Montag, 24. August 2020

Rezension: Anne Freytag * Aus schwarzem Wasser

Broschiert: 608 Seiten
Verlag: bold
ISBN-13:
978-3423230193
Preis: 16,90 EUR
E-Book: 9,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: August 2020 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Maja und ihre Mutter sind nicht unbedingt ein Herz und eine Seele, deshalb wundert Maja sich, das ihre Mutter auf ein gemeinsames Abendessen besteht. Sie fahren zusammen los, aber beide sollen nie im Restaurant ankommen, denn Innenministerin Dr. Patricia Kohlbeck rast ohne zu bremsen in die Spree und ertrinkt zusammen mit ihrer Tochter. Ihre letzten Worte waren „Du kannst niemanden trauen, sie stecken alle mit drin“. Als Maja Stunden später in einem Leichensack im Krankenhaus wieder aufwacht, hämmern nicht nur die Worte ihrer Mutter in ihren Kopf, sondern auch der Gedanke, das etwas Schlimmes, sie verfolgt. Was wusste ihre Mutter? Woher kommt die Bedrohung? Und wie soll Maja hinter alle Geheimnisse kommen? Während Maja versucht zu verstehen, spielt das Meer verrückt, und das ist erst der Anfang ...

Meinung:
Anne Freytag ist eine wunderbare Autorin, die einen nie kalt lässt und einem immer in ihre Geschichten zieht. Nun probiert sie sich in der Spannungsecke aus und ich war sehr gespannt, was mich erwarten wird. Diese Geschichte geisterte der Autorin schon seit Jahren durch den Kopf und wollte endlich geschrieben werden, bevor sie sich diese zurückzieht, und manchmal muss man auch Neues wagen. Ob es mich unter schwarzes Wasser gezogen hat, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte wird in Tagen unterteilt und es gibt auch eine Zeitschiene, die 2001 beginnt und den gesamten Plot mit Informationen verschärft. So lernen wir als erstes Maja kennen, eine junge Frau, die noch nicht so recht weiß, was sie mit ihrem Leben machen möchte und eine etwas unterkühlte Mutter-Tochter-Beziehung hat. Nun steht sie unter Schock, vor ihren Augen ist ihre Mutter gestorben, sie müsste auch tot sein und doch läuft sie gerade um ihr Leben. Was meinte ihre Mutter mit ihren letzten eindringlichen Satz? Wem soll sie nicht vertrauen? Worum geht es hier überhaupt? Maja steht kopf und flieht erst einmal zu Daniel. So rasant beginnt die Geschichte und Anne Freytag zieht einen förmlich in die Seiten und in ihre Spannungskurven hinein.

Der Leser steht also genau wie Maja ahnungslos da und liest gebannt weiter. Aber nicht nur Maja‘s Schicksal lässt einem den Atem anhalten, nein, auch die Welt scheint gerade in Katastrophen auszubrechen. Das Meer wirft einen Schatten auf alle Menschen und sorgt für tödliche Ausmaße. Was ist da nur los, wie hängt alles zusammen und die Spannung steigt sekündlich stärker an. Die große Frage steht schnell im Raum, mit welcher Macht haben wir es zu tun und sind wir wirklich allein auf unseren Planeten. Ein interessanter Gedanke und der nicht ganz abwegig ist. Da wir Mensch immer nach höheren Streben ist uns das Weltall die große Rätselfrage, aber viel interessanter sind doch noch die Gebiete auf der Erde, die vom Menschen unangetastet sind. Wir kennen unseren Planeten nicht komplett, nur zerstören können wir diesen von ganz allein. So spricht die Autorin doch einen sehr klugen Gedanken an und lässt für mich so ein bisschen gute Science-Fiction einfliessen. Gewagt und gelungen.

Während wir also mit Maja durch das Dunkel tappen, gibt es da aber noch die Vergangenheit der Mutter und Dr. Patricia Kohlbeck ist eine Frau, die sich wie ein Mann nimmt, was sie will. Hier kommt die zweite Ebene und diese ist durch Konflikte, Lügen, Intrigen und Machtkämpfen durchzogen. Wissenschaftlich geht es einher und politisch, hier zeigt sich wieder, dass vieles gern im Geheimen geschieht und welche Strippen gezogen werden. Dieser Teil ist erwachsener, fordernder durch die wissenschaftlichen Aspekte und die politischen Plänkeleien. Übrigens großes Kompliment an die Autorin, die Mächtigen hat sie genial eingefangen und einige Schmunzler von mir gewonnen. Gerade diese Seite hat mich ein bisschen überrascht, aber genauso überzeugt wie ihre sonstigen eindringlichen menschlichen Beschreibungen. Als Leser geht man mit, bleibt hängen, möchte mehr und frisst sich durch die kurzen Kapitel.

Dieser rasante Stil hat mir sehr gefallen und auch die Suche nach der Wahrheit und die Schrecken der Mächtigen. Mehr mag ich zum Inhalt nicht verraten, denn die temporeiche Fahrt müsst ihr selber aufnehmen und sie durchleben, und es wird euch packen, ganz bestimmt. Für mich war es wirklich ganz großes Kopfkino und mein Puls brauchte ab und zu die Pausetaste. Somit darf Frau Freytag auch gern weiter mit Spannungsliteratur aufwarten, denn mich hat es gepackt.

Aus schwarzem Wasser ist ein rasanter Spannungsroman mit Science-Fiction Einschlag, der sich gut einpasst und dem ganzen die Würze gibt. Absolut spannend, temporeich, abwechslungsreich und eine kurvenreiche Achterbahnfahrt, die einen gar nicht mehr loslässt. Großes Kopfkino.
 
Henry und ich hatten solch reißerische Lesestunden, das es dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:

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Über die Autorin:


Anne Freytag hat International Management studiert und als Grafikdesignerin gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Für ihre Romane wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet - unter anderem mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur.
Mit »Aus schwarzem Wasser« legt sie ihren ersten Thriller vor.
Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.

Quelle: bold Verlag

Vielen lieben Dank an den bold Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

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