Montag, 2. September 2019

Rezension: Jason Reynolds * Long way down

Broschiert: 320 Seiten
Verlag: dtv 
ISBN-13: 978-3423650311   
Preis: 14,95 EUR  
E-Book: -,-- EUR    
Reihe: 1/1    
Erscheinungsdatum: August 2019
Übersetzer: Petra Bös




Inhalt:
Da wo Will mit seiner Familie lebt, ist die Welt von Tod und Bandenkriminalität durchzogen und man hofft immer, dass es keinen aus der eigenen Familie trifft. Aber jetzt ist Wills Bruder tot, erschossen und die Trauer unmöglich in Worte zu fassen. Nun ist es an ihm, sich an die Regeln zu halten. Nicht weinen. Niemanden verpfeifen. Rache nehmen. Somit nimmt er sich die Waffe seines Bruders, steigt in den Fahrstuhl und ahnt nicht, was ihn erwartet. Denn in jedem Stockwerk steigt jemand dazu. Personen aus der Vergangenheit, die Geschichten voller Gewalt, Hass, Ohnmacht und Rache erzählen. Alle sind tod und alle haben sich an die Regeln gehalten. Nur bedeutet das nie, dass man den Richtigen trifft, oder das nie etwas schief läuft. Jetzt ist es an Will sich zu fragen, was sein Leben bedeutet, ob Rache wirklich eine Lösung ist. Oder wird es endlich Zeit, den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen? Kann Will sich entscheiden? Oder wird er den Druck nachgeben?

Meinung:
Jason Reynolds ist für seine Jugendbücher, von der Presse hochgelobt worden und er ist vielfach ausgezeichnet. Nur ist er hierzulande so gar nicht auf meinem Radar gewesen, vielleicht sind es die Themen, oder ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, warum. Aber für dieses Buch haben sich zwei liebe Mitmenschen reingeworfen und als das Wort Verse fiel, war ich neugierig. Somit ist das jetzt mein erster Reynolds und ich war mehr als gespannt. Wie mir die Fahrstuhlfahrt gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte beginnt damit, dass Will uns erzählt, dass sein Bruder Shawn erschossen wurde. Er versucht seine Trauer und Verzweiflung in Worte zu fassen, aber sie sind einfach übermächtig und dann ist da noch diese Aufgabe und die Regeln. Die Regeln die jeder Vater an den Sohn gibt und jeder Bruder, weiter an seinen Bruder. Es ist ein Kreislauf, ein Teufelskreis, der eigentlich immer mit dem eigenen Tod endet. Nun muss Will die Regeln befolgen, nachdem es schon so viele aus seiner Familie getan haben, dass jetzt nur noch er und seine Mutter übrig ist. Aber es muss getan werden, unwiderruflich. Er weiß wo die Waffe von seinem Bruder liegt, steckt sie in den Hosenbund und steigt in den Fahrstuhl. Für eine Fahrt von etwas über einer Minute und diese wird so ganz anders, als er denkt.

Will wird nämlich Besuch bekommen, er selbst zweifelt schon an sich und sagt uns Lesern auch ganz klar, das wir ihn nicht für verrückt halten sollen, aber es sind alles Personen aus seinem Leben und alle sind tot. Jeder erzählt seine Geschichte, jeder kennt die Worte Trauer, Rache und Hass aufs Genauste. Jeder weiß wie es laufen muss, aber jeder zeigt ihm auch einen Ausweg, auch wenn Will das noch nicht ganz versteht, und mehr sage ich dazu nicht.

Ich bin unglaublich beeindruckt, wie Jason Reynolds einen in seine Geschichte hineinzieht. Und ich habe totalen Respekt, denn er hatte seine Geschichte schon in Romanform vorliegen und hat dann alles geändert, weil seine Agentin meinte, ihr fehlt was. Für eine einminütige Fahrt ist diese Wahl des Ausdrucks zu lang, er soll es in Versform schreiben und er hat es gemacht und man ist das hammerstark. Trotz, der wenigen Worte, schafft er einen Gefühlsstrudel zu erzeugen, der einen mitreißt, hineinzieht und alles mitfühlen lässt. Die Geschichte fesselt von dem ersten Wort an und man ist förmlich in einem Sog, man befindet sich in der Abwärtsspirale und kann dieses ganze Dilemma kaum aushalten. Dieser Autor beherrscht es mit wenigen Worten Gefühle, Ängste und Trauer hautnah miterleben zu lassen und gleichzeitig nimmt er es mit einem ganzen gesellschaftlichen Problem auf. Wie soll man nämlich aus eingefahrenen Zwängen ausbrechen, wie kann man sich dagegenstellen und zeigt mehr den je auf, sei kein Mitläufer, sondern, nimm dein Leben selbst in die Hand. Aus einer einminütigen Fahrstuhlfahrt wird ein wahrer Seelenstrip.

Wie ihr seht, ich bin echt begeistert, ich konnte dieses Buch gar nicht aus den Händen legen und es ist ein Rausch und ich mag solche sprachlichen feinen Sachen total gern. Eins steht fest, ihr müsst es alle lesen und noch was steht fest, ich muss mehr von dem Autor lesen. Ich denke, da haben wir alle bis jetzt was verpasst. Dem nimmt man nämlich so eine Geschichte voll ab.

Long Way Down, ist fesselnd, rasant, einfühlend, wachrüttelnd und eine Fahrstuhlfahrt der besonderen Klasse. Hammerstark und so authentisch.


Henry und ich klebten begeistern an den Worten und dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:

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Über den Autor:


Jason Reynolds studierte Literaturwissenschaften an der University of Maryland. Seine Bücher wurden von der Presse hochgelobt und vielfach ausgezeichnet. In den USA gehört er zu den neuen Stars in der Jugendbuchszene. Zuletzt war Jason Reynolds mit seinem Roman „Ghost“ unter den National Book Award Finalists, in Deutschland erhielt er den Luchs des Jahres von DIE ZEIT und Radio Bremen. Jason Reynolds lebt in Washington D.C. 

Quelle: dtv Verlag


Vielen lieben Dank an den dtv Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

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