Montag, 20. Mai 2019

Rezension: Philip Birk * Operation Peruggia


Broschiert: 376 Seiten 
Verlag: Europa 
ISBN-13: 978-3958901988
Preis: 15,00 EUR 
E-Book: 10,99 EUR 
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: Februar 2019
Übersetzer: Erik Gloßmann 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Im Kopenhagener Kunstmuseum wird ein aufsehenerregender Gemäldediebstahl verübt und somit das teuerste Gemälde Dänemarks gestohlen. Dabei geht nicht nur eine Wand des Gebäudes kaputt, nein, ein Wachmann überlebt diesen Überfall auch nicht und ein Dieb bleibt am Tatort zurück. Seine Identität lässt auf den Auftraggeber, den Mafiaboss Nebojsa Savic schließen und dieser möchte wohl einen Machtwechsel demonstrieren, denn das Gemälde ist eine Leihgabe von Brian Frost, dem König von Kopenhagens Unterwelt. Nur gibt es noch ein Problem, denn im Werk ist ein Mechanismus vorhanden, der das Bild zerstört, sollte es nicht rechtzeitig zurückgehängt werden. Brian Frost, kennt nur einen, der ihm bei der Zurückbeschaffung helfen könnte, und zwar den besten Freund seines Sohnes, Tom Grip. So muss Tom sein Leben auf der Flucht beenden und nach vier Jahren wieder selbst in Aktion treten, denn er war einer der besten Kunstdiebe überhaupt. Er nimmt den Auftrag an, für seinen verstorbenen Freund und reist nach Kopenhagen. Wird er den Tätern auf die Schliche kommen? Kann er das Gemälde retten? Und kann er sich mit seinen Schuldgefühlen aussöhnen?

Meinung:
Der Verlag wirbt mit den Worten, dass es sich hier um ein atemberaubendes Thriller-Debüt handelt, was zugleich in der Kunstszene und im Mafia-Milieu spielt. Der Autor soll, in seiner Heimat dafür euphorisch gefeiert worden sein und aus der Figur Tom Grip soll somit direkt eine Reihe entstehen. Klingt doch interessant, bei solchen Worten werde ich hellhörig und sehr neugierig, also habe ich ein Ticket nach Kopenhagen gelöst und bin durch die Buchseiten geflogen. Ob es mir auch gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Tom Grip ergreift auch direkt das Vorwort und erzählt uns, das er für den Tod von fünf Menschen verantwortlich ist und nun seine Geschichte erzählt. Und dann geht es los, mit einem neuen Kunstdieb, der sich selbst Peruggia nennt, ein netter Einfall, denn der echte Vincenzo Peruggia hat 1911 die Mona Lisa aus dem Louvre geklaut. Dieser hier hat aber etwas ganz anderes vor und spielt im wahrsten Sinne des Wortes ein raffiniertes Doppelspiel. Erst dann verschlägt es uns nach Porto, und zwar zu Tom Grip, der nach seinem letzten Coup abgetaucht ist und nun seine Tarnung auffliegt, denn er wird gefunden und das geht nicht gut aus. Aber erst im Casino in Lissabon wird er sein Einsiedlerleben überdrüssig und stellt sich der Gefahr. Während dessen passiert der Überfall in Kopenhagen und das berühmteste Bild verschwindet von der Bildfläche.

Mehr zum Inhalt mag ich gar nicht sagen, sonst würde ich einfach zu viel verraten, da muss man sehr aufpassen, denn alle Strippen hier sind ineinander verflochten. Der Kunstdiebstahl wird hier auf das Spektakulärste beschrieben. Coole Sprüche, dumme Kraftprotze, jede Menge Mafia Gebärden. Der Rubel muss rollen und die Macht muss dem Richtigen gehören und da fährt man den amtierenden Boss an die Karre, alle Klischees erfüllt. Dann die Erkenntnis der Bösen, dass bei ihnen auch was nicht richtig läuft und somit wird der korrupte Polizist engagiert. Während man hier also losprescht, hingt Tom Grip hinterher und das ist so ein bisschen mein Knackpunkt an der Geschichte, denn seine Aktionen bei diesem Kunstdiebstahl befinden sich im letzten Drittel der Geschichte, davor lesen wir einfach seine Lebensgeschichte und das ist zwar interessant und muss man wissen, um das große Ganze zu verstehen, hat sich aber doch für mich ein bisschen in die Länge gezogen. Somit wurde aus dem knackigen Start, eine etwas längere Durststrecke.

Überhaupt hat mich Philip Birk überrascht, denn sonst sind die Skandinavier doch etwas trocken, ernster und melancholischer, hier hat man aber das Gefühl einen Actionfilm zu sehen, oder einen Agententhriller, das Einzige was abweicht, ist, das hier ein Gemälde im Mittelpunkt steht. Die Szenen sind manchmal etwas überladen und ein bisschen zu viel gewollt, aber wer solche Filme gern guckt, ist hier auch bestens bedient. Das Zweite was mich am Ende hin etwas gestört hat, war seine Lösung, die war für mich zu dick aufgetragen und das Doppelspiel der Doppelspiele, einfach zu viel des Guten. Trotzdem war es ein gutes Thrillerdebüt, überraschend anders, als erwartet, viel frischer und lockerer, dabei eine gute Portion Humor und fertig ist Tom Grip. Ziemlich unterhaltsam und für alle die sich gern noch einen 007 Schinken anschauen.

Operation Peruggia ist eine Mischung aus Mafia-Milieu und Agententhriller, nur eben ohne Agent und mit einem Kunstdieb. Action geladen, gekonnt verstrickt und sehr unterhaltend.
 
Henry und ich fanden den Auftakt gelungen, aber da ist noch Luft nach oben und somit gute drei Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:


Philip Birk, Jahrgang 1993, wuchs im schwedischen Varberg auf und studiert Lehramt Geschichte an der Universität Uppsala. Operation Peruggia ist der Auftakt zu seiner rasanten Thriller-Reihe um Meisterdieb Tom Grip, zu dem ihn indirekt sein Urgroßvater inspirierte. Dieser war Direktor des Randers Kunstmuseums, dessen Publikumsmagnet das Bild »Interiør« von Vilhelm Hammershøi ist.

Quelle: Europa Verlag

Vielen lieben Dank an den Europa Verlag für das  Rezensionsexemplar.  

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