Montag, 15. Juli 2019

Rezension: Nikola Scott * Das Leuchten jenes Sommers

Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Wunderlich
ISBN-13: 978-3805200387
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: April 2019
Übersetzer: Nicole Seifert 

 
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Inhalt: 
Zwei Frauen, zwei Leben auf unterschiedlichster Art und doch mit verschlungenen Schicksalen. Im August 1939 kann es Maddy kaum erwarten, dass ihre große Schwester zurück auf das idyllische zurückgelegene Anwesen in Cornwall zurückkehrt. Ihrem Summerhill, ihrem Zuhause und ihrer heilen Welt, aber der Krieg droht immer näher zu rücken. Georgiana kehrt aber nicht alleine zurück, in ihrem Kielwasser befinden sich einige Freunde, die sie von ihrer Reise mitbringt und ihren neuen Freund Victor. Maddy weis nicht was sie davon halten soll und findet die Art von Victor zunehmend unangenehmer. Siebzig Jahre später bekommt Chole einen Fotografenauftrag, der sie nach Summerhill führen soll. Eigentlich kommt der Auftrag nicht gelegen, ihr Mann ist dagegen und sie erfährt, dass sie schwanger ist. Das ist ja sonst ein Grund zur Freude, aber in Choles Leben läuft nicht alles so, wie es sein soll und so stürzt sie sich doch in den Auftrag und kommt in Summerhill einem Geheimnis näher, was Jahrzehnte zurückliegt. Kann Chole es entschlüsseln? Was ist damals auf dem Anwesen passiert? Und wird es für Chole einen neuen Ansatz im Leben geben?

Meinung:
Das Leuchten jenes Sommers ist nun der Zweitling von Nikola Scott und wurde sehnsüchtig von mir erwartet. Sonst bin ich nicht so der Familiengeheimnisleser, aber mit ihrem Debüt konnte mich die Autorin voll um ihren Finger wickeln und hat mich schwer begeistert. Nun ist es also da und ich freu mich, in die Geschichte abzutauchen, wie es mir gefallen hat, erzähle ich euch nun. Ach, eins noch, großes Kompliment an den Verlag, das Cover ist ein Traum.

Die Geschichte wird wieder auf zwei Ebenen erzählt, nämlich einmal in der Vergangenheit, wo Maddy uns ihre Geschichte als junges Mädchen erzählt. Sie liebt ihr Summerhill, aber hat auch schon einige Schicksalsschläge einstecken müssen. So hat sie ein dramatisches Erlebnis beim Tod ihres Vaters erlebt und beim Wiedersehen mit ihrer Schwester, gerät ein Pilot ins straucheln und stürzt bei den Klippen vorm Anwesen ab. Für die 16-jährige Maddy Drama pur und nun bringt ihre Schwester auch noch eine Horde verwöhnter reicher Besucher mit. Schnell merkt man, dass die beiden Schwestern unterschiedlich sind und beide eigene Vorstellungen vom Leben haben. Während Maddy Summerhill nie verlassen möchte, ist für Georgiana das Haus und das Land eine Last und sie will lieber Reisen, feiern und das Leben genießen. Sie musste die Rolle von der großen Schwester zur Mutter übernehmen und ist dem Druck einfach nicht gewachsen. Irgendwie möchte sie das ihrer jungen Schwester klar machen, aber als auch noch Victor seine Runden um die Schwestern läuft, passiert etwas ganz Unvorhergesehenes.

Chloe hat alles, was sich eine Frau wünschen kann, ein großes Haus, einen Arzt als Mann und bekommt jeden Wunsch von den Lippen abgelesen. Der einzige Haken ist, sie darf nichts allein entscheiden, muss sich um ihren Mann kümmern und gibt ihre Selbstständigkeit total auf. Für eine Frau, die sich um ihren schwer erkrankten Bruder kümmern musste, sich mit ihrer Kamera immer selbst alles finanziert hat und deren das Leben immer schwer auf die Schulter gedrückt hat, war diese leidenschaftliche Liebe ein Genuss. Endlich jemanden der ihr half, der sich um sie kümmerte, bis es zur völligen Selbstaufgabe kommt. Nun wacht Chloe aus diesem immer erdrückender werdenden Spirale auf und als sie erfährt, dass sie schwanger ist, hat sie mehr Panik, als Vorfreude. Die Anzeichen, das ihr Mann alles übernimmt, tritt immer mehr hervor und die Wahrheit lässt sich nicht mehr verschleiern. Chloe ist eine Gefangene in ihrem eigenen Leben und dann kommt dieser Anruf und die Chance etwas für sich zu tun.

Nikola Scott hat ein unglaublichen Potenzial einen in einen Lesesog zu ziehen. Man fängt an zu lesen, taucht in die Geschichte, will immer mehr über die Figuren erfahren und rast so durch die Buchseiten. Man kann einfach nicht aufhören zu lesen, zu genießen, vor Spannung die Luft anzuhalten und einfach mitzufiebern. So macht sie aus dem dicken Schmöker ein viel zu kurzes Buch, zumindest ging es mir so. Man freute sich so immens es aufzuschlagen und weiterzulesen und am besten hat man einfach Zeit es an einem Stück zu verschlingen, denn man kann einfach nicht aufhören.

Auch ihre zwei Frauenfiguren waren wieder einfach sympathisch und gingen ans Herz. Die junge Maddy, die noch ganz unbedarft ist und trotzdem ein gutes Gespür hat. Sie liebt ihre Welt und möchte sie beschützen, ist aber auch bereit zu kämpfen. Einfach toll beschrieben und diese Entwicklung mit Victor einfach richtig gut gelungen und lies bei den Szenen eine Gänsehaut über den Rücken laufen. Aber schlimmer war es bei Chloe, diese Gefangennahme ihres eigenen Lebens war so schrecklich mit zu erleben und lässt einen vor innerlichen Wut zittern. Der Schein nach außen, von einer heilen Welt und im inneren die Hölle auf Erden. Wie eine Beziehung sich verändern kann, wie Gewalt in einer Ehe aussieht und den langsamen Sog nach unten ist so gut dargestellt, dass man sich fragt, wie sieht es bei meinem Nachbarn so aus. Somit hat Nikola Scott wieder eine Geschichte erschaffen die einen berührt und mitnimmt, die wichtig ist und ernste Themen aufruft.

Das Leuchten jenes Sommers ist eine Geschichte über den Kampf um Liebe und zu sich selbst stehen. Fesselnd, emotional und kämpferisch.
 
Henry und ich waren total gefangen zwischen den Buchseiten und dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:


Nikola Scott ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Nach dem Studium arbeitete sie jahrelang in verschiedenen Verlagen in Großbritannien und den USA. Sie lebt inzwischen mit ihrer Familie in Frankfurt. Bei Wunderlich erschien von ihr bereits "Zeit der Schwalben".

Quelle: Rowohlt Verlag

Weitere Bücher der Autorin:

https://www.rowohlt.de/hardcover/nikola-scott-zeit-der-schwalben.html

Vielen lieben Dank an den Rowohlt Verlag für das  Rezensionsexemplar.

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