sein Schicksal noch vor sich hat. Tja, und dann sind wir in einem Sumpf, mit einem uralten lieben poetischen Sumpfmonster, einer zauberhaften schrulligen Hexe Xan und einen ganz und gar gigantischen Drachen, der in die Hand passt. Das ist der Ausgang der Geschichte und dann setzt Magie ein.

Kelly Barnhill erzählt aus einigen Perspektiven ihr wunderbares Märchen. Da haben wir Xan, die voller Überraschungen steckt, die aber auch eine Vorgeschichte hat, die erst nach und nach aus den Schatten tritt. Dann haben wir Lunas Mutter, eine Verrückte, die nicht mehr weiß, wer sie ist, aber auch Magie in sich trägt und bis zum Ende ihres Lebens, immer ihre Tochter suchen wird. Außerdem begleiten wir Antain, in der Stadt, die selten die Sonne zieht und seinem Leben, welchem einige Steine im Weg stehen. Tja, und auch Luna darf einen Teil beitragen, allerdings erst, wenn sie älter ist. Und natürlich haben wir jede Menge liebenswerter und mit Licht und Liebe gefüllte Nebenfiguren. Es ist einfach ein Märchen, was begeistert und einen so richtig schön unterhält und an den Zauber glauben lässt.

Diese Geschichte hat absolut meinen Geschmack getroffen, von einer alten liebenswerten Hexe, zu einem ungestümen Mädchen, wessen Magie so überaus stark ist, dass sie erst verschlossen werden musste und somit natürlich zu einigen Problemen führt. Aber auch die Entwicklung der Stadt lässt den Leser nicht los, wir entdecken auch dort ungeahnte Kräfte und versuchen eine Verbindung zu allem herzustellen. Kelly Barnhill hat nämlich viel mehr vor, als nur eine Geschichte über ein Mädchen mit Magie zu erzählen, sondern lässt große Kräfte wirken, Geheimnisse leise anschleichen und viel Unglaubliches aufwarten. Wie ein normaler junger Mann über sich hinaus wächst und wie Luna, Erwachsen und kontrollierender wird, denn es brodeln noch ganz andere Kräfte unter der Oberfläche und es ist doch so oft, das manches verborgene, doch noch ans Tageslicht möchte.

Ich hatte mit dieser Geschichte wunderbaren und magischen Lesespaß, wurde hervorragend unterhalten und finde mich für diese Magie nie zu alt. Die Autorin hat nicht nur ganz besondere Figuren geschaffen, sondern auch einen tollen Plot entwickelt und richtig gut umgesetzt. Ein Märchen für Groß und Klein, spritzig, liebenswert, magisch, witzig und absolut zu empfehlen.

Henry und ich lieben gute Märchen und das verdient die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:
 


Kelly Barnhill erhielt für ihre Kinderbücher bereits zahlreiche Auszeichnungen, für »Das Mädchen, das den Mond trank« neben vielen Leserpreisen auch die renommierte Newbery Medal. Sie lebt in Minnesota mit ihren drei Kindern, ihrem Ehemann, und einem etwas launischen Hund. Sie liebt es zu wandern, ist eine schnelle Läuferin und eine furchtbar schlechte Gärtnerin.



Vielen lieben Dank an den Sauerländer Verlag für das  Rezensionsexemplar. 


Kommentare:

  1. G'Day, Inga.
    Bereits das Ausgangskonzept der Geschichte ist ein prall gefülltes, weil es direkt in die Fragen nach dem Warum & dem Wer (...steckt dahinter) münden läßt. Denn bekanntlich werden Lügen erzählt, um Macht über Einzelne oder Viele zu erlangen. Fein auch der Perspektivwechsel, daß nämlich Xan die ausgestzten Kindes rettet.

    "Die guten Märchen treffen einen ein Leben lang ins Herz."
    (Evangeline Dahrtóbe)

    Das Cover ist wundervoll & mit Laika hätte ich bereits die ideale Animations-Werkstatt, die das Buch wiederum kongenial verfilmen könnte.
    Der Trailer zu einem Ihrer älteren Film...'Boxtrolls'.

    https://www.youtube.com/watch?v=z3eHd87dx6M

    for your consideration.

    bonté

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    1. Ahoi Robert,

      das schein ich ja richtig gut beschrieben zu haben, wenn es bei dir direkt arbeitet ...hihi... Und das Märchen ging mir ins Herz.

      Danke für den Trailer, der sieht ja vielversprechend aus und könnte ich mir auch hierfür gut vorstellen, du alter Filmexperte.

      Hab ein schönes Wochenende
      Inga

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  2. Hallo Sharon <3,

    da ich das Buch aktuell (ca. Seite 45) lese, habe ich mir nur dein Fazit angesehen und kann dieses aber schon jetzt absolut unterschreiben - ich sag nur "das Monster im Schlamm" ;)

    Ich freue mich schon sehr am WE weiterzulesen.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo Uwe,

      dann wünsche ich dir einfach ganz viel Lesefreude und schöne Märchenstunden :-)

      Ganz liebe Grüße
      Sharon

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