Montag, 6. August 2018

Rezension: Tomi Adeyemi * Children of Blood and Bone: Goldener Zorn


Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
Verlag: FJB
ISBN-13:
978-3841440297
Preis: 18,99 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1/3
Erscheinungsdatum: Juni 2018
Übersetzer: Andrea Fischer


Leseprobe? Kaufen?


Inhalt:
Zélies Welt ist von Angst und Armut durchwandert. Einst gehörte Magie zu ihr, aber das wurde ihrem Volk vom König genommen, seit der Blutnacht werden sie alle geknechtet und leben am Rande der Gesellschaft. Aber Zélie ist eine Kämpferin und will sich diese Ungerechtigkeit nicht gefallen lassen. Mit dieser Einstellung ist sie immer wieder eine Belastung für ihren Vater und ihrem Bruder und so versucht sie sich einzuschränken, um nicht noch mehr aufzufallen. Auf dem Markt fällt ihr allerdings eine Flüchtige in die Arme, und obwohl Zélie gerade geschworen hat, ruhiger zu werden, kann sie diese arme Elende nicht hängen lassen und gerät somit erst recht ins Fadenkreuz. Ohne es zu ahnen, hält Zélie durch ihre Rettung ein wichtiges Artefakt der Magie in den Händen und hat die Möglichkeit, diese neu zu erwecken und ihrem Volk die Hoffnung wieder zugeben. Wird Zélie dieses Abenteuer antreten? Kann sie der Arme des Königs entfliehen, vor allem dem Kronprinzen? Und wird die Magie wieder belebt werden?

Meinung:
Dieses Buch ist schon vorab ein absoluter Hype, auf der Bestsellerliste ganz oben und sogar schon in Verfilmung für die Kinos. Aber ist es das auch wirklich wert, warum geht so eine Welle durch die Medien? Das waren meine Fragen und ich glaube, es ist die Begründung der Autorin. Sie konnte die Nachrichten nicht mehr anmachen, ohne die ständigen Horrornews über polizeiliche Gewalt gegenüber Schwarzen. Sie selbst ist nigerianischer Herkunft und in ihr keimte der Wunsch nach Gerechtigkeit und somit zu dieser Geschichte. Sie wollte ein Fantasyroman schreiben, mit einer Botschaft gegen Rassismus und Unterdrückung. Lassen wir es mal dahingestellt sein, ob sie auch wirklich mit ihrer Botschaft ankommt, aber gelesen wird diese Geschichte auf jeden Fall. Ich konnte mir nicht wirklich was darunter vorstellen und bin recht unvoreingenommen ans Buch rangegangen. Wie und ob es mir gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte spielt in einer Welt, die sich Orisha nennt und in dieser Welt, sind die Menschen schwarz, was durch ständige Benennung lebendig im Kopf des Lesers erhalten bleibt. Es gibt einen König, der durch seine grausamen Art, ein ganzes Volk fast niedergemetzelt hat, um die Magie auszumerzen und lässt die übrig gebliebenen im Staub dahinvegetieren. Man kann diese Ausgestoßenen recht gut erkennen, denn sie tragen weißes Haar. Aber die Magie ist nicht ganz weg und das macht den König unruhig, denn die magischen drei Artefakte lassen sich nicht zerstören und der Widerstand ist spürbar. Und da kommen wir zu unserer Hauptprotagonistin Zélie.

Zélie ist eine Kämpferin, sie versucht stark zu sein und will gegen die Ungerechtigkeit kämpfen und sich auflehnen. Allerdings bringt sie dadurch immer den Rest ihrer Familie in Gefahr. So versucht sie, ihnen zuliebe einen Gang runter zu schalten, allerdings zieht Zélie ungünstige Situationen förmlich an. Das Chaos bricht einfach in ihrer Umgebung immer aus, egal wie sie sich verhält. Sie ist eine starke Persönlichkeit und sehr impulsiv, wie gut ist es da, dass ihr großer Bruder immer im Hintergrund steht und auf sie aufpassen möchte. Allerdings ist er diesem Unterfangen nicht immer gewachsen. Durch den Tod der Mutter und dem gebrochenen Vater hängen die beiden Geschwister sehr aneinander und so geht der Bruder natürlich mit auf ihre Abenteuerreise.

