Sonntag, 5. Mai 2019

Rezension: Bernhard Aichner * Kaschmirgefühl

Gebundene Ausgabe: 188 Seiten
Verlag: Haymon
ISBN-13:
978-3709934562 
Preis: 17,90 EUR
E-Book: 13,99 EUR
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: März 2019 



Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Gottlieb fühlt sich einsam und anstatt raus zu gehen und Leute kennenzulernen, ruft er die Sexhotline an. Aber anstatt das zu tun, weshalb man dort anruft, reden die beiden nur miteinander. Sie lernen sich kennen, sprechen zum ersten Mal miteinander und aus Minuten werden Stunden. Aber sprechen die beiden auch die Wahrheit? Wie viel ist geflunkert und wie viel echt? Und ist das hier wirklich eine Liebesgeschichte?

Meinung:
Bernhard Aichner ist vor allem für seine Thriller bekannt, hart, brutal und sprachlich sehr intensiv. Auf einer Lesung meinte er einmal, er möchte so gern einen Liebesroman schreiben, aber auf Seite 30 fällt eben immer einer tot um und vorbei ist es mit der Romantik. Nun allerdings hat er wirklich eine Liebesgeschichte geschrieben und ganz klar musste ich diese lesen. Wie diese mir gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Der komplette Roman ist ein einziger Dialog oder eben ein Telefongespräch. Somit lesen wir nur, was der eine zum anderen sagt und umgekehrt. Keine Beschreibungen dazwischen und auch keine weiteren Ausformulierungen. Tja, und genau das, ist nämlich die Stärke von Bernhard Aichner, trotzdem die richtigen Töne zu treffen, den Leser mit hineinzuziehen und dem ganzen den perfekten Sound zu verpassen. Somit hat man wirklich das Gefühl dabei zu sein, zwei Fremden zu lauschen und anhand der Stimmlage die Höhen und Tiefen abzumessen. Das hat er wieder richtig gut geschafft.

So lernen sich also Gottlieb und Marie kennen, er war Krankenpfleger und betreute seine Mutter und sie na ja, das müsst ihr lesen. Beide sind sich auf anhieb wohl gesonnen, aber was sie so erzählen klingt schon sehr abenteuerlich und man fragt sich, ob sie das ernst meinen, oder doch nur miteinander flunkern. So muss der Leser auch noch zwischen den Zeilen lesen und erahnen was ist Wahrheit und was vielleicht eine Lüge. Die Geschichte ist somit auch noch eine Schnitzeljagd und treibt den Leser voran es zu entschlüsseln.

Für mich war Kaschmirgefühl ein Begleiter für einen Tag, der mich herrlich unterhalten hat, aber irgendwie auch zu kurz war. Ich glaube, ich brauche vom Bernhard eine längere Dosis. Auch muss ich gestehen, dass mir zum Ende hin die Flunkerei zu viel wurde und ich die Auflösung somit gar nicht richtig genießen konnte.

Kaschmirgefühle ist ganz anders als erwartet, spricht von Einsamkeit, aber auch von Mut Schwelen zu überschreiten und Neuanfänge zu startet, natürlich mit dem einzigartigen Sound von Bernhard Aichner geschrieben. Originell halt, wie immer.

Henry und ich mögen den Aichner Sound sehr und deshalb gibt es vier Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:  

Bernhard Aichner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Er schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem Burgdorfer Krimipreis 2014 und dem Crime Cologne Award 2015.
Die Thriller seiner „Totenfrau“-Trilogie standen in Österreich und Deutschland monatelang auf den Bestsellerlisten. Die Romane wurden bisher in 16 Länder verkauft, u. a. auch in die USA und England. Eine US-Verfilmung ist in Vorbereitung. Mit dem Thriller „Bösland“ setzt er seine Erfolgsgeschichte fort. Bei Haymon erschienen mehrere Romane, u.a. „Schnee kommt“ (2014), „Das Nötigste über das Glück“ (2015) und „Nur Blau“ (HAYMONtb 2015), sowie die Max-Broll-Krimis, für deren vierten Teil „Interview mit einem Mörder“ er den Friedrich-Glauser-Preis erhielt. Mit seinem neuesten Liebesroman „Kaschmirgefühl“ zeigt Aichner, dass er mühelos zwischen den Genres wechselt, dass Spannung und Romantik in seinem Werk untrennbar miteinander verbunden sind.

Quelle: Haymon Verlag


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