Freitag, 3. April 2020

Rezension: Christelle Dabos * Die Spiegelreisende: Das Gedächtnis von Babel

Gebundene Ausgabe: 520 Seiten
Verlag: Insel
ISBN-13: 
978-3458178279
Preis: 18,00 EUR
E-Book: 15,99 EUR
Reihe: 3. Teil
Erscheinungsdatum: November 2019
Übersetzer: Amelie Thoma




Inhalt:
Ophelia ist zurück auf ihrer Heimatarche und wartet auf eine Nachricht von Thorn. Fast drei Jahre ist es nun her, dass sie ihn zuletzt gesehen hat, und ihre Nerven liegen blank. So nutzt sie die erste Gelegenheit, der Familie, der Überwachung zu entrinnen und sich auf die Suche zu machen. Ihr einziger Hinweis ist eine Postkarte und so führt ihr Weg nach Babel. Eine ungewöhnliche Arche, die voller Vorschriften, argwöhnischen Mitmenschen und vielen Robotern besteht. Ophelia muss im Verborgenen agieren und so wird sie Lehrling, um den Geheimnissen von Babel auf die Spur zu kommen. Diese Aufgabe stellt sich schnell, als tödlich heraus und so ist Ophelia mehr als nur einmal in großer Gefahr. Wird sie Thorn finden? Wird sie sich durch das Geflecht aus Lügen kämpfen können? Und kommt sie der Wahrheit über Gott näher?

Meinung:

Nach dem letzten Band war ich so angefixt und fertig, das es nicht lange dauerte, das ich auch nun zur Fortsetzung griff. Diese Autorin schafft wirklich etwas total Neues, diese ganzen Familiengeister, die Magie, die merkwürdigen Archen und dann noch diese Liebesgeschichte, die keine sein soll, reißt einen förmlich durch die Seiten. Vom roten Faden der Geschichte gar nicht erst zu sprechen. Da muss man einfach weiterlesen und wie mir nun Babel gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte setzt zwei Jahre und sieben Monate später wieder ein. Thorn ist verschwunden, Ophelia wieder zurück auf der Arche ihrer Familie und ist ein Schatten ihrer selbst. Sie wartet auf eine Nachricht, die aber nicht kommt, und sie versucht, der Überwachung zu entgehen, aber leider sind die Augen überall. So ergibt sie sich ihren Schicksal und wird immer mehr zu einen Geist. Bis zu jenem Tag auf einem Fest, wo ihr sich der Weg zur Flucht bietet und sie diese sofort ergreift. Trotz der Freude über ein Wiedersehen ihrer Freunde, macht sich Ophelia nun allein auf die Suche nach Thorn und ihr einziger Anhaltspunkt ist die Postkarte aus Babel. Heimlich landet sie auf dieser Arche, unter falschen Namen versucht sie ihr Glück und stellt fest, das Babel ganz anders ist, als erwartet. Tja, und Babel ist nicht nur für Ophelia eine Herausforderung, sondern für den Leser auch.

Auf der Arche, die aus tausend Inseln besteht, gibt es Hunderte von strikten Vorschriften, die gerade dazu einladen, alles falsch zu machen. Dazu sind die Bewohner argwöhnisch, vertrauen niemanden und sehen in jeden eine Art Konkurrenz. Von den ganzen Erfindungen, die dort vorhanden sind, gar nicht erst zu sprechen. Hier machen nämlich alles Roboter und ob diese richtig programmiert sind, lässt einen manchmal erschauern. So wimmelt es nur so von Fettnäpfchen für Ophelia und sie verliert sich ab und zu darin. Sonst hatte sie immer Freunde und Helfer, diesmal muss sie sich selbst beweisen und steht sich mehr denn je im eigenen Weg. Das macht es manchmal wirklich schwer dem Elend von ihr zu folgen. Ihre tollpatschige Art, ist keine Hilfe und auch ihr Unvermögen ihre Gefühle zu äußern, macht es ihr in diesem Abenteuer noch schwerer. Somit kämpfte auch ich ab und zu mit den Seiten und wunderte mich schon ein bisschen.

Ohne Frage, Christelle Dabos setzt ihrer fantastische Welt ein weiteres Puzzlestück an, nur eben lässt sie Magie weg und öffnet hier dem Dystopischen seine Türen. Babel ist nämlich alles andere als freundlich, hier herrschen diktatorische Zustände und es soll sogar ein Vorzeige Konzept sein für alle anderen Archen. Das lässt böses erahnen und unsere träumerische Heldin mittendrin. Sie muss sich einer ganzen Menge an negativen Zuständen aussetzen. So wird sie gemobbt, manipuliert, überwacht, zensiert und von der Macht missbraucht. Somit schlägt die Autorin eine ganz andere Seite an und lässt es düster werden, in der Welt. Mich hat es etwas verwirrt, ich fand es gewöhnungsbedürftig und unsere beiden Helden machten es einfach noch schwerer.

Ein Ausflug auf Babel lässt also einiges missen, ist aber trotzdem spannend, zu lesen, und man möchte ja auch unbedingt mehr. Übrigens gibt es zwischen der Geschichte von Ophelia auch immer wieder Einblick in das Leben von ihren Patenkind Viktoria und hier scheint sich noch etwas mehr zusammen zu brauen. Ganz gewiss ist dieser Teil eine gute Grundlage für das Finale und obwohl es so ganz anderes ist, spürt man schon den Charme der Autorin und ihre gewagte Art für Neues auf den Buchseiten. Aber der wahre Herzschlag dieser Geschichte sind ihre Figuren, die alle originell sind, liebenswert, besonders und man möchte sie alle nicht mehr hergeben. So ist das Gedächtnis von Babel anders als die Vorgänger, etwas schwächer in meinen Augen, aber das Ende möchte ich nicht missen und hat einige langatmige Stellen für mich weggemacht.

Der dritte Band, ist eine solide Fortsetzung, die düsterer und unmagischer ist als die Vorgänger. Ophelia muss sich hier allein beweisen und endlich zu sich selbst stehen. Für mich schwächer als die Vorgänger, aber trotzdem immer noch Suchtgefahr. Der finale vierte Band kann nun kommen.
 
Henry und ich fanden, dass der dritte Teil etwas schwächelte, und vergeben vier Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:
 

Christelle Dabos wurde 1980 an der Côte d’azur geboren. Nach ihrem Studium zog sie nach Belgien und arbeitete als Bibliothekarin. als sie 2007 an Krebs erkrankte, begann sie zu schreiben. zunächst veröff entlichte sie auszüge aus Die Spiegelreisende im Internet. Nachdem sie den Jugendbuchwettbewerb von Gallimard Jeunesse gewann, wurde der erste Band der Serie, Die Verlobten des Winters, publiziert und entwickelte sich rasch zu einem Bestseller. Die ersten drei Bände sind auch in Deutschland Bestseller geworden.

Quelle: Insel Verlag

Die Spiegelreisende - Reihe:
 
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1. Teil: Rezension I 2. Teil: Rezension I 4. Teil: Erscheinungdatum: 18.05.2020


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