Montag, 1. Juni 2020

Rezension: James Gould-Bourn * Pandatage

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: KiWi
ISBN-13:
978-3462053647
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 16,99 EUR
Reihe: 1/1 
Erscheinungsdatum: Mai 2020
Übersetzer: Stephan Kleiner 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Danny Malooley kämpft sich durchs Leben, das hat er immer getan und mit seiner Frau und großen Liebe alles geschafft. Aber seit einem Jahr, nach dem tragische Unfall, wird alles immerzu schwerer. Vor allem das sein Sohn aufgehört hat zu sprechen, belastet Danny sehr. Dazu kommt, dass er gerade einen wirklich miesen Lebensabschnitt hat, denn nicht nur die Rechnungen stapeln sich und der Vermieter klopft an, nein, er verliert auch noch seinen Job auf der Baustelle. Aber Danny braucht einen Job und trotz intensiver Suche, ersteht er mit seinem letzten Geld ein Pandakostüm und will es, wie die Straßenkünstler machen, denn die gehen ja mit vollen Taschen nach Hause. Nur dastehen ist aber auch nicht die Lösung, er muss auch was zeigen und so wird aus Danny ein Tanzbär, was er allerdings auch nicht wirklich beherrscht. In einer seiner Pausen erlebt er mit, wie sein Sohn gemobbt wird, und schreitet ein und zum ersten Mal seit einem Jahr, hört er seinen Sohn sprechen. Wie soll Danny damit umgehen? Kommt er so seinem Sohn näher? Und ist die Pandasache wirkliche eine mit Zukunft?

Meinung:
Pandatage wird verglichen mit „About a Boy“ und diese Geschichte, sowie den Film, habe ich extrem toll gefunden. Also verspricht der Pandadaddy doch gute Unterhaltung, zündende Situationskomik und das diese Beziehung zwischen Vater und Sohn eine Rührende wird. Mir hat man das Buch wärmstens ans Herz gelegt und ob es nun auch meinem Nerv getroffen hat, erzähle ich euch nun.

Danny ist ein Durchschnittstyp, der ein Verlierersyndrom hat und dieses scheint, sich gerade richtig wohl bei ihm zu fühlen. Überhaupt ist sein Leben nicht gerade optimal verlaufen. Er hat sich jung in seine Frau verliebt, diese direkt geschwängert und versucht, mit dem Job auf der Baustelle, für seine kleine Familie zu sorgen. Aber nicht nur er hat eine andere Zukunft gewählt, auch seine Frau hat ihren Traum vom Tanzen begraben und für ihre Familie gelebt. Es war schwierig über die Runden zukommen, aber Liebe herrschte im Hause Malooley vor. Bis zu dem einen Tag und diesem blöden Unfall, der Danny seine Frau kostete und dem Sohn, der dabei war, die Stimme. Nun muss er alles alleine meistern und scheitert an Kleinigkeiten. Überhaupt wächst ihm alles über den Kopf, als er dann auch noch seinen Job verliert und der Mieter sich als böser Abzocker entpuppt, braucht er einen Plan. Tja, und Pläne sind auch nicht so Dannys Ding. Vergeblich sucht er nach einem neuen Job und landet am Ende in einem Kostümverleih und gibt sein letztes Geld für ein billiges Pandakostüm aus, eine Schnapsidee. Das soll ihm aus der Klemme helfen, allerdings anders als er denkt.

Die ganze Geschichte ist wirklich tragisch, aber auch gleichzeitig herrlich zum Lachen. Wie das geht, zeigt der Autor James Gould-Bourn in seiner Geschichte wirklich meisterlich. Natürlich haben wir den schlimmen Unfall und den Tod von Liz, die verlorene Stimme seines Sohnes, dazu die finanziellen Probleme, die ständigen Sorgen und doch versucht Danny, das alles zu meistern. Das ist eigentlich der schwere Ausgangspunkt, dass Danny leider das Missgeschick anzieht, wie die Motte das Licht, macht sein Leben auch nicht leichter, sorgt aber für heitere Momente. Natürlich müssen wir ein bisschen Realismus bei der Geschichte ausschalten, um sie wirklich genießen zu können, aber dann wird es ein riesiger Spaß. Danny muss sich neuen Herausforderungen stellen, seinen Weg suchen und für seinen Sohn da sein, der mit ihm als Panda spricht, aber nicht mit seinem Dad. Wie kann er die Situation retten, wie zu seinen Sohn durchbrechen und vor allem wie lange das Geheimnis aufrecht erhalten.

Was mir persönlich richtig gut gefallen hat, sind die Nebenfiguren, so ein bunter Haufen, so herrliche Figuren und wirklich ganz viel Humor. Da haben wir den besten Freund von Danny, seinen Baustellenkollegen, Ivan. Dieser Bär von einem Mann, der Danny immer unterstützt und mit seinen Lebensweisheiten einiges beisteuert, ist ein wahrer Freund. Krystal, die Nackttänzerin, die eine zufällige Bekanntschaft ist und für einigen Trubel in Dannys Leben sorgen wird und für Schmerzen, viele Schmerzen. Mr. Colemann darf ich nicht vergessen, der Will, seinen stummen Schüler mit einigen coolen Ratschlägen auf die Sprünge hilft. Und die Gestalten aus der Unterwelt, möchte ich auch nicht unerwähnt lassen, hart, böse und doch mit weichem Herz. Oh, natürlich noch die Straßenkünstler, die sich auch nicht alle grün sind und für einiges Revierverhalten sorgen. So kommt Danny im Leben auf den Nullpunkt an und dadurch öffnet sich ein neuer Weg zu seinen Erinnerungen an Liz, der er durchs tanzen näher kommt und zu seinem Sohn, so feinfühlig, so herzerwärmend und einfach richtig schön beschrieben.

Der Autor schafft, eine herrlich komische Geschichte zu schreiben, die aber trotzdem über das Ziel nicht hinausschießt und genau die richtige Mischung hat. Ich habe es so gern gelesen und ich denke, das kann ich gerne noch einmal lesen, die Lacher werden bestimmt nochmals funktionieren und das Ende für mich passend.

Pandatage ist ein absoluter Wohlfühlroman, der einen trifft, ob ins Herz oder die Lachmuskeln, der Treffer ist auf jeden Fall gewiss. Lesefreude pur.
 
Henry und mir ist die Geschichte direkt ans Herz gewachsen und deshalb gibt es fünf Bücherpunkte:

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Über den Autor:
 


James Gould-Bourn wurde 1982 in Manchester geboren. Nachdem er einige Jahre bei Organisationen gearbeitet hat, die in Afrika und im Mittleren Osten Landminen entfernen, nahm er an einem Kurs zum kreativen Schreiben in London teil. Sein dort entstandener Roman war einer der auch international heiß umkämpftesten Titel im Herbst 2018. Zurzeit lebt der Autor in Vilnius.

Quelle: KiWi Verlag

Vielen lieben Dank an den KiWi Verlag für das  Rezensionsexemplar. 

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