Montag, 8. Juni 2020

Rezension: Tomi Adeyemi * Children of Virtue and Vengeance: Flammende Schatten

Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: FJB
ISBN-13:
978-3841440303
Preis: 18,99 EUR
E-Book: 16,99 EUR
Reihe: 2/3
Erscheinungsdatum: Mai 2020
Übersetzer: Andrea Fischer 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Zélie und Tzain stehen am Meer und bestatten ihren Vater, ein weiteres Opfer im Kampf um die Magie. Aber zumindest hat es Zélie geschafft und ihrem Volk die Magie zurückgebracht, allerdings ist die Beschwörung auch ein bisschen schief gelaufen, denn bei der Monarchie wurden auch Kräfte freigesetzt. Statt sich die Maji nun endlich aus der Versklavung befreien können, werden sie umso mehr bekämpft, denn der Adel will nur eins, Rache. Nun ist es an Zélie und Prinzessin Amari die richtige Entscheidung zu treffen, wie das Volk zu vereinen und eine Zukunft für Orïsha zu finden ist. Aber wird es überhaupt eine Lösung geben? Können sich die beiden Frauen überhaupt auf ein Ziel einigen? Oder hat jede ihren eigenen Plan?

Meinung:
Endlich kommt der zweite Teil, dieser außergewöhnlichen Reihe. Was habe ich den ersten Band verschlungen, was hat mich diese Welt fasziniert und wie großartig fand ich das Setting. Ganz einfach, mich hat der erste Teil begeistert, ich war richtig überrascht und fand es ganz großes Kino. Nun kommt die Fortsetzung und wir wissen ja, diese hat es nicht immer leicht, so ein Mittelband ist oft eher ein Übergang zum Finale und plätschert ganz gerne dahin. Ob die Autorin hier mich wieder begeistern konnte, erzähle ich euch nun.

Das Ritual hat Zélie einiges gekostet, so ist nun ihr Vater tot, ihre große Liebe hat sie verraten und statt die Magie nur für die Maji wieder zu erwecken, ist es übers Ziel hinausgeschossen und hat auch die Kraft beim Adel erweckt. Statt Frieden und Freiheit steht nun ein weiterer Kampf vor der Tür, aber wie sollen sie das richtig angehen, woher die Leute nehmen und wie gegen die Monarchie angehen. Zélie steckt in Frust, Trauer und Resignation fest und sie kann Amari nicht mehr so ansehen, wie zu vor. Ihre Freundschaft hat einen großen Riss bekommen, aber trotzdem will sie ihr helfen den Thron zu besteigen. Bei einer Kundgebung läuft aber alles aus dem Ruder, während Amari das Volk für sich gewinnen will, taucht ihre Mutter auf, stärker denn je und bezichtigt sie als Lügnerin. Statt sich zu festigen, müssen sie fliehen und entdecken dabei das geheime Lager der Maji. Dort wird Zélie gefeiert und Amari mit Verachtung gestraft. Ein Ringen um die Zukunft beginnt, Zélie will Krieg und ihr Volk befreien, Amari will verhandeln und direkt Frieden für alle. Denn sie glaubt, einen Verbündeten in den feindlichen Reihen zu haben. Wer wird hier wohl die Oberhand gewinnen.

Also ich bin ehrlich ein bisschen überrascht, ich wusste nicht, wie die Autorin die Geschichte weiterspinnen wollte, aber so, fand ich es wirklich schwach. Ihre Hauptprotagonisten sind wie Blätter im Wind und wechseln ihre Meinung in fast jedem Kapitel. Krieg. Frieden. Nein, doch Krieg. Oder doch besser Frieden. Das hat jetzt nicht wirklich zur Festigung einiger Figuren geführt, sondern eher zum verwunderten Stirnrunzeln. Klar, einiges konnte ich durchaus nachempfinden. So Zélies Gefühle, immer stirb ein geliebter Mensch und der Verrat liegt schwer auf ihrer Seele, aber bedacht mit den Dingen umgehen, oder einfach nur aus Wut handeln, sind nun mal zwei verschiedene paar Schuhe. Auch muss ich sagen, dass mir das neue Liebesgeplänkel nicht wirklich überzeugt hat. Erst die großen Gefühle und dann nur Hass und Zeit für was Neues, ich weiß nicht. Dann Amari, sie soll allein ein ganzes Volk zum Umdenken wegen und das aus einer Position heraus, wo sie nur angefeindet wird. Ihre Verzweiflung ist klar, aber ihr Handeln, du meine Güte, total überzogen, unüberlegt und einfach nur blindwütig, also nicht wirklich besser. Man hat das Gefühl, diese beide Frauen zerren, wie zwei zickige Freundinnen, an ihrem Lieblingsspielzeug und das hat der ganzen Geschichte mehr geschadet.

Allerdings fand ich die Beschreibung von der Umgebung, der ausgeführten Magie, der besonderen Figuren, wieder ganz einzigartig und faszinierend. So unglaublich farbenprächtig, gewaltig und absolut magisch. Wenn die Magie ausgeführt wird, hat man es regelrecht vor Augen, man sieht die Explosion vor sich, man hört das Knistern und hat alles im Kopfkino ablaufen. Dieses Setting und deren Kerngeschichte ist einfach einnehmend und macht wirklich absolut Spaß zu lesen. Und ja, Tomi Adeyemi kann schon schreiben, denn man verfällt schon in einem Sog, man suchtet die Geschichte trotzdem durch und fliegt nur so durch die Kapitel. Deshalb bin ich wirklich hin und her gerissen, vielleicht ist es eben nur ein typischer Mittelband, der versucht anzuknüpfen und am Ende eher nur für das Finale sorgt, ich habe große Hoffnung, das der dritte wieder bombastisch wird, der Epilog verspricht zumindest einiges.

Children of Virtue and Vengeance, kann nicht an den starken Auftakt anschließen, hier gibt es sprunghafte Protagonisten und viel Lärm um nichts und trotzdem verschlingt man die Buchseiten. Also weiter lesen muss ich somit auf jeden Fall.
 
Henry und ich fanden dieses chaotische Hin und Her eher mittelmäßig und deshalb gibt es drei Bücherpunkte:

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Über die Autorin: 

Tomi Adeyemi, geboren 1993, ist eine amerikanische Autorin nigerianischer Herkunft. Nach Abschluss ihres Literaturstudiums in Harvard hat sie sich von ihren westafrikanischen Wurzeln zum stärksten Fantasy-Debüt der letzten Jahre inspirieren lassen. Der erste Band ihrer »Children of Blood and Bone«-Trilogie eroberte die SPIEGEL-Bestsellerliste und war wochenlang auf Platz 1 der »New York Times«-Bestsellerliste. Von der Zeitschrift »Brigitte« wurde »Children of Blood and Bone – Goldener Zorn« unter die besten 50 Bücher des Jahres 2018 gewählt und belegte Platz 2 der Phantastik-Bestenliste.



Children of Blood and Bone - Reihe:

https://www.genialokal.de/Produkt/Tomi-Adeyemi/Children-of-Blood-and-Bone_lid_36844496.html?storeID=barbers
1. Teil I Rezension

Vielen lieben Dank an den FJB Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

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