Freitag, 9. November 2018

Rezension: Leigh Bardugo * Das Gold der Krähen

Broschiert: 592 Seiten
Verlag: Droemer Knaur 
ISBN-13: 
978-3426654491
Preis: 16,99 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 2. Teil
Erscheinungsdatum: September 2018
Übersetzer: Michelle Gyo 




Inhalt:
Die Krähen sind zurück in Ketterdam. Von ihrem Abenteuer heftig durchgeschüttelt und noch ganz überwältig, denn das sie lebend aus diesem Auftrag herauskommen, hätte keiner von ihnen gedacht. Aber dann werden sie überrumpelt, verraten, um ihrer Belohnung betrogen und Inej gerät in Gefangenschaft. Nur mit Mühe und viel Geschick kommen die anderen um Haaresbreite davon. Doch soll alles umsonst gewesen sein? Kaz Brekkers ist nicht umsonst ein großer Pläneschmieder und er sinnt nach einem, Rache. Nun wird mit anderen Karten gespielt und die elegante Art beiseitegeschoben, Kaz kennt kein Risiko und für ihn kann ein Deal nicht schmutzig genug sein, um das zu bekommen, was er möchte. Wird er Inej befreiten können? Werden alle Krähen ihr Geld noch bekommen? Und wird Ketterdam am Ende noch stehen?

Meinung:
Kaum eine Fortsetzung habe ich so herbeigesehnt wie dieser. Das Lied der Krähen hatte mich so überwältigt und eine ganz neue Fantasywelt offenbart. Unglaublich spannend, fesselnd und mit solch einer Sogwirkung hatte ich damals nicht gerechnet. Tja, und dann diese Figuren, einfach originell und jeder für sich einnehmend. Nun halte ich endlich den zweiten Band in den Händen und bin fast hysterisch vor Freude und starre es verträumt an, da hat die Autorin wohl was richtig gemacht. Meine Erwartung war nach dem Knaller eines ersten Bandes ziemlich hoch, und ob diese nun erfüllt wurden, ist, erzähle ich euch nun.

Der Einstieg in die Geschichte hält sich nicht lange mit Rückblenden auf, sondern steigt sofort mittendrin, fast nahtlos ein. Wie schon im ersten Band wird das erste Kapitel von einer unbekannten Figur eröffnet. So ist man direkt wieder in der Stadt, im Gewühl und im Schatten von Ketterdam, denn das Böse brodelt weiter und andere, dunkele Machenschaften lauern um jedes Eck. Unsere Krähen müssen sich gerade unter Zeitdruck erholen, sich neu orientieren, sind aber wildentschlossen Inej zu befreien. Das ist der erste und wichtigste Punkt auf ihrer Tagesordnung, zumindest der anderen, Kaz ist gedanklich schon wieder viel weiter und schmiedet Böses voraus. Er will die Stadt erschüttern, er möchte sich mehr als nur Rächen, er will, ein Zeichen setzten, spektakulär und endgültig. Natürlich offenbart er sich seinem Team immer erst kurz vorher und so ist man immer gespannt, was er sich wieder hat einfallen lassen. Eigentlich geht es einen, als Leser, wie den Bösewichten, erst kurz vorher hört man den Knall. Aber auch, wenn seine Pläne gewagt und überraschend sind, schlafen die Bösen nicht.

Natürlich wird die Geschichte wieder von allen sechs Krähen erzählt und so bekommen wir wieder einen rund um Blick ins Geschehen und in die Köpfe. So erleben wir einen verschlossen Kaz, der sich aller Gefühle verbittet und doch nicht immer so kann, wie er möchte. Inej, die sich in Gefangenschaft stark halten muss, und trotzdem mit vielen Dämonen kämpft. Nina, die immer noch unter dem Entzug leidet und ihre Magie neu erfinden muss. Matthias, der sich eingestehen muss, dass man vor Gefühlen und Freundschaft nicht weglaufen kann. Wylan, der sich seinen Ängsten stell muss und an seinen guten Gaben wachsen kann. Jesper, der endlich erwachsen werden muss. Sie sind immer noch ein eingeschworenes Team, jeder kann sich auf jeden verlassen und ist für ihn da. Figuren, die immer noch überraschen, die eine Einheit bilden und wirklich die Großen der Geschichte sind.

Der Auftrag steht also klar fest und nun heißt es Spannung, mitfiebern und die bösen Vorahnungen beiseite schieben. Es ist ganz klar, das der zweite Band nicht mit Ortswechseln und anderen Gegenden aufwarten kann. Mir war klar, dass wir erst Inej befreien und dann war ich gespannt, was kommt und hier muss ich sagen, fand ich alles an Handlung und Geschehen logisch, aber nicht überwältigend. Dieser Hunger nach Seiten und dieser Sog nach mehr, wollte sich nicht so recht einstellen. Immer wenn die Geschichte an Spannung und Überraschungen aufgebaut hat, kam die Autorin mit einer persönlichen Rückblende der Figur, und was für mich im ersten Band super funktioniert hatte, hat mich hier aufgehalten, gelähmt und den Schwung rausgenommen. Außerdem fand ich ihre Wahl am Ende hin nicht so glücklich, ich kann es nicht wirklich ansprechen, ohne was Wichtiges preiszugeben, aber es war das leichteste und bitterste Übel und hat mir nicht so geschmeckt.

So war für mich die Geschichte nicht ganz rund und konnte für mich nicht mit dem ersten Band mithalten, aber ich bin immer noch schwer beeindruckt, was die Autorin geschaffen hat. Eine überaus interessante Welt und Figuren, die einfach absolut irre sind und einen total ansprechen. Dann ihr Humor und die ganzen Wendungen und Überraschungen, die sie in ihrer Geschichte eingebaut hat, sind einfach großartig. Leigh Bardugo ist eine große Erzählerin und ich hoffe, dass sie noch viel zu berichten hat.

Das Gold der Krähen ist eine aufregende Fortsetzung, die für mich kleine Haken hatte, mich aber dieser Welt nicht entziehen konnte. Wie damals schon fantastisch, aufregend und so facettenreich. Ach, und bildgewaltig!
 
Henry und ich mögen Krähen Spektakel und hier für gibt es vier Bücherpunkte:

__________________________________________________________________________
  
Über die Autorin:

  
Leigh Bardugo wurde in Jerusalem geboren und wuchs in Los Angeles auf. Nach Stationen im Journalismus und im Marketing kam sie schließlich als Special Effects-Designerin zum Film. Leigh lebt und schreibt in Hollywood.



Glory or Grave Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Leigh-Bardugo/Das-Lied-der-Kraehen_lid_32700585.html?storeID=barbers

1. Teil: Rezension

Vielen lieben Dank an den Droemer Knaur Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Mit dem Absenden deines Kommentars bstätigst du, dass du meine Datenschutzerklärung sowie die Datentschutzerklärung von Google gelesen und akzeptiert hast.