Ich möchte gar nicht mehr zu den Figuren verraten, denn nicht nur Zélie und ihr Bruder gehören zu den Hauptfiguren, sondern auch ein anderes Geschwisterpaar, was nicht unterschiedlicher sein könnte. Die Autorin spielt hier mit den Gegensätzen, arm gegen reich, freier Wille gegen manipulative Ansichten, Hoffnung gegen Pflichterfüllung. Allein das hätte der Gesichte gereicht, aber hier muss die Autorin auch noch die Liebe mit einfließen lassen. Zwei Geschwisterpaare, zwei Lieben, für meinen Geschmack hätte eine gereicht, und zwar die ruhiger und leicht anbahnende. Diese fand ich schön zu lesen, das knistern zu hören und doch nicht so zu können, wie man möchte, da Welten zwischen zwei Menschen stehen. Zélie dagegen bekommt zuerst eine Hassliebe, dann überbrodelt und überschwappt alles, um dann jegliches Gefühl zu vernichten. In meinen Augen hätte es die Geschichte gar nicht gebraucht, da diese beiden Figuren schon allein, einen Kampf auszutragen hatten.

Aber was soll ich zum Rest der Geschichte sagen, sie war atemberaubend. Klar, nicht wirklich was Neues vorhanden, aber unglaublich fesselnd, mitreißend und absolut magisch geschildert. Dieses Setting war so atmosphärisch und bildlastig geschildert und allein die starken Figuren machten mir diese Geschichte zu einem absoluten Genuss. Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen und bin wirklich durch die Seiten geflogen. Eine spannende Szene folgte der nächsten, und wenn man denkt, man kommt zum Luft holen, ereilt einen schon die nächste actiongeladene Begegnung von Gut und Böse. Hier kommt alles Drin vor, Entwicklung der Hauptfiguren, ein Spannungsbogen, der zum Zerreißen gespannt ist, Intrigen vom Feinsten, aber auch Gewalt und Verrat. Die Autoren mischt das alles gut zusammen und lässt uns zwischen brutalen aber auch zarten Szenen hin und her pendeln, außerdem hat sie ein ziemlich spekulierendes Ende hingelegt, so dass man einfach weiter lesen muss.

Children of Blood and Bone ist ein Wahnsinns Auftakt, der überrascht, mitreißt und einen atemlos zurücklässt, wie eine Achterbahnfahrt aus bangen und hoffen!
 
Henry und ich wurden richtig magisch an den Lesesessel festgebunden und vergeben dafür die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin: 

Tomi Adeyemi, geboren 1993, ist eine amerikanische Autorin nigerianischer Herkunft. Von ihren Wurzeln hat sie sich zum stärksten Fantasy-Debüt der letzten Jahre inspirieren lassen, das direkt auf Platz 1 der »New York Times«-Bestsellerliste einstieg. Nachdem sie ihr Literaturstudium in Harvard erfolgreich abgeschlossen hatte, widmete sie sich der westafrikanischen Mythologie und Kultur. Gerade schreibt sie am zweiten Band der »Children of Blood and Bone«-Trilogie.

Quelle: S. Fischer Verlag 

Vielen lieben Dank an den FJB Verlag für dieses Rezensionsexemplar. 

Kommentare:

  1. Liebe Inga,
    wie erfrischend ENDLICH auch mal eine positivere Besprechung zu sehen.
    Es ist wohl wie du es schreibst: man darf nicht etwas komplett Neuartiges erwarten, dann wird man sehr unterhalten.

    Ich wage mich dann hoffentlich auch bald an das Buch.

    Liebste Grüße
    Sandy

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    1. Servus du Süße,

      warum soll es etwas so madig machen, wenn es mich so gut unterhalten hat! Ich habe einfach mal so angefangen und konnte nicht mehr aufhören... das spricht doch für sich und mich haben einfach die starken Figuren umgehauen! Beste Unterhaltung, mit toller Aussage!!! Viel Vergnügen wünsche ich dir und ich bin etwas neidisch, du hast das Abenteuer noch vor dir, während ich auf Band zwei warten muss ...lach...

      Schönen Feierabend
      Inga

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