Freitag, 5. Juni 2020

Rezension: Thomas Wheeler * Cursed: Die Auserwählte

Gebundene Ausgabe: 470 Seiten
Verlag: TOR  
ISBN-13: 
978-3596704873
Preis: 24,00 EUR
E-Book: 16,99 EUR
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: Mai 2020
Illustrator: Frank Miller
Übersetzer: Michelle Gyo und Petra Koob-Pawis




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Inhalt:
Nimue ist ein Kind des Himmelsvolks, aber auch mit einem dunklen Schatten versehen und mit bösen Visionen gestraft. So halten sich ihre eigenen Leute von ihr fern, obwohl ihre Mutter, die Erzdruidin ist. Nach einer weiteren Auseinandersetzung beschließt sie, endgültig ihr Dorf zu verlassen, aber das Schicksal lässt sie umkehren und so erlebt sie mit, wie die roten Paladine alle aus ihrer Umgebung ermorden. Auch ihre Mutter fällt, aber bevor ihr Lebenslicht erlischt, gibt sie Nimue ein Schwert und den Auftrag es Merlin zubringen. Also macht sie sich auf ihren Weg und nimmt den Söldner Arthur mit. Aber je weiter sie ins Land ziehen und fliehen, umso mehr spricht das Schwert von Freiheit für ihr Volk und löst damit eine Welle von Schlachten aus. Wohin wird es Nimue führen? Warum soll sie es Merlin bringen? Und welche Rolle spielt Arthur?

Meinung:
Als ich von der Idee gehört habe, dass es eine Geschichte gibt, die sich um ein bestimmtes Schwert dreht und dieses eine Frau erwählt, war ich Feuer und Flamme. Außerdem steckt auch der Künstler von Batman, Sin City oder 300 mit drin und das klingt doch nach rasanter Unterhaltung. Was war ich gespannt und ob es mich überzeugen konnte, erzähle ich euch nun.

Nimue ist ein Kind zwischen den Welten, ihre Sippe meidet sie und die normalen Menschen mögen die Naturgeister nicht. So ist sie hin und her gerissen und fühlt sich nirgends verwurzelt. Eigentlich will sie sogar fliehen und dabei begegnet ihr Arthur und es entspinnt sich ein Flirt, nie hätte sie gedacht, dass sich ihre Wege direkt noch ein Mal kreuzen würden. Aber ihr Versuch zu gehen misslingt und dann steht sie mit beiden Beinen in der Vernichtung ihres Dorfes. Denn in dieser Welt gibt es noch den König Uther und der Papst, lässt seine roten Paladine, alles was heidnisch ist vernichten. So fliehen alle Naturvölker und darunter auch Nimue, die da noch nicht ahnt, welche Rolle sie bald spielt. Sie bringt das Schwert nicht direkt zu Merlin, sondern spürt die Kraft der Klinge und diese dürstet nach Blut. So stolpert ein junges Mädchen aus dem Schatten ihres Volkes und wird eine rachsüchtige Anführerin, aber ist das die Lösung. Nimue muss einiges über sich selbst herausbekommen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Ich mag ja die Arthus-Saga recht gern, alte Ritter mit Ehre und Tugend, zumindest war das mal der Grundgedanke, der leider in Wein der Intrigen versank und nun ein junges Mädchen. Von der Grundgeschichte weichen wir etwas ab, das Schwert wird nicht von Uther in einem Stein versenkt und nur der neue König kann es befreien, nein, es spielt sich ganz anders ein. Die neue Idee von machtgierigen Geistlichen, die alles niedermetzeln, ein König, der an seiner Stärke zweifelt und Druiden, die vor den Untergang stehen, hat genug Potenzial, um sich die Ehre einer eigenen Geschichte zu geben, und der Autor haut da ganz begierig in die Tasten. Wie in alten Schlachten geht es zur Sache, es ist brutal, hart, Blut fließt in Strömen und Intrigen werden in jede Richtung gesponnen. Dazu überschlägt sich ein Ereignis mit dem Nächsten und die Geschichte schreitet schnell voran. Langweilig wird es mit Sicherheit nicht.

Was mir richtig gut gefallen hat, war, wie Thomas Wheeler alte Bekannte aus der Arthus-Sage mit einfliessen lassen hat, denn passt auf, alle tauchen irgendwie und irgendwo auf. So ist Arthur ein menschlicher Söldner, der einen Flirt mit einem hübschen Mädchen nicht abgeneigt ist, aber der auch nicht wirklich zu seinem Wort steht. Auch Merlin hat so seine kleinen Probleme, wie Allkohl und von Magie träumt er, die hat er nämlich verloren, aber trotzdem fand ich ihn irre gut. Ich könnte jetzt jeden aufzählen, aber ich finde, ihr solltet sie alle selbst entdecken: Lancelot, Percival, Guinevere und wie sie alle heißen. Auf jeden Fall ist lustiges raten angesagt.

Cursed hat eigentlich alles für eine Legendengeschichte, eine tapfere Heldin, die sich gegen allerlei übler Kerle durchsetzen muss. Intrigen lauern bei jeden Schritt und wenn man denkt, eine durchschaut zu haben, taucht auch schon die Nächste auf. Und jede Menge Kämpfe, Schlachten, Macht und Blut. Dazu die Illustrationen von Frank Miller die das Ganze untermalen und durch seine harten Striche und seiner grobschlächtigen Art eine besondere Note geben. Allerdings fehlte mir ein bisschen mehr Tiefe bei den Figuren, das blieb nämlich durch die ganzen rasanten Szenen ein bisschen auf der Strecke und so waren die Figuren für mich ein bisschen eindimensional. Aber irgendwo muss man ja Abstiche machen, aber ich denke, als Serie könnte das wirklich verdammt gut funktionieren. Ich bin auf jeden Fall mehr als gespannt darauf und nach dem Ende des Buches, dürfen wir, hoffe ich zumindest auf mehr hoffen.

Cursed, die Auserwählte ist rasant zu lesen, aber auch blutig und brutal. Allerdings war es bei Arthur als Hauptperson nicht unbedingt friedlicher und so ist es eine spannende Lektüre, die man sich als Kopfkino richtig gut vorstellen kann. Ich fand es gut.
 
Henry und ich mochten das rasante Spektakel und vergeben vier Bücherpunkte:

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Über den Autor:


Thomas Wheeler ist Autor, Produzent und Drehbuchautor, unter anderem von »Der gestiefelte Kater« und »Lego Ninjago Movie«. Gemeinsam mit Frank Miller verantwortet er die Produktion der Netflix-Serie »Cursed«.  

Über den Illustrator:

Der legendäre Comic- und Graphic-Novel-Zeichner Frank Miller ist nicht nur für seine Superhelden »Batman« und »Daredevil« bekannt und preisgekrönt. Auch »Sin City« und »300« waren weltweite Erfolge, auf Papier wie auf der Leinwand. Mit der Aufnahme in die renommierte »Will Eisner Award Hall of Fame« wurde Frank Miller für sein Lebenswerk geehrt.

Quelle: TOR Verlag

Vielen lieben Dank an den TOR Verlag für das Rezensionsexemplar. 

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