Montag, 27. Mai 2019

Rezension: Antoine Laurain * Ein Tropfen vom Glück

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Atlantik 
ISBN-13: 978-3455005400
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: März 2019
Übersetzer: Claudia Kalscheuer 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Im Haus auf der Rue Edgar-Charellier Nr. 18 wurde eingebrochen und seine Bewohner aufgeschreckt. Hubert im Keller eingeschlossen, Abby und Julien wurden dann von dem amerikanischen Tourist Bob zu Hilfe gerufen und damit sich die Nerven beruhigen, trinken sie alle einen guten Tropfen aus dem Jahr 1954. Nichtsahnend, das sie alle am nächsten Tag im Jahre 1954 aufwachen würden, in dem Jahr, aus dem der Wein entstammt. Die Welt hat sich verändert, Paris in den Fünfzigerjahren ist ein anderes. Jeder der vier, trifft die Erkenntnis anders, hat aber einige überraschende Begegnungen parat. So tauchen im Laufe des Tages einige schillernde Persönlichkeiten der Zeit auf und wirbeln die Zeitreisenden durcheinander, so kostet Audrey Hepburn einen Drink, Edith Piaf isst mit ihnen zu Abend und Bob hat vielleicht sogar eine erleuchtende Situation. So ist der Tag nicht nur Chaos, sondern auch magisch und bringt die Vier dazu, über sich selbst nach zudenken und seine Gefühle zu sortieren. Aber wie kommen Sie in die Gegenwart zurück? Oder ist das alles nur ein Traum?

Meinung:
Ich liebe die Bücher von Antoine Laurain und das ist eigentlich kein Geheimnis. Er hat einfach einen unglaublichen Sound und sein Humor ist einfach geistreich, dann ist doch auch klar, dass ich sein neustes Werk lesen musste. Hier gibt es immer eine Wohlfühlgarantie und Unterhaltung de luxe. Ob ich nun auch in die 50 ziger reisen möchte, erzähle ich euch nun.

Wir lernen und begleiten in dieser Geschichte vier Personen und jeder hat so seine eigene Vergangenheit. Da haben wir Hubert, er ist Immobilienverwalter und der Mann, der alles über das Haus in der Rue Edgar-Charellier weiß. Das liegt daran, dass seine Familie auch die Erbauer waren, nur ist das komplette Haus nicht mehr in familiärer Hand, sondern nur noch seine Wohnung. Das matert ihn ein wenig und auch diese sagenumwobene Geschichte von dem verschollenen Onkel. So ist Hubert, ein spießiger gemachter Mann, den alle Bewohner kennen, seine Sprüche nachplappern können, aber richtig nah an sich herankommen, lässt er keinen. Dann haben wir Magalie, sie ist Restaurateurin und liebt es, Dinge wieder zusammenzusetzen, das liegt vielleicht daran, was sie schon alles verloren hat, nämlich ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall und ihre Tante. Aber sie ist auch optisch anders, als die anderen, denn ihr Style ähnelt einer TV-Figur, der Abby aus Navy CIS und deshalb wird sie auch nur Abby genannt. Somit kommen wir direkt zu Julien, dem neusten Zugang im Haus, ein junger Barkeeper, der sich den Cocktails verschworen hat und in Magalie schwer verliebt ist, aber nicht weis, wie er es ihr zeigen soll. In seiner Familiengeschichte gibt es einen verschwundenen Großvater, der einmal im Leben den besten Wein gemacht hat, und das war 1954. Und zu guter Letzt, Bob aus Amerika, er war Ingenieur bei Harley Davidson und wollte mit seiner Frau immer nach Paris reisen, nun ist sie sterbenskrank, aber der Traum soll nun erst recht wahr gemacht werden. Direkt in Paris hat er schon eine aufregende Begegnung und das soll nicht seine letzte sein.

Antoine Laurain ist ein unglaublich charmanter Geschichtenerzähler mit der gewissen Prise des Besonderen. Diesmal hat er wirklich einen sehr interessanten Mix an Persönlichkeiten geliefert und gezeigt, wie facettenreich er sein kann und das er auch das aktuelle Weltliche gut mit verpacken kann. Vom richtigen Amerikaner mit Bikerweste bis zum snobigen Franzosen ist alles Vertreten und was diese alles erleben. Aber beginnen tut die Geschichte im Jahre 1954 mit einer Begegnung der dritten Art und einem Wein, der eine Zeitreise auslöst. Dieses Buch ist wie eine Tüte Bertie Botts Bohnen, man weiß nie, welche Geschmacksrichtung man erwischt und welche Geschichte dann erzählt wird und doch hängt alles irgendwie zusammen und verschmilzt miteinander. So haben wir hier vier verschiedene Lebenswege und jeder bekommt seinen eigenen Platz in der Geschichte, aber wir haben da auch Paris. Ein anderes Paris, ein pulsierendes, ein überschäumendes und ein lebendiges Paris der 50 ziger Jahre. Man spürt sofort die Veränderung, man kann es sogar durch die Buchseiten riechen und man schwebt regelrecht dahin. Wie schafft es der Autor nur mit wenigen Worten, solch ein Gefühl auszulösen, einfach großartig, dazu die kleinen und großen Persönlichkeiten der damaligen Zeit geschickt einfließen zu lassen und einem beim Lesen ein euphorisches Gefühl auszulösen. Herrlich, großartig, gekonnt.

Ein Tropfen vom Glück ist wie ein Film, oder es sollte einfach verfilmt werden. Diese Geschichte wäre perfekt dafür, mit dem Charme und den Witz, dazu noch die perfekte Kulisse und wir hätten einen würdigen Mix aus Amelie und Woody Allens Midnight in Paris. Ich glaube, ich muss es einfach nochmals lesen, um alles noch einmal zu erleben. Antoine Laurain bleibt für mich einfach der französische Lieblingsautor der einen berührt, aufmerksam macht und uns den Wechsel der Zeit am schönsten beschreibt. Charmant, witzig und geistreich, jetzt möchte ich auch wieder nach Paris.
 
Henry und ich finden, das Bücher vom Antoine Laurain wie Mamas Lieblingskuchen sind, nämlich ein absoluter Genuss und dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:
 


Antoine Laurain arbeitete als Drehbuchautor und Antiquitätenhändler in Paris. Er ist in Frankreich ein gefeierter Bestsellerautor. Mit Liebe mit zwei Unbekannten (Atlantik Verlag, 2015) gelang ihm der internationale Durchbruch. Auch sein Roman Der Hut des Präsidenten (Atlantik Verlag, 2016) war weltweit ein Erfolg.

Quelle: Atlantik Verlag 


Vielen lieben Dank an den Atlantik Verlag für das  Rezensionsexemplar.


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