Dienstag, 22. Mai 2018

Rezension: Christine Féret-Fleury * Das Mädchen, das in der Metro las


Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
Verlag: Dumont  
ISBN-13: 
978-3832198862
Preis: 18,00 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Mai 2018
Übersetzer: Sylvia Spatz




Inhalt:
Juliette nimmt jeden Morgen zur Arbeit die Metro und verbringt die Zeit damit zu lesen und sich in ferne Welten zu träumen, oder zu beobachten. Nämlich die anderen Leser, wie die Frau mit dem immer gleichen Kochbuch, oder der Mann, der aus seinem Sachbuch über Insekten ein richtig kleines Ritual zu feiern schien, oder die junge Frau, die immer auf Seite 247 in Tränen aufgelöst ist. Menschen die Lesen weckten Juliettes Neugier und sie fragte sich, was das jeweilige Buch in ihnen auslöste. Als sie sich aber an einem Tag entschied früher auszusteigen und ein Stück zu laufen, da ahnte sie noch nicht, dass dieser Spaziergang ihr Leben verändert würde. Durch Zufall, oder Eingebung begegnet sie Soliman und seinem Reich voller Bücher und der Aufgabe, das richtige Buch für die richtige Person zu erwählen, denn Bücher haben Macht, das Leben zu beeinflussen. Wird sich Juliette der Aufgabe stellen? Was wird sie noch über Bücher erfahren? Und hat sie die Gabe, das richtige Buch auszuwählen?

Meinung:
Ich fürchte ja fast, ich bin dem Charme französischer Bücher einfach erlegen. Wenn dann auch noch eine Geschichte über Bücher mich erreicht, ist es sogar noch schlimmer, wie soll man da nicht dem Zauber verfallen. Allerdings hatte auch ich schon mal die Ausnahme in der Hand und nach dem Lesen die Frage im Kopf, was wollte mir der Autor da erzählen. Manchmal neigt der Franzose auch zu sehr zum abstrakten und ein normal Sterblicher versteht es nicht. Ob das aber hier zutrifft, erzähle ich euch nun.

Der Beginn ist auch direkt die erste Metrofahrt zur Arbeit und wir lernen Juliette kennen. Eine junge Frau, die eine richtig gute Beobachterin ist. Sie hat mich ein bisschen an die fabelhafte Amelie erinnert, da auch sie auf ihre Umgebung immer ein ganz besonderes Augenmerk hat und die Dinge anders wahrnimmt, als man selbst. So schlendert sie in ihren Leben lieber allein umher und genießt ihre Routine. Aber am liebsten streift sie durch Bücher und lässt sich regelmäßig in Geschichten hineinfallen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ihr beim Spaziergang ein Buch auffällt, was zwischen die Türpfosten geklemmt steckt, damit ein junges Mädchen, die Tür leichter aufbekommt. Tja uns so findet Juliette Soliman. Einen dünnen Mann, in einem Meer aus Büchern, der Beginn einer Reise zu Juliette und ihren Leben.

Soliman ist nämlich kein Buchhändler oder Bibliothekar, sondern er bestückt seine Kuriere mit Büchern. Eine Art Bookcrossing, wo ein Buch auf Reise geht und überall seine Leser findet. Aber hier sucht sich nicht das Buch, den Leser aus. Sondern der Kurier sucht das richtige Buch für den Leser aus, nämlich genau das, was er gerade für sein Leben braucht. Lebt der Leser in Groll, braucht er eine Geschichte, die ihn besänftigt, zum Beispiel. Tja, und da Juliette gerade da ist, kann sie doch auch ein Päckchen Bücher mitnehmen und dafür den richtigen Leser aussuchen und so wird Juliette auch Kurier. Aber der Aufgabe gewachsen fühlt sie sich gar nicht und so braucht es unbedingt noch ein Schlüsselereignis um sie in die eigene richtige Richtung zu schubsen. Mehr wird hier nicht verraten.

Ich mach es kurz, wer Bücher liebt, wird sich hier absolut wohlfühlen, aber auch danach eine Wunschliste haben, die Zentner schwer ist. Die Autorin spinnt hier einen ganz besonderen Zauber und lässt die Liebe zu Büchern absolut zelebrieren. Juliette, die immer im Leben nach etwas gesucht hat, sich aber nie getraut hat, über sich selbst hinauszuwachsen, wird hier reifen und sich ihrer neu gewonnenen Leidenschaft stellen. Eine Geschichte, die nicht nur Bücher im Mittelpunkt stellt, sondern auch Mut, sein eigenes Leben neu zu sortieren und erblühen zu lassen. Allein der Ansatz der Geschichte, für jeden Leser, das richtige Buch zu finden, fand ich absolut magisch und davon hätte ich ewig noch mehr lesen können, aber es ist ja nur Juliettes Anfang.

Das Mädchen, das in der Metro las, ist Buchzauber pur, mit jeder menge Charme, und dem Wunsch direkt alle genannten Bücher selbst zu lesen. Ich glaube danach, werden wir Lesende mit ihren Büchern anders beobachten und überlegen, ist das, das richtige Buch für ihm oder sie. Absolut herrlich zu lesen.
 
Henry und ich vergeben für diese locker und leichte Liebeserklärung ans Buch die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin:


Christine Féret-Fleury arbeitete viele Jahre als Lektorin in einem französischen Verlagshaus, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Sie hat mehrere Jugendbücher und Erwachsenenromane geschrieben, die prämiert und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden.

Quelle: Dumont Verlag


Vielen lieben Dank an den Dumont Verlag für das  Rezensionsexemplar.

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