Freitag, 17. August 2018

Rezension: Alessia Gazzola * Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube

Broschiert: 272 Seiten
Verlag: Thiele   
ISBN-13:
978-3851794076 
Preis: 15,00 EUR
E-Book: 11,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: August 2018
Übersetzer: Renée Legrand


 
Leseprobe? Kaufen? 



Inhalt:
Emma de Tessent sieht ihn ganz klar vor sich, den lang ersehnten Arbeitsvertrag der Filmfirma Fairmont. Endlich kann sie den Kittel der ewigen Praktikantin abstreifen und richtig durchstarten. Nur leider sind Träume auch manchmal Schäume und so steht Emma, am Ende ihres Praktikums auf der Straße. Gefrustet, verärgert und ihrem gewünschten Leben weit zurück, muss sie sich dem Arbeitsmarkt stellen. Allerdings ist diese Branche nicht einfach und so spielt das Schicksal ein anderes Spiel mit ihr. Aber wird Emma aufgeben? Nein, das steht ganz und gar nicht auf ihrem Plan. Eher schickt sie alle Filmproduzenten in die Hölle, auch den attraktiven Schnösel Pietro Scalzi, dessen Vorstellungsgespräch der Horror war. So geht Emma vielleicht ein paar Umwege, aber ihren großen romantischen Traum verliert sie nicht aus den Augen. Was wird Emma finden? Werden sich die Wege von Pietro Scalzi und Emma nochmals kreuzen? Und wird es für die Jane-Austen Liebhaberin ein Happy End geben?

Meinung:
Eine italienische Geschichte, die locker und leicht daher kommt und auch noch einen Aufkleber mit Bestseller trägt, ist mein Untergang. Dann muss ich das Buch natürlich lesen, ist ja fast Pflicht. Außerdem wer möchte nicht bei diesen Temperaturen in Rom sein, oder einfach das Leben genießen und seien wir ehrlich, wir wollen alle ein Happy End. Nun habe ich es gelesen, und ob es mich überzeugen konnte, erzähle ich euch nun.

Emma de Tessent ist eine arbeitsreiche und tüchtige ewige Praktikantin, die etwas naiv jahrelang an ihren Arbeitsvertrag glaubt. Dabei sollte sie es doch besser wissen, immerhin ist sie mit ihren exzellenten Uni-Abschlüssen überqualifiziert. Dazu kommt noch, dass es privat auch nicht so toll läuft, sie lebt mit ihren dreißig, immer noch bei ihrer Mutter und träumt von einer alten glyzininenbewachsenen Villa, die sie sich nie im Leben leisten kann. Außerdem hat sie eine Schwester mit zwei Nichten und einen Schwager, der es mit der Treue nicht so hält. Überall in ihren Leben herrschen somit Brandherde vor und ihr eigenes Leben läuft auch eher aus dem Ruder. Dabei hatte sie schon für die Firma fast Filmrechte von einem Autor in Sack und Pack, der nie verkaufen wollte. Aber auch das liegt jetzt auf Eis. Nun heißt es überlegen und neu orientieren.

Ehrlich gesagt möchte ich gar nicht mehr zum Inhalt verraten, genügend Stoff ist auf jeden Fall da und noch einiges mehr. Familiengeheimnisse, Verwünschungen, Ehebruch, Versteckspiel der Gefühle und, und, und. Also an Abwechslung mangelt es nicht, genug Stoff um erzählt zu werden. Dazu kommt noch ein lockerer, witziger und heiterer Schreibstil, dass man das Gefühl hat, nur so durch die Geschichte zu schweben. Und das ist der Punkt, sie kommt nicht wirklich glaubwürdig rüber, oft ist das Geschehen überzogen und zu dick aufgetragen. Außerdem ist die Portion Humor schon recht groß, dass es nicht immer mein Geschmack war. Was ich Schade fand, ist, dass alle Kapitel für sich standen und so die Geschichte etwas abgehackt wirkte. Auch war mir die Liebesgeschichte zu unterkühlt, es brodelte zwar, aber da hätte ich mir eine Portion mehr gewünscht. Die Leichtigkeit das Leben zu bestreiten und am Ende immer ein Licht zu sehen, herrscht hier vor und lässt den Tiefgang für die Figuren einfach außen vor, hier gibt es nur leichten Wellengang.

Nichtsdestotrotz hatte ich eine wirklich unterhaltene Lektüre, die perfekt zu den sommerlichen Temperaturen passt, und einen kurzweilig aus dem Alltag entführt. Locker und leicht, gut für zwischendurch, aber mehr nicht.
 
Henry und ich hatten heitere sonnige Lesestunden und vergeben dafür drei Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:


Alessia Gazzola, 1982 in Messina geboren, ist Chirurgin und Gerichtsmedizinerin. Sie reist, liest und kocht gerne. Mit ihrem Mann und ihren beiden kleinen Töchtern lebt sie in Verona. Sie schrieb erfolgreich Kriminalromane um eine Gerichtsmedizinerin bevor sie mit der Komödie Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube einen echten Coup landete. Das Buch wurde als moderner Jane-Austen-Roman gefeiert, eroberte die Herzen der Leserinnen im Sturm und war monatelang in den Top-Ten der italienischen Bestsellerliste.

Quelle: Thiele Verlag


Vielen lieben Dank an den Thiele Verlag für das  Rezensionsexemplar.


Kommentare:

  1. Ciao, Inga.
    Nun ich würde Akt des genüßlichen Lesens nicht als "Untergang" besehen...aber ich weiss auf welche Fallstricke Du deutest. Ja, die Versuchungen. ;-)
    Wobei bella Italia die wohl beste Bühne für ein solches Stück ist.

    Emma scheint ihren Herd offensichtlich mit zuvielen Töpfen gleichzeitig belegt zu haben, die nun alle außer Kontrolle zu geraten drohen. Überkochende Soße, eingebrannter Reis, dazu der hitzige Wasserdampf. Zeit für Emma erste Töpfe vom Herd zu nehmen. VORSICHT HEISS!

    Wie Du schreibst, geht es in Emmas Küche des Lebens sehr komödiengelockert zu. Wobei dem leichtfüßigen Zucker oft zugesprochen wird, demnach der Roman - um im kulinarischen Bild zu bleiben - mehr Desert als Hauptgang ist.
    Oder wenn ich Dein Resümee ins gleiche Bild setze - ein Eis am Nachmittag.

    Die kleinen Freuden des Lebens.

    bonté

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    1. Servus Robert,

      das mag schon sein, aber ich glaube, es ist nicht ganz meins. Da mag ich lieber einen italenischen Krimi mit viel Flair.

      Oh deine Beschreibungen treffen es ziemlich gut, es ist wie ein leckeres Eis zum Schlemmen ...hihi... Muss man sich ja auch mal gönnen.

      Hab einen schönen Sonntag
      Inga

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